Chronik des Verbandes Oberrheinischer Narrenzünfte

Lange Zeit waren über die Gründung des Verbandes Oberrheinischer Narrenzünfte (V.O.N.) nur die Eckdaten bekannt. Akten und Gründungsurkunde sind nicht vorhanden; Jubiläen wurden zu Zeiten gefeiert, die nicht haltbar sind. Vielleicht wurden vor der offiziellen Gründung vorbereitende Gespräche geführt; dies konnte jedoch bei einer sachlichen Bearbeitung und Datierung nicht berücksichtigt werden. So gelang es nur, durch die erhalten gebliebenen Zunftchroniken von Freiburg, Kenzingen, Staufen und Zell im Wiesental die tatsächlichen Gegebenheiten nachzuvollziehen. Zeitungsausschnitte beweisen die Richtigkeit der Aufzeichnungen der Chronisten.

Die Zünfte Breisach (1934-1937), Freiburg (1936-1938) und Säckingen (seit 1924) waren∏ Mitglieder der Vereinigung schwäbisch-alemannischer Narrenzünfte. War es nun ausschließlich der Wunsch um mehr Kontakt im oberrheinischen Raum, der zur Gründung des Verbandes führte, oder spielten auch einer oder mehrere der nachstehenden Gründe mit?

a) Die Vereinigung verlangte den Nachweis der geschichtlichen Grundlagen. Breisach und Freiburg wurden wie z. B. die Narrenzünfte aus Gengenbach, Löffingen, Offenburg, Schwenningen, Singen am Hohentwiel, Waldkirch und Wolfach „nur" in die Gruppe 2 (also weniger „historisch“ als die Zünfte der Gruppe 1) eingereiht. Säckingen wurde wegen fehlender Unterlagen noch zurückgestellt. Waren die Zünfte mit der Eingruppierung, die sicher sachlich angreifbar ist, unzufrieden?

b) Die Narrenzunft Breisach gab 1937 beim Münchner Karnevalskongress eine mehr akrobatische als närrische Vorstellung, die von den Zünften der Vereinigung scharf kritisiert wurde. Fühlte sich dadurch Zunftmeister Schäfer, der Theatermann, getroffen und zog Konsequenzen?

c) Die Reichsregierung forderte nachdrücklich die Gründung eines Bundes Deutscher Karneval (BDK). Reichsleiter Robert Ley sowie Reichsminister Dr. Joseph Goebbels engagierten sich hier nachdrücklich und bestimmten auch bei der Gründungsversammlung den Präsidenten, den Münchner Ratsherrn Max Reinhard. Die Vereinigung schwäbisch-alemannischer Narrenzünfte wehrte sich bestmöglich gegen die Zentralisierungsbestrebungen. Breisach sprach sich nachdrücklich für den BDK aus, hingegen Elzach, Villingen und andere sich heftig dagegen wehrten.

War Harry Schäfer durch die Gründung eines neuen Verbandes Wegbereiter der Gleichschaltung im Südwesten? Bereits bei der Verbandsgründung wurde ein Begrüßungstelegramm des BDK verlesen und festgestellt, dass alle Gründungszünfte sich dem BDK anschließen würden.

Ob dies Ursachen waren, die zur Gründung des Verbandes Oberrheinischer Narrenzünfte führten, ist heute nicht mehr nachzuvollziehen. Sicher ist auch, dass in den Jahren 1935 bis 1937 eine ganze Anzahl von Zünften in der Rheinebene gegründet wurde. Neugründungen erfolgten in Orten mit alter geschichtlicher Fasnachtstradition, die häufig über Jahrhunderte nach zu verfolgen war.

In der Rheinebene waren in den vergangenen Jahrhunderten viele kriegerische Auseinandersetzungen, die gewachsenes Brauchtum vernichteten, verboten oder auch durch fremde Einflüsse veränderten. So ist bis Basel der Einfluss des rheinischen Karnevals zu verfolgen. Im Schwarzwald und im schwäbischen Raum waren diese Einflüsse nicht so stark; das Brauchtum hat sich dort meist in, nach den Begriffen der Verfechter der alemannischen Larvenfasnacht, reinerer Form erhalten. Nicht zuletzt durch die nationale Regierung wurde bodenständiges Brauchtum gefördert; so besannen sich gerade im damals so genannten „Grenzland im Südwesten" viele Gemeinden und Zünfte auf ihre alten überlieferten Traditionen. Verschüttetes wurde ans Licht geholt, alte Bräuche wiederbelebt, man wollte und förderte „zünftige" Traditionen.

Sonntag, 07. März 1937, Freiburg i. Br. (Harmoniesäle) - Gründung des Verbandes

Auf Einladung der Breisacher Narrenzunft, deren Zunftmeister Harry Schäfer von 1934 bis 1936 gleichzeitig auch Zunftmeister von Freiburg war, wurde eine Reihe von Zünften vom Oberrhein und aus dem Breisgau nach Freiburg in die Harmoniesäle eingeladen. Es war von mehreren Seiten der Wunsch geäußert worden, in dieser Region einen Verband zu gründen, um einen engeren Kontakt pflegen zu können.

Nach der Begrüßung durch Zunftmeister Friedrich Roth (Freiburg) leitete Harry Schäfer die Versammlung. Er begründete die Notwendigkeit einer Verbandsgründung u. a. mit folgenden Argumenten, die sich im damals üblichen sprachlichen Überschwang so lasen:

„Was beweist die große Teilnahme an dieser Versammlung? Lebensbejahenden Willen am Oberrhein und im Breisgau, die Volksfasnacht wieder zur Geltung, zur Blüte zu bringen, diese Zünfte näher zu verbinden, gemeinsam ihre vitalsten Interessen zu vertreten, gegenseitig helfen, alle Volkskreise für die gesunde, freudige Fasnacht zu gewinnen? Dadurch würden die Zünfte auch dazu beitragen, dem Wunsch der Regierung nachzukommen, altes bodenständiges Brauchtum zu retten, zu bewahren und den Alemannen am Oberrhein und im Breisgau den Mut zum Lachen und die Lebensfreude wiederzugeben. Volkstümliche Fasnacht - kein Fasching oder Karneval - (ohne damit den Großstädten und den Unterrheinern die Berechtigung hierzu abzusprechen). Alle versammelten Zünfte hätten sich auf diesem Boden gefunden und der wachsende Erfolg der einzelnen Zünfte beweise auch, dass man hier auf dem richtigen Weg sei. Eine der ältesten Zünfte am Oberrhein - man wolle nicht mit 1454 renommieren, doch gebe es seit 1840 die Alt-Breisacher Carnevals-Gesellschaft - habe sich am Schwersten durchsetzen müssen. Sie habe anderen Zünften als Pfadfinder nach München (*1) gedient. Gerade Breisach habe dort den Karnevalisten aus aller Welt zum ersten Mal die alemannische Fasnacht vorgestellt und näher gebracht. Was habe die ganze Welt vom Zunftleben gewusst? Man habe doch nur Köln, Mainz, Düsseldorf und München gekannt. Nun müsse man zu allen Kongressen und Zusammenkünften, um von der Arbeit am Oberrhein und dem Dasein der Zünfte immer wieder Kenntnis zu geben. Dies habe auch wirtschaftliche Bedeutung. K.d.F. (*2) veranstalte Sonderreisen nach den alten Karnevalsstädten, warum nicht auch nach dem Breisgau und Oberrhein? Aber zuerst müsse man hinaus, sich bekanntmachen!“ (Protokoll aus dem Archiv der B.N.Z. vom 07. März 1937, Protokollführer [auch für den Verband (?)] B.N.Z.-Chronist Josef Schleer).

Anmerkungen:

  • In München wurde der Bund Deutscher Karneval gegründet
  • K.d.F. = nationalsozialistische Freizeitorganisation „Kraft durch Freude“

Nach Harry Schäfer sprachen sich auch Willy Jäger (Freiburg) und Fritz Stetefeld (Lahr) für die Gründung eines Verbandes aus. Harry Schäfer verlas die bereits vorbereiteten Satzungen, die mit einigen Änderungen genehmigt wurden. Es wurde festgelegt, dass jede Zunft, die sich beim Verband anmeldet, eine Darstellung ihrer Kostüme, ihres Wappens und ihrer Gebräuche einsenden muss und erst nach genauer Prüfung dieser Unterlagen in den Verband aufgenommen wird. Außerdem werde es jeder Zunft zur Ehrenpflicht gemacht, Gebräuche, Kostümierung und anderes nicht von anderen Zünften zu kopieren, sondern die Tradition des jeweiligen Heimatortes zu pflegen (Artikel im „Alemanne" über den 07. März 1937).

Eine prachtvoll gestaltete Gründungsurkunde war bereits angefertigt worden und wurde von je zwei Zunftmeistern folgender Narrenzünfte unterschrieben: Breisach, Freiburg, Kenzingen, Lahr, Lörrach, Staufen und Weil am Rhein (Auszug aus der Chronik der Schelmenzunft Staufen, aufgezeichnet von Zunftchronist Adolf Villinger).

Diese Urkunde ist verschwunden, der Verbleib war bisher nicht festzustellen. Es wurde außerdem festgelegt, dass jährlich in einer Stadt der Zünfte ein Narrentreffen veranstaltet werden soll, erstmals 1938 in Lörrach. Der Beitrag zum Verband wurde vorläufig mit 25 Mark pro Jahr festgesetzt.

Das erste Verbandspräsidium setzte sich wie folgt zusammen: Obristzunftmeister Harry Schäfer (Breisach), Seneschall Willy Jäger (Freiburg), Kanzellar Jakob (Jacques) Schilling (Breisach), Rentmeister Karl Maurer (Lörrach), 1. Narrenvogt Albert Ganter (Staufen) und 2. Narrenvogt Fritz Stetefeld (Lahr).

Außerdem wurde festgesetzt, dass von jeder Zunft zwei Zunftmeister dem Verbandspräsidium angehören, z. B. von Staufen deren Oberzunftmeister Albert Ganter und deren Zunftchronist Adolf Villinger.

Zum Schluss der Versammlung wurde ein Begrüßungstelegramm von Direktor Max Reinhard (München) vom Bund Deutscher Karneval verlesen. Es wurde zudem festgestellt, dass sich voraussichtlich alle dem neu gegründeten Verband angeschlossenen Zünfte dem BDK anschließen würden. Breisach, Herdern (Freiburg) und Staufen seien dort bereits Mitglieder geworden.

(Hierzu ist festzustellen, dass bei der Gründungsversammlung des Bundes Deutscher Karneval (BDK) am 16.01.1937 im großen Saal des Künstlerhauses in München die Herren Harry Schäfer (Breisach) und Ernst Scheu (Herdern/Freiburg) teilgenommen hatten. Sie hatten am 15.01.1937 anlässlich des 1. Internationalen Karnevals-Kongresses in München im Konzerthaus „Blüte" einen Breisacher Gauklerabend veranstaltet. Im Programm dieses von Schäfer geleiteten Abends hatte als einziger Nicht-Breisacher Ernst Scheu als Humorist teilgenommen. Die weiteren Programmnummern waren der Narrenmarsch, Tanz der Gaukler und Gauklerinnen, weiter Lautenlieder von Hugo Frank, den Dreiertanz, Breisacher Gauklerkünste, ein Schiffsjungen-Tanz und die „Marie" - ein Marsch und Tanzspiel. Dieses als „alemannische Fasnachtsdarbietung“ angekündigte Programm wurde von den Zünften der schwäbisch-alemannischen Vereinigung stark kritisiert; wahrscheinlich hatten dort Schäfer und Scheu die Kontakte mit dem BDK geknüpft und ihren Beitritt zu diesem erklärt.)

Sonntag, 25. Juli 1937 - Außerordentliche Mitgliederversammlung in Breisach

Mit Schreiben vom 26.06.1937 lud die Narrenzunft Breisach auf Anregung des Seneschalls Willy Jäger gemäß § 8 der Satzung zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung. Bei dieser Versammlung wurde der Termin für den 1. Oberrheinischen Narrentag in Lörrach festgesetzt und eine allgemeine Aussprache geführt.

Der „Große Rat" tagte vormittags um 11 Uhr im „Schlüssel", nachmittags besuchte man gemeinsam das Freilichtspiel „Anna von Uesenberg". Außerdem war eine Mitgliederversammlung im „Silbernen Turm" mit Berichterstattung über die Beschlüsse des „Großen Rates" und geselliges Beisammensein.

Sonntag, 19. September 1937 - Zunftmeistertagung in Lörrach

An dieser Tagung nahmen alle Gründerzünfte des Verbandes teil. Außerdem war auch die Narrenzunft Säckingen anwesend; diese Zunft hatte bereits bei der Verbandsgründung ihre Mitwirkung und Mitgliedschaft zugesagt. Hauptpunkt der Tagung war die Vorbereitung des 1. oberrheinischen Narrentages. Nachmittags fand eine Besichtigung des Burghofes statt, in dem Brauchtumsvorführungen stattfinden sollten und es gab eine Fahrt zu den Tüllinger Höhen. Bei den Nachwahlen zum Präsidium wurde Hanns Uhl (Lörrach) zum Zeremonienmeister gewählt. Die Zeitung schrieb über diese Veranstaltung, „dass seit der Vergabe des Oberrheinischen Narrentages in Lörrach der Verband zum ersten Mal im Grenzland des Reiches im Volke verankerte Sitten und Bräuche aufzeigen wird.“ Nach der Lörracher Zunftmeistertagung schlossen sich die traditionellen Zünfte von Rheinfelden und Zell im Wiesental dem Verband an. Die Zahl der Mitglieder im Gründungsjahr war damit auf zehn angestiegen.

05./06. Februar 1938 - Treffen der Oberrheinischen Narrenzünfte in Karlsruhe

Um die Oberrheinische Fasnacht in der Gauhauptstadt Karlsruhe bekannt zu machen, arrangierte man sich mit der „GroKaGe" (Große Karlsruher Karnevalsgesellschaft) zu einer gemeinsamen Veranstaltung. Es beteiligten sich die Zünfte aus Breisach, Freiburg, Lahr, Lörrach, Rheinfelden, Säckingen, Staufen, Weil am Rhein und Zell im Wiesental.

Abends fand eine Fremdensitzung gemeinsam mit der „GroKaGe" statt. Die Zünfte des Verbandes marschierten nach dem Elferrat der „GroKaGe" mit ihrem Präsidenten Hannes I. in den festlich geschmückten Saal und nahmen dort Platz, um das Programm anzusehen. Am Sonntagmorgen traf man sich zur „Morgenfeier" im Badischen Staatstheater, nachdem ein Umzug der Verbandszünfte vom Karlsruher Generalintendanten Dr. Thur Himmighoffen abgenommen wurde.

Für die „Matinee" im Staatstheater hatte der Freiburger Historiker Wilhelm Fladt ein „Oberrheinisches Narrenspiel" verfasst, in dem sich die charakteristischen Gestalten der oberrheinischen Fasnacht, die Breisacher Gaukler, die Freiburger Flecklehäs (erstmals aufgetreten 1936) und die Herdermer Lalli, die Grusilochzottli aus Lahr, die Zundel aus Lörrach, die Säckinger Maisenhardt-Joggele und Siechenmännle, die Staufener Schelmen, die Weiler Grünzipfel und die Altweiber aus Zell im Wiesental vorstellten. Eine sehr große Zahl von Zuschauern war zu diesem Umzug der Zünfte vom Oberrhein in den Straßen von Karlsruhe gekommen. Anschließend aß man mit den Karlsruher Karnevalsfreunden in der „Eintracht". Den Nachmittag verbrachten die Teilnehmer in Durlach in Lokalen am „Saumarkt". Auf diesem Platz demonstrierte man nochmals den „Unterländern" in der Gauhauptstadt oberrheinisches Fasnachtsbrauchtum.

12./13. Februar 1938 - 1. Oberrheinischer Narrentag in Lörrach

In einer Pressebesprechung wies man darauf hin, dass man der schwäbisch-alemannischen Vereinigung keine „Konkurrenz" machen möchte, sondern es soll mit dem Zusammenschluss der Zünfte dokumentiert werden, dass die Zünfte am Oberrhein mit eigenen Bräuchen ihre Existenzberechtigung beweisen.

Der 1. Narrentag hatte folgendes Programm:

Samstag, 12. Februar 1938

- Festliche Gildeabende im Hirschen- und im Storchensaal

Sonntag, 13. Februar 1938

- Empfang der Präsidiumsmitglieder und Zunftmeister im Rathaus mit Wachtparade

- Nachmittags Umzug mit anschließenden Darbietungen der Zünfte im Burghof

- Abends Maskenbälle

Beteiligt waren die zehn Verbandszünfte sowie die Gastzunft Schopfheim. Insgesamt waren 400 Teilnehmer zum Narrentag angereist, davon 200 aus Freiburg. Beim morgendlichen Zunftmeister-Empfang wurde der Lörracher Bürgermeister Reinhard Boos zum ersten Ehrenmitglied des Verbandes ernannt.

Sonntag, 31. Juli 1938 - Zunftmeistertagung in Zell im Wiesental

Alle Mitgliedszünfte waren zu dieser Tagung gekommen. Zeremonienmeister Hanns Uhl gab einen Bericht über den Lörracher Narrentag, der allgemein sehr positiv aufgenommen worden sei. Satzungsänderungen wurden vorgenommen und über die Vergabe des nächsten Narrentages diskutiert. Den Zuschlag erhielt Säckingen. Bei den Wahlen zum Präsidium wurden die bisherigen Amtsinhaber mit Ausnahme von Rentmeister Karl Maurer (Lörrach), der nicht mehr kandidierte, wiedergewählt. Neuer Rentmeister wurde Karl Rümmele (Zell im Wiesental). Die Narrenzunft Schopfheim wurde als elfte Verbandszunft aufgenommen.

Obristzunftmeister Harry Schäfer (Breisach), Seneschall Willy Jäger (Freiburg) und Zeremonienmeister Hanns Uhl (Lörrach) erhielten die neu geschaffenen V.O.N.-Holzorden, da sich diese in hervorragender Weise um den Verband verdient gemacht hatten.

Spätjahr 1938

Nach der Zeller Tagung ist bis 1950 nichts über Aktivitäten der Narrenzunft Weil am Rhein festzustellen. Die Mitgliedschaft dieser Zunft muss zumindest geruht haben, wenn nicht sogar erloschen sein.

Sonntag, 23. Oktober 1938 - Zunftmeistertagung in Staufen

Im Gasthaus „Krone" fand die Spätjahres-Zunftmeistertagung statt, bei der im Wesentlichen die Durchführung des 2. Narrentages in Säckingen besprochen wurde.

04./05. Februar 1939 - 2. Oberrheinischer Narrentag in Säckingen

Beim Festabend am Samstagabend im „Schützen" überreichte Obristzunftmeister Harry Schäfer den Zünften Säckingen, Staufen und Zell im Wiesental eine Ehrenurkunde des BDK für vorbildlich geleistete Arbeit. Am bunten Programm nahmen die Zünfte von Breisach, Freiburg, Lahr, Lörrach, Oberkirch, Rheinfelden, Säckingen, Schopfheim, Staufen und Zell im Wiesental teil. Oberkirch war als Gastzunft erstmals vertreten.

Am Sonntagmorgen war Wecken sowie ein Zunftmeisterempfang beim Säckinger Bürgermeister. Am Nachmittag fand der Umzug statt, an dem sich 500 bis 600 Aktive beteiligten. Neben den bereits erwähnten Verbandszünften beteiligte sich die Narrenzunft Todtmoos mit der Darstellung alter Fasnachtsbräuche. Nach dem Umzug wurden auf einem auf dem Marktplatz aufgeschlagenen Podium nochmals Brauchtumsvorführungen der Zünfte gezeigt.

Sonntag, 23. April 1939 - Zunftmeistertagung in Lahr

Zur Frühjahrs-Zunftmeistertagung traf man sich im Gasthaus „Schwanen" in Lahr, bei der ein Bericht über den 2. Narrentag abgegeben wurde. Außerdem wurden neue Zunftgründungen besprochen. Als Gastzünfte waren die Narrenzünfte von Endingen am Kaiserstuhl, Neuenburg am Rhein und Oberkirch anwesend. Mit einer Stadtrundfahrt sowie einer Fahrt zum Schutterlindenberg, dem Hausberg der Stadt Lahr, klang die Tagung aus.

Sonntag, 23. Juli 1939 - Hauptversammlung in Kenzingen

Im Löwensaal fand die Hauptversammlung statt, bei der das bisherige Präsidium wiedergewählt wurde. Es wurde beschlossen, den Narrentag 1940 nach Zell im Wiesental zu vergeben. Die Zünfte von Endingen am Kaiserstuhl, Neuenburg am Rhein und Oberkirch wurden einstimmig in den Verband aufgenommen. Damit war die Zahl der seit Gründung aufgenommenen Zünfte auf vierzehn angestiegen.

Krieg 1939 – 1945

Obwohl „Narren" den Krieg anzettelten, war in dieser schweren Zeit für die Narretei kein Platz. Obristzunftmeister Harry Schäfer versandte am 14.12.1939 an die Verbandszünfte ein Schreiben, in dem er diesen dringend ans Herz legte, sich für die Dauer des Krieges jeder öffentlichen karnevalistischen Veranstaltung zu enthalten. Selbstverständlich bestünden keine Einwendungen, wenn sich Vereine an Veranstaltungen des oder der Militärlazarette beteiligen würden, wenn diese gewünscht seien. Keine Einwendungen bestünden auch gegen "Bunte Abende", die vereinsintern stattfinden, wenn diese dem Ernst der Zeit Rechnung trügen. Die Zunftmeister wurden gebeten, bis Januar 1940 Mitteilung zu machen, wie sich die Zünfte verhalten. Die Narrenzunft Breisach teilte mit, sie könne nichts unternehmen, da die Zunftmitglieder eingezogen oder größtenteils evakuiert seien. Die Fastnachtsgesellschaft Zell im Wiesental erhob mit Schreiben vom 10.12.1939 Anspruch auf die Durchführung des ihr zugeteilten 3. Oberrheinischen Narrentages, sobald eine Möglichkeit hierzu bestünde.

Der Krieg dauerte länger. Viele der Aktiven kamen nicht mehr zurück; viele Heimatorte von Verbandszünften wurden vom Krieg schwerstens betroffen. Breisach und Neuenburg am Rhein lagen fast völlig in Trümmern, Freiburg war durch Bombenangriffe schwer beschädigt. Wer wolle in dieser Zeit daran denken, dass Fasnacht gefeiert wird? Es gab Wichtigeres zu tun. Doch schon bald blühte wieder ein kleines Pflänzchen „Frohsinn" aus den Ruinen. Bereits im Spätjahr 1946 richteten die politisch nicht belasteten Herren Harry Schäfer (Freiburg), Willy Jäger (Freiburg), Hanns Uhl (Lörrach), Paul Danz (Freiburg), Fritz Flückiger (Freiburg) und Ernst Scheu (Freiburg) ein Gesuch an das Gouvernement Militaire, die Wiedergründung des Verbandes Oberrheinischer Narrenzünfte zu genehmigen. Die alten Vereine waren durch Erlass der Militärregierung verboten worden, also mussten zur Wiedergründung neue Namen verwendet werden.

Am 18.06.1947 erteilte die Militärregierung für die dreizehn Zünfte und Gilden von Breisach, Endingen am Kaiserstuhl, Freiburg, Kenzingen, Lahr, Lörrach, Neuenburg am Rhein, Oberkirch, Rheinfelden, Säckingen, Schopfheim, Staufen und Zell im Wiesental die Genehmigung unter der Voraussetzung, dass sich der Verband ab sofort „Verband Badischer Narrenzünfte - Französisches Besatzungsgebiet" nennt. Nun war es soweit, man konnte mit dem Wiederaufbau beginnen.

Samstag, 10. April 1948 - Wiedergründungs-Zunftmeisterkonvent in Freiburg

In der Freiburger "Harmonie", wo schon 1937 die Verbandsgründung stattgefunden hatte, fand auch die Wiedergründung statt. Harry Schäfer rief die alten Zünftler zusammen, sechzehn Personen aus acht Zunftorten konnten dabei sein. Der Verband habe vierzehn Mitgliedszünfte von früher, neu aufgenommen sei die Zunft aus Emmendingen. Es sei selbstverständlich ein Schönheitsfehler, dass man den Namen habe ändern müssen, außerdem sei der Sitz des Verbandes nun nach Freiburg verlegt.

Die Zünfte berichteten über die Geschehnisse während der Kriegszeit und den Wiederaufbau. Während einzelne Orte glimpflich davon gekommen waren, hatten Breisach und Neuenburg am Rhein nahezu alles verloren. Rentmeister Karl Rümmele (Zell im Wiesental) gab bekannt, dass der Verband auf der Sparkasse Zell im Wiesental ein Guthaben von 45 Reichsmark besitzt. Einzelne Zünfte überreichten namhafte Spenden an den Rentmeister. Der Verbandsbeitrag wurde auf 50 Reichsmark pro Jahr festgesetzt. Seneschall Willy Jäger berichtete über den Versuch, sich mit der Vereinigung schwäbisch-alemannischer Narrenzünfte zu arrangieren. Leider sei hier keine Aussprache zustande gekommen.

Die Neuwahl des Gesamtvorstandes des Verbandes brachte folgendes Ergebnis: Obristzunftmeister Harry Schäfer (Freiburg), Seneschall Willy Jäger (Freiburg), Zeremonienmeister Hanns Uhl (Lörrach), Kanzellar Jacques Schilling (Breisach), Rentmeister Karl Rümmele (Zell im Wiesental), 1. Narrenvogt Albert Ganter (Staufen) und 2. Narrenvogt Karl Bock (Oberkirch).

Die Durchführung des nächsten Narrentages wurde, wie bereits 1939 festgelegt, nach Zell im Wiesental vergeben.

Sonntag, 11. September 1949 - Zunftmeistertagung in Kenzingen

Seneschall Willy Jäger referierte über die Tagung der Karnevalsvereine in Mainz. Diese hatte den Zweck, alle Vereine des Ober- und Mittelrheingebietes zusammenzuschließen. Sechzig Karnevalsvereine und sechzehn Narrenzünfte, darunter auch der Verband, hätten sich zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen.

Besonders diskutiert wurden die hohen Vergnügungssteuern und die neu eingeführten „GEMA"-Gebühren. Bei den Wahlen zum Präsidium wurden alle Präsidiumsmitglieder in ihren Ämtern bestätigt und der Narrentag 1950 einstimmig an Zell im Wiesental vergeben. Im Kassenbericht wurde mitgeteilt, dass dem Verband nach der Währungsreform noch ein Vermögen in Höhe von 28 Mark zur Verfügung steht. Nach dem Mittagessen fand ein Umzug der anwesenden Zünfte mit Kapellen und Zunftgarde statt, anschließend in der Festhalle ein zünftiger Nachmittag mit humoristischen Beiträgen und Brauchtumsdarbietungen. Neustadt im Schwarzwald und Oberried waren erstmals als Gastzünfte anwesend.

