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Chronik ab 2011

 

 

 

2011

 

Die Fasnet fing 2011 bereits am 13. Januar mit dem Festakt anlässlich der Feierlichkeiten für „50 Jahre Narrenzunft Windschläg“ an, es folgte am 21. Januar die Einweihung des Zunftkellers in Biberach. Am 29./30. Januar richtete die Fasnachtsgesellschaft Buurefasnacht Hauingen anlässlich ihres 50-jährigen Jubiläums das Vogteitreffen der Vogtei Dreiländereck aus. Der Höhepunkt im Monat Januar war jedoch die Präsentation unseres Fasnetbuchs „Vorsicht Närrisch! Fasnet im Oberrhein - eine Herzensangelegenheit“, welches in einer Auflage von 2.200 Stück erschien.

 

 

Der Februar stand unter dem Zeichen der verschiedenen Zunftjubiläen: Am 5./6. Februar 50 Jahre Gutach, am 12./13. Februar 75 Jahre Narrengilde Lörrach, am 19./20. Februar feierte die Eulenzunft Seelbach und am 26./27. Februar die Narrenzunft Windschläg. Gutach und Windschläg richteten gleichzeitig die Vogteitreffen der Vogteien Nördlicher Breisgau/Elztal und Ortenau aus. Traditionsgemäß fand der Empfang beim Regierungspräsidium am Montag, den 28. Februar, im Basler Hof in Freiburg statt.

 

Siegfried Wurth, Griesheim, wurde zum Beirat des Vorstandes berufen und entwickelte sich in den kommenden Wochen zur „rechten“ Hand des Narrenmeisters bei der Vorbereitung des Jubiläums in Oberkirch. Bei der jährlich stattfindenden Narrenbörse beim Narrenschopf Bad Dürrheim am 7./8. Mai stellte der VON das musikalische Rahmenprogramm. Die Musikgruppen der Narrenzünfte Gottenheim, Hohberg, Neustadt/Schw., Oppenau, Rheinfelden-Nollingen, Ringsheim und Seelbach begeisterten das Publikum.

 

Der VON war im Rahmen seiner Jubiläumsfeierlichkeiten Gastgeber der Tagung Südwestdeutscher Narrenverbände. Ausgewählt wurde hierfür die Stadt Kenzingen, Sitz unserer Gründerzunft „Welle-Bengel“ und der Oberrheinischen Narrenschau. Für die Gesamtorganisation waren Narrenmeister Paul Teike und Bernd Götzmann zuständig, für die Ausrichtung des gesellschaftlichen Teils Vorstandsbeirätin Gudrun Reiner und Zeremonienmeister Klaus-Peter Klein. Die Tagung war ein voller Erfolg für den VON und erhielt von allen Seiten großes Lob.

 

Im Monat Juni wurde der VON als Gastmitglied in den Verband Alemannische Heimat aufgenommen. Jürgen Pfeifle, Vorstandsbeirat, gab seinen Posten im Vorstand auf und somit auch die Gestaltung des Narrenspiegels. Am 23. Juli fand die Hauptversammlung, verbunden mit der Museumsputzete in Kenzingen statt. Vorsitzende Gudrun Reiner nahm drei Holztafeln der Zünfte Hauingen, Kollnau und Windschläg in ihren Besitz. Die drei Zünfte haben diese für die Außenfläche der Narrenschau gespendet.

 

Am 30. September wurde dem VON der Kulturpreis des Ortenauer Narrenbundes (ONB) für die Gestaltung und den außergewöhnlichen Inhalt des Buches „Vorsicht Närrisch! Fasnet am Oberrhein - eine Herzensangelegenheit“ in den Vogtsbauernhöfen in Gutach/Kinzigtal verliehen.

 

Für die Gestaltung des Narrenspiegels konnte Frau Angelika Haller, Freiburg, gewonnen werden. Der Redaktionsausschuss unter Leitung von Paul Teike stimmte einem vollkommen neuen Konzept zu, welches mit der Ausgabenummer 60 des Oberrheinischen Narrenspiegels sowohl optisch als auch inhaltlich seinen Niederschlag fand.

 

 

Einen ausgezeichnet durchgeführten Konvent konnten die 550 Delegierten der 82 Verbandszünfte in Weil am Rhein erleben. Der Arbeitskreis stand unter dem Schwerpunkt „Oberkirch 2012“ und der Präsentation sämtlicher Abläufe im Rahmen der Organisation. Beim Konvent wurde die Narrenzunft Nordweil einstimmig als Vollmitglied in den VON aufgenommen und in die Vogtei Nördlicher Breisgau/Elztal eingegliedert. Schatzmeister Horst Schleith, Denzlingen, wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Besonders hervorzuheben ist der kurzweilige Programmabend, bei dem die Bühnenfasnacht, dargeboten durch die Zunftmeister der Narrenzunft Wiler Zipfel, ein ausgezeichnetes Niveau bot.

 

Die Pin-Sammlerserie des VON mit der Jahreszahl 2011 wurde mit Motiven der Narrenzünfte Gutach, Seelbach und Windschläg und der Fasnachtsgesellschaft Hauingen ergänzt. Des Weiteren führte der VON das Abzeichen „Hand-in-Hand“ ein.Wie schon bei den Abzeichen der vergangenen Jahre war Narrenmeister Paul Teike wieder für deren Entwurf verantwortlich.

 

 

2012

 

Für die Fasnächtler begann die Fasnet 2012 ungewöhnlich früh. Bereits am 07. Januar wurde der erste Termin vollzogen – noch etwas ungewohnt im Narrenkleid. Pünktlich zum anstehenden Verbandsjubiläum öffneten sich die Türen des Stadtmuseums Oberkirch zur Dauerausstellung „75 Jahre VON“. Die drei Brauchtumsausschussmitglieder Hanjo Bolanz, Frank Schwörer und Theo Schindler hatten eine beeindruckende Präsentation zum Thema „Fasnet“ gestaltet, welche auf eine ausgezeichnete Resonanz stoßen sollte.

 

In diesem Zusammenhang erhielt der Förderverein Oberrheinische Narrenschau e.V. vom Lörracher Larvenkünstler Gerd Paulicke einen Larvenzyklus gespendet. Diese vier Larven stellen den Schmutzigen Donnerstag, die Fasnet, die Fasnetbeerdigung und den Tod dar. Man kann sie nur als einmalige Schmuckstücke bezeichnen, auf welches jedes Museum stolz sein kann.

 

 

Nun sollte es aber Schlag auf Schlag gehen: Nach vier Jahren Vorbereitungszeit stand das Jubiläumswochenende des Verbandes vor der Tür. Am 13. Januar wurde in einer festlich geschmückten und den badischen Landesfarben dekorierten Erwin-Braun-Halle in Oberkirch das Geburtstagsfest gefeiert. Es war ein familienfest mit Niveau, Fasnetlaune und menschlicher Wärme aller Beteiligten. Eine handverlesene Gästeliste mit Freunden unseres Verbandes ohne große Reden und Politikern. Oberkirchs Oberbürgermeister Mathias Braun und Narrenfreund Willi Stächele übernahmen die Schirmherrschaft. Präsident Roland Wehrle von der VSAN (Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer-Narrenzünfte e.V.) erhielt als zweite Person in der Geschichte des VON den Goldenen Verbandsorden verliehen. Oberzunftmeister Dr. Franz-Josef Vollherbst überbrachte in einer sehr persönlich und viel beachteten Ansprache die Glückwünsche der Narrenzunft Endingen.