04./05. Februar 1950 - 3. Oberrheinischer Narrentag in Zell im Wiesental

Zehn Jahre später als ursprünglich geplant, fand der erste Nachkriegs-Narrentag in Zell im Wiesental statt. Am Samstagabend waren schon viele Zünfte angereist, um am Festabend mitzuwirken. Dreizehn Zünfte beteiligten sich am Programm, das sehr gut ankam.

Sonntag, 05. Februar 1950 - Zunftmeisterkonvent in Zell im Wiesental

Anlässlich des Narrentages fand am Sonntagvormittag ein Zunftmeisterkonvent statt, bei dem die Verbandszünfte mit Ausnahme von Rheinfelden und Säckingen vertreten waren. Die Narrengilde Oberried wurde einstimmig in den Verband aufgenommen. Rentmeister Karl Rümmele gab den Kassenbericht ab, der mit der Feststellung endete, dass die Kasse des Verbandes nahezu leer sei. Die Narrenzunft Lahr bewarb sich um den nächsten Narrentag. Es wurde beschlossen, den ursprünglich jährlich geplanten Narrentag erst 1952 - also im Abstand von zwei Jahren - zu veranstalten. Lahr bekam den Narrentag zugesprochen. Nach einer durch die Gemeinde Zell im Wiesental dargebotenen Ratssuppe und einem Empfang durch Bürgermeister Karl Klauser fand der Umzug statt, der eine große Zahl von Besuchern nach Zell im Wiesental brachte. Als Gäste waren die Zünfte aus Hausen im Wiesental, Neustadt im Schwarzwald und Wehr anwesend. Nach dem Umzug fand nochmals eine Brauchtumsvorführung im Saal der Weberei Zell statt. Den Abschluss bildete das Zeller Altweiberrennen, das bei den zahlreichen Betrachtern viel Beifall fand. Das Ergebnis wurde als allgemein zufriedenstellend beurteilt, das finanzielle Ergebnis war schlecht. Die Fastnachtsgesellschaft teilte im August 1950 den Verbandszünften mit, dass der Narrentag mit einem Verlust von 551,30 Mark abgeschlossen habe und deshalb den teilnehmenden Zünften nicht noch eine zusätzliche Vergütung für die Teilnahme bezahlt werden könne.

Sonntag, 22. Oktober 1950 - Zunftmeisterkonvent in Endingen

Obristzunftmeister Harry Schäfer berichtete über den Vorschlag, die Arbeitsgemeinschaft südwestdeutscher Karnevalsvereine (Mainz) auf eine juristische Grundlage zu stellen und in einen eingetragenen Verein (e.V.) umzuwandeln. Die Frage, ob man diesem neuen „e.V." beitreten wolle, wurde einstimmig bejaht. Zunftmeister Karl Sillmann (Zell im Wiesental) berichtete über den Narrentag und dessen finanziellem Ergebnis. Die Stadt habe die Vergnügungssteuer erlassen, sonst sei das finanzielle Ergebnis noch schlechter ausgefallen. Rentmeister Karl Rümmele übergab dem Verband namens der Zeller Zunft den Betrag von 300 Mark zur Verteilung an die beteiligten Zünfte. Diese Geste wurde sehr positiv bewertet, da alle Zünfte in großer finanzieller Bedrängnis seien. Die Verbandskasse selbst verzeichnete ein Kassenvermögen von 80 Mark.

Letzter und wichtigster Punkt der Tagesordnung waren Neuwahlen des Präsidiums. Obristzunftmeister Harry Schäfer legte sein Amt nieder, Rentmeister Rümmele kandidierte aus Altersgründen nicht mehr. Der bisherige Kanzellar Jacques Schilling wurde mit 11 von 14 Stimmen zum Narrenmeister gewählt. Kanzellar wurde Franz Vollherbst jun. (Endingen), Rentmeister wurde der Kenzinger Zunftmeister Oskar Striebel. Der Freiburger Zunftmarschall Hermann Messmer wurde als Legationsrat in das Verbandspräsidium gewählt.

Der Sitz des Verbandes wurde wieder nach Breisach verlegt. Zeremonienmeister Hanns Uhl schlug vor, den Titel „Obristzunftmeister" als Anerkennung der einmaligen Leistung Schäfers nicht mehr zu vergeben und nur mit Harry Schäfer zu verknüpfen. Unter dem Beifall des Konventes wurde dieser Vorschlag angenommen. Nach einem Empfang im Endinger Rathaus mit Ehrentrunk waren die Teilnehmer des Konventes Gäste des Endinger Heimattages. Mit Ende des Jahres 1950 erklärte die Narrenzunft Säckingen ihren Austritt aus dem Verband.

Sonntag, 11. Februar 1951 - Zunftmeisterkonvent in Weil am Rhein

Bereits bei einer Sitzung der Verbandsleitung am 07.01.1951 wurde festgelegt, dass die ausrichtende Zunft bei einem Konvent 500 Mark, bei einem Narrentag 1.000 Mark an den Verband zu entrichten habe. Zudem wurde der Lörracher Oberzunftmeister Egon Leible Nachfolger für den Staufener Narrenvogt Albert Ganter.

Die Zünfte gaben ihre Berichte über die gerade abgelaufene Fasnacht ab, die allgemein gut beurteilt wurde. Die Narrenzunft Endingen am Kaiserstuhl stellte die Anträge, dass die Verbandsleitung beim Finanzministerium wegen der geforderten Umsatzsteuer energischen Protest einlegen solle sowie zukünftig keine Zünfte mit ungenügender Tradition und Leistung in den Verband aufgenommen werden sollen. Narrenmeister Schilling teilte der Versammlung mit, dass man bereits beim Badischen Finanzministerium vorgesprochen habe. Seitens des Ministeriums sei erklärt worden, dass die Umsatzsteuer einer Bundesregelung entspreche. Der Wunsch sei deshalb nur durch den Mainzer Gesamtverband zu realisieren. Seneschall Willy Jäger gab bekannt, dass er der Vertreter des 5. Bezirks der Südwestdeutschen Karnevalsverbände e.V. sei.

Der Wettergott meinte es mit den Narren nicht gut, denn am Festzug zur Buurefasnacht, der am Nachmittag stattfand, regnete es in Strömen. Vor Nässe triefend, kamen die Zunftmeister mit ihren Narren ins Hotel „Central", wo die Zünfte aus Breisach, Freiburg, Lörrach und Weil am Rhein ein buntes Programm boten. Abends um 19 Uhr traf man sich zu Fackelzug und Fasnachtsfeuer.

Sonntag, 18. November 1951 - Zunftmeisterkonvent in Breisach

Heiße Diskussionen über das Thema „GEMA" bestimmten diesen Konvent. Dieses Problem sei durch den Verband zu regeln. Zeremonienmeister Uhl und die beiden Zunftmeister Herzog (Endingen) und Albert Ganter (Staufen) äußerten die Abneigung gegen alles „Karnevalistische" und bekundeten die Treue zum althergebrachten badischen Fasnachtsbrauchtum. Aus diesem Grunde müsse man auch selbst mit der „GEMA" verhandeln. Narrenmeister Schilling erklärte, dass keine Zweifel bstünden, dass wir in unserem Verband nur die zünftige Fasnacht kennen. Ein Zusammenschluss mit der Interessengemeinschaft „Südwestdeutscher Karnevalsvereine" sei jedoch von Vorteil, da ein größerer Verband bei Verhandlungen mehr Gewicht habe.

Der Narrentag 1953 wurde auf Antrag der Zunft nach Rheinfelden vergeben.

Nachmittags fand ein Umzug der Konventteilnehmer statt, die unter den Klängen der Breisacher Stadtkapelle zur Festhalle zogen, wo die Breisacher Gauklerzunft einen „zünftigen Nachmittag" veranstaltete. Leider musste der von der französischen Besatzungsmacht beschlagnahmte Saal schon früh geräumt werden.

09./10. Februar 1952 - 4. Oberrheinischer Narrentag in Lahr

Der Termin für den Narrentag war spät festgelegt worden, obwohl die Verbandsleitung einstimmig der Meinung war, dass mit dem Abschneiden des Narrentages in Lahr das Ansehen des Verbandes steht oder fällt. Erst am 10.01.1952 wurde der Termin festgelegt, nachdem die Lahrer Zunft, vertreten durch Zunftmeister Heinrich Malecki, verschiedene Voraussetzungen erfüllt hatte.

Das Programm wurde wie bisher festgesetzt. Ein Sonderzug brachte Teilnehmer und Zuschauer nach Lahr. Die Fahrpreise, die durch die teilnehmenden Zünfte aufgebracht werden mussten, waren vor allem für die Teilnehmer vom Oberrhein erheblich. So betrug der Fahrpreis ab Zell im Wiesental 9,20 Mark, ab Lörrach 8,70 Mark und ab Freiburg 4,10 Mark. Für die mittellosen Zünfte war dies eine enorme Belastung. Den teilnehmenden Zünften war wieder - wie in Zell im Wiesental - eine Kostenbeteiligung zugesagt worden. Am Programm wirkten wieder Zünfte aus zwölf Orten mit.

Sonntag, 10. Februar 1952 - Zunftmeisterkonvent in Lahr

Am Vormittag des Narrentages fand der Zunftmeisterkonvent statt, an dem nur neun Verbandszünfte teilnahmen. Es waren dies die Zünfte von Breisach, Endingen am Kaiserstuhl, Freiburg, Kenzingen, Lahr, Lörrach, Oberkirch, Rheinfelden und Zell im Wiesental. Als Gastzunft wurde Ichenheim am Rhein begrüßt. Nicht zuletzt wegen der schwachen Beteiligung wurde von Seneschall Willy Jäger vorgeschlagen, den nächsten Konvent an einem zentral gelegenen Ort abzuhalten, der allen Zünften die Teilnahme ermöglicht. Narrenvogt Karl Bock (Oberkirch) schlug vor, den Narrentag nur noch alle zwei Jahre abzuhalten, da eine jährliche Beteiligung die Zünfte zu schwer belaste. Der Konvent bestätigte jedoch den Beschluss, den Narrentag 1953 in Rheinfelden abzuhalten.

Der Umzug am Nachmittag war dürftig. Durch das Fehlen zahlreicher Verbandszünfte war es nicht möglich, den zahlreich gekommenen Besuchern das Brauchtum der Verbandszünfte umfassend darzustellen. Es beteiligten sich zahlreiche Lahrer Vereine und nichtorganisierte Narrengruppen. Der Gesamteindruck war schwach, das finanzielle Ergebnis deprimierend. Der Verband war in eine echte Krise gekommen.

Nach dem Lahrer Narrentag nahm die Narrenzunft Rheinfelden von der Durchführung des Narrentages 1953 Abstand. In dem Rheinfelder Schreiben wurde festgestellt, dass Rheinfelden für den Besuch in Lahr rund 600 Mark aufgewendet habe und durch diese Ausgabe nicht in der Lage sei, die vom Verband geforderten 1.000 Mark Kaution zu stellen. Es sei wegen der geographischen Lage Rheinfeldens auch nicht damit zu rechnen, dass sich die Verbandszünfte zahlreich beteiligen würden. Außerdem wolle man dadurch die eigene, im stetigen Kommen befindliche Fasnacht nicht aufs Spiel setzen.

Sonntag, 23. November 1952 - Herbstkonvent in Lörrach

Die Verbandsleitung hatte sich schon am Vorabend anlässlich eines Narrenballes der Lörracher Zunft zu einer Sitzung zusammen gefunden, in der die Verbandssituation besprochen wurde. Während des Konventes wurden die Themen Narrentag 1952, die Verhandlungen mit der „GEMA" sowie die Vergabe des nächsten Frühjahrskonventes besprochen. Dieser wurde nach Rheinfelden vergeben.

Sonntag, 01. Februar 1953 - Frühjahrskonvent in Rheinfelden

Die Narrenzunft Rheinfelden lud bereits zu einem Ball am Samstagabend ein, an dem sich auch einige Verbandszünfte beteiligten. Das bunte Programm, bei dem sich insbesondere Rheinfelden mit seinen Narrennestern - Latschari, Draischiebe, Chruttchöpf, Schmugglergilde, Höllhoogebruet, Elferrat und Damenelferrat - den Besuchern präsentierte, fand viel Beifall.

Am Morgen war die Sitzung im Saal der Sängerhalle. Narrenmeister Jacques Schilling wies in seiner Ansprache insbesondere darauf hin, dass es die vordringlichste Aufgabe des Verbandes sei, das Brauchtum organisatorisch zu stützen, um damit auch die so genannte „wilde Fasnacht" zu unterbinden. Das gesamte Verbandspräsidium wurde bei den durchgeführten Neuwahlen im Amt bestätigt.

Am Nachmittag empfing der Rheinfelder Bürgermeister Herbert King die Abordnungen der Zünfte im Rathaus. Mit einem Festtrunk und anschließendem fröhlichen Beisammensein klang der Konvent aus.

Im Spätjahr 1953 wurde der BDK (Bund Deutscher Karneval) wieder gegründet. In Speyer fand eine Tagung statt, an der Obristzunftmeister Harry Schäfer und Seneschall Willy Jäger teilnahmen. Diese empfahlen allen Verbandszünften den Beitritt zum BDK. Der Beitrag würde nur 10 Mark jährlich betragen, die Interessengemeinschaft südwestdeutscher Karnevalsvereine würde damit aufgelöst. Präsident des BDK wurde der Kölner Thomas Liessem. Die schriftlich erbetene Zustimmung seitens der Zünfte wurde erteilt. Damit war der Verband wie vor dem Krieg wieder Mitglied des BDK.

Sonntag, 24. Januar 1954 - Frühjahrskonvent in Wehr

Zwölf Verbandszünfte waren dem Ruf gefolgt und zum Konvent nach Wehr gekommen. Auf Vorschlag der Schelmenzunft Staufen nahm der Verband seinen früheren Namen, der durch die Besatzungsmacht untersagt worden war, wieder an und heißt nunmehr „Verband Oberrheinischer Narrenzünfte". Die Narrenzünfte von Lenzkirch und Wehr wurden in den Verband aufgenommen.

Bei den satzungsgemäßen Wahlen kandidierten Narrenmeister Jacques Schilling (Breisach) und Rentmeister Oskar Striebel (Kenzingen) nicht mehr. Zum neuen „Narrenmeister vom Oberrhein" wurde der bisherige Legationsrat Hermann Messmer (Lörrach/Freiburg) gewählt. Rentmeister wurde Georg Beck (Rheinfelden). Als Nachfolger von Narrenvogt Karl Bock (Oberkirch) wurde Hans Braun (Breisach) vorgeschlagen und gewählt.

Seneschall Willy Jäger berichtete über die Wiedergründung des BDK. Er betonte, dass der „Oberrheinische Narrenverband" im „Bund Deutscher Karneval" zwar der Kleinste sei, aber im Ansehen an der Spitze stehen müsse. Der Bund werde in das Eigenleben der Verbände nicht eingreifen, die alten Bräuche sollen erhalten bleiben. Er, Jäger, sei zum Schriftführer des BDK gewählt worden.

Sonntag, 19. September 1954 - 10. Herbstkonvent in Oberkirch

Erstmals wurde von Narrenmeister Hermann Messmer bereits in der Einladung darauf hingewiesen, dass unter Beachtung der historischen Narrenbräuche außerhalb der Fastnachtszeit Narrenmütze und Orden ausschließlich während des Konventes und nur im geschlossenen Raum getragen werden dürften. So auch beim Empfang durch die Gemeinde. Ein Umzug der teilnehmenden Zunftmeister im Ornat würde jedoch entfallen.

Bereits am Samstag fand ein Oberkircher Heimatabend statt, der von den bereits am Vorabend Angereisten gut beurteilt wurde.

Nach dem Bericht des Narrenmeisters über die Verbandsarbeit wurde wieder einmal das leidige Thema „GEMA" diskutiert. Dabei wurde festgestellt, dass Freiburg den nächsten Narrentag des Verbandes übernehmen würde. Die Stadthalle sei bis dort fertig gestellt und man sei in der Lage, die Teilnehmer ordentlich unterzubringen. Man erwarte, dass sich nach dreijähriger Pause alle Verbandszünfte beteiligen würden.

29./30. Januar 1955 - 5. Oberrheinischer Narrentag in Freiburg

Freiburg hatte sich mit der Vorbereitung des Narrentages viel Mühe gemacht. In mustergültiger Organisation durch den Freiburger Zunftmarschall Bruno Rusch wurde geplant. Der Verband konnte und wollte sich kein zweites „Lahr" leisten. Auch die Verbandszünfte wussten dies - sie kamen. Mit Ausnahme der 1952 „eingeschlafenen" Narrenzunft Neuenburg am Rhein waren alle Zünfte anwesend.

Eine ganze Reihe von bisher nicht organisierten Zünften wie Ettenheim, Gottenheim, Hausach, Ichenheim und Untermünstertal beteiligten sich. In einem großen Festabend präsentierten die Zünfte ihr Brauchtum, das von den Zuschauern in der neuen, überfüllten Freiburger Stadthalle bejubelt wurde. Die Zünfte von Lenzkirch und Todtnau wurden hochfeierlich in den Verband aufgenommen. Am Sonntagmorgen fand vor dem Freiburger Rathaus ein Narrenappell statt - das Rathaus wurde gestürmt, die Narren hatten in Freiburg die Macht übernommen. Nach dem Empfang durch die Stadt fand der große Umzug durch die Stadt statt, an dem sich zwanzig Zünfte mit rund 1.700 Narren beteiligten. Nach dem Umzug präsentierten sich die Zünfte nochmals in der Stadthalle. Auch diese Veranstaltung wurde gelobt. Die Klippe „Narrentag", die den Verantwortlichen Kopfzerbrechen bereitet hatte, war genommen.

Sonntag, 06. November 1955 - 11. Herbstkonvent in Kenzingen

Narrenmeister Hermann Messmer begrüßte die anwesenden Verbandszünfte, insbesondere aber Neuenburg, das nach dreijähriger Pause wieder vertreten war. Sein Gruß galt auch den Zünften aus Ettenheim und Oberwinden, die erstmals beim Konvent vertreten waren. Es wurde festgestellt, dass sich das Niveau der Veranstaltungen gehoben habe, insbesondere sei die Jugendarbeit zu fördern. Die Narrenzunft Oberwinden, vertreten durch Zunftmeister Josef Schätzle, zeigte ihren Narrensprung und bat um Aufnahme. Diesem Antrag wurde zugestimmt. Die feierliche Aufnahmeverpflichtung soll am nächsten Narrentag stattfinden. Der Narrentag, der nun in zweijährigem Turnus stattfinden soll, wurde für 1957 nach Kirchzarten vergeben.

Sonntag, 04. November 1956 - 12. Herbstkonvent in Lenzkirch

Narrenmeister Messmer stellte eingangs fest, dass der Verband nunmehr 19 Narrenzünfte umfasse. Die Satzung des Verbandes wurde neu gefasst und verabschiedet. Seneschall Willy Jäger berichtete über die Sitzung des BDK, der 681 Gesellschaften umfasse. Die Narrenzunft Lörrach stellte den Antrag auf Austritt des Verbandes aus dem BDK. In einer lebhaften Diskussion wurden die Argumente pro und kontra vorgetragen. Die anschließende Abstimmung ergab ein Ergebnis von 14:1 für den Verbleib im BDK.

Bei der satzungsmäßigen Neuwahl wurde das gesamte Verbandspräsidium einstimmig wiedergewählt. Zeremonienmeister Hanns Uhl schlug vor, künftig kleinere regionale Narrentreffen zu veranstalten, die den Narrenzünften weniger Schwierigkeiten machen würden. Dieser Vorschlag - welcher später realisiert wurde - kam jedoch nicht zur Abstimmung.

Nach dem Empfang im Rathaus durch Bürgermeister Alfred Schropp fand ein Heimat-Nachmittag statt, der durch die Narrenzunft Lenzkirch und befreundete Lenzkircher Vereine gestaltet wurde.

09./10. Februar 1957 - 6. Oberrheinischer Narrentag in Kirchzarten

Der Narrentag wurde mit dem traditionellen Brauchtumsabend eröffnet. Die Narrenzunft Oberwinden, die geschlossen in den Saal einmarschiert war, wurde feierlich in den Verband aufgenommen. Narrenmeister Hermann Messmer teilte mit, dass auch die Narrenzünfte von Ebnet, Ettenheim, Rust und Sankt Märgen um Aufnahme in den Verband nachgesucht hätten. Die Unterlagen dieser Narrenzünfte müssten allerdings noch geprüft werden.

Sorgenvoll blickte man am Vormittag zum Himmel - es regnete. Aber noch während des Empfanges im Rathaus - den Teilnehmern wurde durch „Schwarzwaldmaidli" Kirschwasser und Himbeergeist kredenzt - hellte es auf. Die größte Menschenmenge, die man je in Kirchzarten gesehen hatte, säumte den Umzugsweg. Der Umzug der 38 Gruppen dauerte über eine Stunde. Kirchzarten platzte aus allen Nähten. Hier zeigte sich erstmals, dass die Größe einer Gemeinde bei der Vergabe einer Großveranstaltung berücksichtigt werden muss. Hoch zufrieden zogen die Teilnehmer nach Hause, auch die Organisatoren waren zufrieden. Bei einem Gesamtumsatz von 3.280 Mark war ein Reingewinn von 227,14 Mark zu verzeichnen.

Sonntag, 13. Oktober 1957 - 13. Herbstkonvent in Todtnau

19 Verbandszünfte und drei Gastzünfte würden nun dem Verband angehören, stellte Narrenmeister Messmer fest. Als Gastzünfte seien die Narrenzünfte „Hanfrözi" Rust und „Schergässler“ Reichenbach anwesend. Die Narrenzunft Rust und die Karnevalsgesellschaft Kehl hätten Antrag um Aufnahme in den Verband gestellt. Auf Vorschlag des Narrenmeisters wurde beschlossen, dass künftig Verbandsorden mit einer Ehrenurkunde verliehen werden. Außerdem würden Ordensbänder in drei Klassen vergeben werden - Klasse 1 in Gold, Klasse 2 in Silber und Klasse 3 in Blau. Nachdem Narrenmeister Messmer seinen Wohnsitz nach Freiburg verlegt hatte, wurde beschlossen, auch den Sitz des Verbandes nach Freiburg zu verlegen.

Zeremonienmeister Hanns Uhl, der seit der Gründung des Verbandes maßgeblich am Verbandsgeschehen beteiligt war, legte aus beruflichen und gesundheitlichen Gründen sein Amt nieder. Der Konvent beschloss, Seneschall Willy Jäger und Zeremonienmeister Hanns Uhl, die seit 21 Jahren dem Verbandspräsidium angehören, zu Ehrenmitgliedern mit Sitz und Stimme zu ernennen. Hanns Uhl erhielt als Erster des Verbandes das Ordensband erster Klasse in Gold verliehen.

Dem Antrag der Narrenzunft „Hanfrözi" Rust zur Aufnahme in den Verband wurde stattgegeben. Über den Aufnahmeantrag der Karnevalsgesellschaft Kehl wurde nicht entschieden. Die Narrenzunft „Seegockel" Friedrichshafen/Bodensee, die durch den BDK dem Verband zugeteilt wurde, wird wie Kehl vorläufig als Gastzunft geführt.

Sonntag, 09. November 1958 - 14. Herbstkonvent in Oberwinden

Beim Jahresbericht bezifferte Narrenmeister Messmer den Verband mit der Zahl von 20 Mitglieds- und 10 Gastzünften. Davon seien die Gastzünfte Ettenheim, Müllheim, Reichenbach und Untermünstertal beim Konvent anwesend. Die Satzung über die Vergabe von Verbandsorden wurde einstimmig beschlossen. Der BDK und die GEMA hätten einen Vertrag geschlossen, der den Narrenzünften, die mindestens zwei Veranstaltungen durchführen, einen Nachlass von 33 v. H. gewähre. Auf Vorschlag des Narrenmeisters wurde der Amtstitel „Rentmeister" in „Schatzmeister" umgewandelt. Das gesamte Verbandspräsidium wurde einstimmig wiedergewählt. Die Narrenzunft „Schergässler“ Reichenbach wurde in den Verband aufgenommen.

17./18. Januar 1959 - 7. Oberrheinischer Narrentag in Endingen

Eine gastfreundliche Narrenstadt, Endinger Wein und die Einladung der Endinger Jokili zur Teilnahme am Narrentag am sonnigen Kaiserstuhl ließen vieles versprechen. Es wurde nicht nur versprochen - es wurde auch gehalten! Nur das Wetter machte nicht mit, es schneite, schneite und schneite. Am Festabend und vor allem beim Schnurren durch die Lokale stampften die Narren durch den Schnee. Die Aufstellungs- und Umzugsstrecke waren am Sonntag vom Schnee geräumt, doch große Schneemauern säumten die Straßen, als 21 Narrenzünfte mit weit über 1.000 Teilnehmern durch die Straßen zogen. Brauchtumsgerechte Vorführungen und eine gute Organisation durch das Festkomitee mit Oberzunftmeister Dr. Wilhelm Stumpf an der Spitze zeichneten diesen Narrentag aus.

Sonntag, 25. Oktober 1959 - 15. Herbstkonvent in Schopfheim

Alle Mitgliedszünfte des Verbandes mit Ausnahme von Kehl waren vertreten, außerdem die Gastzünfte aus Ettenheim, Grenzach, Höllstein, Maulburg, Müllheim, Neustadt im Schwarzwald, Offenburg und Titisee. Narrenmeister Messmer wies auf den geplanten Festakt im Juli 1960 in Breisach hin, der dort anlässlich des 25-jährigen Verbandsjubiläums (?) veranstaltet werden soll. Die Narrenzünfte wurden gebeten, ihre Delegierten nach Breisach zu entsenden. Seneschall Willy Jäger wies darauf hin, dass an diesem Tag kein Gründungsjubiläum gefeiert werde, sondern die Zusammenkunft traditioneller Narrenzünfte. Jäger gab auch eine Vorschau über die Präsidialtagung des BDK, die im Oktober 1960 in Freiburg stattfände.

Die Narrenzünfte von Neustadt im Schwarzwald und Titisee wurden einstimmig in den Verband aufgenommen sowie der Narrentag 1961 von den Konventsdelegierten nach Oberkirch vergeben. Zudem wählte die Versammlung den Freiburger Richard Fahr zum ersten Chronisten des Verbandes.

Sonntag, 24. Juli 1960 - Feier des 25jährigen Verbandsjubiläums in Breisach

Die Narrenzünfte des Verbandes wurden zur Jubiläumsfeier, verbunden mit einer Zielfahrt nach Breisach eingeladen. In einer feierlichen Feststunde im historischen Saal im Breisacher Rathaus, zu der 18 Verbandszünfte und zwei Gastzünfte erschienen waren, gedachte man der Zeit vor 25 Jahren. Die Veranstaltung gestaltete sich zu einer Feierstunde für den greisen Obristzunftmeister des Verbandes, Harry Schäfer. Nach einem von Paul Danz (Freiburg) verfassten Prolog zwischen einem Kaiserstühler Trachtenmädchen und einem Breisacher Gaukler begrüßte Narrenmeister Hermann Messmer die zahlreichen Gäste. Er wies in seiner Ansprache darauf hin, dass die Gründer des Verbandes, die sich im Juli 1935 (?) in Breisach zusammengefunden hätten, keine Fasnacht aus der Taufe heben oder neu schaffen wollten. Vielmehr sollte die Anregung gegeben werden, dass sich die bestehenden Narrenzünfte am Oberrhein und im Schwarzwald zu einem gemeinsamen Interessenverband zusammenschließen. Er sage heute dem Initiator der Verbandsgründung, Harry Schäfer, wie auch den anderen Teilnehmern jener denkwürdigen Zusammenkunft seinen herzlichen Dank. Er nannte im einzelnen Willy Jäger (Freiburg), Johann Maier-Muser (Lörrach) und Kunstmaler Adolf Glattacker (Lörrach). Seneschall Willy Jäger hielt die Festansprache. Er vertrat die Ansicht, dass die Städte und Dörfer in der Rheinebene in den vergangenen Jahrhunderten immer die Last der Kriege getragen hätten. Während in geschätzten Schwarzwaldtälern das Brauchtum erhalten geblieben sei, hätten die Gemeinden der Ebene die Kosten der Kriege zu tragen gehabt. Die Zeiten der Sorge machten das Fasnacht-Erleben oft auf viele Jahre unmöglich. Als man sich nun in Breisach im Jahr 1934 (?) zusammengefunden hätte, glaubte man bei den Narrenzünften im schwäbisch-alemannischen Raum Schutz und Schirm zu finden, denen man diesen Schutz über Jahrhunderte gegeben hätte. Dort aber wollte man in historische Klassen einteilen. Diese Tatsache sei der Grund dafür, dass man feststellte, dass unser Brauchtum so alt und wertvoll sei wie das Brauchtum so genannter althistorischer Narrenzünfte. Die Zünfte aus Breisach, Freiburg, Lahr, Lörrach, Neuenburg am Rhein und Zell im Wiesental hätten sich im Juli 1935 (?) erstmals zusammengefunden. Diese Narrenzünfte hätten auch im Juli 1936 (?) den Verband gegründet. Obristzunftmeister Harry Schäfer erklärte, man hätte dem V.O.N. keine zwei Jahre gegeben. Heute hätte man 24 Narrenzünfte, neue Narrenzünfte kämen dauernd dazu.

Zeitgerechte Anmerkung:

Bereits 1935 fanden Versammlungen zur Gründung des V.O.N. statt, in denen die Regularien und das Procedere besprochen wurden, die es ermöglichen sollten, einen gemeinsamen Verband zu gründen. Bei diesen Versammlungen, die zwar in dem Beschluss mündeten, einen Verband zu gründen, ohne jedoch die Gründung de facto zu vollziehen, waren erstaunlicher Weise mehr Zünfte vertreten, als dann tatsächlich bei der eigentlichen Verbandsgründung 1937 anwesend waren. Was genau der Grund für die Abwesenheit dieser Zünfte war, konnte bis heute nicht belegt werden. Tatsache ist jedoch, dass diese Versammlungen nicht die Gründungssitzungen, sondern lediglich beratende Vorgespräche waren. Die eigentliche Gründungsversammlung des V.O.N. erfolgte dann erst im Jahr 1937 in den Harmoniesälen in Freiburg.

Samstag, 22. Oktober 1960 - Festabend anlässlich der Präsidialtagung des BDK in Freiburg

Erstmals fand eine Präsidialtagung des BDK im Südwesten Deutschlands statt. Man wollte die Gelegenheit wahrnehmen, den Karnevalisten alemannisches Brauchtum zu demonstrieren. Neben einem Empfang durch die Stadt Freiburg und der Arbeitstagung des BDK fand in der Freiburger Stadthalle ein großer Festabend statt. Alle Narrenzünfte des Verbandes waren aufgefordert worden, am Festabend mitzuwirken. Narrenmeister Hermann Messmer rief die Narrenzünfte einzeln zum Einzug auf, teilweise waren diese mit ihren Musikkapellen gekommen. Wie die „Narrenschelle", das Organ des BDK, später über diese Veranstaltung schrieb, habe es bei den auswärtigen Gästen immer wieder neues Erstaunen über die Vielfalt der Narrengewänder innerhalb der oberrheinischen Narrenzünfte gegeben.

Eine ganze Anzahl von Verbandszünften wirkte am Programm mit. Die Breisgauer Narrenzunft als Veranstalter hatte die Regie dieses Abends übernommen, der hervorragend ablief. Ob bei der „Geburt des Jokili" durch die Narrenzunft Endingen, dem Tanz der Blaue Narre aus Freiburg, den Rheinfelder Latschari oder der Lörracher Zundel, man merkte die Vielfalt der Bräuche unserer Landschaft. Zahlreiche Einzelvorträge lockerten das Programm auf. „Jodele und Mecki", die Freiburger Fasnachtsoriginale, fanden den größten Beifall bei den Besuchern. Die Mainzer Hofsänger, die mit Karl Moerle, dem Vizepräsidenten des BDK nach Freiburg gekommen waren, schlossen mit ihrem Lied „So ein Tag..." die Veranstaltung.

Überschwänglich dankte BDK-Präsident Thomas Liessem den oberrheinischen Narrenzünften und sprach den Wunsch aus, dass sich der bei diesem Festabend gezeigte Fasnachtsgeist noch viele lange Jahre zum Wohle der oberrheinischen Fasnacht erhalten möge. Sicher war dieser Abend auch für Harry Schäfer, dem greisen Oberzunftmeister des V.O.N., eine große Freude und Bestätigung seiner langjährigen Tätigkeit.

Sonntag, 23. Oktober 1960 - 16. Herbstkonvent in Freiburg

Im Anschluss an die Präsidialtagung des BDK fand in der Freiburger "Harmonie" der Herbstkonvent des Verbandes statt. BDK-Präsident Thomas Liessem und Vizepräsident Karl Moerle nahmen als Gäste daran teil und dankten nochmals für die Vorstellung alemannischen Brauchtums am Vorabend. Narrenmeister Messmer eröffnete den 16. (?) Konvent des Verbandes seit seiner 25-jährigen (?) Entstehung (?). Im Anschluss wurden die sechs (?) Gründerzünfte mit einer Erinnerungsplakette und einer künstlerischen Urkunde geehrt. Geehrt wurden die Narrenzünfte von Breisach, Freiburg, Lahr, Lörrach, Neuenburg am Rhein und Zell im Wiesental. Das gesamte Verbandspräsidium wurde einstimmig wiedergewählt. Die Narrenzunft „Müllemer Hudeli" wurde einstimmig in den Verband aufgenommen.

Es wurde festgestellt, dass für die Durchführung des Narrentages 1963 Bewerbungen von Rheinfelden und Lahr vorliegen. Über die Vergabe würde beim nächsten Konvent in Staufen entschieden. Verbandschronist Richard Fahr und Leo Mutzbauer (beide Mitglieder der B.N.Z. Freiburg) wurden für ihre wertvolle Mitarbeit und Unterstützung geehrt.

Zeitgerechte Anmerkung:

Wie festgestellt werden kann, wurden hier wiederum die ersten Zusammenkünfte mit der Verbandsgründung gleich gesetzt, was nach heutigen Erkenntnissen nicht haltbar ist. Daher rühren sowohl die missverständlichen Daten der Jubiläen als auch die Nummerierung der Konvente. Die Äußerungen des Chronisten wurden lediglich zum Zweck der wortgemäßen Wiedergabe im ursprünglichen Text belassen.

21./22. Januar 1961 - 8. Oberrheinischer Narrentag in Oberkirch

Am Sonntagmorgen um 10.30 Uhr wurden in der „Oberen Linde" die Narrenzünfte von Müllheim, Neustadt im Schwarzwald und Titisee feierlich aufgenommen.

Am Umzug nahmen 69 Gruppen teil. Es beteiligten sich ca. 2.800 Narren in Häs und Maske. 30.000 Zuschauer säumten die Straßen, durch die in 90 Minuten Gruppe für Gruppe zog. Neben den Verbandszünften waren als Gastzünfte die Narrhalla Achern, die Narrengesellschaft „Hoorig" Ettenheim, die Narrenzunft Haslach im Kinzigtal, die Narrenzunft Heitersheim, die Karnevalsgesellschaft Badenia Karlsruhe, die Narrenzunft Kollnau und die althistorische Narrenzunft Offenburg anwesend und am Umzug beteiligt.

Auch dieser Narrentag zeichnete sich durch gute Organisation und Abwicklung aus. Die stetig wachsende Zahl der Teilnehmer und Zuschauer wurde bestens bewältigt.

Sonntag, 22. Oktober 1961 - 17. Herbstkonvent in Staufen

Narrenmeister Messmer gab bekannt, dass nunmehr 24 Narrenzünfte dem Verband angehören würden. Außerdem könnten sieben Gastzünfte begrüßt werden. Der Narrentag in Oberkirch wurde sehr positiv bewertet.

Erstmals trat das Problem „Plastikmasken" auf. Hier wurde eindeutig festgelegt, dass Masken aus Plastik grundsätzlich vom Verband abgelehnt werden: „Für die Narrenzünfte herkömmlichen Fasnachtsbrauchtums könne nur die Holzmaske das Gepräge alemannischer Fasnacht geben“.

Max Rinkenburger aus Lörrach wurde zum neuen Zeremonienmeister des Verbandes gewählt. Der Narrentag 1963 wurde nach Wehr vergeben. Obristzunftmeister Harry Schäfer sprach den Mitbegründern des Verbandes - Willy Jäger (Freiburg), Egon Leible (Lörrach) und Jacques Schilling (Breisach) - den besonderen Dank für ihre geleistete Arbeit aus.

Fasnacht 1962 und die allgemeine politische Situation

Zu diesem Thema gab das Verbandspräsidium eine Erklärung an alle Verbandszünfte heraus. Anlass hierzu war, dass in der Presse Stimmen laut wurden, in Anbetracht der kritischen politischen Situation die Fasnacht 1962 nicht abzuhalten. In der Erklärung kam zum Ausdruck, dass man in der Fasnacht die Wahrung heimatlichen Brauchtums sehe und nicht Vergnügungssucht und unschönen Rummel. Auch Berlin selbst führe Karnevalsveranstaltungen durch. Man würde keinen Anlass sehen, hinter dem Optimismus der „Frontstadt" zurückzustehen, der auch von den Politikern immer wieder unterstützt werde. Man würde auch Menschen in Mittel- und Ostdeutschland nicht helfen, wenn man demutsvolle Stille über das Geschehen breiten würde. Bei einer Verschärfung der Situation könne man immer noch kurzfristig handeln und entscheiden.

Zu den politischen Schwierigkeiten kam noch die Flutkatastrophe an der Nordsee. Die Fasnacht wurde dennoch im üblichen Rahmen durchgeführt, doch sammelte man bei vielen Veranstaltungen für die Opfer.

Geschichtliche Anmerkung zur politischen Situation:

Am 13.08.1961 wurde mit dem Mauerbau begonnen und damit die deutsche Teilung immer mehr verstärkt. Am 24.01.1962 trat zudem in der Deutschen Demokratischen Republik das Gesetz zur allgemeinen Wehrpflicht in Kraft, was in der Bundesrepublik Deutschland zu großer Besorgnis führte.

Sonntag, 11. November 1962 - 18. Herbstkonvent in Lörrach

Der Konvent wurde im großen Saal des Hotels „Hirschen" durchgeführt. Dreiundzwanzig Verbandszünfte waren anwesend, eine Narrenzunft hatte sich entschuldigt. Als Gastzünfte waren die Narrenzünfte von Ettenheim, Gottenheim, Grenzach, Heitersheim, Kollnau, Maulburg, Oppenau und Sankt Blasien anwesend; die Narrenzunft Schonach hatte sich entschuldigt.

Der Verband hatte eine Umfrage gestartet. Die 24 Mitgliedszünfte hätten insgesamt 6.264 Mitglieder, davon 3.019 Häs- und Maskenträger. Die sechs Gastzünfte würden 1.511 Mitglieder aufweisen, darunter 295 Aktive.

Das gesamte Verbandspräsidium wurde einstimmig wiedergewählt. Die vom Verbandspräsidium ausgearbeitete Satzung wurde einstimmig genehmigt. Kassenprüfer August Waldvogel (Kirchzarten) unterbreitete der Versammlung den Vorschlag, den Verbandsbeitrag von 50 auf 70 Mark anzuheben. Er begründete dies damit, dass es mit dem bisherigen Beitrag kaum möglich wäre, die Verbandsgeschäfte durchzuführen. Da der Verband kein Geld zur Verfügung hatte, wurde auf Veranlassung von Zunftmeister Fritz Sutter aus Wehr eine Tellersammlung zur Anschaffung einer Schreibmaschine durchgeführt.

Von den Narrenzünften des Verbandes - so wurde mitgeteilt - seien 15.050,74 Mark für die Opfer der Flutkatastrophe an der Nordseeküste gesammelt worden. Beispielsweise waren in Freiburg die Elferräte mit der Sammelbüchse zu Fuß gegangen und hätten für die Opfer gesammelt. Allein die Breisgauer Narrenzunft hätte 5.000 Mark an die Gemeinde Freiburg an der Elbe überwiesen.

02./03. Februar 1963 - 9. Oberrheinischer Narrentag in Wehr

Beißende Kälte herrschte, als Vizezunftmeister Dieter Lenz von der Narrenzunft Wehr die Gäste am Brauchtumsabend begrüßte. Ein buntes Programm von der Vorstellung der Wehrer Fasnacht über die Humoristen aus Freiburg und Zell im Wiesental bis zum Ballett der Schergässler aus Reichenbach - dem Patenkind Wehr's - zeichnete den Abend aus. Auf dem Marktplatz war ein großes Festzelt aufgeschlagen. Doch trotz Heizung wurde es den Narren nicht so recht warm.

Während am Vormittag Bürgermeister Eugen Schmidle die Gäste begrüßte und ihnen ein deftiges „Z' Nüni" bot, startete in Freiburg ein Sonderzug bei 15 Grad unter Null. In Wehr angekommen, wärmte man sich im geheizten Festzelt wieder auf. Auch am Nachmittag, als der Umzug gestartet wurde, war die Temperatur recht niedrig. Zehn Grad minus zeigte das Thermometer, als 41 Narrenzünfte, 20 Musikkapellen und 10 Spielmannszüge durch die Stadt zogen. Rund 3.000 Maskenträger beteiligten sich und über 20.000 Zuschauer freuten sich, die Narren zu sehen. Nach dem Umzug zeigten noch mehrere Narrenzünfte im Festzelt Ausschnitte aus ihrem fasnächtlichen Brauchtum.

Sonntag, 03. November 1963 - 19. Herbstkonvent in Kehl

Der Herbstkonvent fand im Saal des Restaurants „Barbarossa" statt. Zunftmeister Fritz Sutter (Wehr) gab einen Bericht über den Wehrer Narrentag. Er sagte, ein Narrentag bringe für die ausrichtende Narrenzunft Unkosten und Opfer. Dringend warnte er vor der Aufstellung eines Festzeltes. Der Narrentag 1965 wurde nach Kenzingen vergeben. Die Narrengesellschaft „Hoorig" Ettenheim und die Narrenzunft der Geißenmeckerer aus Schonach wurden nach Prüfung durch den Traditionsausschuss als Verbandszünfte aufgenommen. Nach Schluss des Konventes wurde in einer Sitzung des Verbandspräsidiums Leo Mutzbauer aus Freiburg als Reisemarschall in das Verbandspräsidium berufen.

Sonntag, 11. Oktober 1964 - 20. Herbstkonvent in Neustadt im Schwarzwald

Studienrat Hensle, ein Mitarbeiter von Professor Johannes Künzig von der Universität Freiburg, hielt vor dem Konvent einen Vortrag über fasnächtliches Heimatbrauchtum. Mit vielen Lichtbildern zeigte er die Vielfalt der Masken und Bräuche und richtete an die Narrenzünfte den Appell, das alemannische Fasnachtsbrauchtum unverfälscht zu erhalten. Eine rege Diskussion kam auf, als der Preis für die Kenzinger Narrentagsplakette mit 1,50 Mark genannt wurde. Nachdem Zunftmeister Erich Müller aus Kenzingen verschiedene Muster der Plakette vorgelegt hatte, fand die Beschaffung der Plakette die Zustimmung des Konventes. Zunftmeister Hans Fräulin (Zell im Wiesental) unterbreitete den Vorschlag, die Verbandszünfte beim Narrentag noch einmal in umgekehrter alphabetischer Reihenfolge laufen zu lassen, also von Z bis A. Diesem Antrag wurde zugestimmt.

06./07. Februar 1965 - 10. Oberrheinischer Narrentag in Kenzingen

Viele Narrenzünfte waren schon am Samstag angereist, um beim Brauchtumsabend dabei zu sein oder aber in der alten Narrenstadt Kenzingen „schnurren" zu gehen. Diejenigen, die dabei waren, wissen genau, dass die Kenzinger etwas vom „Fasnacht feiern" verstehen und halten. Während sich die Lokale von der Freinacht langsam leerten, füllte sich die Aula des Kenzinger Progymnasiums zum morgendlichen Empfang. Ettenheim und Schonach wurden feierlich in den Verband aufgenommen. Besonders originell war das Aufnahmeersuchen Ettenheims, das im Bänkelgesang zur Drehorgel vorgetragen wurde – „Vum Alleisii hemmer gnue!".

51 Narrenzünfte und 35 Musikkapellen waren gekommen, um am Umzug teilzunehmen. 4.200 Häs- und Maskenträger zogen durch Kenzingen, dessen Häuser mit Wellebengel-Fahnen und mit bunter und absonderlicher Wäsche dekoriert waren. Drei Kilometer lang war die Umzugsstrecke, an der sich Zehntausende von Zuschauern, die am ganzen Umzugsweg dichtgedrängt standen, erfreuten.

Sonntag, 17. Oktober 1965 - 21. Herbstkonvent in Neuenburg am Rhein

Narrenmeister Hermann Messmer eröffnete den Konvent mit einem Nachruf und einem Gedenken an den verstorbenen Obristzunftmeister Harry Schäfer (Breisach).

Der Narrenmeister teilte dem Konvent mit, dass der Verband für die Förderung des Fasnachtsbrauchtums vom Staat eine Spende von 2.000 Mark erhalten habe. Eindringlich appellierte er an die Narrenzünfte, ernstlich bemüht zu sein, das schöne heimatliche Fasnachtsbrauchtum rein zu erhalten. Er hob auch die guten freundschaftlichen Beziehungen zu den Nachbarverbänden hervor, insbesondere der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte und der Narrenvereinigung Hegau-Bodensee. Zum Thema „Sommerfasnacht" äußerte sich Messmer deutlich. Fasnacht sei zwischen Dreikönig und Aschermittwoch. Im Sommer könne man doch nicht im Häs herumlaufen, die innere Bereitschaft hierfür fehle. Ausnahme sei nur die traditionelle Bauernfasnacht.

Verbandsschatzmeister Georg Beck aus Rheinfelden, der seit 1954 die Kassengeschäfte bestens geführt hatte, kandidierte für dieses Amt nicht mehr. Gesundheitsgründe zwängen ihn hierzu. Aus geschäftlichen Gründen kandidierte Verbandskanzellar Franz Vollherbst jun. aus Endingen ebenfalls nicht mehr; er hatte dieses Amt seit 1950 inne. Bei der anschließenden Neuwahl wurde Adolf Schnetz aus Titisee zum Schatzmeister und Leo Mutzbauer aus Freiburg zum Kanzellar gewählt.

Narrenmeister Messmer schlug dem Konvent eine Ergänzung der Verbandssatzung vor. Es solle ein Kostümbuch eingeführt werden, das Narrenkostüme vor Nachahmung und willkürlicher Änderung schützt. Verbandschronist Richard Fahr aus Freiburg erläuterte die vorgesehene Satzungsänderung. Das Problem wurde in ausführlicher Diskussion behandelt, insbesondere Freiburg wehrte sich gegen die „Reglementierung des Narrenkostüms". Der Antrag des Verbandspräsidiums zur Einführung eines Kostümbuches wurde mit einer Gegenstimme angenommen. Ein zweiter Antrag, eingebracht von der Breisgauer Narrenzunft Freiburg, galt der Schaffung eines Buches über den Verband und seine Verbandszünfte. Diesem Antrag wurde zugestimmt. Nachdem der Freiburger Chronist Rolf Süß diese Aufgabe nicht selbst übernehmen könne bzw. übernehmen möchte, müsse hierfür ein geeigneter Mann gesucht werden.

Als weiterer Antrag wurde von Freiburg eingebracht, dass beschlossen werden soll, künftig Untergliederungen von Verbandszünften nicht direkt durch den Verband einzuladen oder anzuschreiben. Vielmehr solle der gesamte Schriftwechsel nur über die Dachorganisation bzw. Mitgliedszunft laufen. Diesem Antrag stimmte der Konvent zu. Die Narrenzunft Neustadt im Schwarzwald brachte den Antrag ein, den Narrentag nur noch alle drei Jahre durchzuführen. Dieser Antrag fand keine Mehrheit.

Fritz Däschner aus Kenzingen wurde als Beisitzer in das Verbandspräsidium gewählt. Narrenvögte wurden Hans Fräulin (Zell im Wiesental) und Emil Rosa (Oberkirch). Egon Leible (Lörrach), seit 1950 Narrenvogt, schied aus dem Verbandspräsidium aus. Die ausgeschiedenen Mitglieder des Verbandspräsidiums, Georg Beck (Rheinfelden) und Franz Vollherbst jun. (Endingen), wurden vom Konvent einstimmig zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Für den Narrentag 1967 bewarben sich Lörrach und Kehl. Zunftmeister Walter Ulmann (Staufen) gab seiner Überraschung Ausdruck, wie man sich für einen Narrentag bewerben könne, wenn man, wie Kehl, die Bezeichnung „Karnevalsgesellschaft" führe. Narrenmeister Messmer erwiderte, dass Kehl schon seit 1957 den Auftrag habe, den Namen zu ändern. Er appellierte nochmals dringend, das Versäumte nachzuholen. Bei der folgenden Abstimmung erhielt Lörrach den Zuschlag mit 21:2 Stimmen.

Der frühere Narrenmeister und jetzige Oberzunftmeister Jacques Schilling aus Breisach warnte dringend vor der Gefahr einer Verwässerung. Er mahnte, dass der Zweck, der zur Gründung des Verbandes geführt habe, auch erhalten bleibe. Vor allem mahnte er Nachbarzünfte, die nicht als Verbands- oder Gastzünfte geführt werden, künftig beim Narrentag wegzulassen, da zuviel „Karneval" herausgestellt wird und sich dies artfremd gegenüber der Brauchtumsfasnacht auswirke.

Narrenmeister Messmer teilte mit, dass der Bund Deutscher Karneval den Mitgliedsbeitrag von 15 auf 20 Mark je Narrenzunft erhöht habe. Dieser Betrag würde jedoch vom Verband getragen. Außerdem wurde dem Konvent mitgeteilt, dass Seneschall Willy Jäger zum Ehrenmitglied des BDK ernannt worden sei.

Sonntag, 16. Oktober 1966 - 22. Herbstkonvent in Weil am Rhein

In der Weiler Jahnhalle wurden die neu in den Verband aufzunehmenden Narrenzünfte Grenzach, Gutach und Kollnau vorgestellt. Nahezu einstimmig wurden die bisherigen Gastzünfte in den Verband aufgenommen.

Verbandschronist Richard Fahr (Freiburg) machte Ausführungen über das herzustellende Kostümbuch. Dieses soll - neben der laufenden Chronik - sichtbarer Ausdruck dessen sein, was der Verband in 30 Jahren geschaffen habe.

Oberzunftmeister Hans-Rudolf Müller (Lörrach) referierte über den Narrentag. Abgesagt hätten die Verbandszünfte Bernau, Kehl, Rust und Schonach. Aus plausiblen Gründen hätte Rust abgesagt, deshalb hätte die Narrenzunft Lörrach beschlossen, durch die Gestellung eines Omnibusses Rust die Teilnahme zu ermöglichen. Die Narrenzunft Müllheim gab gleichfalls bekannt, dass man sich an der Aktion beteilige. Dies war eine schöne Geste der Solidarität der Verbandsmitglieder.

Narrenmeister Messmer dankte allen Verbandszünften, die ihre Häs für die im Freiburger Völkerkundemuseum stattfindende Sonderausstellung „Welt der Maske" zur Verfügung stellten. Die Ausstellung finde anlässlich der Tagung des Arbeitskreises der Fasnachtsforschung der Universität Tübingen statt.

Um zu zeigen, dass auch die oberrheinische Narrenwelt gebührend vertreten sei, bezeichnete es der Narrenmeister als wichtig, dass die Narrenzünfte des Verbandes das Kitzinger Fasnachtsmuseum mit Häs beschicken.

21./22. Januar 1967 - 11. Oberrheinischer Narrentag in Lörrach

Auftakt war ein Brauchtumsabend in der Lörracher Stadthalle. Am Programm beteiligten sich zahlreiche Verbandszünfte. Ob der Tanz der Kirchzartener Hexen oder die Rebmesserschleifer aus Weil am Rhein, der Tanz der Grenzacher Dängeligeister oder der Auftritt der Freiburger „Jodele und Mecki" - sie alle fanden den Beifall der Besucher. Eine Freinacht schloss sich an; viele Narren waren unterwegs, das nächtliche Lörrach zu entdecken.