 

Gudrun Reiner, Vorsitzende des Fördervereins Oberrheinische Narrenschau e.V., übergab als Geschenk einen Umzugsbanner mit dem VON-Wappen, welcher zukünftig an der Spitze der VON-Umzüge getragen werden soll. Bühnenfasnacht, Musik an allen Ecken des Saales, Tanz, Gaudi und eine einmalige Stimmung rundeten den Abend ab. Nur wenige Stunden blieben den Gästen, bevor der Einstieg in die Straßenfasnet beginnen sollte.

 

Pünktlich um 14.11 Uhr des Samstags wurde durch die Narrenzunft Lenzkirch der Narrenbaum in die Stadt getragen und durch die Zimmermannsgilde gestellt. Narrenmeister Paul Teike nahm den Stadtschlüssel in Empfang, gefolgt von einem grandiosen Aufmarsch der Verbandszünfte. Rund 3.000 Hästräger aus allen Verbandsvogteien zogen in einem Umzug in die Stadt ein – zu diesem Zeitpunkt stand die Stadt Oberkirch schon auf dem Kopf. Die gesamte Altstadt von Oberkirch hatte sich in ein Narrendorf verwandelt. Zelte, Gasthäuser, Buden, Stände und drei Open-Air-Tribünen bildeten die Grundlage für „Fasnet pur“, wie die Lahrer Zeitung später schrieb.

 

Tausende Lichter und Fackeln boten die Kulisse für den Einzug der 25 Guggenmusiken, welche nach dem Umzug auf zwei Bühnen über sechs Stunden ein musikalisches Feuerwerk erklingen ließen. Zeitversetzt zogen über 1.000 Hexen in Form eines Stermarsches durch die Gassen zu den Bachanlagen im Herzen von Oberkirch, um sich dort auf der über den Bach gebauten Bühne mit ihren Hexentänzen drei Stunden dem interessierten Publikum zu präsentieren. 200 Fackeln und schummrige Festbeleuchtung gaben der Bachanlage den entsprechend notwendigen optischen Rahmen.

 

Höhepunkt und Abschluss war der mehr als einstündige Feuersprung mit Feuerwerk der Donaueschinger Schellenberghexen, im wahrsten Sinne eine Dämonie aus Feuer, Blitz und Donnerhall. Über 20.000 Narren und Besucher tummelten sich in der Stadt, welche sich von zehn Livebands und über 50 Musikgruppen begeistern und unterhalten ließen. Da marschierten die „Ohregribler“ aus Basel, die „Eckepfätzer“ aus Freiburg, die Konstanzer Frichtle und andere und brachten spontan Auftritte zum Besten. Die Örgele der „Pflumeschlucker“ aus Bonndorf, die Band der „Hagenverwürger“ Deißlingen und viele andere brachten in dieser Narrennacht die Besucher der Wirtshäuser und Beizen in Hochstimmung. Erfreulich, es war friedlich und blieb es auch, bis in die Morgenstunden hielt die gute Narrenstimmung.

 

Sonntag, die Sonne ging auf, die Narren und Bürger von Oberkirch wurden durch die Trommeln und Fanfaren der Fanfarenzüge Schönau und Zell im Wiesental geweckt. Die Zunft der Fasnetrufer und die Lalli-Zunft aus Freiburg riefen an verschiedenen Plätzen der Stadt den Narrentag aus. „Im Namen des Herrn Entechrist“ und gaben den Startschuss für einen weiteren Festtag. Auf dem Kirchplatz knallten die Karbatschen der Markdorfer Hänsele, an der Oberen Linde lud der Bändeltanz der Lalli-Zunft Freiburg zum Verweilen ein. Die Zunft- und Oberzunftmeister strömten zum Empfang, in dessen Rahmen die Narrenzunft „Bachdatscher“ Nordweil würdig und ehrenvoll als 82. Mitgliedszunft in den Verband aufgenommen wurde.

 

Pünktlich ab 13.11 Uhr schlängelte sich der wohl einmalige Umzug in der Geschichte des VON durch die Straßen der Narrenhochburg Oberkirch. 25 Zünfte aus ganz Baden-Württemberg und der Narrensamen aus allen VON-Vogteien, angereichert mit über 90 Musikkapellen, demonstrierten den Fasnachtsbrauch in eindrucksvoller Art und Weise.

 

Jedoch hat alles ein Ende, auch dieser Geburtstag - dies wurde einem erst bewusst, als am Abend der Stadtschlüssel zurückgegeben wurde. Was bleibt, ist die Erinnerung an ein „grandioses“ Narrenfest, so wurde es von allen Seiten bewertet.

 

Ende Januar 2012 feierte die Narrenzunft „Galgenvögel“ Grafenhausen/Schwarzwald ihren 44. Geburtstag mit einem Jubiläumswochenende, die „Rhy-Waggis“ aus Weil und die „Schergässler“ aus Reichenbach setzten mit ihren 50. Geburtstagen den Jubiläumsreigen fort. Das Wochenende vom 03. bis 05. Februar 2012 stand im Zeichen des ebenfalls 50-jährigen Jubiläums der „Schindlejokel“ Niederwinden, welche ein beeindruckendes Narrentreffen im Elztal organisierten.

 

Der 13. Februar empfing Regierungspräsident Julian Würtenberger nochmals die Narren im Rahmen des alljährlichen Empfangs im Basler Hof in Freiburg, welcher allerdings durch den bevorstehenden Abschied des Regierungspräsidenten etwas getrübt war. Die Irrläufe der Politik warfen ihre Schatten auch auf die Narren.

 

03. März – es galt den Aktiven der Narrenzunft Oberkirch für die erbrachten Leistungen beim VON-Jubiläum wenige Wochen zuvor Dank zu sagen. In einem würdigen Rahmen wurden unter anderem auch eigens hierfür angefertigte Schnitzereien übergeben. Die Narrenzunft Oberkirch revanchierte sich mit einer Wandschnitzerei und übergab diese dem Förderverein Oberrheinische Narrenschau e.V. Kenzingen.

 

Narrenmeister Paul Teike erhielt den diesjährigen Narrenpreis der Breisgauer Narrenzunft Freiburg für die Verdienste um die Fasnacht in der Region. Die damit verbundene Geldauslobung spendete der Narrenmeister dem Pflegeheim der Arbeiterwohlfahrt in Kenzingen zur Förderung der Pflege von Demenzkranken.

 

Bei der Tagung der Südwestdeutschen Narrenvereinigung in Empfingen wurde Narrenmeister Paul Teike für weitere drei Jahre in den Vorstand des GEMA-Vereins berufen.