Der morgendliche Empfang der Stadt Lörrach fand in der Aula des Hans-Thoma-Gymnasiums statt. In einer feierlichen Zeremonie wurden die Narrenzünfte aus Grenzach, Gutach und Kollnau in den Verband aufgenommen. Regierungspräsident Anton Dichtel wurde zum ersten Senator des Verbandsehrenrats ernannt, dessen Berufung am Vortag vom Verbandspräsidium beschlossen worden war. Dichtel erhielt außerdem das Ordensband der Sonderklasse in Gold. Die gleiche Auszeichnung erhielt Chronist Richard Fahr (Freiburg).

Am Umzug beteiligten sich 4.500 Häs- und Maskenträger aus 40 Narrenzünften. Die musikalische Untermalung des farbenprächtigen Umzuges brachten 1.000 Musiker aus 41 Musikkapellen. Auch die benachbarte Schweiz war mit Gruppen aus Basel, Möhlin und Riehen vertreten. Rund 50.000 Zuschauer standen an der Straße, um sich den 5,5 Kilometer langen Umzug anzusehen. Das Wetter machte zwar nicht immer so richtig mit, doch was soll's. Narren und Zuschauer freuten sich und nahmen nette Erinnerungen mit nach Hause.

Sonntag, 22. Oktober 1967 - 23. Herbstkonvent in Schonach

Zum Konvent trafen sich die Verbandszünfte in der Schonacher Festhalle, in der außerdem die Narrenzünfte Bernau, Bleibach, Fahrnau, Gottenheim, Kappel, Niederwinden, Sankt Blasien und Wyhlen anwesend waren. Rückblickend stellte Narrenmeister Messmer fest, dass 1936 (?) sechs Narrenzünfte (?) die Verbandsgründung vollzogen hätten. Heute würde der Verband aus 29 Narrenzünften bestehen. Nach Abgabe des Kassenberichtes wurde der kommissarisch amtierende Schatzmeister Lukas Bauknecht aus Titisee zum Schatzmeister gewählt. Für die Ausrichtung des Narrentages bewarben sich Ettenheim und Kehl. Der Kehler Oberzunftmeister Engemann erklärte, die Kehler Karnevalsgesellschaft würde den Betrag von 5.000 Mark an den Verband bezahlen, wenn Kehl den Narrentag bekomme. Bei der folgenden Abstimmung stimmten 11 Narrenzünfte für Ettenheim, 13 Narrenzünfte für Kehl. Damit erhielt Kehl den Zuschlag.

Zeitgerechte Anmerkung:

Im Bericht von Narrenmeister Messmer ist dieses Mal von der Verbandsgründung im Jahr 1936 die Rede, die von sechs Narrenzünften vollzogen worden sei. Wie wir heute wissen, ist dies unzutreffend.

Samstag, 13. Januar 1968 - Außerordentlicher Konvent in Freiburg

Die Narrengesellschaft „Hoorig" Ettenheim hatte gegen den Konventsbeschluss bezüglich der Vergabe des Narrentages nach Kehl Einspruch eingelegt und begründete diesen Einspruch mit einem Verstoß gegen die Satzung des Verbandes. Nach § 8 Ziffer 1 c der Satzung müsste der von Kehl verspätet eingereichte Antrag für dessen Behandlung beim Konvent zuerst die Genehmigung von zwei Drittel der anwesenden stimmberechtigten Verbandszünfte erhalten. Diese Abstimmung war unterblieben. Zeremonienmeister Max Rinkenburger (Lörrach) nahm diesen Formfehler auf sich und trug die Kosten für die erneute Einberufung des Konventes. 23 Verbandszünfte waren gekommen. Narrenmeister Messmer verwahrte sich energisch gegen Äußerungen des Kehler Oberzunftmeisters, denn nicht das Verbandspräsidium würde einen Konvent vergeben, sondern der Konvent selbst. Ebenso würde bei der Vergabe von Narrentagen verfahren. Messmer stellte auch fest, dass die Karnevalsgesellschaft Kehl seit Jahren versprochen habe, den Namen zu ändern. Der Kehler Vertreter Engemann teilte hierzu mit, es sei ihm zum Bewusstsein gekommen, dass es bei den Vorwürfen nicht allen um das Problem Narrentag ginge, sondern um das Problem Kehl. Von einem Versprechen, auf den Namen „Karnevalsgesellschaft" zu verzichten, wisse er nichts.

Kehl wollte sich schon in Schonach vom Verband verabschieden und der Vereinigung Badisch-Pfälzischer Karnevalsvereine beitreten. Dies sei jedoch laut Messmer nicht möglich, da Gebietsabgrenzungen vorgenommen worden seien. Kehl würde gern im Verband bleiben, eine Namensänderung käme jedoch nicht in Betracht. Zu der Frage „Kann Kehl unter dem Namen Kehler Karnevalsgesellschaft weiterhin im Verband bleiben?" wurde eine Abstimmung durchgeführt. Das Ergebnis waren 17 Nein-Stimmen und 8 Ja-Stimmen. Im Anschluss hieran stellte Kehl den Antrag, in allen Ehren aus dem Verband verabschiedet zu werden. Mit einer Stimmenthaltung wurde diesem Antrag zugestimmt.

Der Narrentag musste abschließend neu vergeben werden. Ettenheim erhielt hierbei mit 18 Stimmen den Zuschlag.

Sonntag, 15. September 1968 - 24. Herbstkonvent in Kenzingen

Vor der Neuwahl des Verbandspräsidiums erhob Narrenmeister Messmer nochmals das Wort. In bewegten Worten dankte er den anwesenden Narrenfreunden für die Unterstützung in all den Jahren. Er selbst gehöre dem Verband nun seit 1950 an und sei seit 1954 Narrenmeister und Verbandspräsident. Nun müsse er altershalber sein Amt zur Verfügung stellen. Zum neuen Narrenmeister schlug die Höllenzunft Kirchzarten den Kirchzartener Rentmeister Friedrich Baldringer vor, die Narrenzunft Endingen den Kenzinger Oberzunftmeister Erich Müller. Die Abstimmung erfolgte in geheimer Wahl. Beide Kandidaten erhielten je 15 Stimmen. Daraufhin zog Oberzunftmeister Erich Müller seine Kandidatur zurück, erklärte aber seine Bereitschaft, im Verbandspräsidium mitzuarbeiten. Bei der danach notwendigen zweiten Wahl erhielt Friedrich Baldringer 21 Ja-Stimmen, sechs Gegenstimmen und drei Enthaltungen und war damit zum neuen Narrenmeister gewählt. Als Beiräte kamen Hans-Rudolf Müller (Lörrach) für die Pressearbeit und Fritz Däschner (Kenzingen) für besondere Aufgaben hinzu. Als Narrenvögte bestimmte der Konvent Hans Fräulin (Zell im Wiesental), Konrad Geisenberger (Oberried), Erich Müller (Kenzingen) und Arnold Schröter (Neustadt).

Hermann Messmer wurde Ehrennarrenmeister und Ehrenpräsident. Jacques Schilling (Breisach) und Philipp Ernst (Freiburg) wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt.

25./26. Januar 1969 - 12. Oberrheinischer Narrentag in Ettenheim

Am Samstag gab Narrenmeister Baldringer ein Fernsehinterview über den Verband und über Brauchtumsfragen.

Am Sonntag stand Ettenheim Kopf. Das knapp 5.000 Einwohner zählende Städtchen erlebte eine Zuschauerinvasion wie noch nie. Während die neuen Narrenzünfte aus Bleibach und Fahrnau feierlich in den Verband aufgenommen wurden und anschließend im Bürgersaal des Rathauses ein Empfang stattfand - bei dem der Schirmherr der Veranstaltung, Regierungspräsident Dr. Person, den Verbandsorden in Gold erhielt -, wälzte sich eine Lawine aus drei Sonderzügen, über 100 Autobussen und 500 Personenwagen auf die kleine Stadt zu. Über 6.000 Hästräger, 55 Musikkapellen oder Fanfarenzüge von Zell im Wiesental bis Altdorf beteiligten sich. Auch die Kehler Karnevalsgesellschaft, die ursprünglich diesen Narrentag ausrichten sollte, war mit ihrer Tanzgarde gekommen. Schrättele, Jokili, Hänsele, Geister, Hexen und viele andere Narrentypen zogen durch die festlich geschmückte Stadt. Die Narren waren von der Ettenheimer Gastfreundlichkeit begeistert, die Zuschauer freuten sich über das bunte Bild der Fasnacht.

Sonntag, 31.August 1969 - 25. Herbstkonvent in Schopfheim

Der Herbstkonvent brachte die einstimmige Aufnahme der Narrenzünfte aus Kappel und Niederwinden. Narrenmeister Baldringer teilte mit, die Narrenzünfte aus Badenweiler, Hausen, Höchenschwand, Menzenschwand, Oberhausen und Windschläg hätten gebeten, als Gastzünfte aufgenommen zu werden. Beisitzer Fritz Däschner aus Kenzingen hatte aus gesundheitlichen Gründen seinen Rücktritt erklärt.

Der Satzungsausschuss habe drei Arbeitssitzungen abgehalten. Dank sprach der Narrenmeister den Narrenfreunden Ronald Binder und Werner Müller von der Breisgauer Narrenzunft Freiburg für ihre Mitarbeit aus. Die neue Satzung wurde vom Konvent verabschiedet. Ein Antrag der Breisgauer Narrenzunft Freiburg, mit dem gefordert wurde, das Stimmrecht von der Stärke der einzelnen Zünfte abhängig zu machen, wurde abgelehnt. Der Antrag hatte zum Inhalt, dass die einzelne Verbandszunft für je 50 oder angefangene 50 Mitglieder eine Stimme erhalten solle. Beiträge sollten dann auch entsprechend der Mitgliederstärke einer Verbandszunft entrichtet werden.

Der Konvent beschloss, den Narrentag künftig nur noch alle drei Jahre abzuhalten.

Sonntag, 20. September 1970 - 26. Herbstkonvent in Kollnau

Narrenmeister Baldringer gedachte eingangs des am 15.11.1969 verstorbenen Ehrennarrenmeisters Hermann Messmer.

Narrenmeister Baldringer teilte dem Konvent mit, dass der Verband im vergangenen Jahr in das Vereinsregister eingetragen und die Gemeinnützigkeit zuerkannt worden sei. Weiter habe das Verbandspräsidium eine neue Satzung vorgelegt. Für alle Narrenzünfte sei eine Unfallversicherung für die aktiven Mitglieder abgeschlossen worden. Außerdem sei die bestehende Haftpflichtversicherung auf die persönliche Haftpflicht ausgedehnt worden. Baldringer berichtete weiter, dass das Verbandspräsidium am 04.02.1970 Ministerpräsident Dr. Filbinger bei einem närrischen Staatsbesuch in der Villa Reitzenstein in Stuttgart aufgesucht habe. Für die Organisation dieses Empfanges gelte Seneschall Willy Jäger der Dank.

Für den nicht mehr amtierenden Schatzmeister Lukas Bauknecht (Titisee) erstattete der Narrenmeister den Kassenbericht. Anschließend wählten die Delegierten einstimmig Eugen Ambs von der Narrenzunft Kollnau zum neuen Schatzmeister. Der nächste Narrentag wurde nach Rheinfelden vergeben.

16./18. Oktober 1970 - Präsidialtagung des BDK in Freiburg

Auf Veranlassung von Freiburg stellte der Freiburger Verkehrsdirektor Philipp Ernst (seit 1968 Ehrenmitglied des Verbandes) beim Bund Deutscher Karneval den Antrag, die nächste Präsidialtagung nach Freiburg zu vergeben, wo sie im Jahr 1960 schon einmal stattgefunden hatte. Der BDK stimmte diesem Antrag zu. Die Breisgauer Narrenzunft Freiburg beabsichtigte, wie 1960 einen Oberrheinischen Narrenspiegel auszurichten, was jedoch vom Narrenmeister abgelehnt wurde. Die Veranstaltung fand im neu erbauten Kongresssaal des Hotels „Stadt Freiburg" (später Novotel) statt.

Der Festabend im Kongresssaal bot neben dem Einmarsch von Verbandszünften einen fasnächtlichen Teil, bei dem sich wiederum einige Narrenzünfte beteiligten. Von vornherein war die Zahl der Teilnehmer auf sechs Personen je Narrenzunft begrenzt, um bei dem beschränkten Platzangebot allen Narrenzünften die Teilnahme zu ermöglichen. Auf Wunsch des BDK wurde für die Teilnehmer Smoking oder Abendanzug bzw. langes Abendkleid vorgeschrieben. Die Zahl der Teilnehmer war relativ gering, die Veranstaltung fand nicht die erwartete Resonanz.

Am Sonntagmorgen fand ein Empfang durch die Stadt Freiburg statt, der von Willy Jäger (Seneschall des Verbandes und Stadtrat in Freiburg) durchgeführt wurde. Die Narren der Freiburger Narrenzünfte bildeten hierzu eine fasnächtliche Kulisse.

Anlässlich dieser Veranstaltung wurde ein Post-Sonderstempel geprägt sowie eine Festschrift gestaltet und herausgegeben.

Sonntag, 03. Oktober 1971 - 27. Herbstkonvent in Zell im Wiesental

Beim Herbstkonvent wurden die Malteserfunken aus Heitersheim und die Rolli-Dudel aus Wyhlen einstimmig als Verbandszünfte aufgenommen. Narrenmeister Baldringer teilte mit, dass außerdem die Narrenzünfte aus Ebnet, Emmendingen, Istein, Ringsheim, Seelbach und Steinach als Gastzünfte aufgenommen worden seien. Damit umfasse der Verband 34 Verbandszünfte und 18 Gastzünfte mit ca. 6.800 Hästrägern. Es wurde der Vorschlag unterbreitet, den Verband in vier Narrenvogteien zu unterteilen. Dies seien der Mittlere und Südliche Breisgau, die Ortenau sowie der Nördliche Breisgau, das Wiesental mit der oberen Markgrafschaft und der Hochschwarzwald mit dem Hotzenwald. Zeremonienmeister Rinkenburger machte den Gegenvorschlag, den Verband in sechs Narrenvogteien aufzuteilen, da die Ortenau mit dem Nördlichen Breisgau wie der Mittlere und Südliche Breisgau zu groß seien. Der Konvent folgte diesem letzteren Vorschlag. Demnach wurde der Verband in sechs regionale Narrenvogteien aufgeteilt, nämlich die Ortenau, der Nördliche Breisgau/Elztal, Freiburg im Breisgau, der Mittlere & Südliche Breisgau, der Hochschwarzwald/Albgau und das Dreiländereck.

Auf Vorschlag von Schatzmeister Ambs wurde der Jahresbeitrag je Mitglied von 50 auf 60 Mark angehoben.

Bei den anschließenden Wahlen zum Verbandspräsidium kandidierten Willy Jäger (Seneschall seit 1937) und Max Rinkenburger (Zeremonienmeister seit 1961) nicht mehr. Der neue Verbandsvorstand setzte sich aus Narrenmeister Frieder Baldringer (Kirchzarten), Seneschall Erich Müller (Kenzingen), Schatzmeister Eugen Ambs (Kollnau), Kanzellar Leo Mutzbauer (Freiburg), Zeremonienmeister Hans-Rudolf Müller (Lörrach) und Chronist Richard Fahr (Freiburg) zusammen. Narrenvögte wurden Hans Fräulin (Zell im Wiesental), Josef Fritz (Ettenheim), Konrad Geisenberger (Oberried), Heinz Großholz (Freiburg), Josef Schätzle (Oberwinden) und Arnold Schröter (Neustadt im Schwarzwald).

Max Rinkenburger (Lörrach) wurde zum Ehrenmitglied mit Sitz und Stimme im Verbandspräsidium ernannt.

22./23. Januar 1972 - 13. Oberrheinischer Narrentag in Rheinfelden

Beim morgendlichen Empfang in der Aula des Gymnasiums wurden die Narrenzünfte Heitersheim, Kappel, Niederwinden und Wyhlen feierlich in den Verband aufgenommen. Zahlreiche Ehrengäste waren gekommen, darunter der baden-württembergische Justizminister Dr. Rudolf Schieler im Häs der Freiburger Waldseematrosen, Regierungspräsident und Schirmherr Dr. Hermann Person, der seiner Würde gemäß einen überdimensionalen Schirm überreicht bekam, und Alt-Regierungspräsident Anton Dichtel. Während der Empfang lief, das Verbandspräsidium und die Ehrengäste im Hotel „Danner" speisten, rollten Sonderzüge und Busse mit Tausenden von Narren und Zuschauern an. 6.000 Narren aus 75 Narrenzünften des Verbandes, aus dem Elsass und der Schweiz mit über 50 Musikkapellen und Spielmannszügen zogen in einem zweieinhalbstündigen Umzug an der Ehrentribüne und 60.000 Zuschauern vorbei. Viereinhalb Kilometer war die Umzugsstrecke lang. Immer wieder brachten die Häs- und Maskenträger vor der Ehrentribüne den Verbandshonoratioren und den Ehrengästen ihre Referenz; so nahm es nicht Wunder, dass es bereits dunkelte, als die letzten Gruppen diese passierten. Trotz Kälte harrten auch die Zuschauer aus. Man wärmte sich mit dem „Flachmann" und freute sich des Geschehens.

Sonntag, 08. Oktober 1972 - 28. Herbstkonvent in Reichenbach

Narrenmeister Baldringer stellte fest, dass der Verband aus 34 Verbandszünften und 24 Gastzünften bestehe, von denen 33 Verbandszünfte und 23 Gastzünfte anwesend seien. Auch 1972 habe wieder ein närrischer Staatsempfang stattgefunden, für dessen Organisation dem Ehrenmitglied Willy Jäger zu danken sei. Der Narrenmeister erläuterte ein Arbeitspapier, mit dem den Narrenzünften der Umgang mit dem Finanzamt erklärt wurde. Regierungspräsident Dr. Person brachte zum Ausdruck, wie sehr er sich dem Verband verbunden fühle und dass er gerne auch zukünftig die Schirmherrschaft übernehme.

Sonntag, 28. Oktober 1973 - 29. Herbstkonvent in Bleibach

Nach der Begrüßung durch Narrenmeister Baldringer wurde dieser mit einem Marsch der Musikkapelle Bleibach für seine Wahl zum Vizepräsidenten des Bundes Deutscher Karneval geehrt.

Die Narrenzünfte von Steinach und Windschläg wurden einstimmig als Verbandszünfte aufgenommen. Der Verband umfasst nun 36 Verbands- und 26 Gastzünfte.

Ergänzungen zur bestehenden Satzung wurden diskutiert und beschlossen. Unter anderem wurde festgelegt, dass bei Gemeindezusammenlegungen die Mitgliedschaft bereits aufgenommener Verbands- und Gastzünfte bestehen bleibt. Das Kostümbuch des Verbandes (bis 1980 nicht existent) ist bei der Schaffung neuer Masken und Hästypen hinzuzuziehen. Neu zum Verband kommende Narrenzünfte sollen frühzeitig vor der Aufnahme von der Satzung und den Richtlinien über alemannisches Brauchtum Kenntnis erhalten.

Narrenvogt Konrad Geisenberger (Oberried) stellte den Antrag, zukünftig am Vorabend des Konventes eine Arbeitssitzung durchzuführen, die fester Bestandteil des Konventes sein soll. Diesem Antrag wurde einstimmig entsprochen.

Sonntag, 20. Oktober 1974 - 30. Herbstkonvent in Schopfheim-Fahrnau

Die Narrenzünfte Altdorf und Emmendingen hatten Aufnahmeanträge gestellt, denen vom Konvent einstimmig zugestimmt wurde. Narrenmeister Baldringer unterrichtete den Konvent, dass er bei der Tagung des BDK wieder als Vizepräsident bestätigt worden sei. Seneschall Erich Müller (Kenzingen) sei als Beisitzer in den BDK gewählt worden und arbeite dort im Ausschuss für Tradition und Aufnahme. Narrenmeister Baldringer teilte dem Konvent weiter mit, dass es ihm zusammen mit dem Seneschall gelungen sei, in Kenzingen ein Haus zu finden, in welchem künftig ein Narrenmuseum des Verbandes eingerichtet werden solle. Die Miete für das ansehnliche Anwesen betrage jährlich 11,11 Mark und sei jeweils am 11. 11. des Jahres zu entrichten.

Nach Abgabe des Kassenberichtes durch Schatzmeister Eugen Ambs (Kollnau) bestätigten die Kassenprüfer Petri und Bernhard dessen Richtigkeit. Beide Kassenprüfer stellten ihr Amt zur Verfügung, das sie während 15 Jahren inne hatten.

Bei den nachfolgenden Wahlen wurde das Verbandspräsidium wiedergewählt. Für den nicht mehr kandidierenden Kanzellar Leo Mutzbauer wurde Erich Müller (Freiburg) als Kanzellar in das Präsidium berufen. Narrenvogt Josef Schätzle (Oberwinden) für die Narrenvogtei Nördlicher Breisgau/Elztal stellte gleichfalls in der vorangegangenen Vogteiversammlung sein Amt zur Verfügung. Für ihn wurde Paul Kanstinger (Bleibach) als Narrenvogt gewählt. Leo Mutzbauer (Freiburg) und Josef Schätzle (Oberwinden) wurden vom Konvent einstimmig zu Ehrenmitgliedern des Verbandes ernannt.

Der Konvent billigte die Fortführung der Verhandlungen über die Einrichtung des Narrenmuseums in Kenzingen. Der Karnevalspräsident von Mulhouse/Frankreich, Albert Danzer, spendete spontan den Betrag von 100 Mark für die Einrichtung.

Narrenmeister Baldringer unterrichtete den Konvent, dass in der Zunftmeistersitzung am Vorabend auch die Frage der „nichtalemannischen" Gardemädchen besprochen worden sei. Im Verbandsgebiet seien 522 Gardemädchen. Die Diskussion habe ergeben, dass diese am Narrentag teilnehmen könnten, wenn es die Narrenzünfte für notwendig halten.

18./19. Januar 1975 - 14. Oberrheinischer Narrentag in Oberkirch

Nachdem schon der 8. Narrentag nach Oberkirch vergeben worden war, fand auch der 14. Narrentag in Oberkirch statt. In der festlich geschmückten Stadt wurde der Narrentag mit einem Brauchtumsabend in der Stadthalle eröffnet. Oberzunftmeister Wilfried Wörner freute sich, zahlreiche Gäste begrüßen zu dürfen. Während der Brauchtumsabend in der überfüllten Stadthalle ablief, zogen sehr viele Narren durch das Städtchen. Mit einer „Schnurrkarte" für 3 Mark konnten die Hästräger alle Lokale aufsuchen. Sie taten es - die ganze Nacht zogen Narrengruppen durch die Lokale in allen Stabhaltereien Oberkirchs.

Am morgendlichen Empfang in der Stadthalle wurden die Narrenzünfte aus Altdorf, Emmendingen, Steinach und Windschläg feierlich als Verbandszünfte in den Verband aufgenommen.

Währenddessen reisten die Verbandszünfte und die zahlreichen Zuschauer an, Sonderzüge liefen ein. Die Oberkircher hatten gut vorgesorgt und boten in der großen REO-Halle Eintopfessen und sonstige Bewirtung.

Der Umzug am Nachmittag lief ausgezeichnet. Die Verbandszünfte waren vollzählig vertreten; insgesamt 65 Narrenzünfte mit rund 8.000 Hästrägern, 42 Musikkapellen und Fanfarenzügen nahmen daran teil. Die Umzugsstrecke betrug viereinhalb Kilometer. Weit über 40.000 Zuschauer säumten die Straßen, die von Oberkirchs Narren prächtig dekoriert worden waren. Erstmals wurde der Narrentag im Film festgehalten. Produktmanager Udo Bodenhausen vom Haus Kurmark konnte fünf Monate später den von der Berliner Filmgesellschaft Krien hergestellten Film in Oberkirch uraufführen lassen. Neben der gastgebenden Narrenzunft Oberkirch waren das Verbandspräsidium und zahlreiche Vertreter der Verbands- und Gastzünfte vertreten. In diesem Film, der als Kopie allen Verbands- und Gastzünften vom Haus Kurmark geschenkt wurde, war der Narrentag in seinem Gesamtablauf festgehalten worden - von der Ausschmückung der Stadt, der Anfahrt der Sonderzüge und Busse, dem Brauchtumsabend in der Stadthalle, dem Schnurren in den Lokalen bis zum großen Narrenumzug. Bürgermeister Erwin Braun überreichte Udo Bodenhausen für seine Verdienste den Silbertaler der Stadt Oberkirch.

Sonntag, 12. Oktober 1975 - 31. Herbstkonvent in Lenzkirch

Narrenmeister Baldringer teilte der Versammlung mit, dass der Ausbau der „Oberrheinischen Narrenschau" in Kenzingen voll in Angriff genommen und die Eröffnung zum 40-jährigen Jubiläum des Verbandes im Januar 1976 geplant sei. Zu diesem Zeitpunkt erscheine auch das Brauchtumsbuch des Verbandes „Entdecken, was Freude macht", das derzeit in Arbeit sei und durch die große Förderung des Hauses Kurmark herausgegeben werden könne.

24./25. Januar 1976 – 40-jähriges Verbandsjubiläum in Kenzingen

Zu einem Brauchtumsabend anlässlich des 40-jährigen Jubiläums fanden sich in Kenzingen die Narrenzünfte zusammen. Die Narrenzünfte von Bernau, Bleichheim, Gottenheim, Istein, Münstertal, Ortenberg und Zunsweier, deren Aufnahme vom Herbstkonvent 1975 beschlossen worden war, wurden feierlich in den Verband aufgenommen.

In einem Festakt am Sonntagmorgen in der Aula des Kenzinger Gymnasiums nahm Narrenmeister Baldringer Rückblick über die Verbandsentwicklung. Regierungspräsident Dr. Hermann Person hielt die Festansprache, in der er auch daran erinnerte, dass in anderen Quellen als Datum der Verbandsgründung 1937 genannt wird. Aber warum sollen Narren nicht närrisch das 40-jährige Jubiläum nach 39 Jahren feiern, meinte der Regierungspräsident. Das zwischenzeitlich fertig gestellte Buch des Verbandes „Entdecken, was Freude macht - Oberrheinische Narrenschau" wurde den Ehrengästen überreicht. In diesem 194-seitigen Buch werden alle Verbandszünfte dargestellt. Durch die sehr große Unterstützung von Kurmark, vertreten durch Udo Bodenhausen, war es möglich gemacht worden, dieses Buch zu gestalten und herauszugeben. Heinz Markus Weidner hatte den Text geschrieben. Die Unterlagen hierzu hatten vom Verband die Herren Wilhelm Fräulin (Zell im Wiesental), Wolfgang Herterich (Freiburg), Hans-Otto Muthmann (Kirchzarten), Hermann Rambach (Waldkirch) und August Vetter (Kollnau) zusammengetragen. Einen Teil der Bilder stellte Hans Sigmund (Freiburg) zusammen. Besonderen Anteil am Zustandekommen des Buches hat der Kanzellar des Verbandes, Erich Müller aus Freiburg.

Anschließend wurde die „Oberrheinische Narrenschau" hochfeierlich eröffnet. Es ist kaum vorstellbar, was in den letzten Wochen und Tagen vor der Eröffnung noch alles getan werden musste. Hier haben sich die Kenzinger Narrenfreunde große Verdienste erworben. Nachdem im Oktober 1974 bei der Kenzinger Stadtverwaltung bekannt geworden war, dass der Verband die Errichtung eines Narrenmuseums beabsichtige, beschloss der Kenzinger Gemeinderat am 14.10.1974, dem Verband die Räumlichkeiten der „alten Klosterschule" zur Verfügung zu stellen. Der Herbstkonvent stimmte am 20.10.1974 in Schopfheim-Fahrnau diesem Vorhaben zu. Nach eingehender Beratung zwischen dem Verband und der Stadt Kenzingen kam am 03.06.1976 eine Vereinbarung über die Oberrheinische Narrenschau zustande. Es wurde ein Kuratorium gebildet, dem Vertreter des Verbandes und der Stadt Kenzingen angehörten. Der Kenzinger Ratschreiber und Stadtoberamtmann Walter Linemann wurde zum Geschäftsführer bestellt. Für den Ausbau investierte die Stadt Kenzingen den Betrag von insgesamt 171.515 Mark in die Narrenschau. Besonderen Verdienst am Zustandekommen der Kenzinger Narrenschau haben Narrenmeister Baldringer und Seneschall Müller.

Die zahlreichen Teilnehmer am Festakt waren alle sehr begeistert über die Ausstattung und Einrichtung der Narrenschau, die zum Eröffnungstag noch nicht abgeschlossen war. Im Probierstübchen im Keller, das durch die Breisacher ZBW eingerichtet worden war, wurden anschließend die ersten Gläschen geleert, ehe sich die Ehrengäste in das Gasthaus „Schieble“ begaben, wo die Stadt zum Mittagessen eingeladen hatte.

Für seine Leistungen um die Förderung des Brauchtums erhielt Narrenmeister Baldringer im Juli 1976 im Büro des Regierungspräsidenten Dr. Person von diesem namens des Bundespräsidenten das Verdienstkreuz am Bande verliehen. Das Verbandspräsidium gratulierte am Abend im Kirchzartener Kurhaus. Aus diesem Anlass erhielt Frieder Baldringer die erste bleiverglaste Wappenscheibe des Verbandes.

Sonntag, 17. Oktober 1976 - 32. Herbstkonvent in Oberkirch

Nach der Begrüßung der Teilnehmer gedachte Narrenmeister Baldringer des verstorbenen früheren Narrenmeisters und langjährigen Breisacher Oberzunftmeisters Jacques Schilling. Baldringer dankte der ausrichtenden Narrenzunft Oberkirch für die Weinprobe am Vorabend, die sicher für alle Teilnehmer an der Arbeitssitzung etwas Besonderes gewesen sei. Oberzunftmeister Wilfried Wörner erhielt die bleiverglaste Wappenscheibe des Verbandes. Die bisherigen Gastzünfte Höchenschwand, Hohberg, Oberhausen, Ringsheim und Seelbach wurden mit einer Stimmenthaltung in den Verband aufgenommen.

Ein besonderer Dank des Narrenmeisters galt dem Verbandskanzellar Erich Müller (Freiburg) für die Herausgabe des Verbandshandbuches. Kurmark-Produktmanager Udo Bodenhausen erhielt als Dank für die großzügige Unterstützung bei der Herausgabe des Brauchtumsbuches die Verbands-Wappenscheibe. Baldringer kritisierte allerdings, dass der Absatz des Buches durch die Narrenzünfte des Verbandes zu wünschen übrig lasse.

In der Behandlung des Problems „Gemeinnützigkeit" sei der Verband ein gutes Stück vorangekommen. Es werde derzeit vom Verband eine Mustersatzung ausgearbeitet. Der Narrenmeister berichtete noch, dass er bei der Haupttagung des BDK einstimmig für die Dauer von weiteren vier Jahren als Vizepräsident gewählt worden sei.

Für die Durchführung des Herbstkonventes bewarben sich Bernau, Kirchzarten und Schonach. Kirchzarten erhielt mit 30 Stimmen den Zuschlag.

Um die Aufnahme als Gastzunft zu erschweren, wurde im Vorjahr der Begriff „Hospitantenzunft" neu eingeführt. So nahmen einschließlich der an diesem Tag aufgenommenen Narrenzünfte 48 von 49 Verbandszünften, 17 von 19 Gastzünften und fünf Hospitantenzünfte teil.

Narrenmeister Baldringer beging am 26.04.1977 seinen 60. Geburtstag. Aus diesem Anlass wurden die Zunftmeister der Verbandszünfte, das Verbandspräsidium, die Ehrenmitglieder und Baldringers Freunde vom BDK zu einer Feier in die „Sonne" nach Kirchzarten eingeladen. Als Geschenk des Verbandes erhielt der Narrenmeister eine große, goldene Amtskette.

Sonntag, 23. Oktober 1977 - 33. Herbstkonvent in Kirchzarten

Die Narrenzunft Schluchsee wurde als weitere Verbandszunft aufgenommen. Narrenmeister Baldringer stellte fest, dass nun 50 Verbandszünfte und 13 Gastzünfte dem Verband angehören würden. Durch die Regionaltreffen und den 14. Narrentag in Oberkirch seien bisher abseits stehende Narrenzünfte an den Verband herangeführt worden. Das Verbandspräsidium habe beschlossen, weiterhin nach allen Seiten offen zu bleiben. Es soll aber auch zukünftig eine besondere Auszeichnung bleiben, Mitglied im Verband zu sein.

Der Narrenmeister teilte mit, dass schon über 10.000 Gäste die Narrenschau in Kenzingen besucht hätten. Das Verbandspräsidium wurde mit Ausnahme des nicht mehr kandidierenden und an diesem Konvent zum Ehrenmitglied ernannten Chronisten Richard Fahr einstimmig wiedergewählt. Die Satzung wurde ergänzt und die Regelung der Regionaltreffen der Narrenvogteien eingeführt.

Zur Ausrichtung des Oberrheinischen Narrentages 1979 hatten sich die Narrenzünfte von Emmendingen, Freiburg und Müllheim beworben. Das Abstimmungsergebnis wurde in geheimer Wahl ermittelt. Dreißig Stimmen fielen auf Müllheim, 17 auf Emmendingen und vier auf Freiburg. Damit erhielt Müllheim den Zuschlag.

Werner Nageleisen aus Freiburg berichtete über eine anlässlich der Arbeitssitzung am Vorabend gemeinsam erarbeitete Resolution an die politischen Gremien. Darin wird die Zuerkennung der Gemeinnützigkeit auch für die einzelnen Narrenzünfte des Verbandes gefordert. Für den Verband selbst wurde die Gemeinnützigkeit bereits im Jahr 1970 anerkannt.

Sonntag, 22. Oktober 1978 - 34. Herbstkonvent in Ettenheim

Narrenmeister Baldringer dankte eingangs der Stadt und der Narrengesellschaft „Hoorig“ Ettenheim für die Durchführung des Konventes trotz erlittener schwerer Hochwasserschäden im Mai des Jahres. Die Narrenzünfte aus Biberach und aus Oberharmersbach wurden als Verbandszünfte aufgenommen. In einem Rückblick auf seine zehnjährige Tätigkeit als Narrenmeister wies Baldringer auf die Verbandsentwicklung hin. Aus 30 Verbands- und elf Gastzünften seien nun 52 Verbands-, 16 Gast- und drei Hospitantenzünfte geworden. Schwerpunkte in seiner Tätigkeit sah Baldringer in der Ausarbeitung der Satzung, Zuerkennung der Gemeinnützigkeit, Erarbeitung von Steuerrichtlinien, Abschluss von Sondertarifen in der Unfall- und Haftpflichtversicherung, Verbesserung der GEMA-Gebühren und der Erreichung der Gemeinnützigkeit für die Narrenzünfte des Verbandes.

In einer Ergänzungswahl wurde Wolfgang Herterich (Waldkirch) zum Verbandschronisten gewählt.

In der Arbeitssitzung am Vorabend wurde ein Arbeitspapier „Mitgliedschaft" beraten. Es wurde eine Satzungsänderung vorbereitet, die dem Verband die Möglichkeit bietet, so genannte „Ortsteilzünfte" aufzunehmen; in der bisherigen Satzung des Verbandes war es nur möglich, aus einer Gemeinde eine Narrenzunft aufzunehmen. Durch die Gemeindereform seien viele früher selbständige Gemeinden untergegangen. Den Narrenzünften dieser Gemeinden wolle man so die Möglichkeit geben, Mitglied des Verbandes zu werden, auch wenn die Narrenzunft der jetzigen Gemeinde schon Verbandsmitglied ist. Diesem Antrag wurde beim Konvent mehrheitlich entsprochen.

Die Narrengesellschaft „Hoorig" Ettenheim bot den zahlreichen Gästen nach der Arbeitssitzung einen Brauchtumsabend mit einem ausgezeichneten Programm, an dem sich auch die benachbarte Narrenzunft „Sendewelle" Altdorf beteiligte.

03./04. Februar 1979 - 15. Oberrheinischer Narrentag in Müllheim

Mit der Verlesung einer Proklamation und einem Rundgang durch das eigens für den Narrentag aufgebaute Weindorf begann der Narrentag. Anschließend fand im Bürgerhaus ein Brauchtumsabend statt, dessen Programm einen Querschnitt aus dem alemannischen Brauchtum bot. Während der anschließenden Freinacht waren die Lokale nicht sehr stark frequentiert, die schon angereisten Narren konzentrierten sich meist auf das Weindorf. Beim morgendlichen Empfang durch die Stadt im Bürgerhaus wurden die Narrenzünfte Biberach, Oberharmersbach und Schluchsee feierlich in den Verband aufgenommen.

Währenddessen reisten die Narrenzünfte an. Man hatte für 8.000 Teilnehmer geplant. Gekommen waren aber cirka 10.000 mit 65 Musikkapellen, Fanfarenzügen und Guggenmusiken. Es war deshalb kein Wunder, dass der Narrenumzug, der gleichzeitig aus zwei Richtungen gestartet wurde, häufig ins Stocken geriet. Bis alle 80 teilnehmenden Narrenzünfte an der Ehrentribüne vorbeidefiliert waren, mussten die Ehrengäste, an der Spitze der Schirmherr, Regierungspräsident Dr. Hermann Person, fünf Stunden ausharren.

Regierungspräsident Dr. Person und Kurmark-Produktmanager Udo Bodenhausen wurden zu Ehrennarren des Verbandes ernannt.

Wie erstmals beim Narrentag in Oberkirch wurde auch beim Müllheimer Narrentag ein Narrentagsfilm gedreht, der wiederum durch die großzügige Unterstützung des Hauses Kurmark zustande kam. Einige Monate später fand im Müllheimer Bürgerhaus die Uraufführung statt, bei der Narrenmeister Baldringer die Müllheimer Organisatoren, zahlreiche Narrenzünfte und das Verbandspräsidium begrüßte.

Sonntag, 01. April 1979 - Feier zur Erweiterung der Oberrheinischen Narrenschau Kenzingen

Der Kenzinger Bürgermeister Walter Rieder meinte, Kenzingen sei froh, vor drei Jahren das Glückslos gezogen zu haben, als man die Narrenschau in der Stadt aufnahm. Narrenmeister Baldringer dankte der Stadt, die die Narrenschau stets unterstützt habe. Besonderer Dank galt dem Geschäftsführer der Narrenschau, Walter Linemann. Baldringers Dank galt aber auch dem Landkreis Emmendingen für die Spende von 10.000 Mark und dem Haus Kurmark für die Installation einer Videoanlage in der Narrenschau. Schatzmeister Eugen Ambs aus Kollnau übergab an Bürgermeister Rieder einen Scheck über 30.000 Mark als Anteil des Verbandes an den durch den Umbau und der Erweiterung entstandenen Kosten. Danach wurde die Narrenschau besichtigt. In fünfmonatiger Bauzeit hatte man in dem nun vom Dachboden bis zum Keller ausgebauten Haus zusätzlichen Raum für etwa 60 weitere Narrenfiguren geschaffen.

Plötzlich und unerwartet verstarb Narrenmeister Frieder Baldringer an den Folgen eines Herzinfarktes. In Kenzingen, wo Baldringer sich kurz zuvor niedergelassen hatte, fand am 10.08.1979 eine Trauerfeier in der Üsenberghalle statt, an der fast 1.000 Trauergäste teilnahmen. BDK-Präsident Heinz Wacker sprach für die Organisation, deren Vizepräsident Frieder Baldringer gewesen war. Ehrenmitglied Willy Jäger und Zeremonienmeister Hans-Rudolf Müller dankten namens des Verbandes dem Verstorbenen für seinen Einsatz, seine Loyalität und Freundschaft.

Sonntag, 14. Oktober 1979 - 35. Herbstkonvent in Grenzach-Wyhlen

Der Herbstkonvent stand noch ganz unter dem Eindruck des plötzlichen Todes von Frieder Baldringer. In mehreren Sitzungen hatte das Verbandspräsidium getagt und beschlossen, 1979 keinen Nachfolger für den Narrenmeister wählen zu lassen, sondern Seneschall Erich Müller (Kenzingen) bis zum Konvent 1980 kommissarisch mit der Führung des Verbandes zu betrauen. Die Geschäftsstelle des Verbandes wurde vom Freiburger Büro des verstorbenen Narrenmeisters in die Privatwohnung des Kanzellars Erich Müller (Freiburg) verlegt. Am Konvent blieb der Platz des Narrenmeisters leer. Ein Bild des Verstorbenen stand an dem Platz, den Frieder Baldringer eingenommen hätte.

Am Vorabend fand nach der Arbeitssitzung wieder ein Brauchtumsabend statt, den die Verbandszünfte von Grenzach und von Wyhlen gemeinsam gestalteten. In einem ausgezeichneten Programm stellten sie den rund 400 Delegierten aller Narrenzünfte ihre Fasnacht vor.

Während die Narrenzunft Endingen am Kaiserstuhl ihre Mitgliedschaft im Verband gekündigt hatte, wurde die Narrenzunft Hausen im Wiesental in den Verband aufgenommen. Satzungsänderungen, teilweise bedingt durch den Tod des bisherigen Narrenmeisters, wurden vom Konvent genehmigt. Die am Vorabend bei der Arbeitssitzung diskutierten Brauchtumsrichtlinien wurden vom Konvent angenommen. Die 1973 erstmals eingeführten Richtlinien wurden u.a. darin geändert, dass eine Narrenzunft nur dann aufgenommen werden kann, wenn sie mindestens 40 Hästräger im Alter über 16 Jahre hat. Der Geschäftsführer der Narrenschau, Walter Linemann, gab bekannt, dass seit der Eröffnung nun schon über 21.000 Besucher gezählt werden konnten.

Bereits Wochen zuvor war an der Vogteisitzung der Stadtvogtei Freiburg Paul Teike (Freiburg) zum neuen Narrenvogt bestimmt worden.

Sonntag, 12. Oktober 1980 - 36. Herbstkonvent in Lenzkirch

Bei den anschließenden Neuwahlen, die von Ehrenmitglied Philipp Ernst (Freiburg) geleitet wurden, wurde der 44-jährige Wolfgang Herterich (Waldkirch/Freiburg) zum neuen Narrenmeister gewählt. Er gehörte schon seit 1978 dem Verbandspräsidium als Chronist an. Nachfolger im Amt des Chronisten wurde Georg Mezel (Müllheim).

Dem neugebildeten Brauchtumsausschuss sollen der Seneschall, der Kanzellar, der jeweils zuständige Narrenvogt und als weitere Mitglieder die Narrenfreunde Alfred Kalchthaler (Freiburg), Hans Matt (Lenzkirch) und August Vetter (Kollnau) angehören.

Sonntag, 27. September 1981 - 37. Herbstkonvent in Freiburg

69 der 70 Mitgliedszünfte des Verbandes waren anwesend, als Narrenmeister Herterich seinen ersten Jahresbericht abgab. Er erklärte, das Verbandspräsidium habe einen Geschäftsverteilungsplan beschlossen. Die Versicherungsgeschäfte seien vom Kanzellar übernommen worden, was zur Stärkung der Verbandskasse beitrage. Der Begriff „Hospitantenzunft" entfalle künftig, die jetzigen Hospitanten haben innerhalb einer Übergangsfrist die Möglichkeit, sich als Gastzünfte zu bewerben. Die Möglichkeit zur Aufnahme als Gastzunft bestehe künftig erst nach fünfjährigem Bestehen der Narrenzunft. Frühestens nach drei, spätestens nach sechs Jahren kann eine Gastzunft als Verbandszunft aufgenommen werden. Die bisherigen Gastzünfte haben eine Übergangszeit bis 1984.

Erstmals in der Verbandsgeschichte wurden in Altdorf und Schopfheim öffentliche Sitzungen des Verbandspräsidiums durchgeführt. Beschlossen wurden die Neugestaltung der Verbandsauszeichnungen und eine neue, von Chronist Georg Mezel künstlerisch gestaltete Urkunde. Das Verbandspräsidium und die Mitglieder des Brauchtumsausschusses erhalten neue Kopfbedeckungen und einheitliche Kleidung, die den Gegebenheiten der Landschaft entspricht.

In der Oberrheinischen Narrenschau in Kenzingen wurde eine Wanderausstellung eingerichtet, die wie auch das Werbematerial durch das Haus Kurmark gesponsert wurde. Die bisherigen Hospitanten Denzlingen und Suggental wurden Gastzünfte. Der Mitgliedsbeitrag wurde einstimmig auf 100 Mark je Narrenzunft angehoben. Eine Staffelung nach Mitgliederzahlen wurde abgelehnt. Letztmals richtete Ehrenmitglied Willy Jäger (Freiburg / Seneschall von 1937 bis 1971) ein Grußwort an die Versammlung; er verstarb im Dezember 1981.

Sonntag, 03. Oktober 1982 - 38. Herbstkonvent in Schonach

Bei der Totenehrung gedachte Narrenmeister Herterich der verstorbenen Ehrenmitglieder Willy Jäger (Freiburg) und Georg Beck (Rheinfelden) und des Narrenvogtes Arnold Schröter (Neustadt im Schwarzwald). Erstmals wurde im Regierungspräsidium Freiburg durch Regierungspräsident Dr. Norbert Nothhelfer ein närrischer Empfang ausgerichtet, an dem die Narrenvogtei Nördlicher Breisgau/Elztal teilnahm. Hans Sigmund (Freiburg) wurde in den Brauchtumsausschuss berufen und Walter Schoch (Lenzkirch) Nachfolger von Arnold Schröter als Narrenvogt.

Die erste Ausgabe des „Oberrheinischen Narrenspiegels", welcher seitdem zweimal jährlich herausgegeben wird, wurde durch die finanzielle Hilfe des Hauses Kurmark ermöglicht. Eine Satzungsänderung wurde verabschiedet, in der u. a. der 1981 erarbeitete Begriff „Gastzunft" definiert wurde. Außerdem ist durch die Satzungsänderung das Verbandspräsidium durch die Einführung von Stellvertretern der Narrenvögte personell verstärkt worden.

Die bisherigen Gastzünfte aus Ebnet, Glottertal, Grafenhausen/Ortenau, Grafenhausen/Schwarzwald, Griesheim, Ohlsbach und Oppenau wurden als Verbandszünfte aufgenommen. Durch Beschluss des Verbandspräsidiums wurde die Narrenzunft Merdingen - bisher Hospitant - Gastzunft. Neu als Gastzunft wurde die Narrenzunft Burkheim aufgenommen.

Bereits im Juni 1982 war vor der Oberrheinischen Narrenschau in Kenzingen eine Büste des im Jahr 1979 verstorbenen Narrenmeisters Frieder Baldringer enthüllt worden.

22./23. Januar 1983 - 16. Oberrheinischer Narrentag in Freiburg

Der 16. Oberrheinische Narrentag fiel mit dem Jubiläum „700 Jahre Freiburger Fasnet" zusammen. Aus diesem Grund vertrat das Verbandspräsidium die Ansicht, dass man beim Umzug auch Gastzünften anderer alemannischer Fasnachtsverbände eine Teilnahme ermöglichen könne.

Der Brauchtumsabend in der Freiburger Stadthalle wie auch der Zunftmeisterempfang am Sonntagmorgen litten unter der überlangen Begrüßung durch den Freiburger Oberzunftmeister Werner Nageleisen. Das Programm des Brauchtumsabends war nicht ausgewogen. Großartig und von bleibendem Eindruck waren hingegen die Brauchtumsvorführungen in der Freiburger Innenstadt, die Fackelumzüge mit Sternmarsch sowie der Hexensabbat um 24 Uhr auf dem mit 20.000 Menschen mehr als überfüllten Münsterplatz.

Die Sonderzüge, Busse und Pkw liefen ein, um über 15.000 Umzugsteilnehmer und nahezu 200.000 Besucher in die Breisgaumetropole zu bringen. Gegen Mittag zog Nebel auf und es wurde empfindlich kalt. Der Narrenumzug lief gut an, später häuften sich - nicht zuletzt durch undisziplinierte Umzugsteilnehmer - Stauungen, die dazu führten, dass die Säulen 6 (Nördlicher Breisgau/Elztal) und 7 (Mittlerer & Südlicher Breisgau) nur noch einen abgekürzten Umzugsweg absolvieren konnten, um vor Einbruch der Dunkelheit noch die Stadthalle zu erreichen. Die Verärgerung dieser Zünfte war deshalb groß. Der Narrentag wurde dank einer Finanzspritze des Hauses Kurmark wieder im Film fest gehalten und am Abend mit einem Fasnachtsfeuer auf dem Messplatz beendet.

Anlässlich des 16. Oberrheinischen Narrentages erschien in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bundespost ein Sonderstempel des Verbandes, damit Interessenten postalische Grüße an Freunde und Bekannte verschicken konnten.

Sonntag, 02. Oktober 1983 - 39. Herbstkonvent in Schopfheim

Der Herbstkonvent begann mit drei (!) Arbeitskreisen zu den Themen „Brauchtum", „Narrentag 1987" und „Versicherungen und GEMA", an welches sich der Empfang im Rathaus der Stadt und der Brauchtumsabend mit Tanz und Unterhaltung anschloss.

Narrenmeister Herterich erwähnte in seinem Jahresbericht den Empfang beim Regierungspräsidenten Dr. Norbert Nothhelfer im Basler Hof, bei dem in diesem Jahr die Narrenvogtei Hochschwarzwald/Albgau den Verband vertreten hatte. Des Weiteren nahmen Hästräger der Vogtei Mittlerer & Südlicher Breisgau am närrischen Staatsempfang in der Villa Reitzenstein in Stuttgart teil. Im Jahr 1983 wurden zwei Ausgaben des „Oberrheinischen Narrenspiegel" herausgegeben. Beim 16. Oberrheinischen Narrentag trat das Verbandspräsidium in neuer Tracht an. Auch äußerlich habe man sich vom Karneval entfernt.

Die Narrenzünfte Denzlingen, Friesenheim, Maulburg, Menzenschwand und Sankt Blasien wurden als Verbandszünfte aufgenommen. Bei den Neuwahlen zum Verbandsvorstand wählte der Konvent Josef Fritz (Ettenheim) zum Seneschall und Hans Matt (Lenzkirch) zum Chronisten. Erich Müller (Freiburg) wurde neues Ehrenmitglied des Verbandes und Bernd Kiefer (Ortenberg) neuer Narrenvogt der Vogtei Ortenau. Der bisherige Chronist Georg Mezel (Müllheim) - dem wesentlich der Entwurf der neuen Verbandskleidung zu verdanken ist - wurde Mitglied des Brauchtumsausschusses. Um den Kanzellar zu entlasten, berief man Peter Wannenmacher (Freiburg) nach dem Herbstkonvent als Schriftführer in das Verbandspräsidium.

Samstag, 05. Mai 1984 - Erweiterung der "Oberrheinischen Narrenschau" in Kenzingen

Mit zahlreichen Gästen aus Politik und Fasnacht wurde in der Kenzinger Festhalle die Erweiterung der Narrenschau gefeiert. Justizminister Dr. Heinz Eyrich, Regierungspräsident Dr. Norbert Nothhelfer, Landrat Dr. Volker Watzka, mehrere Bundes- und Landtagsabgeordnete und Vertreter der alemannischen Fasnachtsverbände waren zu der Feierlichkeit gekommen. In mehr als sechs Monaten wurde die Narrenschau völlig umgestaltet und neu geordnet. Mehr als 100 neue Narrenfiguren kamen hinzu. Der Suggentaler Zunftmeister und Volkskundler Peter Müller erarbeitete die neue museumsdidaktische Konzeption. Die Breisgauer Narrenzunft Freiburg richtete aus den Erträgen des Narrentages den Keller völlig neu ein. Mit Original-Pflasterboden und Bistromöbeln wurde Münsterplatz-Atmosphäre geschaffen.

Unmittelbar vor dem Festakt zur Wiedereröffnung der Narrenschau wurde der „Förderverein Oberrheinische Narrenschau e.V."  mit Sitz in Kenzingen gegründet, dem der Verband, alle Präsidiumskollegen und schon im ersten Jahr nahezu alle Narrenzünfte beitraten. Besondere Verdienste am Umbau erwarben sich Josef Bilharz (Kenzingen), der mit der großen V.O.N.-Ehrenscheibe geehrt wurde, und „Berni" Bilharz, Bürgermeister-Stellvertreter und Vorsitzender des Fördervereins, der zum Ehrennarren ernannt wurde.

Sonntag, 30. September 1984 - 40. Herbstkonvent in Staufen

Dem Herbstkonvent vorgeschaltet waren ausgezeichnete Arbeitskreise. Ein Steuerberater referierte über Steuern und Gemeinnützigkeit, ein GEMA-Mitarbeiter über diese Organisation. Narrenmeister Herterich berichtete über den Empfang im Regierungspräsidium, an dem für den Verband in diesem Jahr die Narrenvogtei Ortenau teilnahm. Die Narrenzunft Oberkirch veranstaltete einen ausgezeichneten Brauchtumsabend für das Straßburger Europaparlament. Die von Kurmark dem Verband geschenkte Video-Anlage war voll im Einsatz.