 

Die Landschaft Schwarzwald der VSAN trat der Kooperation Badische Fasnacht bei. Somit sind die drei führenden Verbände VON, VSAN und ONB nun gemeinsam tätig. Zur ersten gemeinsamen Sitzung traf man sich auf Einladung des ONB in Berghaupten.

 

Die Pin-Sammlerserie des VON, nun mit der Jahreszahl 2012, wurde mit Motiven der Narrenzünfte Grafenhausen/Schw., Niederwinden, Oberkirch und Schluchsee erweitert.

 

Der VON brachte anlässlich des Verbandsjubiläums eine vierteilige DVD mit dem Titel „75 Jahre VON in Oberkirch“ heraus, welche mit rund 10 Stunden Filmmaterial einen Querschnitt zum Verbandsjubiläum beinhaltet.

 

 

Die Narrenzunft Todtnau ergänzte das Narrenmuseum in Kenzingen um deren Narrenfigur des Zapfenmännle. Die Firmen EnBW und Philipps spendeten für das gesamte Museum die LED-Beleuchtung, so dass auch hier ab sofort dem allgegenwärtigen Thema Energieeinsparung Rechnung getragen werden kann.

 

Im Juni 2012 wurde der VON in der stattfindenden Jahreshauptversammlung als Vollmitglied in den Arbeitskreis „Alemannische Heimat“ aufgenommen.

 

Am 16. Juni fand traditionell in Kenzingen die Jahreshauptversammlung des Fördervereins Oberrheinische Narrenschau e.V. in Verbindung mit der Museumsputzede statt. Die 1. Vorsitzende Gudrun Reiner konnte über ein allseits erfolgreiches Vereinsjahr berichten. Die Narrenzunft Schluchsee spendeten eine Wandtafel und die Gränz-Pfludderi-Waggis aus Weil überreichten durch ihren Vereinsvorstand Peter Hauth ebenfalls eine geschnitzte Wandplatte für die Außenanlage.

 

Die Schirmherrschaft über den 23. Narrentag des VON wurde am Samstag, 29.09.2012, im Säulensaal des Rathauses an Herrn OB Dr. Müller übergeben. Hierfür wurde eigens eine kunstvolle Urkunde gefertigt.

 

Die Friesenheimer Fasentzunft war am 06. und 07. Oktober 2012 Gastgeber des 68. Herbstkonvents des VON und hat sich als ausgezeichneter Organisator und Gastgeber bewiesen. Der Arbeitskreis am Samstag lieferte vollumfänglich den Organisationsstand über den in wenigen Monaten anstehenden Narrentag in Lahr. Vorstandsbeirat Robert Hensle und Narrenmeister Paul Teike präsentierten in einer Powerpoint-Präsentation die Abläufe der beiden Tage. Des Weiteren wurde den Zunftvertretern das 2. Buch des VON „Vorsicht närrisch! Das war’s: Oberkirch 2012“ vorgestellt. Im Rahmen des Abendprogramms erhielt Paul Teike die Stempelung durch die Friesenheimer Rebhexen. Der Konvent am Sonntag wurde zügig durchgeführt; im Mittelpunkt standen die Beitragserhöhung und die beantragte Satzungsänderung. Die Narrenzunft „Welle-Bengel“ e.V. 1824 Kenzingen erhielt den Zuschlag zur Ausrichtung des 69. Herbstkonvents im Jahr 2013 in Kenzingen. Mit der Übergabe einer Wandschnitzerei von der den Konvent ausrichtenden Friesenheimer Fasentzunft an die Narrenschau Kenzingen wurde die jährliche Hauptversammlung des Verbandes abgeschlossen.

 

Am 26. Oktober kam es zur Urteilseinlösung des Schemengerichts der Narrenzunft Möhringen durch Narrenmeister Teike. Als äußeres Zeichen des Vollzugs übergab das Schemengericht eine kunstvoll gestaltete Sandsteinplatte, welche fortan den Außenplatz der Narrenschau ziert.

 

Die Titelbilder der beiden Ausgaben 2012 des Oberrheinischen Narrenspiegels waren der Friesenheimer Fasentzunft und den Freiburger Hexen gewidmet.

 

                                                                                                                

 

 

Der 10. November stand im Zeichen des 50-jährigen Jubiläums der Fasnachtsgesellschaft Fahrnau, dem folgte am 24. November das ebenfalls 50-jährige Jubiläum der Narrenzunft Hausen im Wiesental.

 

Die Stadt Kenzingen war am 08. Dezember Gastgeber der Buchpräsentation „Vorsicht närrisch! Das war’s: Oberkirch 2012“, welches an diesem Tag druckfrisch auf den Markt kam. Auf über 330 Seiten werden mit über 550 Bildern die Erinnerungen an das gelungene Verbandsjubiläum im Januar 2012 wachgehalten.

 

 

Die Pin-Sammlerserie des VON mit der Jahreszahl 2013 repräsentiert die VON-Zünfte Glottertal, Münstertal, Nordweil, Oppenau und Zunsweier.

 

Zum Jahreswechsel spendete die Dingeli-Spättle-Zunft Ortenberg eine Holzschnitzerei für die Narrenschau Kenzingen.

 

 

 

 

2013

 

So wie es der Jahresverlauf in den Kalender schrieb, sollte es eine kurze Fasnet werden, denn bereits am 13. Februar war Aschermittwoch. Eine weitere Großveranstaltung des VON stand an, der 23. Oberrheinische Narrentag, welcher satzungsgemäß nur alle vier Jahre stattfindet, war bereits am Konvent 2011 in Weil am Rhein nach Lahr vergeben worden. Das durch „Oberkirch 2012“ bewährte Organisationsteam um Narrenmeister Paul Teike und Beirat Siegfried Wurth aus Griesheim war zusammen mit der ausrichtenden Lahrer Narrenzunft zwei Jahre in den hierfür notwendigen Vorbereitungen. Paul Teike hatte zudem die Plakette und den Orden für den Narrentag entworfen.

 

Am 26./27. Januar 2013 fand der 23. Oberrheinische Narrentag in Lahr statt. Es wurde ein Narrentag, der von der Straßenfasnet geprägt war, wenngleich der Besuch durch die Lahrer Bürger am Samstag zu wünschen übrig ließ. Der Narrentagsumzug am Sonntag wurde vier Stunden „live“ im SWR übertragen und erstmalig durch Zeremonienmeister Klaus-Peter Klein aus Weil am Rhein kommentiert. Kurzfristig lag ein großer Schatten auf der Veranstaltung, denn ein 11-jähriger Junge wurde vermisst. Nur durch das beherzte Eingreifen von Frau Franziska Jungmann, welche den Vermissten auf den Bahngleisen laufend außerhalb von Lahr sah und von dort zur Polizei brachte, konnte eine sich anbahnende Katastrophe verhindert werden. Ihr mutiges Verhalten würdigte der VON und die  Stadt Lahr bei einer Feierstunde gesondert am 08. März im Lahrer Rathaus. Rundumwar der 23. Narrentag aber ein voller Erfolg – für die Lahrer Narrenzunft, den VONund vor allem für die Stadt Lahr.