Chronist Hans Matt (Lenzkirch) hat das Häsbuch des Verbandes - über das 25 Jahre lang nur diskutiert wurde - in Angriff genommen. Etwa 30 Narrenzünfte sind bereits erfasst.

Der Brauchtumsausschuss wurde durch die Mitglieder Hans Klumpp (Lahr-Reichenbach) für die Narrenvogtei Ortenau und Klaus Preusch (Istein/Weil am Rhein) für die Narrenvogtei Dreiländereck erweitert.

Die Narrenzünfte Badenweiler, Rüßwihl und Schutterwald wurden als Verbandszünfte aufgenommen. Die Fasnachtsgesellschaft Hauingen wurde neue Gastzunft. Die Gastzunft Bühl wurde, weil sie fristgemäß keinen Aufnahmeantrag gestellt hatte, aus dem Mitgliederverzeichnis gestrichen.

In einem ausgezeichneten Rahmenprogramm stellte sich die Schelmenzunft Staufen zum Auftakt ihres 50-jährigen Jubiläums vor.

Sonntag, 29. September 1985 - 41. Herbstkonvent in Rheinfelden

Der Herbstkonvent 1985 ließ mit 600 angereisten Zunftvertretern einen neuen Teilnehmerrekord erwarten. 72 der 73 Mitgliedzünfte hatten Delegierte entsandt, lediglich die NZ Steinach fehlte entschuldigt.

Die beiden Arbeitskreise hatten interessante Themen. Im Arbeitskreis „Satzung und Brauchtum“ referierte August Vetter aus Kollnau als Vorsitzender des Brauchtumsausschusses. Er sprach dabei über den vom Brauchtumsausschuss vorgelegten Satzungsentwurf über die Regelung der Fasnacht im Verbandsgebiet, die an Dreikönig beginne und am Fasnachtsdienstag ende. Ausnahme seien uralte Bräuche wie zum Beispiel an Aschermittwoch oder an der Buurefasnacht. Der Entwurf soll im nächsten Jahr dem Konvent zur Beschlussfassung vorgelegt werden. Auch der Arbeitskreis „Jugendschutzgesetz" fand großes Interesse der Zunftvertreter. Ein Polizeibeamter referierte fachkundig und erstklassig über die im Frühjahr 1985 in Kraft getretenen Änderungen des neuen Jugendschutzgesetzes.

Während die Zunftvertreter an den Sitzungen der Arbeitskreise teilnahmen und anschließend im Foyer des Rathauses zum Empfang der Stadt gebeten wurden, unternahmen rund 100 Damen aus den Zünften des Verbandes einen Bummel in das benachbarte schweizerische Rheinfelden. Am Abend bot die NZ Rheinfelden unter dem Motto „Rheinfelden, das Tor zur Welt“ ein unterhaltsames und buntes Programm.

In seinem Jahresbericht betonte Narrenmeister Herterich die freundschaftlichen Verbindungen und Kontakte zwischen dem Verband und dem französischen Mulhouse, aber auch die Beziehungen zur Schweiz wurden gepflegt und weiter ausgebaut. „Lasst uns diesen Weg weitergehen, denn wir Narren sind vielleicht dem vereinten Europa näher als die große Politik“, so Herterich. Der 17. Oberrheinische Narrentag wurde nach Lahr vergeben und soll ein „Narrentag der kurzen Wege" werden. Der Lahrer Oberbürgermeister Werner Dietz sprach zu den Konventteilnehmern und versicherte, dass man alles unternehmen werde, um den Narrentag für Teilnehmer und Besucher zu einem eindrucksvollen Erlebnis werden zu lassen. Herterich betonte auch die ansteigenden Besucherzahlen in der Oberrheinischen Narrenschau in Kenzingen nach dem erneuten Umbau. Kritisch merkte Herterich an, dass in den vergangenen Jahren das närrische „Neckrecht" überzogen werde, hauptsächlich durch wilde Zünfte, die nicht in Verbänden organisiert sind. Auf diese Zünfte und deren Aktive könnte der Verband jederzeit verzichten, es bestünden keinerlei Nachwuchsprobleme. Die Zwulcher Narrenzunft Merdingen wurde als 68. Verbandszunft in den Verband aufgenommen und neu kam die NZ Nordrach als Gastzunft hinzu. Der Herbstkonvent 1986 wurde nach Oberwinden ins Elztal vergeben.

Sonntag, 28. September 1986 - 42. Herbstkonvent in Oberwinden

Beim Herbstkonvent in Oberwinden herrschte Spannung, denn die Narrenvogtei Hochschwarzwald hatte den Antrag gestellt, aus dem Bund Deutscher Karneval (BDK) auszutreten. Narrenmeister Herterich hatte dem BDK bei einer vorausgegangenen Sitzung zugesagt, dass sich der BDK beim Herbstkonvent den Narrenzünften vorstellen könne. Präsident Heinz Wacker und Vizepräsident Hans-Joachim Schumacher waren dann auch gekommen. Über den Antrag sollte bei der Arbeitssitzung am Samstag abgestimmt werden. Präsident Wacker hatte satzungsrechtliche Bedenken. Die Abstimmung wurde deshalb auf den Herbstkonvent am Sonntag vertagt.

Entgegen seiner ursprünglichen Absicht nahm der Narrenmeister am Konvent zum Antrag auf Austritt doch noch selbst Stellung und plädierte für den Austritt. Diese Sinneswandlung war auf das sehr negative Verhalten der BDK-Vertreter gegenüber dem Narrenmeister zurückzuführen. In der Versammlung drohte der BDK-Präsident den Narrenzünften mit Konsequenzen und griff den Narrenmeister persönlich an. Bei der nachfolgenden geheimen Abstimmung wurde der Austritt des Verbandes mit einer knappen Mehrheit von 32:30 Stimmen bei zwei Enthaltungen beschlossen. Narrenmeister Herterich stellte fest, dass damit der Verband nicht mehr Mitglied des BDK sei. Die Narrenzünfte müssten über die Fortsetzung ihrer Mitgliedschaft selbst entscheiden.

Bei der Wahl wurden die Mitglieder des Verbandsvorstandes einstimmig in ihren Ämtern bestätigt. Für den nicht mehr kandidierenden Schatzmeister Eugen Ambs (Kollnau) wurde der bisherige Kanzellar Erich Müller (Freiburg) gewählt. Dessen Nachfolger als Kanzellar und Geschäftsführer wurde Peter Wannenmacher (Freiburg), der schon seit 1983 dem Verband als Schriftführer zur Verfügung stand. Narrenvogt der Narrenvogtei Nördlicher Breisgau/Elztal wurde Leonhard Schultis (Oberwinden). Die bisherigen Amtsinhaber Eugen Ambs, Paul Kanstinger (Bleibach) und Erich Müller (Freiburg) wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Erstmals wurden diese Ernennungen mit der Übergabe einer gravierten Zinnkanne dokumentiert.

Die Narrenzunft Burkheim wurde einstimmig als neue Verbandszunft aufgenommen und die Narrenzunft Gündlingen wurde Gastzunft.

Der Narrenmeister berichtete ausführlich über die Gründung der „Gemeinschaft der Mitglieder der Narrenvereinigungen und -verbände in Südwestdeutschland", die alle alemannischen Narrenvereinigungen umfasse und deren vereinsmäßige Gründung wegen der GEMA-Ermäßigungen notwendig geworden sei. Vorsitzender dieser Gemeinschaft ist Herterich selbst, sein Stellvertreter Werner Riegel aus Donaueschingen, Schriftführer wurde Karl Ruoff von der Narrenvereinigung Neckar-Gäu. Mit der Gründung dieses „GEMA-Vereins" ist den Verbänden von ihrer Selbständigkeit nichts genommen. Ein gemeinsamer GEMA-Vertrag ist für alle alemannischen Verbände bereits abgeschlossen; der Abschluss eines Tonträger-Vertrages mit entsprechender Pauschalierung wurde seitens der GEMA bereits zugesagt.

07./08. Februar 1987 - 17. Oberrheinischer Narrentag in Lahr

Die Lahrer Narrenzunft mit Oberzunftmeister Klaus Dieterle sowie die Stadt mit Oberamtsrat Harald Paul und Oberinspektor Elmar Baum hatten schon früh alle notwendigen organisatorischen Schritte unternommen, um den Narrentag zu einem Erfolg werden zu lassen.

Am Freitag fand bereits ein Nachtumzug für verbandsfremde oder mit Lahr befreundete Narrenzünfte statt. Am Samstag stellte die Narrenzunft Lenzkircher Dengele den Narrenbaum und am Nachmittag fand ein Empfang für die angereisten Ehrengäste statt. Am Abend schlossen sich ein ausgezeichneter närrischer Abend, ein Nachtumzug und ein mitternächtlicher Hexenspuk an.

Am Sonntagmorgen war der Zunftmeister-Empfang, bei welchem auch die feierliche Aufnahme der Narrenzünfte Burkheim und Merdingen vollzogen wurde. Um 13 Uhr begann der Umzug, an dem über 10.000 Narren und viele Kapellen teilnahmen. Nur die Todtnauer Narrenzunft fehlte, sonst waren alle Narrenzünfte des Verbandes anwesend. In drei Stunden war der Umzug abgewickelt. Die Umzugsteilnehmer wurden vor und nach dem Umzug in Hallen und Zelten untergebracht.

Um die Organisation des Narrentages hat sich Seneschall Josef „Schorle" Fritz (Ettenheim) besonders verdient gemacht.

Samstag, 23. Mai 1987 - Party zum 50-jährigen Jubiläum in Staufen

Die Gründerzunft Staufen hatte sich bereit erklärt, die Party für den Verband auszurichten. Die großzügige Durchführung war dem Ehrennarren Udo Bodenhausen vom Haus Kurmark zu verdanken. Nach kurzer Begrüßung wurde den rund 400 Gästen ein ausgezeichnetes kaltes Büfett geboten. Danach wickelten die Staufener Narrenfreunde gekonnt ein 70-minütiges Programm ab, das den ungeteilten Beifall aller Besucher fand. Eine Kapelle spielte zum Tanz, ehe um Mitternacht ein prächtiges Feuerwerk abgewickelt wurde, das die Staufener Schelmenzunft als Überraschung dem Verband geschenkt hatte. Jede Narrenzunft erhielt zudem als Geschenk einen Jubiläumsteller.

Samstag, 12. September 1987 - Uraufführung des Narrentagfilms in Lahr

Die Kurmark-Zigarettenfabriken hatten nach Lahr eingeladen. Den rund 200 Premierengästen wurde der von drei Kamerateams mit insgesamt 15 Mitarbeitern hergestellte Film vorgeführt. Häufiger spontaner Szenenbeifall bewies, dass es sich um den besten Film des Verbandes handelt, der bisher entstand.

Sonntag, 27. September 1987 - 43. Herbstkonvent in Oberried

Bereits am Samstag fanden zwei gut besuchte Arbeitskreise statt, die sich mit Brauchtums- und Steuerfragen befassten. Nach dem Abendessen boten die Oberrieder Narren ein zweistündiges Unterhaltungsprogramm, das auf einem hohen Niveau stand.

Am Sonntag waren zum Jubiläumskonvent „50 Jahre V.O.N." erstmals alle 76 Zünfte vollzählig erschienen. Auch viel politische Prominenz hatte sich eingefunden, so MdB Dr. Conrad Schroeder, MdL Gundolf Fleischer, Regierungspräsident Dr. Norbert Nothhelfer und Landrat Dr. Emil Schill. In seinem umfassenden Tätigkeitsbericht stellte Narrenmeister Wolfgang Herterich fest, dass „fasnächtliche Freude auch ohne Alkoholismus funktioniert". In der zügig abgewickelten Versammlung wurden die Fasnachtsgesellschaft Hauingen und die Narrenzunft Suggental jeweils als Verbandszunft aufgenommen.

Die Narrenvögte Hans Fräulin (Zell im Wiesental) und Konrad Geisenberger (Oberried) wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Sonntag, 18. September 1988 - 44. Herbstkonvent in Oppenau und Oberkirch

Der Herbstkonvent 1988 wurde durch die beiden Narrenzünfte Oppenau und Oberkirch in gut funktionierender freundschaftlicher Zusammenarbeit gemeinsam ausgerichtet. Am Samstag tagten die Delegierten bei den Arbeitskreisen „Versicherung" und "Brauchtum".

Nach einem Empfang durch die Stadt Oppenau im Josefshaus und dem schmackhaften Abendessen gestalteten Mitglieder beider Zünfte mit Bravour den bunten Unterhaltungsabend im schmucken Festzelt in Oppenau. Abschluss und Höhepunkt zugleich war die neunköpfige „Homberle-Bläch-Bänd“ aus Steinach, die es fernsehreif verstand, in einer eineinhalbstündigen Show die Lachmuskeln der Zuschauer und Zuhörer zu strapazieren.

Der Konvent am Sonntag in der Erwin-Braun-Halle zu Oberkirch stand ganz unter dem Zeichen der Abstimmung der neuen Brauchtumsrichtlinien, welche nach fast achtjährigen Vorbereitungen und Diskussionen in Zünften und Vogteien bei nur einer Stimme Enthaltung angenommen wurden. Wie Narrenmeister Herterich in seinem Jahresbericht betonte, stellen die verabschiedeten Richtlinien kein Gesetz dar, sondern dienen richtungweisend dem Schutz und der Pflege des bodenständigen alemannischen Fasnachtbrauchtums unter Berücksichtigung der örtlichen Bräuche, die keinesfalls reglementiert würden. Man wolle auch keine Narrenpolizei sein, die Rügen verteilt oder Zünfte klassifiziert. Vielmehr gehe es um gewisse Spielregeln. So sollte man beispielsweise bei Änderungen von Häs auch stets daran denken, was in die alemannische Heimat passt. Die Teilnehmer des gestrigen Arbeitskreises hatten sich bereits zuvor für ein härteres Durchgreifen beim Einschleichen von Unsitten und für eine bessere Disziplin ausgesprochen.

Der neue Geschäftsführer der Oberrheinischen Narrenschau, Ratschreiber Josef Hauser aus Kenzingen wurde als Nachfolger des pensionierten Walter Linemann vorgestellt. Hauser berichtete über die Aktivitäten in der Narrenschau und erwähnte, dass ein neues Werbeprospekt in Bearbeitung sei, mit welchem man versuchen wolle, die Narrenschau noch bekannter zu machen.

Die Narrenzunft Nordrach wurde einstimmig in den Verband aufgenommen und Zeremonienmeister Hans-Rudolf Müller (Lörrach) für seine „Verdienste um das alemannische Brauchtum" vom Konvent zum Ehrenmitglied des Verbandes ernannt.

Sonntag, 17. September 1989 - 45. Herbstkonvent in Zell im Wiesental

Die Arbeitskreise am Samstag bezogen sich auf den Narrentag 1991, den Oberrheinischen Narrenspiegel des Verbandes und das Thema Unfallversicherung für Narrenzünfte. Nach einem Empfang durch die Stadt Zell im Wiesental und einem gemeinsamen Abendessen in der Stadthalle rundete ein kurzweiliges Programm, gestaltet von der Fastnachtsgesellschaft Zell im Wiesental, den Abend ab.

Der 18. Narrentag des V.O.N. wurde am 19. und 20. Januar 1991 nach Lörrach vergeben. Ausrichter ist die Narrengilde Lörrach. Chronist Hans Matt (Lenzkirch) durfte für seine Arbeit um das fertig gestellte Häsbuch die V.O.N.-Ehrenscheibe entgegennehmen. Das Buch umfasst 846 Seiten und enthält rund 250 „schützenswerte" Narrengestalten, die dem Verband angehören. Richard Fahr (Freiburg) und Konrad Geisenberger (Oberried) erhielten die V.O.N.-Holzorden Nummer 29 und 30. Die Narrenzunft der Welschkorneber Gündlingen wurde als 74. Verbandszunft aufgenommen. Die Organisation der Zeller Narrenfreunde verdiente in allen Belangen die Note „sehr gut".

Bei den vorangegangenen regionalen Vogteisitzungen waren bereits Peter Pfrommer (Schluchsee) in der Vogtei Hochschwarzwald/Albgau und Roland Schneble (Freiburg) in der Vogtei Freiburg zu neuen Narrenvögten bestimmt worden.

Sonntag, 21. Oktober 1990 - 46. Herbstkonvent in Grafenhausen/Schwarzwald

Die Narrenzunft der Galgenvögel Grafenhausen/Schwarzwald hatte den Konvent der kurzen Wege - alle Sitzungen und Empfänge fanden in der Schwarzwaldhalle statt - hervorragend vorbereitet und mustergültig abgewickelt. Alle 81 Mitglieds- und Gastzünfte des Verbandes waren vertreten.

Mit Präsidiumsbeschluss wurde am Samstagvormittag nach Vorschlag des Brauchtumsausschusses die Narrenzunft Dachsberger Dachse einstimmig als Gastzunft aufgenommen. Ebenfalls am Vortag fanden die Arbeitskreise „Narrentag 1991 in Lörrach" und „Neues Steuerrecht für Vereine" einen großen Zuspruch. Umfangreich informierte die Narrengilde Lörrach über den Ablauf des anstehenden Narrentages.

Der Konvent am Sonntagvormittag wurde zügig in knapp zwei Stunden abgewickelt. Die Zunftmeister waren mit der Arbeit des Präsidiums offenbar zufrieden, zu den abgegebenen Berichten wurden keinerlei Aussprachen gewünscht. So kam denn auch in der Versammlung der Humor nicht zu kurz. Geehrt wurden die Mitglieder des Brauchtumsausschusses zu ihrem zehnjährigen Bestehen; sie hatten sich bei dem vorausgegangenen Abendprogramm in großartiger Weise närrisch selbst karikiert.

Der bisherige Narrenvogt der Vogtei Nördlicher Breisgau/Elztal, Leonhard Schultis (Oberwinden), gab sein Amt an Horst Schleith (Denzlingen) ab und erhielt als Dank für seine engagierte Tätigkeit die Zinnkanne des Verbandes als Ehrengeschenk.

Fasnet 1991 und der Golfkrieg

Am 17. Januar 1991 brach der Krieg am Golf aus. Schon zuvor hatten Presse, Rundfunk und Fernsehen eine ungeheure Medienkampagne entfacht und mit aller Kraft versucht, die Narren zu einem Fasnachtsverzicht zu bewegen. Nun überschlugen sich die Berichte, Empfehlungen und es gab sogar Drohungen von militanten Gruppen. Genau ein Tag vor Eröffnung des 18. Oberrheinischen Narrentages in Lörrach musste dieser in Übereinstimmung mit der Stadtverwaltung, dem Vorstand der Narrengilde und dem Vorstand des Verbandes abgesagt werden. Für die Lörracher Narren waren damit eineinhalb Jahre Arbeit, persönliches Engagement und viele Vorbereitungen und Planungen zu Ende. Eine Neuauflage gibt es in Lörrach nicht.

Über den Ausfall des Narrentages wurden die Zünfte sofort informiert und zwar mit dem Hinweis, dass dieser Ausfall nicht automatisch den Gesamtausfall der örtlichen Fasnet bedeute. Immer mehr Zünfte entschieden sich aber recht früh, auf die eigenen Veranstaltungen völlig zu verzichten. Am 22. Januar empfahl der Verband ebenfalls den Verzicht. Letztendlich beugten sich fast alle Zünfte dem ungeheuren Druck der Medien und sagten die offiziellen Veranstaltungen ab. Dies war die Stunde vieler echter Fasnetmacher, die den alten Volksbrauch auch ohne die ordnende Organisation der Zünfte aufleben ließen. In etlichen Orten tauchten Hästräger auf, wurden kleine Narrenbäume gestellt, spielten Musikkapellen in den Lokalen und es herrschte buntes Fasnetstreiben. Fast überall wurde die Meinung vertreten, dass sich ein solcher Fall nicht wiederholen darf und man sich künftig solchen Minderheiten nicht mehr beugen wird.

Samstag, 02. März 1991 - Sonderkonvent in Oberwinden

Bei dem aus Anlass der kurzfristigen Absage des Narrentages in Lörrach und dem Totalausfall der Fasnet angesetzten Sonderkonvent waren 79 der 81 Zünfte vertreten. Der Dank des Narrenmeisters galt der Narrengilde Lörrach mit ihren Helfern, deren enormes Engagement „für die Katz" war. In chronologischer Folge erwähnte er alle Fakten, die zu der kurzfristigen Absage führten. Lörrachs Obergildenmeister Hans Posovszky ergänzte die Darstellung.

Beschlossen wurde mit knapper Mehrheit ein Solidarbeitrag zur teilweisen Abdeckung des Verlustes der Narrengilde Lörrach und zwar pro Zunft mit einem Sockelbetrag von 400 Mark. Darüber hinausgehende Beträge sind wünschenswert und wurden von einigen Zünften bereits zugesagt. Der Jahresmitgliedsbeitrag wurde auf Antrag der Narrenzunft Oberwinden erhöht, wovon zukünftig zwanzig Mark einem Sonderfonds für Verbandsveranstaltungen zugeführt werden. Der V.O.N.-Holzorden, welcher seit 1937 erst 31 Mal verliehen wurde, durfte Hans-Rudolf Müller aus Lörrach in Empfang nehmen.

Sonntag, 27. Oktober 1991 - 47. Herbstkonvent in Friesenheim

Der Konvent wurde gemeinsam von der Fasent-Zunft Friesenheim und der Narrenzunft „Kruttstumpe" Schuttern ausgerichtet. Schon am Samstag gab es Rekordzahlen bei den Anmeldungen zu den beiden Arbeitskreisen „Sicherheit bei Umzügen" und „Fasnet, wie sie sein soll". Das Programm beim Närrischen Abend in der Sternenberghalle in Friesenheim hatte hohes Niveau.

Närrisch lustig gestaltete sich die Aufnahme der Narrenzunft „Kruttstumpe" Schuttern als Verbandszunft am Sonntag. Die Narrengilde Lörrach gab einen großen Abriss über die finanziellen Folgen des ausgefallenen Narrentages. Dank der Spenden und des Solidarbeitrages der Zünfte konnte der Verlust abgedeckt werden. Josef „Schorle" Fritz (Ettenheim) durfte die Urkunde als Ehrenmitglied des Verbandes entgegennehmen. Erich Müller erhielt den Holzorden Nummer 33. In der Vogtei Südlicher & Mittlerer Breisgau löste Klaus Landmann (Merdingen) den bisherigen Narrenvogt Konrad Geisenberger (Oberried) ab, welcher dieses Amt 21 Jahre inne hatte. Die Bewerbung der Narrenzunft Rheinfelden um den 19. außerordentlichen Narrentag am letzten Sonntag im Januar 1993 wurde bei nur zwei Gegenstimmen gutgeheißen. Dieser wird ausnahmsweise auf nur einen Tag beschränkt bleiben.

Samstag, 08. Februar 1992 - Erweiterung der Oberrheinischen Narrenschau

Bei der eindrucksvollen Feierstunde im Ratssaal des Kenzinger Rathauses bedankte sich Bürgermeister Claus Kopinski beim V.O.N.-Präsidium für die kooperative Zusammenarbeit mit der Stadt Kenzingen.

Narrenmeister Wolf Herterich bedankte sich in Anwesenheit zahlreicher Zunftvertretungen besonders beim Fördervereins-Vorsitzenden Bernhard Bilharz, aber auch bei Josef Bilharz für die museale Gestaltung und den Helfern aus dem Kenzinger Rathaus. Der anwesende Regierungspräsident Dr. Conrad Schroeder lobte das Engagement der Zünfte. Es schloss sich eine gemeinsame Besichtigung der erweiterten und neu gestalteten Räumlichkeiten an.

Sonntag, 25. Oktober 1992 - 48. Herbstkonvent in Wehr

Die Zunftvertreter zeigten sich mit der Verbandsarbeit zufrieden und brachten dies mit minutenlangen stehenden Ovationen bei der Wiederwahl des Narrenmeisters zum Ausdruck.

Bürgermeister Klaus Denzinger konnte am Vortag im Jubiläumsjahr zur 900-jährigen Stadtgeschichte über 200 Narren im Bürgersaal des Alten Schlosses willkommen heißen. Das am Samstag erstmals anstelle von Arbeitssitzungen durchgeführte Themenforum „Zünfte fragen - der Vorstand antwortet" fand großes Interesse. Der bunte Abend der Wehrer Narrenzunft in der schmucken Stadthalle bot ein kurzweiliges Programm.

Hans Fräulin (Zell im Wiesental) gab nach 21 Jahren sein Amt als Narrenvogt der Vogtei Dreiländereck an Klaus Preusch (Weil am Rhein) ab.

Sonntag, 31. Januar 1993 - 19. Außerordentlicher Narrentag in Rheinfelden

Fast 10.000 Hästräger und Musiker waren bei herrlichem Sonnenschein zum ersten grenzüberschreitenden Narrentagsumzug nach Rheinfelden gekommen. Das SWF-Fernsehen in Südwest 3 war drei Stunden und 25 Minuten live dabei und das bei einer Einschaltquote von sieben Prozent. Das entspricht etwa 700.000 Zuschauern, die am Sonntagnachmittag den Umzug am Bildschirm mitverfolgten. Großartige Arbeit hatten die Rheinfelder im Vorfeld geleistet; es klappte alles wie am Schnürchen. Der Umzug begann in der Altstadt von Rheinfelden/Schweiz und führte über die Rheinbrücke nach Rheinfelden/Baden. Etwa 40.000 Zuschauer säumten die Straßen und waren ob des bunten Narrentreibens begeistert.

Die Fasnachtsgesellschaft Hauingen wurde feierlich in den Verband aufgenommen. Für alle im Bürgersaal anwesenden Ehrengäste und Zunftvertreter spendierte die Rheinfelder Zunft eine Narrensuppe (mit Wurst!), die gemeinsam ausgelöffelt wurde. Dieser außerordentliche und ausnahmsweise auf nur einen Tag beschränkte Narrentag wurde allseits mit der Note „sehr gut" bewertet.

Sonntag, 07. November 1993 - 49. Herbstkonvent in Breisach

Der Samstagmorgen begann wie üblich mit einer Präsidiumssitzung. Hier gab es eine umfangreiche Diskussion um die Zukunft der Herausgabe des „Narrenspiegels", der zwölf Jahre von Kurmark gesponsert worden war.

Die beiden Arbeitskreise „Jugendschutz und Verantwortung der Zünfte" und „Spannungsfeld zwischen Narr und Bürger" waren mit je ca. 160 Zunftmitgliedern gut besucht. Vorstandsbeirat Paul Teike (Freiburg) und Bürgermeister Clemens Bieniger (Winden im Elztal) referierten gemeinsam über das Themenfeld von der Organisation der Straßenveranstaltungen, Darstellung der Narren, Verhalten nach Umzügen bis zu Abgaben (Gebühren) auf kommunaler Ebene und Steuern an das Finanzamt. Nachdem später in der gut besetzten Halle kurz zusammengefasst Bericht erstattet wurde, fand die Mitgliederversammlung des „Fördervereins Oberrheinische Narrenschau e.V." statt. Einen schönen Rahmen bekam der Stadtempfang im Hansjakob-Hof des Badischen Winzerkellers. Bei den zwei Damenprogrammen „Besichtigung des Breisacher Münsters mit anschließender Sektprobe" und „Schifffahrt auf dem Rhein" erwiesen sich die Breisacher als liebenswürdige Gastgeber.

Zügig wurden am Sonntagmorgen die 13 Tagesordnungspunkte abgespult. Bei der Totenehrung gedachte der Narrenmeister der verstorbenen Ehrenmitglieder Philipp Ernst und Richard Fahr (beide Freiburg). Einstimmig wurden die Gastzünfte Stegen und Steinen-Höllstein nach Empfehlung des Brauchtumsausschusses und des Verbandspräsidiums als Verbandszünfte aufgenommen.

Sonntag, 23. Oktober 1994 - 50. Herbstkonvent in Schonach

Der 50. Herbstkonvent in Schonach brach alle bisherigen Rekorde. Nicht nur, dass alle Zünfte vertreten waren, sondern auch, dass die Hauptversammlung mit 220 (!) Minuten Dauer die bisher längste in der Geschichte des Verbandes war. Und es war zu keinem Zeitpunkt langweilig, denn alle der etwa 500 anwesenden Narrenfreunde harrten bis zuletzt aus und hatten für die ungewöhnlich lange Zeitdauer bei der umfangreichen Abwicklung der Regularien Verständnis.

Im Mittelpunkt stand die Verabschiedung von Narrenmeister Wolfgang Herterich. Schon vier Jahrzehnte aktiv im närrischen Geschehen zu Hause, gehörte er dem Verband ab 1978 für zwei Jahre als Chronist an, bis er 1980 zum Nachfolger des verstorbenen Frieder Baldringer zum Narrenmeister gewählt worden war. Nun wurde er 14 Jahre später in den närrischen Ruhestand verabschiedet und von den Zunftvertretern unter minutenlangem Beifall für seine hervorragenden Verdienste zum Ehren-Narrenmeister auf Lebenszeit ernannt. Außerdem durfte er den Holzorden Nummer 34 in Empfang nehmen.

Die notwendig gewordenen Wahlen der Nachfolger fanden auf Wunsch des Verbandspräsidiums geheim statt, nachdem zuvor Hans Fräulin (Zell im Wiesental) die einstimmige Entlastung des Verbandsvorstandes erwirkt hatte. Die Wahl erbrachte im Ergebnis, dass Paul Teike (Freiburg) neuer Narrenmeister, Horst Schleith (Denzlingen) neuer Schatzmeister und Bernd Götzmann (Freiburg) nunmehr Vorstandsbeirat für Versicherungsfragen ist.

In seiner Antrittsrede betonte Narrenmeister Paul Teike, dass die gemeinsam gestellte Aufgabe nicht nur die Erhaltung des Fasnachtsbrauchtums, sondern die konsequente Verfolgung dieses gesteckten Zieles in zeitangepasster Form beinhalte. Er erinnerte daran, dass bei aller Freude an der Fasnacht keineswegs die Randgruppen unserer Gesellschaft - die Älteren, die Behinderten und die Kranken - vergessen werden dürfen. Als Verbandszunft neu aufgenommen wurde die Narrenzunft Binzen, welche der Vogtei Dreiländereck angehören wird.

Die Narrenzunft Schonach bot aber auch ein interessantes Rahmenprogramm. In zwei Gruppen gab es an zwei Tagen für die Damen die Besichtigung einer alten historischen Mühle und Schwarzwald-Bauernhofes sowie ein Ehrenscheibenschießen. Rund 200 Narrenfreunde wurden beim Empfang der Gemeinde im Pfarrzentrum mit einem guten Tropfen und belegten Brötchen verwöhnt.

Der „Förderverein Oberrheinische Narrenschau e.V." Kenzingen hat seit seiner ersten Hauptversammlung nunmehr genau 222 Mitglieder. In den letzten zehn Jahren hat der Verein rund 100.000 Mark an Mitgliedsbeiträgen und Spenden eingebracht.

Beim Arbeitskreis diskutierten am Samstagnachmittag rund 400 Zunftvertreter über das aktuelle Thema „Aktivitäten im Rahmen des Brauchtums".

Beim Unterhaltungsprogramm am Samstagabend bewiesen die Schonacher, dass sie es verstehen, Fasnet im Saal zu vermitteln. Alle Programmpunkte boten gute, urige Unterhaltungskost.

Samstag, 14. Januar 1995 - Verabschiedung von Wolfgang Herterich

Narrenmeister Paul Teike widmete seinem Vorgänger bei Anwesenheit von Regierungspräsident Dr. Conrad Schroeder Worte des Dankes und der Anerkennung und zählte im Einzelnen die Neuerungen auf, die Herterich in 14 Jahren aktiviert und gefördert hat oder deren Ideengeber er war.

Bei dieser Abschiedsfeier waren auch mehrere Präsidenten der in der Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutscher Narrenverbände zusammengeschlossenen Narrenvereinigungen anwesend und warteten mit Grußworten und Präsenten auf.

Sonntag, 15. Oktober 1995 - 51. Herbstkonvent in Rust

Die in den Vogteisitzungen durchgesprochenen Satzungsänderungen und die neuen Aufnahme-Richtlinien konnten ohne Diskussion einstimmig bewilligt werden. Die Narrenzunft Schönau wurde ebenfalls einstimmig als Verbandszunft aufgenommen.

In den Narren-Ruhestand verabschiedete der Konvent neben Josef Fritz (Ettenheim) und Hans-Rudolf Müller (Lörrach) auch den Vorsitzenden des Brauchtumsausschusses, August Vetter aus Kollnau, und die beiden Brauchtumsausschuss-Mitglieder Eckhard Frank (Schönau) und Hans Klumpp (Reichenbach). Rainer Kimmig von der Narrenzunft Oberkirch kam ergänzend in den Brauchtumsausschuss neu hinzu. Neue Narrenvögte wählte man in den Vogteien Mittlerer & Südlicher Breisgau und Nördlicher Breisgau/Elztal. Dort übernahmen Manfred Burkert (Staufen) und Klaus Kremp (Kollnau) dieses Amt.

Die beiden Arbeitskreise am Samstagnachmittag „Woher kommen unsere Fasnachtsbräuche?" mit dem wissenschaftlichen Fasnachtsforscher Dr. Werner Mezger aus Rottweil und „Was erwarten die Zünfte von ihrem Verband?" fanden großes Interesse. Nur 25 Minuten brauchte der „Förderverein Oberrheinische Narrenschau e.V." Kenzingen für seine jährliche Generalversammlung.

Der wiedergewählte Narrenmeister Paul Teike sagte in seinem Geschäftsbericht wörtlich: „Fasnet heißt nicht nur Freude und Spaß in egoistischer Form, sondern bedeutet für uns auch Verantwortung zu übernehmen und Leistung zu bringen". Die Aufgabenstellung, die die 81 Narrenzünfte aus dem Bereich von der Ortenau bis zum Hochschwarzwald im Rahmen der sozialen und kulturellen Basis erfüllen, könne nicht genügend herausgestellt werden. So seien an gemeinnützige Institutionen wie Altenheime, Krebsstationen und Kindergärten durch Spenden aus Veranstaltungen über 30.000 Mark ausgeschüttet worden. Der Narrenmeister betonte weiter, dass man vor der Not im Umfeld die Augen nicht verschließen dürfe. Mit rund 25.000 aktiven Fasnächtlern im weiträumigen Verbandsgebiet gebe es keine General-Schließung gegenüber neuen Narrenzünften, aber durch die einstimmig beschlossene Satzungsänderung eine engere Auslegung der Aufnahme-Richtlinien.

Der Freiburger Regierungspräsident Dr. Conrad Schroeder machte bei seinen Grußworten den Narren ein großes Kompliment für ihr Engagement und ihre Disziplin bei den Verbands- und Zunftveranstaltungen.

Viel Spaß gab es am närrischen Abend. Die Ruster Zunft hatte mit Unterstützung der befreundeten Narrenzunft „Sendewelle" Altdorf zehn pfiffige Programmnummern zusammengestellt, die sie gekonnt darboten.

Ein besonderer Dank galt bei diesem Konvent Bürgermeister Günter Gorecky, der im seltenen Fall in Personalunion auch Präsident der Narrenzunft „Hanfrözi" Rust ist und die Hauptlast der Vorarbeit zum Konvent zu tragen hatte.

Sonntag, 29. September 1996 - 52. Herbstkonvent in Lörrach

Schon am Samstag vor dem Herbstkonvent gab es mit dem Vortrag von Dr. Werner Mezger über „grundsätzliche Fragen zum Verständnis und zur Pflege von Bräuchen" einen ersten Höhepunkt. Der folgende Narrenempfang „mit Schirm und Charme" durch Frau Oberbürgermeisterin Gudrun Heute-Bluhm ist ebenfalls bleibende Erinnerung.

Narrenmeister Paul Teike brachte in seiner Begrüßung zum Ausdruck, dass die Narrenzünfte „die Träger unserer heimischen alemannischen Fasnet seien". Bei der Totenehrung gedachte er neben anderen Fasnachtsfreunden insbesondere Narrenfreund Hans-Rudolf Müller aus Lörrach, der im Mai des Jahres - kurz nach seinem Rücktritt von seiner Verbandstätigkeit - verstorben war. In seinem Geschäftsbericht machte der Narrenmeister deutlich, dass bei diesem Herbstkonvent die Vertreter der Narrenzünfte rund 25.000 Fasnächtler vertreten. Der Rückblick des Narrenmeisters fiel trotz einiger kritischer Punkte sehr positiv aus. Insbesondere stellte er fest, dass sich die Zusammenarbeit gefestigt habe und die neue Mannschaft die gestellten Aufgaben kameradschaftlich bewältige. Ein wichtiger Punkt seines Berichtes war auch die Kritik der Medien an einigen Auftritten von Humoristen. Vorwürfe wie Rechtsradikalismus wies er von sich und den Narrenzünften des Verbandes. Er appellierte aber auch an alle Narren, sich über sich selbst lustig zu machen, sich schützend vor Minderheiten zu stellen und über das zu berichten, was das Volk bedrückt. Er vergaß auch nicht, auf die gesellschaftlichen Probleme wie Arbeitslosigkeit und Alkoholismus hinzuweisen.

11./12. Januar 1997 - 20. Oberrheinischer Narrentag in Freiburg

Sehr früh in diesem Jahr, sicherlich zu früh für alle, fand der 20. Narrentag am 11. und 12. Januar 1997 in Freiburg statt. Die Breisgauer Narrenzunft hat in zweijähriger Organisationsarbeit diese Großveranstaltung des V.O.N. vorbereitet.

Nachdem der närrische Lindwurm schneller als geplant durch die Straßen marschiert war, fiel allen ein Stein vom Herzen. Eine sehr gute Werbung für unseren Verband war auch die Fernsehübertragung durch SWF 3, die von nahezu einer Million Menschen gesehen wurde und eine der stärksten Einschaltquoten an der Fasnet 1997 erreichte. Wolfgang Herterich hat im Oberrheinischen Narrenspiegel Nummer 31 einen ausgezeichneten Artikel geschrieben und dort den Ablauf des Narrentages bestens dargestellt. Selbstverständlich gab es auch über dieses Großereignis Kritik zu üben und dies war auch berechtigt. Sowohl teilnehmende Zünfte als auch der Veranstalter machten davon berechtigten Gebrauch.

Sonntag, 26. Oktober 1997 - 53. Herbstkonvent in Kenzingen

Bereits am Samstag vor dem Herbstkonvent gab es eine Fortsetzung des Brauchtumsvortrags des Vorjahres von Dr. Werner Mezger unter der Themenstellung „Fasnetsbräuche". Auch dieser Vortrag konnte als ein gelungener Höhepunkt betrachtet werden. Der Narrenempfang, ausgerichtet durch die Stadt Kenzingen und gestaltet durch die Zunft der Wellebengel, zeigte bereits auf, dass man sich in einer Narrenhochburg befand. Ein ausgezeichneter närrischer Abend schloss sich an und bestätigte die gewachsene Kenzinger Fasnetstradition.

Narrenmeister Paul Teike stellte in den Vordergrund seiner Begrüßung, dass der V.O.N. mit seiner Mitgliedschaftspolitik der Devise „Qualität vor Quantität" treu bleibt. Bei der Totenehrung gedachte er dem langjährigen Narrenvogt der Vogtei Freiburg, Heinz Großholz, der auch gleichzeitig als Oberzunftmeister der B.N.Z. tätig war. In seinem Geschäftsbericht konnte Teike feststellen, dass es gelungen war, Räumlichkeiten anzumieten, um das längst überfällige Zentralarchiv des V.O.N. aufzubauen.

Bereits am 03./04. Mai 1997 war der Verband Ausrichter und Gastgeber für die Tagung der Südwestdeutschen Narrenvereinigungen in Oberkirch. Diese Tagung wurde im Rahmen unseres Geburtstags an den V.O.N. vergeben und von der Narrenzunft Oberkirch ausgerichtet. Der V.O.N. brachte unter dem Motto „60 Jahre V.O.N. und seine Zünfte" eine Erinnerungsplakette und einen Orden heraus.

Der Höhepunkt des Geburtstagsjahres war jedoch zweifelsohne der 20. Narrentag des V.O.N. in Freiburg.

Sonntag, 25. Oktober 1998 - 54. Herbstkonvent in Schluchsee

Der Begriff der Dienstleistung stand im Vordergrund seines Berichtes, was auch die Arbeitskreise „Grafik und Design in der Fasnet" und „Versicherungsfragen", welche am Vortag stattfanden, unter Beweis stellten. Trotzdem blieb der Humor nicht außen vor, was der Empfang der Gemeinde Schluchsee bewies.

Erstmalig nahm der V.O.N. mit 1.200 Hästrägern an einem Landschaftstreffen des VSAN in Schwenningen teil und bestätigte die enge Verbindung zum VSAN.

Anlässlich eines Tages der offenen Tür wurde das fertig gestellte Zentralarchiv den Zünften vorgestellt. Narrenmeister Paul Teike und der gesamte Verbandsvorstand wurden für weitere drei Jahre in ihren Ämtern bestätigt.

Sonntag, 17. Oktober 1999 - 55. Herbstkonvent in Weil am Rhein

Zur Eröffnung gedachte er dem verstorbenen Ehrenmitglied Paul Kanstinger (Bleibach), welcher von 1974 bis 1986 als Narrenvogt die Vogtei Nördlicher Breisgau/Elztal führte. Mit Erfolg konnte der Rückblick über das Vogteitreffen in Kenzingen absolviert werden, welches nach einjähriger Pause in SWF 3 übertragen wurde. Sonja Schrecklein und Narrenmeister Paul Teike führten durch die Sendung und konnten außer den Vogteizünften auch zahlreiche Gastzünfte des VSAN vorstellen.

Schwerpunkt des Jahresberichts war u.a. die Kritik an der Steuerpolitik des Bundes in Zusammenhang mit der Gemeinnützigkeitsfrage unserer Zünfte, aber auch die Fragestellung der Anerkennung des Ehrenamtes in unserem Staat. Den Konventteilnehmern wurden die Vorplanungen für den Narrentag im Jahre 2001 in Oberkirch vorgestellt. Für den Verbandsvorstand konnten Rainer Schwitzer (March) für die Leitung des Zentralarchivs und Rainer Kimmig (Oberkirch) für die Organisation der Narrentage gewonnen und durch den Konvent bestätigt werden. Kanzellar Peter Wannenmacher erhielt den V.O.N.-Holzorden Nummer 35 und in der Narrenvogtei Ortenau wählten die dortigen Mitgliedszünfte Edgar Lippert (Oberkirch) zum neuen Narrenvogt.

Sonntag, 05. November 2000 - 56. Herbstkonvent in Münstertal

Zum ersten Mal fand bei der Narrenzunft „Belchengeister & Chäsliwieber" in Münstertal ein Konvent des V.O.N. statt, welcher auch unter dem Zeichen des 25-jährigen Mitgliedschaftsjubiläums der Narrenzunft Münstertal stand und zu dem nahezu 700 Zunftvertreter begrüßt werden konnten. Der Arbeitskreis am Samstag gab den Teilnehmern die Möglichkeit, sich ausführlich über den Narrentag 2001 in Oberkirch zu informieren.

Am Konventsonntag fiel für Narrenmeister Paul Teike der Veranstaltungsrückblick über die drei diesjährigen Vogteitreffen des Verbandes durchgehend positiv aus, welche in Gutach, Oberried und Schopfheim durchgeführt wurden. Weitere außergewöhnliche Fasnachtsveranstaltungen feierten die Narrenzunft Staufen anlässlich „550 Jahre Staufener Fasnet" und die Narrenzunft Todtnau anlässlich ihres 140. Geburtstages im Jahr 1860.

Der Jahresbericht des Narrenmeisters beinhaltete u.a. zudem die Bekanntgabe der neuen Umzugsrichtlinien des V.O.N., aber auch kritische Punkte wie z.B. „Gewalt von Außen" bei Veranstaltungen und die unbefriedigende Überarbeitung der Steuergesetze wurden angemerkt. Schwerpunkte waren hier die Betrachtungen zum neuen Spendenverfahren für Vereine.

Neu in den Brauchtumsausschuss wurde Hanjo Bolanz von der Narrenzunft Seelbach berufen und Seneschall Gerhard Laub aus Freiburg erhielt den Holzorden Nummer 36. Die Konventversammlung übergab die Ausrichtung des 57. Konvents im kommenden Jahr an die Narrenzunft Rheinfelden.

In der Jahressitzung der Vogtei Freiburg löste Dieter Niederberger (Freiburg) den bisherigen Narrenvogt Roland Schneble (Freiburg) ab.

Seit dem Jahr 2000 wird von Verbandsseite ein limitierter Sammlerpin aufgelegt, der im ersten Jahr das Logo des Verbandes zeigt und dessen Erlös, auch in den kommenden Jahren, dem Archiv des Verbandes zugute kommen wird.

Am 28.11.2000 verstarb das langjährige Vorstandsmitglied Hans Matt aus Lenzkirch.

Sonntag, 28. Oktober 2001 - 57. Herbstkonvent in Rheinfelden

Zum dritten Mal nach 1953 und 1985 fand bei der NZ Rheinfelden der Konvent des V.O.N. statt. Zum 57. Herbstkonvent waren über 800 Zunftvertreter erschienen und nahmen an verschiedenen Veranstaltungen teil.

Schwerpunkt des Konvents waren neben dem Jahresrückblick die Neuwahlen des Vorstandes, welche durch ausscheidende Mitglieder notwendig war. Als Kanzellar wurde Bernd Götzmann (bisher Peter Wannenmacher), als Chronist Rainer Schwitzer (für den leider verstorbenen Hans Matt) und als Vorstandsbeirat Rainer Kimmig, Oberzunftmeister der NZ Oberkirch, gewählt. Wolfram Stippich (Vize-Narrenmeister), Horst Schleith (Schatzmeister), Hans Posovszky (Zeremonienmeister) und Gerhard Laub (Seneschall) wurden neben Narrenmeister Paul Teike mit überwältigender Mehrheit im Amt bestätigt. Die ausscheidenden Narrenvögte Klaus Preusch (Dreiländereck) und Manfred Burkert (Mittlerer & Südlicher Breisgau) erhielten die Ehrennarrenwürde. Peter Wannenmacher, über 18 Jahre als Kanzellar und Schriftführer für den Verband tätig, wurde zum Ehrenmitglied ernannt und Narrenmeister Paul Teike bekam den Holzorden Nummer 37 verliehen.

Die NZ Bogdemolli Bad Bellingen wurde nach absolvierter Gastzunftzeit vom Konvent zum Vollmitglied bestätigt. Als Patenzünfte fungierten die Narrenzunft Neuenburg und die Narrengilde Lörrach.

Der Jahresbericht von Narrenmeister Paul Teike beinhaltete unzählige Neuerungen für das Jahr 2001. Unter anderem wurde der Brauchtumsausschuss wie folgt neu zusammengesetzt:

Rainer Schwitzer (March) (Vorsitzender)

Hanjo Bolanz (Seelbach) Robert Hensle (Grafenhausen/Ortenau)

Martin Krieg (Oberwinden) Volker Matt (Lenzkirch)

Fritz Schleith (Binzen) Paul Teike (Freiburg).

Der V.O.N. brachte eine Neufassung des Handbuchs heraus, welches die Grundlagen für eine aktuelle Vereinsführung ermöglicht. Auch in diesem Jahr beschäftigte sich der Konvent mit der Frage des Ehrenamtes unter dem Motto „Mehr Lust statt Frust im Ehrenamt". Hauptaussage im Jahresbericht war jedoch die Stellungnahme zur grundsätzlichen Absage der Fasnet 2002 in Anbetracht der momentanen Weltlage. Bereits im Vorfeld des Konvents war es zu Medienanfragen gekommen, welche auf eine Aussage zur jetzigen Weltkrise, verursacht durch den Terrorakt am 11.09.2001 auf New York, abzielten.

Verbandshöhepunkt des Jahres 2001 war der 21. Oberrheinische Narrentag in Oberkirch, welcher ausgezeichnet organisiert und durchgeführt wurde. 14.000 Hästräger und Musiker verwandelten Oberkirch zur Narrenmetropole, wobei die Stadt durch eine hervorragende Straßenfasnet glänzte. Trotz der erfolgreichen Veranstaltung stellte sich die Frage, ob man die Grenze des Zumutbaren für Aktive, Betrachter und Organisatoren erreicht hat. Diese Frage wurde in einer Sondersitzung der Zünfte am 06.10.2001 im Münstertal erörtert und eine Lösung soll erarbeitet werden.

Aufgrund der Neukonzeption für die Narrenschau Kenzingen, welche durch die Stadtverwaltung, den V.O.N. und den Förderverein erarbeitet wurde, konnte auch die Existenzsicherung der Narrenschau als Erfolg verbucht werden.

Bei den turnusmäßigen Wahlen innerhalb der Verbandsvogteien wurden Tobias Drescher (Oberried) in der Vogtei Mittlerer & Südlicher Breisgau und Manfred Messmer (Maulburg) in der Vogtei Dreiländereck zu neuen Narrenvögten bestimmt.

Der im letzten Jahr aufgelegte Sammlerpin stellte im Jahr 2001 Narrenfiguren der Breisgauer Narrenzunft Freiburg und Oberkirch dar. Rundum konnte das Jahr 2001 für den V.O.N. als voller Erfolg angesehen werden.

2002

Die Fasnet 2002 war geprägt von dem Vogteitreffen der Vogtei Mittlerer & Südlicher Breisgau in Breisach, welches von SWF 3 unter der bewährten Moderation von Sonja Schrecklein und Paul Teike übertragen wurde, und dem Vogteitreffen der Vogtei Hochschwarzwald in Höchenschwand. Beide Narrentreffen waren unter dem Motto „Qualität vor Quantität" bestens organisiert. In Friesenheim und Niederwinden fanden jeweils Freundschaftstreffen anlässlich der dortigen Zunftjubiläen statt und Neuenburg am Rhein richtete das erste Zähringerstädte-Treffen aus.

Delegationen des V.O.N. waren in diesem Jahr zu Gast im Bundeskanzleramt in Berlin, wo sie von Bundeskanzler Gerhard Schröder empfangen wurden, und traditionell -wie jedes Jahr- im Regierungspräsidium in Freiburg.

Zum ersten Mal fand ein Herbstkonvent in Oberharmersbach statt. Über 850 Zunftvertreter kamen zu dem erst am letzten Novemberwochenende stattfindenden 58. Herbstkonvent und waren von der Durchführung begeistert. Neuerungen waren die Abendessenseinnahme in der örtlichen Gastronomie, welche mit ausgezeichneter Qualität, Service und Sonderpreisen aufwartete, sowie der abendliche Umzug zur Tagungshalle.

Am Samstag wurden zwei Arbeitskreise abgehalten - im Arbeitskreis 1 wurde die Neukonzeption der Brauchtumsrichtlinien vorgestellt, der Arbeitskreis 2 widmete sich ausführlich den Steuerrichtlinien und deren Handhabung. Beide Arbeitskreise fanden große Anerkennung bei den Teilnehmern.

Im Mittelpunkt des Jahresberichts des Narrenmeisters Paul Teike stand in diesem Jahr die Schelte für die Politik, die GEMA und den Gaststättenverband. Der Narrenmeister forderte die Zünfte zudem auf, weniger dem „Narrentourismus" in der Vorfasnetszeit zu frönen, sondern die Kräfte mehr auf die Fasnet vor Ort zu konzentrieren. Dies könne auch dadurch bewirkt werden, dass die Zünfte nur die klassischen Jubiläen wie den 25., 50. oder 75. Geburtstag, nicht aber den 11., 15., 20. oder 22. usw. Geburtstag feiern würden.

Im Rahmen des Konvents wurden Jürgen Pfeifle (March) und Peter Zluhan (Zell im Wiesental) als Beisitzer bestätigt. Sie werden im Wahljahr 2004 den Vorstand ergänzen.

Das Verbandspräsidium verabschiedete die Einführung eines neu gestalteten Verdienstordens, mit welchem als Erster Vize-Narrenmeister Wolfram Stippich, aber auch Peter Pfrommer, Narrenvogt der Vogtei Hochschwarzwald, ausgezeichnet wurden. Der Inhalt des Handbuches wurde um das Doppelte ergänzt und ist als nahezu fertig gestellt zu betrachten.

Aufgrund der vorgelegenen Bewerbung der Narrengilde Lörrach wurde der Narrentag 2005 nach Lörrach vergeben, den Zuschlag für die Ausrichtung des 59. Konvents erhielt die Narrengilde Emmendingen.

Der diesjährige Sammlerpin war mit Motiven der Narrenzünfte Breisach und Lörrach versehen.

Der „Förderverein Oberrheinische Narrenschau e.V." Kenzingen feierte einen „Tag der offenen Tür", welcher mit starker Unterstützung der örtlichen Zunft am 16.06.2002 in Kenzingen stattfand. Eine Woche später nahm der V.O.N. mit einem Werbestand für die Narrenschau bei der Sammlerbörse des VSAN in Bad Dürrheim teil.