 

Am 04. Februar fand der Empfang der Fasnetverbände im Regierungspräsidium im „Basler Hof“ statt. Erstmals war eine Frau im Amt der Regierungspräsidentin, Frau Bärbel Schäfer, Gastgeberin. Der Fasnet-Dienstag stand im Zeichen des Jubiläums der Narrenzunft Griesheim, nahezu der gesamte VON-Vorstand war anwesend.

 

 

 

Mit der offiziellen Bekanntgabe von Narrenmeister Teike Anfang Mai, aufgrund gesundheitlicher Probleme im Herbst nicht mehr für das Amt des Narrenmeisters zu kandidieren, und dem Ausscheiden von Kanzellar Bernd Götzmann aus persönlichen Gründen bereits im Februar 2013, begannen die Vorbereitungen zur personellen Neubesetzung des Verbandsvorstands, welche in den folgenden Wochen und Monaten die Arbeit des derzeitigen Verbandsvorstands hauptsächlich bestimmte.

 

Ebenfalls im Mai erschien der 63. Oberrheinische Narrenspiegel, das Titelbild zeigt die Narrenfiguren der Narrenzunft Welle-Bengel Kenzingen 1824 e.V., dem Ausrichter des diesjährigen VON-Konvents.

 

 

Am 22. Juni fanden die alljährliche Museumsputzede und die Hauptversammlung des Fördervereins Oberrheinische Narrenschau e.V. im Gasthaus Schieble in Kenzingen statt. Neuer Schatzmeister wurde Thomas Rössler aus Hausach, neue Besitzer der noch amtierende Narrenmeister Paul Teike und Urban Schmidt aus Herbolzheim. Die Lahrer Narrenzunft hatte ein Wandrelief gespendet, Hermann Kaspar aus Kenzingen vollendete die Schnitzerei der Thekenverkleidung im Hockstüble der Narrenschau.

 

Durch den Förderverein konnte ein Kleinod erworben werden, ein handgemalter Wandfries von Richard Fahr aus Freiburg, welcher den Hemdglunkerumzug im Freiburger Kronenviertel zeigt und über 30 Jahre als unauffindbar galt. Er fand zwischenzeitlich ebenfalls einen ehrwürdigen Platz im Hockstüble der Narrenschau.

 

 

Zu Ehren des VON-Ehrennarres Bernhard „Berni“ Bilharz aus Kenzingen, welcher langjährig Vorsitzender des Fördervereins der Narrenschau Kenzingen war und 2012 verstarb, wurde auf dem Museumsvorplatz eine Sitzbank mit Widmung erstellt.

 

Die Sammler-Pins für das Jahr 2014 zeigen Motive der Mitgliedszünfte aus Burkheim, Fahrnau, Hausen im Wiesental, Rust und Schutterwald.

 

 

 

Thomas Rössler, Hausach, und Paul Teike entwickelten den neuen Museums-Flyer, welcher in einer Auflage von 10.000 Stück gedruckt wurde.

 

 

 

 

Die Narrenzunft Welle-Bengel Kenzingen 1824 e.V. war am Wochenende 12./13.10.2013 Gastgeber des 69. Herbstkonvents. Kenzingen war ein würdiger Ausrichter, welcher durch eine gelungene Organisation glänzte. Der Brauchtumsausschuss des VON stellte im Arbeitskreis am Samstag das neu erarbeitete Positionspapier vor, was künftig die Leitlinien des VON darstellen soll. Im Mittelpunkt des Konvents am Sonntagvormittag stand der Führungswechsel an der Spitze des Verbandes, da der an ALS erkrankte Narrenmeister Paul Teike nach 19 Jahren sein Amt zur Verfügung stellen musste. Nachfolger wurde der bisherige Zeremonienmeister Klaus-Peter Klein, Weil am Rhein, welchen die Delegierten mit überwältigender Mehrheit zum neuen Narrenmeister wählten. Neu im Amt des Vizenarrenmeisters befindet sich nunmehr Siegfried Wurth aus Griesheim, welcher sich die letzten beiden Jahre als Beirat einarbeiten konnte, und neuer Kanzellar wurde der bisherige Vorstandsbeirat Robert Hensle aus Grafenhausen/Ortenau. Der bisherige Schatzmeister Horst Schleith, Denzlingen, sowie die bisherigen Vorstandsbeiräte Jürgen Huber, Friesenheim, Rainer Kimmig, Oberkirch, Gudrun Reiner, Kenzingen, und Rainer Schwitzer, March, vervollständigen den neuen Verbandsvorstand. Narrenmeister, Vizenarrenmeister und Schatzmeister bilden seither den neuen geschäftsführenden Vorstand.

 

Die ersten Aufgaben des neu gewählten Narrenmeisters Klein waren zahlreiche Ehrungen. Fritz Schleith, Binzen, welcher 17 Jahre dem Brauchtumsausschuss angehörte, und der ausgeschiedene Narrenvogt der Vogtei Mittlerer & Südlicher Breisgau, Armin Reese, Neuenburg, wurden mit dem Verdienstorden ausgezeichnet. Edgar Lippert, Oberkirch,  ausgeschiedener Narrenvogt der Vogtei Ortenau, wurde mit dem erstmals vergebenen Titel „Ehrennarrenvogt“ neuer  Ehrennarr des Verbandes. Ebenfalls Ehrennarr des VON wurde der bisherige Insignienmeister Peter Zluhan, Zell im Wiesental, dessen wunderbare Urkunden so manche Mitgliedszunftstube zieren. Bernd Götzmann, welcher 18 Jahre das Amt des Kanzellars innehatte, erhielt den Holzorden Nummer 41 und wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Abschließend ernannte Klaus-Peter Klein unter „standing ovations“ seinen Vorgänger Paul Teike zum Ehrennarrenmeister, welcher  aufgrund der zuvor beschlossenen Satzungsänderung Sitz- und Stimmrecht im Verbandsvorstand hat. Sichtlich bewegt nahm Teike diese Ehrung entgegen, die das Ende eines Lebenswerkes bedeuteten. Auch die Tagespresse und das  Fernsehen nahmen Notiz vom Führungswechsel innerhalb des VON – man schrieb davon, dass mit Paul Teike „ein großer Verbandsfasnächtler die Bühne verlassen“ (Landesschau aktuell), er „dieses Amt gelebt“ (Badische Zeitung) und „über 33 Jahre hinweg maßgeblich die oberrheinische Fasnacht mitgestaltet hat“ (Oberbadische Presse).

 

Der 70. Herbstkonvent im Jahr 2014 wurde abschließend an die Narrenzunft Schluchseeglunki 1962 e.V. nach Schluchsee vergeben.

 

Ende November erschien die 64. Ausgabe des Oberrheinischen Narrenspiegels. Das Titelbild war der Narrenzunft Burkheimer Schnecke e.V. gewidmet, welche anlässlich ihres 44. Zunftjubiläums im Februar 2014 das Vogteitreffen im Mittlerer & Südlichen Breisgau ausrichten wird.

 

 

Am 13.12.2013 wurde Ehrennarrenmeister Paul Teike zum ersten Ehrenmitglied des Fördervereins Oberrheinische Narrenschau Kenzingen e.V. ernannt. Mit der Ernennung würdigte der Förderverein die in 30 Jahren erworbenen Verdienste Teike’s um die Narrenschau Kenzingen.

 

 

Zum Jahresende 2013 trat die Narrengilde Lörrach auf eigenen Wunsch aus dem Verband oberrheinischer Narrenzünfte e.V. aus. Die ehemalige Gründerzunft des Verbandes wird zukünftig als freie Narrengilde die Fasnacht in der Grenzstadt

Lörrach gestalten.

 

 

2014

 

Sommerfasnet, so titulierte Narrenmeister Klaus-Peter Klein und ja, eine wahrhaft sommerliche Witterung verwöhnte die oberrheinischen Narren zur Fasnet 2014.

 

Den Reigen der Veranstaltungen eröffnete die Narrenzunft der Burkheimer Schnecken mit dem Vogteitreffen der Vogtei Südlicher & Mittlerer Breisgau am 01. und 02. Februar des Jahres. Zunftmeister Rainer Trogus und die Burkheimer Narren verstanden es, ihr mittelalterliches Städtchen in den Fokus der Narretei zu rücken und es als das zu präsentieren, was es auch ist, ein liebenswertes Fleckchen Erde.

 

Die 48 Mitglieder der Narrenzunft hatten mit den Vorbereitungen zu diesem für Burkheim einmaligen Ereignis alle Hände voll zu tun, was sich dafür im nachhinein aber auch auszahlte. Narrenmesse am Freitag, anschließendes Festbankett, Zunftabend am Samstag und am Sonntag dann der große Umzug wurden für alle Beteiligten zu einem grandiosen Erlebnis.

 

Am folgenden Wochenende 08. und 09. Februar kam es zu einer Doppelveranstaltung. 60 Jahre NZ Hanfrözi Rust und das Dreiertreffen in den Mauern der alten Narrenstadt Kenzingen machten den Schaulustigen die Wahl nicht leicht. Während in Rust rund 15.000 Besucher den närrischen Höhepunkt der Veranstaltung, den Umzug am Sonntag, bewunderten und dort ein rauschendes Narrenfest mit den 4.600 Hästrägern, die den Umzug gestalteten, feierten, gab man sich in Kenzingen betont historisch und närrisch distinguiert. Insgesamt 1.500 Teilnehmer hatte der Umzug der drei historischen Zünfte Waldkirch, Endingen und Kenzingen, der mit auserlesenen Gästen aufgefüllt, zu einem Spitzentreffen der Narren avancierte. Dem Sonntag zuvor gegangen war eine Schnurrnacht, die der Kenzinger Narrenzunft noch lange in Erinnerung bleiben wird.

 

Ebenfalls zum 60. Jubiläum hatten die Oberwindener Spitzbuebe am 15. und 16. Februar geladen. Der große Regen am Samstag konnte den schirmbewehrten Spitzbuebe ebenso wenig anhaben wie die Zuschauerströme am Sonntag. „Martin und der Bürgermeister“ – Zunftmeister Martin Krieg und der allseits bekannte Bürgermeister Clemens Bieniger hatten in ihrer närrischen Art und Weise sowohl die Spitzbuebe als auch das Narrenfest voll im Griff.

 

Am Montag, 24.02., fand der alljährliche Sturm auf das Regierungspräsidium in Freiburg statt, zu dem sich abermals Narren aus sämtlichen Winkeln des Regierungsbezirkes Freiburg eingefunden hatten. Aus der Hand von Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer erhielt der Ehrennarrenmeister des VON, Paul Teike, den vor zehn Jahren von ihm selbst entworfenen „Basler Hof Orden“ für sein närrisches Lebenswerk.

 

Unangenehme Begleiterscheinungen der eigentlichen Fasnet waren ein schwerer Verkehrsunfall im Anschluss an den Umzug in Rust, bei dem ein betrunkener Autofahrer in eine Gruppe Hästräger fuhr und vier junge Männer schwer verletze. Auf Grund der schnellen Hilfe durch Rettungsdienste, Rettungshubschrauber und Krankenwagen konnte das Schlimmste verhindert werden.

 

Immer wieder hörte man in diesem Jahr im Zusammenhang mit Fasnetsumzügen von sogenannten „Flashmobs“, bei denen sich -vornehmlich jugendliche Randalierer- per Internet und Handy verabreden, um gemeinsam eine Veranstaltung zu kippen. Unrühmlicher Höhepunkt war der Nachtumzug in Unzhurst, dem Ort einer ONB-Zunft, bei dem 300 Randalierer die Veranstaltung so massiv störten, dass die Polizei einschreiten musste. Drei Schwerverletzte und acht weitere Verletzte waren das Ergebnis dieses Wahnsinns. Das Alter der teilweise alkoholisierten Randalierer aus dem Raum Rastatt lag zwischen 13 und 18 Jahren.

 

Einen schweren Tiefschlag verabreichte der Besitzer des Gebäudes Tullastraße 79 in Freiburg dem VON, in dem das Zentralarchiv bis zu diesem Zeitpunkt untergebracht war, in dem er dem VON die Kündigung aus Eigenbedarfsgründen übersandte. Narrenmeister Klein und Vizenarrenmeister Wurth wurden sofort tätig und unterrichteten die Zünfte, manches neue mögliche Domizil wurde besichtigt, jedoch lange war nicht das Richtige dabei. Buchstäblich in letzter Sekunde wurde durch einen Tipp des Obristzunftvogtes der Breisgauer Narrenzunft, Gerd Pfister, die ideale Räumlichkeit gefunden. Es handelte sich um eine ehemalige Ladenfläche eines Edeka-Marktes in March-Holzhausen, die genügend Fläche für eine zukünftige Archivtätigkeit mit Sitzungsbetrieb zuließ. Bis zum Einzug im November 2014 wurden die Möbel und Exponate in einer Industriehalle in Herbolzheim zwischengelagert. March-Holzhausen befindet sich im geografischen Mittelpunkt des Verbandsgebietes und ist über die Ausfahrt der A5 Freiburg Nord direkt zu erreichen.

 

Am 26. und 27.04.2014 fand die Tagung der Arbeitsgemeinschaft der südwestdeutschen Narrenverbände statt, zu der in diesem Jahr die Narrenvereinigung Zollern-Alb einlud. Für den scheidenden Vizepräsidenten Paul Teike wurde Vizenarrenmeister Siegfried Wurth ins Amt gewählt. Paul Teike hatte dieses Amt mehr als ein Jahrzehnt inne.

 

Die neuen Pin´s für das Jahr 2014 zeigen die Zünfte aus Bernau, Biberach, Bleibach, Bleichheim und Merdingen.

 

Der Narrenspiegel Nummer 65 zeigt den Glunki aus Schluchsee als Titelbild, der Zunft, die auch das Herbstkonvent ausrichtet, die Nummer 66 wird den Silberklopfer und Silberlusi aus Bleibach zeigen.

 

Personelle Veränderungen gab es im Bereich Internet, dort übernahm Jan Stahl aus Weil am Rhein von der Rhy-Waggis-Clique das Zepter. Beim Narrenspiegel wird fortan ein Team aus gleichgestellten Redakteuren die Zügel in der Hand halten. Kern des Redaktionsteams sind Angelika Haller von der Breisgauer Narrenzunft, Heike Dick aus Kenzingen, sowie Jürgen Huber und Rainer Schwitzer vom VON-Vorstand. Alle vier sind bereits langjährige Redakteure des Narrenspiegels und freuen sich auf weitere Ausgaben.

 

Am 14.08.2014 erreichte den Vorstand die traurige Mitteilung vom Tode des VON-Ehrenmitgliedes Erich „Klepperle“ Müller. Ein herber Verlust für den Verband. „Klepperle“ war über Jahrzehnte eng mit dem Verband verbunden und 20 Jahre aktiv im Verbandsvorstand tätig. Narrenmeister Klaus-Peter Klein würdigte den Verstorbenen in der ihm eigenen Art. Erich hätte diese Trauerrede gefallen. Der Verband verliert einen liebenswerten Freund und Menschen.

 

In zwei Etappen fand der Rückumzug der Archivexponate vom Zwischenlager in Herbolzheim nach March-Holzhausen statt. Finaler Umzugstermin war der 15.11.2014, bei dem die letzten Utensilien und die Wanderausstellung in zwei Fuhren eines LKWs , gesteuert von Erich Hepp aus Bleichheim, in das neue Archiv verbracht wurden. In dem davor stattgefundenen Termin wurden die Archivschränke und Regale, die Möbel des Sitzungsraumes und Vitrinen vorweg umgesetzt, um eine optimale Aufstellungsposition zu finden, was auch perfekt glückte. So konnten nun beim zweiten Termin bereits die Exponate grob eingeräumt und platziert werden, was die späteren Feinarbeiten wesentlich erleichterte.

Bei allen Umzugsterminen war eine breite Solidarität und Hilfsbereitschaft der Zünfte zu „ihrem Verband“ zu spüren, die Mithilfe der Zünfte war großartig.

 

Bereits am 25. und 26.10.2014 fand in Schluchsee der Herbstkonvent statt. Partnerprogramm, Arbeitskreis und der gesellige Abend wurden in Schwarzwälder Souveränität organisiert und veranstaltet.

 

Beim eigentlichen Konvent am Sonntag brachte Narrenmeister Klaus-Peter Klein neben den üblichen Begrüßungsworten in seinem Tätigkeitsbericht den Austritt der Narrenzunft „Bogdemolli“ Bad Bellingen zur Kenntnis. Der Austritt hatte mit internen Schwierigkeiten der Fasnachtsgestaltung in Bad Bellingen und der Neubesetzung des Zunftrates zu tun. Der neue Zunftrat sah in der Mitgliedschaft zum VON keine Vorteile. Der Konvent 2015 wurde einstimmig an Müllheim vergeben.

 

Am 18.12.2014 wurde die oberrheinische Narrenwelt ihres größten Protagonisten beraubt. Tief erschüttert mussten wir vom Tode des allseits geschätzten Ehrennarrenmeisters, unseres Narrenfreundes und aktiven Vorstandskollegen Paul Teike Kenntnis nehmen. Trotz seiner schweren Krankheit ALS, die er mit Mut und Stärke angenommen hat und unter der er die letzten Monate verstärkt litt, kam der Tod doch für uns alle unerwartet und schrecklich schnell. Noch zwei Wochen vor seinem Tod konnte Paul an der letzten Vorstandsitzung des Jahres und gleichzeitig der ersten Sitzung im neuen Archiv teilnehmen, schmiedete Pläne für die bevorstehende Fasnacht und hatte bereits seine Einsatzliste gefertigt. Diese Fasnacht, die seine 50. gewesen wäre, durfte er nicht mehr erleben. Wir trauern um den Menschen Paul Teike, mit dem wir viele Stunden verbringen durften, und um den exzellenten Herzblutfasnächtler, der uns alle auf unserem Weg der Narretei begleitete. Paul hat über drei Jahrzehnte das Bild des VON maßgeblich mitbestimmt, deren Narrenmeister er 19 Jahre war. 2013 musste er sein Amt aufgeben und wurde in Würdigung seines Lebenswerkes zum Ehrennarrenmeister ernannt. Paul Teike hat Fasnet gelebt, wir alle werden ihn bei uns spüren, wenn die Fasnet ruft, die Fasnet, die sein Leben war.

 

Das Jahr 2014 endete genauso „frühlingshaft“ wie es begonnen hatte. Temperaturen von 14 Grad Mitte Dezember machten es schwer, an das bevorstehende Weihnachtsfest und danach an die Fasnet zu glauben.

 

 

2015

 

Mit einer weiteren Hiobsbotschaft begann das Jahr 2015. Der langjährige Narrenmeister und Ehrennarrenmeister Wolfgang „Wolf“ Herterich verstarb am 5.01. im Alter von 78 Jahren nach langer, schwerer Krankheit. Wolfgang Herterich war von 1978 bis 1980 Chronist des VON und danach von 1980 bis 1994 Narrenmeister des Verbandes. Für seine Verdienste um das Fasnachtsbrauchtum, aber auch wegen seines vielfältigen sozialen Engagements, wurde er neben der Ernennung zum Ehrennarrenmeister auch Ende der 1990-er Jahre mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Herterich war stets ein aufmerksamer, bisweilen auch kritischer, vor allem aber zielgerichteter Mensch. Seine Art und sein Wille, sich für die Traditionen einzusetzen, sind unvergessen. Der VON und seine Narren verlieren einen weiteren großen Stern am Fasnetshimmel.

 

Trotz der Verluste zweier Ehrennarrenmeister innerhalb weniger Wochen begann das Narrenjahr 2015 sehr zeitig am 10.01. mit dem 90-jährigen Jubiläum der Narrenzunft Johlia vom Vögelestei in Gutach. Vom Baumstellen am Samstag-Nachmittag über den Fackelumzug am Samstagabend bis zum großen Jubiläumsumzug am Sonntag, den 11.01.2015, reichte das Programm der Johlia. Bereits zu dieser „Fasneteröffnung“ zeigte sich, dass die Stimmung bei den Narren und Zuschauern fröhlich auf die Fasnet ausgerichtet war. Die alte Narrenzunft Gutach war ein großartiger Gastgeber eines würdigen Treffens. Besonders zu erwähnen war die Narrenzeitung im Vorfeld, die einen sehr lesenswerten Artikel über die Fasnet in „Gutachmünden“ vor 1925 enthielt, der mit historischen Belegen eindrucksvoll unterlegt wurde.

 

Dem Narrentreffen in Gutach folgte vom 16. bis 18.01. das 50-jährige Jubiläum der Zynduss in Bleichheim mit Festbankett bereits am Freitag und einem stimmungsvollen Fackelumzug am Samstagabend, der wegen des regnerischen Wetters leider nur wenige Zuschauer hatte. Erheblich besser war die Witterung am Sonntag und so konnten dicht gedrängte Zuschauerreihen einen wirklich sehenswerten Fasnetumzug in Bleichheim erleben.

 

Parallel feierte die Narrenzunft Schniidesl in Bernau am gleichen Wochenende ihr 50. Jubiläum. Zum Festauftakt der Zunftgründung stellte die Narrenzunft Lenzkirch einen 30 Meter hohen Narrenbaum. Die Zeremonie umrahmten die Narrenzunft und die Stadtmusik Neustadt im Schwarzwald. Der Baum wurde wie immer traditionell mit Muskelkraft zum neuen Standort getragen und ebenso auch gestellt. Am Sonntag fand dann der Jubiläumsumzug mit 2.500 Teilnehmern statt.

 

Ein weiteres 50-jähriges Zunftjubiläum nahm die Narrenzunft Bleibach zum Anlass, das Vogteitreffen der Vogtei Nördlicher Breisgau/Elztal auszurichten. Am letzten Januar-Wochenende ging es in Bleibach hoch her. Von einer Ausstellung, die bereits am 16. Januar in der Volksbankfiliale in Bleibach eröffnet wurde und die die Geschichte der Zunft beleuchtete, über das Festbankett mit Ehrungen am 23. Januar, der Narrenmesse am Samstag mit anschließendem Fackelumzug, bis zum Zunftmeisterempfang mit darauf folgendem Umzug am Sonntag zog sich das Programm der Feierlichkeiten. Silberklopfer und Silberlusi waren würdige Gastgeber des 14. Vogteitreffens im Nördlichen Breisgau/Elztal.

 

Weitere Narrentreffen innerhalb des Verbandsgebietes waren vom 06. bis 08.02. anlässlich 66 Jahre der Narrenzunft Buhneschäfe Zunsweier, am 07.02. der Nachtumzug der Dingeli-Spättli-Zunft zu deren 50. Geburtstag in Ortenberg und vom 07. bis 08.02. anlässlich des 77. Zunftjubiläums der NZ Oberkirch.

 

Am 09.02. nahm der VON, wie schon seit vielen Jahren Tradition, am Empfang im Regierungspräsidium in Freiburg teil.

 

Der 09. und 10.05. waren dann für die ebenfalls schon zur Tradition gewordene Teilnahme des VON und des Fördervereins Oberrheinische Narrenschau bei der Narrenbörse in Bad Dürrheim reserviert. Hier wird alljährlich im Rahmen einer Börse für Fasnachtsutensilien der Verband und das Museum in Kenzingen präsentiert. Ebenfalls ist es Ziel der Veranstaltung, Kontakte zu anderen Verbänden und Zünften zu knüpfen und zu pflegen.

 

Der Förderverein Oberrheinische Narrenschau Kenzingen e.V. veranstaltete am 27. Juni 2015 seine alljährliche Jahreshauptversammlung im Gasthaus Schieble in Kenzingen mit vorausgegangener „Häsputzete“ im Museum. Es waren 58 Zünfte anwesend. Narrenmeister Klaus-Peter „Kläusi“ Klein appellierte in seiner Abschlussrede eindringlich, die Werbung für das Museum zu intensivieren und wo immer möglich, zu platzieren. Das Museum ist kein Selbstläufer, sondern erfordert weit blickende Planungen und Aktionen zum Erhalt und Ausbau des erreichten Status.

 

Das letzte Wochenende im Juli brachte einen weiteren Höhepunkt des Verbandsjahres. Alle am Umzug des Zentralarchives von Freiburg nach March beteiligten Helfer wurden zu einem großen Helferfest in Schluchsee-Faulenfürst geladen. Die Aussagen der Teilnehmer lassen sich in wenigen Worten zusammenfassen: „großartig, spaßig und gesellig“ sei es gewesen. Dem ist wohl nichts mehr hinzuzufügen.

 

Zum 71. Herbstkonvent des Verbandes traf man sich am 10. und 11.10. im gastfreundlichen Müllheim im Markgräflerland. Die veranstaltende Narrenzunft „Müllemer Hudeli“ zog wieder einmal alle Register eines Konventsgastgebers und dies mit großem Erfolg. Bereits das Partnerprogramm warf seine Lichter auf die kommenden Ereignisse wie den Empfang der Stadt, den Oberzunftmeister Thomas Detterbeck voller Stolz im 55. Jahre der Verbandsmitgliedschaft der „Müllemer Hudeli“ kommentierte. Eine Neuerung in diesem Jahr stellte die Streichung des „Arbeitskreises“ dar, der, durch einen „Konventshock“ ersetzt, einen willkommenen Nachfolger fand. Der bunte Abend im Bürgerhaus war kurzweilig und humoristisch vom Programm der Hudeli umrahmt. Der eigentliche Konventstag am Sonntag brachte neben den vorgeschriebenen Berichten auch die Aufnahme der Narrenzunft Bergteufel Oberprechtal e.V. als Gastzunft in den VON und die Berufung von Werner Kunkler aus Denzlingen als neuen Beirat in den Verbandsvorstand. Die Vergabe des Herbstkonventes 2016 ging an die Narrenzunft Wehr ins Dreiländereck. Historisch zügig ging dieser Herbstkonvent zu Ende, konnte man doch tatsächlich vor 12 Uhr das Schlusswort des Narrenmeisters hören.

 

Die Pin-Sammlerserie des VON mit der Jahreszahl 2016 wurde mit Motiven der Narrenzünfte Gottenheim, Grenzach, Stegen und Wehr ergänzt.

 

Die Titelblätter des Oberrheinischen Narrenspiegels zierten im Mai die Müllemer Hudeli als Ausrichter des Herbstkonvents und im November die Narrenzunft Bachdatscher Nordweil als Ausrichter des Narrentreffens anlässlich des bevorstehenden 40. Jubiläums am 16. und 17.Januar 2016.

 

                                           

 

Das Narrenjahr 2015 endete ruhig und gelassen ohne weitere Ereignisse und machte Lust auf die kurze Fasnet 2016.

 

2016

 

Bereits zeitig nach dem 06.01., dem Dreikönigstag, vor dem traditionsgemäß kein Hästräger sein Häs trägt und an dem in manchen Orten die Häsabstauber in den Narrenhäusern die korrekte Beschaffenheit der Häser närrisch kontrollieren, zeitig also nach diesem „Startschuss der alemannischen Fasnet“, fand am Wochenende des 08. bis 11.01.2016 das erste Vogteitreffen des noch jungen Narrenjahres statt.

 

Die Narrenzunft „Sendewelle“ Altdorf e.V. hatte zum 60-jährigen Jubiläum die Ausrichtung des Vogteitreffens der Vogtei Ortenau übernommen. Man startete mit einem Jubiläumsabend am Freitag, machte am Samstag mit Narrentreiben und Nachtumzug das Dorf unsicher, bevor es am Sonntag dann zum großen Vogteiumzug der Vogtei Ortenau kam. Ca. 3.500 Hästräger und Musiker aller 24 Zünfte der Vogtei Ortenau brachten das Dorf zum Beben. Narrenmeister Klein konnte sich, nach der Fußwaschung am Freitag, welche in den Reihen der Narrenzunft wie ein Ritterschlag gesehen wird, sehr stolz über ein gelungenes Vogteitreffen zeigen.

Nachdem am 15.01.2016 die Protektoratsübergabe im Freiburger Stadtteil Sankt Georgen reibungslos stattfand und Protektor OB Salomon kurzum zum Oberhippie ernannt wurde, fand man sich zu einem Narrentreffen der Extraklasse am 16. und 17.01.2016 in Nordweil ein. Nordweil, das kleine, zu Kenzingen gehörende Dörfchen, wurde inmitten von Rebhängen für ein Wochenende zur närrischen Hochburg. Der Brauch der „Rußelns“, seit über 150 Jahren im Dorf schriftlich belegt und am Leben erhalten, führte vor 40 Jahren zur Gründung der Narrenzunft. Man kann schon behaupten, dass die Zunft inzwischen zu einem Mittelpunkt des Dorflebens geworden ist. Bei rund 800 Einwohnern dürfte es wohl kein Haus in Nordweil geben, in dem nicht wenigstens ein Bachdatscher oder Musiker wohnt. Das Treffen selbst bestand aus Brauchtumsdarbietungen zum Beispiel von den Masopust aus Hamry/Tschechien, die einen alten, an die Brauchausübung der Bachdatscher erinnernden Brauch, in ihren Heimat pflegen, sowie einem viel beachteten Nachtumzug im Schneetreiben, das der Veranstaltung einen noch intimeren Charakter verlieh. Am Sonntag dann säumten viele Besucher den Weg des Jubiläumsumzuges anlässlich der 40-Jahr-Feier der Narrenzunft. Rund 2.500 Hästräger nahmen an diesem Umzug teil, der mit 32 Gruppen klein, aber fein und zur Ortsgröße passend, organisiert wurde. Am gleichen Wochenende richtete die Narrenzunft Suggental „S’Schreckli“ e.V. ihr Fasnets-Festwochenende im 40. Gründungsjahr aus, zudem wurden am Sonntag, 17.01.2016, die Umzüge in Stegen und Ettenheim zu Besuchermagneten.

 

So langsam wurde es ernst, die eigentliche Fasnet stand unmittelbar bevor, doch zuvor fand wie alljährlich der Narrenempfang im Regierungspräsidium Freiburg statt, zu dem Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer traditionsgemäß wie ihre Vorgänger die Abordnungen der im Regierungsbezirk Freiburg beheimateten Narrenverbände lädt. In diesem Jahr besuchte eine Abordnung des VON auf Einladung des Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann zudem den närrischen Staatsempfang für schwäbisch-alemannische Narrenzünfte im neuen Schloss in Stuttgart.

 

Dann begann die eigentliche Fasnet vom Schmutzigen Dunnschdig bis in die Nacht des Fasnets-Zischdig wurde allenthalben „Fasnet g´macht“, bevor am Aschermittwoch wieder der graue Alltag einkehrte.

 

Was gab es noch in diesem Jahr?

 

Am 04. und 05.06. fand wie alljährlich die Narrenbörse statt, an der sich der VON zusammen mit dem Förderverein Oberrheinische Narrenschau Kenzingen e.V. traditionsgemäß mit einem Stand präsentiert.

 

Es folgte am 02.07.2016 der „Tag der offenen Tür“ im neuen Zentralarchiv des Verbandes in March-Holzhausen, zu dem der VON seine Mitgliedszünfte, aber auch die Einwohner des Ortes einlud. Narren und Bewohner des Ortes konnten sich an diesem Tag ein Bild davon machen, was seit 2014 in den Räumen des ehemaligen Dorfladens entstanden war. Für die Bewirtung sorgte der örtliche Radfahrverein. Die Presse schrieb über diesen Tag von der „neuen Heimat für Narrenkunde“ oder sogar der „begehbaren Schatztruhe der Narren“.

 

                                           

                                           

 

Der VON-Herbstkonvent wurde vom 08. bis 09.10.2016 von der Narrenzunft Wehr 1874 e.V. organisiert und ausgerichtet. Nach dem obligaten Prozedere der Präsidiumssitzung am Samstag, dem Partnerprogramm im Kavernenkraftwerk Wehr, dem Empfang der Stadt Wehr im Bürgersaal des alten Schlosses, dem Konvent-Hock auf der Burgruine Werrach fand am Abend des Samstages der bunte Abend statt, an dem durch die Ausrichter sämtliche Register des närrischen Könnens präsentiert wurden. Die Narrenzunft Wehr war ein würdiger Gastgeber des Konventes, man hatte regelrecht den Eindruck, dass Oberzunftmeister Oliver Brüderle im Verbund mit dem sehr engagierten Bürgermeister Michael Thater und Narrenmeister Kläusi Klein zu den „drei Musketieren“ des Konvents zusammengewachsen waren.

 

Einzige Neuerung im Wahlablauf des eigentlichen Konvents am Sonntag war die Wahl von Theo Schindler aus Oberwinden als neuen Beirat Brauchtum in den Verbandsvorstand, der in Zukunft mit Sitz und Stimme den Brauchtumsausschuss im obersten Gremium des Verbandes vertritt. Bei den sonstigen Wahlen gab es keine Überraschungen - alle bisherigen Amtsträger wurden mit überwältigenden Mehrheiten in ihren Ämtern bestätigt. Der Konvent-Sonntag verlief reibungslos und so perfekt wie die voran gegangenen Veranstaltungen. So gut sei es gelaufen, dass sich Narrenmeister Klein genötigt sah, ein ermunterndes „keine Angst“ im Hinblick auf kommende Konvente und potentielle Bewerber um die Ausrichtung in den Saal zu rufen. Schließlich wird die Messlatte in jedem Jahr neu definiert.

 

Bereits im Mai 2016 zierten die Narrenfiguren der den Konvent ausrichtenden Narrenzunft Wehr 1874 e.V. das Titelblatt des Oberrheinischen Narrenspiegels, im November folgte die Narrenzunft Kollnau 1957 e.V. als Ausrichter des Vogteitreffens der Vogtei Nördlicher Breisgau/Elztal anlässlich deren bevorstehenden 60. Zunftjubiläums im Februar 2017.

 

 

 

Die Pin-Sammlerserie des VON mit der Jahreszahl 2017 ergänzten die Narrenzünfte Ettenheim, Oberharmersbach, Rheinfelden/Baden und St. Blasien mit ihren Motiven.

 

Auch eine Randnotiz wert ist die Ehrung der schon zu Recht als „Moderatorenurgestein der schwäbisch-alemannischen Fasent“ bezeichneten Sonja Faber-Schrecklein mit dem Narrenpreis der Breisgauer Narrenzunft am 11.11.2016.

Erwähnenswert hier sei, dass Professor Werner Mezger (dargestellt von Markus J. Weber) bereits in seinem Element auf der Bühne stand, als von hinten durch den Vorhang der echte Werner Mezger auf dieselbe trat und zum allgemeinen Vergnügen der versammelten Narren die Situation mit den Worten „Was? - I bi scho do?“ kommentierte.

 

So fand das Narrenjahr 2016 sein Ende und begann ja eigentlich mit dem

11.11.2016 wieder, doch bis zum Dreikönigstag war ja noch ein bisschen Zeit…

 

 

Rainer Schwitzer

Chronist des VON

 

 

 

 

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