2003

In Biberach im Kinzigtal fand am ersten Februarwochenende das Vogteitreffen der Vogtei Ortenau statt. Ein Vogteitreffen, welches mit großem Erfolg durch die Straßenfasnet geprägt wurde. Des Weiteren konnten die Zünfte in Burkheim, Istein, Oppenau, Reichenbach, Schuttern und die „Fellteyfel“ in Emmendingen ihre runden Jubiläen feiern.

Im Mai erschien unter der Federführung von Jürgen Pfeifle (March) die erste Ausgabe der Neufassung des Oberrheinischen Narrenspiegels. Auf der Mustermesse in Basel und der Regiomesse in Lörrach präsentierte sich der V.O.N. mit einer sehenswerten Fasnetsausstellung, welche als Werbung für die Fasnet am Oberrhein zu werten war. Die Narrenzunft Gengenbach schenkte der Narrenschau in Kenzingen eine Hexenmaske und die Narrenzunft Hausach ein komplettes Häs. Die Pinsammlerserie des V.O.N. wurde um die Zunftabzeichen der Zünfte Kirchzarten, Neustadt im Schwarzwald, Staufen und Weil am Rhein weiter ergänzt.

Am 18./19. Oktober 2003 fand in Emmendingen der 59. Herbstkonvent statt, welcher auch als Konvent der klaren Worte in die Verbandsgeschichte einging. Der Samstag war vom Arbeitskreis „Präventivmaßnahmen an der Fasnet" gekennzeichnet, hinter welchem sich die Themen Veranstaltungen, Genehmigungen und Gewalt an der Fasnet verbargen. Im Jahresbericht des Narrenmeisters Paul Teike war die GEMA erneut ein Kritikpunkt. Auch dubiosen Einladungen von Zünften außerhalb des Verbandes zu „Halloweenfeiern" und anderen Festivitäten außerhalb der Fasnetszeit wurde eine klare Absage erteilt. Teike appellierte an die Verbandszünfte, stattdessen die Ortsfasnet in den Mittelpunkt zu stellen. Während Jürgen Pfeifle (March) und Peter Zluhan (Zell im Wiesental) in den Vorstand berufen wurden, erhielten Bernd Götzmann (Freiburg) und Horst Schleith (Denzlingen) den Verdienstorden des Verbandes. Abschließend wurde der 60. Herbstkonvent nach Grafenhausen in den Hochschwarzwald vergeben.

In den Vorstand des „Fördervereins der Oberrheinischen Narrenschau e.V." Kenzingen wurden Martin Lietzau (Steinach) als 2. Vorstand und Gudrun Reiner (Kenzingen) als Beisitzerin gewählt.

Das Motiv des Sammlerpins für 2003 zeigte Narrenmotive aus Kenzingen und Lahr.

2004

Die NZ „D'r Oberwindemer Spitzbue" feierte im Rahmen des Vogteitreffens der Vogtei Nördlicher Breisgau/Elztal ihr 50-jähriges Jubiläum. Eine einmalige Demonstration der Straßenfasnet wurde dem Betrachter geboten. 22 Zünfte mit ihren Kapellen verwandelten den Ort in eine Narrenhochburg. Sicherlich geht das Vogteitreffen, nicht nur wegen des „Fenstersprungs des Narrenmeisters", als einmalig in die Geschichte der Oberwindemer Fasnet ein. Die NZ Schonach feierte „50 Jahre Geißenmeckerer". Hier präsentierte sich der V.O.N. wieder mit einer Fernsehübertragung im SWR. Der Umzug stellte einen ausgezeichneten Querschnitt der alemannischen Fasnet dar. 25 Jahre „Welschkorneber" Gündlingen und das Jubiläum der Narrenzunft „Buhneschäfe" Zunsweier boten die Grundlage für weitere Vogteitreffen der Vogteien Mittlerer & Südlicher Breisgau und der Ortenau.

Das Jahr stand auch unter dem Zeichen des Beziehungsausbaus mit der Nassereither Fasnacht in Tirol und der Endphase vor dem Narrentag 2005 in Lörrach. Die Narrenschau Kenzingen wurde durch weitere Exponatbeschaffungen erweitert. Als neue Schriftführerin im „Förderverein Oberrheinische Narrenschau e.V." Kenzingen wurde Heike Dick (Kenzingen) gewählt.

Die Pinsammlerserie des V.O.N. widmete sich im Jahr 2003 den Zünften Kirchzarten, Neustadt im Schwarzwald, Staufen und Weil am Rhein. In der Vogtei Hochschwarzwald wurde Manfred Wolf (Neustadt im Schwarzwald) als Nachfolger von Peter Pfrommer zum Narrenvogt und Uwe Liebner (Schluchsee) zum Stellvertreter gewählt.

Beim 60. Herbstkonvent am 16./17.10.2004 in Grafenhausen/Schwarzwald legten die Delegierten im Rahmen der Beschlussfassung fest, dass bei Narrentagen und Vogteitreffen des V.O.N. keine Alkopopgetränke angeboten werden dürfen und die Beschallung durch Hardcoremusik untersagt wird. Regierungspräsident Dr. Sven von Ungern-Sternberg wurde zum Ehrennarren, Gerhard Laub (Freiburg) und Peter Pfrommer (Schluchsee) aufgrund ihres Ausscheidens aus dem Präsidium zu Ehrenmitgliedern ernannt. Jürgen Huber (Ortenberg) wurde als Beirat in den Vorstand gewählt und übernimmt dort die Pressearbeit.

2005

In Ebnet, Stegen und Titisee fanden erfolgreiche Jubiläumstreffen statt und eröffneten das Verbandsjahr 2005. Höhepunkte waren jedoch der 15. und 16. Januar 2005 mit dem 22. Oberrheinischen Narrentag des Verbandes in Lörrach im Dreiländereck. 12.000 Hästräger aus allen Verbandsvogteien bildeten einen farbenprächtigen Umzug, welcher in SWR 3 live übertragen wurde. Vier Stunden lang kommentierten Sonja Schrecklein, Werner Mezger und Narrenmeister Paul Teike den Umzug mit über 400 Gruppen. Bereits am Samstag fand ein Kinderumzug mit 3.000 Teilnehmern statt. Die Nacht gehörte einem Guggenmonsterkonzert von einmaliger Qualität. Über 100.000 Menschen besuchten den Narrentag in Lörrach.

Im Keller der Narrenschau wurde mit der Darstellung der Basler Fasnacht begonnen und im ersten Obergeschoß die Dauerausstellung „Fasnachten in Tirol“ fertig gestellt.

Am 05./06.11.2005 fand in Müllheim der 61. Herbstkonvent des Verbandes statt. Themen der diesjährigen Arbeitskreise waren die Jugendarbeit und das Brauchtum, dort mit den beiden Schwerpunkten der Vorstellung des neuen digitalen Häsbuches und dem Verhalten der Zünfte bei der Straßenfasnet. Die im Jahresbericht des Narrenmeisters kritisierten Biereventveranstaltungen ließen die Wogen in der Presse höher schlagen. Die von der Brauerei Rothaus beauftragte Vermarktungsfirma erwog rechtliche Schritte gegen den Narrenmeister, welche aber ohne Probleme abgewehrt wurden. Robert Hensle (Grafenhausen/Ortenau) wurde ergänzend als Beisitzer in den Verbandsvorstand gewählt, wo er zukünftig für die Führung des digitalen Häsbuches zuständig sein wird. Um die Ausrichtung des Herbstkonvents 2006 bewarb sich die Fasnachtsgesellschaft Hauingen, welche auch einstimmig den Zuschlag für die Ausrichtung erhielt.

Die Position des 1. Vorstandes des „Förderverein Oberrheinische Narrenschau e.V." Kenzingen wurde von Gudrun Reiner aus Kenzingen und damit erstmalig von einer Frau übernommen. Hans Povovszky (Lörrach) erhielt für seine langjährige Verbandstätigkeit den Holzorden Nummer 38.

Im Jahr 2005 legte der Verband die limitierten Sammlerpins mit Motiven der Narrenzünfte Maulburg, Müllheim, Oberwinden, Schonach und Titisee auf.

2006

In Altdorf fand am 04./05.02.2006 das Vogteitreffen der Ortenau statt. Des Weiteren veranstalteten die Narrenzünfte Griesheim, Hausen im Wiesental und Oberharmersbach beachtenswerte Jubiläumstreffen. Alle vier Narrentreffen zeichneten sich durch eine wunderschöne Straßenfasnet aus.

Der Termin für das Jubiläumstreffen anlässlich des 75. Geburtstages des Verbandes wurde auf den 13. bis 15. Januar 2012 festgelegt und nach Oberkirch vergeben. Anlässlich dieses Jubiläums wird der V.O.N. ein ca. 220 Seiten umfassendes Buch über die Fasnet am Oberrhein herausbringen. Der von Paul Teike entworfene Jubiläumsorden wurde aufgrund der Metallpreisentwicklung auf dem Weltmarkt bereits in Auftrag gegeben.

Die Ehrenordnung des V.O.N. wurde um den Orden „E halb’s Lebe" erweitert. Der Orden kann für eine mindestens 44-jährige „aktive" Mitgliedschaft verliehen werden. Auf Vorschlag der Vogtei Ortenau entwarf der Narrenmeister außerdem ein Narrensomeabzeichen, welches von den Verbandszünften an den Nachwuchs ausgegeben werden kann.

Erstmalig fand die Hauptversammlung des „Fördervereins Oberrheinische Narrenschau e.V." in Kenzingen statt. Die Narrenzunft Bad Säckingen und die „Schellenberg-Hexen" aus Donaueschingen stellten der Narrenschau ihre Häs als Schenkung zur Verfügung. Die Narrenzunft Gutach übergab der Narrenschau einen Kinderhemdglunker. Im „Freiburg-Keller" wurde die Präsentation der Basler Fasnacht durch Ankäufe von Masken ergänzt und fertig gestellt. Am 02.10.2006 übergab der V.O.N. der Nassereither Fasnacht die angekaufte geschnitzte Karnergruppe für das neu geschaffene Museum im Tiroler Nassereith. Dies wurde durch einen Sponsoringkreis des V.O.N. und den Verkauf einer eigens dafür geschaffenen Meissner Porzellanplakette, welche bisher als einmalig in der Fasnacht gilt, ermöglicht.

Die Pinsammlerserie zeigt in diesem Jahr Narrenfiguren aus Griesheim, Kollnau und Zell im Wiesental.

Das 62. Herbstkonvent fand am 21./22.10.2006 in Hauingen statt. In den Arbeitskreisen „Chronikführung einer Narrenzunft“ und „Das Buch in der Fasnacht“ wurden den Delegierten neue Ideen mit auf den Weg gegeben. Nach dem närrischen Unterhaltungsabend war der Konventsonntag von Zahlen, Fakten und Emotionen gekennzeichnet. So konnte Narrenmeister Teike von der erstmaligen Einführung eines Haushaltsplans und einer deutlichen Verbesserung der verbandseigenen Internetpräsenz berichten. Das Handbuch erfuhr eine weitere Ergänzung im Bereich der rechtlichen Vorgaben, Sponsorenverträge und Mustersatzungen für Fördervereine. Hans Posovszky (Lörrach) schied nach 11 Jahren als Zeremonienmeister aus dem Vorstand aus und wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Ebenfalls schied Wolfram Stippich (Grafenhausen/Ortenau) nach 11-jähriger Tätigkeit als Vize-Narrenmeister aus dem Verbandsvorstand aus, auch er wurde zum Ehrenmitglied ernannt und erhielt zudem den Holzorden Nummer 39 des Verbandes. Horst Rössler (Hausach) wurde die Ehrennarrenwürde verliehen. Der 63. Herbstkonvent wurde nach Oberhausen in die Vogtei Ortenau vergeben.

2007

In Kollnau fand am 03./04.02.2007 das 12. Vogteitreffen der Vogtei Nördlicher Breisgau/Elztal statt. Zudem feierten die Narrenzünfte Dachsberg, Menzenschwand, Nordrach, Rüßwihl, Sankt Blasien und Zell im Wiesental. Jubiläumstreffen mit ausgezeichneter Resonanz. Anlässlich des Jubiläums der „Endinger Jokili“ fand ein Jubiläumsfest statt, an welchem auch die V.O.N.-Zünfte Kenzingen und Staufen teilnahmen. Ehrennarr Dr. Sven von Ungern-Sternberg war zum letzten Mal Gastgeber des Empfangs im Regierungspräsidium Freiburg und erhielt vom V.O.N. ein Abschiedsgeschenk.

Eine Delegation des V.O.N. war Ehrengast bei der Nassereither Fasnacht in Tirol. Die Narrenschau Kenzingen erhielt in Form einer Schenkung ein Originalhäs der „Jokili aus Tovar/Venezuela“ und die Basler Figur der „Elsässerin“. Die Vogteien Dreiländereck und Ortenau ließen die ersten geschnitzten Tische für die neue Bestuhlung in der Narrenschau anfertigen und brachten diese als Spende ein. Die Pinsammlerserie des V.O.N. wurde durch die Zunftabzeichen von Altdorf, Lenzkirch und Oberried ergänzt.

In der Frühjahrsvogteisitzung der Vogtei Nördlicher Breisgau/Elztal löste Martin Schmidt (Schonach) den bisherigen Narrenvogt Klaus Kremp (Kollnau) ab.

Am 11.04.2007 verstarb unser Freund, Gönner und Ehrennarr Horst Rössler (Hausach) nach kurzer, schwerer Krankheit.

Am 22.05.2007 fand die erste Organisationssitzung für das Verbandsjubiläum im Jahr 2012 in Oberkirch statt.

Am 09.06.2007 wurde zum zweiten Mal die Hauptversammlung des „Fördervereins Oberrheinische Narrenschau e.V.“ in Verbindung mit der Häsputzete in Kenzingen durchgeführt.

Der 63. Konvent des Verbandes fand am 20./21.10.2007 in Rheinhausen-Oberhausen statt. Themen der Arbeitskreise waren die Einführung für den Aufbau einer Chronik, das neue digitale Häsbuch des Verbandes, die Vorstellung des Inhaltes des Fasnetbuches anlässlich des Verbandsjubiläums 2012 und der Programmablauf beim Jubiläum in Oberkirch. Im Jahresbericht kritisierte der Narrenmeister die Handhabung des Nichtraucherschutzgesetzes und die Bürokratie am Beispiel einer Auflage des Finanzamtes. Der Konvent sprach sich dafür aus, sich aktiv an der Präventionsarbeit gegen Alkohol, Drogen und Gewalt bei Jugendlichen zu beteiligen. Das neue digitale Häsbuch und die Neufassung der Aufnahmerichtlinien wurden vorgestellt. Verabschiedet wurde die Neufassung des Solidaritätsfonds und dessen Handhabung.

Schwerpunkt des Konvents war die Wahl des Vorstandes. Narrenmeister Paul Teike wurde mit absoluter Mehrheit im Amt bestätigt. Auch die übrigen Vorstandsmitglieder wurden wiedergewählt. Als Beirat neu in den Vorstand gewählt wurde Klaus-Peter Klein (Weil am Rhein). Der 64. Herbstkonvent wurde nach Denzlingen in die Vogtei Nördlicher Breisgau/Elztal vergeben. Hinsichtlich der Organisation und Gastfreundschaft erwies sich die NZ Oberhausen als vorbildlicher Gastgeber.

Am 24.11.2007 wurde der neu angelegte Vorplatz der Narrenschau der Bevölkerung übergeben. Optischer Mittelpunkt des Platzes ist ein von Horst und Waltraud Rössler (Hausach) gespendeter Tiroler Maskenbaum aus Nassereith/Tirol. Ende des Jahres 2007 war das Hockstüble mit 24 Stühlen und vier Tischen in geschnitzter Form ausgestattet.

2008

Im Jahr 2008 wurde die kürzeste Fasnet in der Geschichte des V.O.N. durchgeführt. Am 19./20.01.2008 fand das Jubiläums-Narrentreffen in Schuttern statt. Besonders erfolgreich war ebenso das Vogteitreffen der Vogtei Hochschwarzwald in Höchenschwand am 26./27.01.2008 anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der „Tannenzäpfle". Zum ersten Empfang des neuen Regierungspräsidenten Dr. Julian Würtenberger war der V.O.N. mit der Vogtei Dreiländereck zu Gast und ließ es sich nicht nehmen, den Regierungspräsidenten närrisch einzukleiden.

Am 01.02.2008 stand die Narrenschau Kenzingen unter dem Zeichen eines politischen Informationsbesuches. Willi Stächele, Minister des Staatsministeriums für europäische Angelegenheiten, Hubert Wicker, Chef der Staatskanzlei im Staatsministerium Baden-Württemberg, und der südbadische Regierungspräsident Julian Würtenberger besichtigten in einem mehrstündigen Besuch die Narrenschau. Eine Abordnung des V.O.N., vertreten durch die Vogtei Ortenau, nahm beim Neujahrsempfang der Landesvertretung Baden-Württemberg in Brüssel teil. Abschluss der Fasnet 2008 bildete das 44-jährige Jubiläum der Hexenzunft Grafenhausen/Ortenau am Fasnetsdienstag.

Anfang April 2008 begleiteten nahezu alle Zünfte unseren früheren Vize-Narrenmeister und Ehrenmitglied Wolfram Stippich (Grafenhausen/Ortenau) auf seinem letzten Weg.

In der Vogteisitzung des Mittleren & Südlichen Breisgaus Mitte April 2008 wählten die anwesenden Mitgliedszünfte Armin Reese (Neuenburg) zum neuen Narrenvogt und Markus Schäfers (Ebnet) zum Stellvertreter.

Am 17.05.2008 fand in der Oberrheinischen Narrenschau die erste Museumsnacht statt. Die Veranstaltung stieß trotz des schlechten Wetters auf große Resonanz. Die Vorsitzende des „Fördervereins Oberrheinische Narrenschau e.V." Kenzingen, Gudrun Reiner, und Narrenmeister Paul Teike übergaben das fertig gestellte Hockstüble der Öffentlichkeit. Sieben Tische, 30 Stühle, die neue Theke und, überraschend für alle, die Eckbank, allesamt mit Motiven beschnitzt, machen das Hockstüble im Keller der Narrenschau nun zur guten Stube des Verbandes.

Anlässlich des Narrenschopffestes des VSAN in Bad Dürrheim nahm der V.O.N. mit einem Stand teil. Bei der feierlichen Einweihung des Fasnethauses in Nassereith/Tirol wurde im Rahmen der Grußworte eine Fasnetrufer-Maske zur bleibenden Erinnerung an die bestehende Freundschaft übergeben.

Am 28.06.2008 fand in Kenzingen die Jahreshauptversammlung des „Fördervereins Oberrheinische Narrenschau e.V." statt. Die erste Vorsitzende Gudrun Reiner wurde für weitere drei Jahre in ihrem Amt bestätigt. Bürgermeister Mathias Guderjan (Kenzingen) und Herrmann Kasper (Kenzingen) erhielten das Fördervereins-Siegel in Silber. Ehrennarr Bernhard Bilharz (Kenzingen) erhielt für seine Verdienste um die Narrenschau das Siegel in Gold.

Unter Federführung des Fördervereins fand am 19.07.2008 der erste Hock der Altvorderen in der Narrenschau Kenzingen statt. Es konnten 40 Altzunftmeister und Ehrenmitglieder begrüßt werden. Eine neue Idee, die aufgrund des Zuspruchs eine Fortführung erfahren soll.

Im Juli 2008 wurden bei einem Ortstermin in Oberkirch die Weichen für die Straßenfasnet beim Jubiläum 2012 gestellt. Bereits dort wurden die Örtlichkeiten, die Umzugsstrecke, die Podienplätze und andere organisatorisch wichtige Grundsätze besprochen und festgelegt.

Von der Guggenmusik „Oktave-Chratzer Brombach" erhielt die Narrenschau ein Original-Stammkostüm als Schenkung. Anlässlich eines Besuches in der Oberrheinischen Narrenschau überließ die Narrenzunft Bad Säckingen dem V.O.N. für dessen Archiv einen Farbfilm vom zweiten Oberrheinischen Narrentag 1939 sowie den gesamten Schriftverkehr von 1928 bis 1950.

Die Pinsammlerserie des V.O.N. wurde in diesem Jahr durch die Zunftabzeichen von Grafenhausen/Ortenau, Höchenschwand, Oberhausen und Reichenbach ergänzt.

Am 08.08.2008 öffnete sich das „neugestaltete" Verbands-Internetportal, welches federführend von Armin Reese (Neuenburg) und Mike Spinner (Schonach) erstellt wurde. Spinner wurde am Konvent hierfür mit dem bleiverglasten Wappen des V.O.N. geehrt.

Am 18./19. Oktober fand in Denzlingen der 64. Konvent des V.O.N. statt. Der Konventsamstag stand ganz unter dem Zeichen des Arbeitskreises zu den Themen „Zusammenarbeit mit der Presse“ und „Rettungsdienste an der Fasnet“, an welchen sich der Empfang durch die gastgebende Gemeinde und der närrische Unterhaltungsabend der NZ Denzlingen anschloss. Narrenmeister Teike berichtete am Konvent-Sonntagmorgen von über 30.000 Aktiven und ca. 6.000 Jugendlichen, die die 81 Mitgliedszünfte des Verbandes repräsentieren. Der im letzten Jahr eingerichtete Solidaritätsfonds, der in Notlage geratenen Zünften unter die Arme greifen kann, wurde bislang nicht benötigt. Einstimmig verabschiedeten die Delegierten die überarbeitete Satzung des Verbandes, welche den zeitaktuellen Begebenheiten angepasst werden musste. Schatzmeister Horst Schleith (Denzlingen) erhielt den Holzorden Nummer 40 und der 65. Konvent im Jahr 2009 wurde an die Narrenzunft Lenzkirch vergeben.

2009

Das Jahr 2009 wurde durch einen umfangreichen Jubiläumsreigen der Mitgliedszünfte eröffnet. So feierte die Narrenzunft „Rolli-Dudel“ Wyhlen ihren 50. Geburtstag und richtete hierzu das Vogteitreffen der Vogtei Dreiländereck aus. Das 44-jährige Jubiläum feierte die Narrenzunft Ortenberg im Rahmen des Vogteitreffens der Vogtei Ortenau. Weitere Jubiläen waren in Oberried (60 Jahre Narrengilde und 25 Jahre Grüzsteiguggis), bei der NZ „Rämässer“ Ringsheim (44 Jahre), bei der Narrenzunft Neustadt im Schwarzwald (50 Jahre), bei der Narrenzunft Steinach im Kinzigtal (111 Jahre); in Ohlsbach (33 Jahre Umbeisen und Hexen) und bei der Breisgauer Narrenzunft Freiburg (75 Jahre) zu verzeichnen. Nach vierjähriger Pause wurde im Rahmen des B.N.Z.-Jubiläums am 01.02.2009 wieder eine Fernsehübertragung durchgeführt. Die Moderation lag in den altbewährten Händen von Paul Teike und Werner Metzger. Auf der Straße agierte Sonja Schrecklein.

Die Frühjahrsvogteisitzungen ergaben ein erfolgreiches Fazit der Fasnet 2009. Es wurde jedoch auch Kritik an der verschärften Auflagensituation der Gemeinden und Städte hinsichtlich von Sicherheitsrichtlinien und Einzäunung von Narrendörfern geübt. In den Vogteisitzungen wurde einstimmig beschlossen, die Narrenzunft „Bachdatscher“ Nordweil beim Konvent 2009 in Lenzkirch als Gastzunft in den Verband aufzunehmen.

Im April 2009 verstarb das Ehrenmitglied Josef „Schorle“ Fritz (Ettenheim), welcher sich große Verdienste um den V.O.N. erworben hatte.

Das Verbandspräsidium beschloss, sein Jubiläumsbuch bereits im Jahre 2011 der Öffentlichkeit vorzustellen. Zudem wurde die Pinsammlerserie des V.O.N. durch die Zunftabzeichen von Altdorf, Friesenheim, Steinach und Wyhlen ergänzt.

In der Narrenschau Kenzingen wurde das Hockstüble mit geschnitzten Lampen dekorativ ergänzt. Die Vogtei Mittlerer & Südlicher Breisgau übergab der Narrenschau Kenzingen einen Tisch mit den geschnitzten Motiven der Vogteizünfte.

Am 20.Juni fand in der Oberrheinischen Narrenschau Kenzingen die zweite Museumsnacht statt. Eine große Zahl an Besuchern ließ die Veranstaltung zu einem vollen Erfolg werden.

Erstmalig wurde am letzten Juni-Wochenende 2009 eine Klausur der Narrenvögte und deren Stellvertreter in Hornberg durchgeführt. Aufgrund der durchweg positiv erzielten Besprechungsergebnisse ist eine erneute Zusammenkunft für das kommende Jahr, dann im Dreiländereck, geplant.

Bei der Jahreshauptversammlung des „Fördervereins Oberrheinische Narrenschau e.V. Kenzingen“ am 18.07.2009 konnten anlässlich des 25-jährigen Jubiläums 19 Gründungsmitglieder mit dem Fördervereinssiegel in Gold und Silber geehrt werden. Leider verstarb am Vortag Ehrennarr Walter Linemann (Kenzingen), welcher maßgeblich an der Gründungsphase der Narrenschau beteiligt war.

Im Oktober fand ein Treffen der Vorstände des Ortenauer Narrenbundes (O.N.B.) und des V.O.N. statt. Auf Vorschlag des V.O.N. wurde eine Interessengemeinschaft Badischer Narrenverbände ins Leben gerufen. Der Interessengemeinschaft gehören der V.O.N., der Ortenauer Narrenbund und die Vereinigung Badisch-Pfälzischer Karnevalsvereine an. Dies wurde am 15.10.2009 beim Treffen in Appenweier von allen drei Verbänden verabschiedet. Die Interessengemeinschaft trägt den Namen „Kooperation Badische Fasnacht" und stellte sich im Bereich aller drei Verbände mit einem Positionspapier der Öffentlichkeit vor.

Neuer Narrenvogt in der Vogtei Freiburg wurde Jürgen Wachter (Freiburg).

Der 65. Herbstkonvent am letzten Oktoberwochenende wurde von der Narrenzunft Lenzkirch ausgerichtet und ausgezeichnet organisiert. Die rund 500 von den Zünften entsandten Vertreter von der Ortenau über das Dreiländereck bis in den Hochschwarzwald hatten die Möglichkeit, sich in zwei Arbeitskreisen auszutauschen und neue Erkenntnisse für die eigene Zunftarbeit mitzunehmen. Der Arbeitskreis „Alkohol und Gewalt – Jugendprävention in der Fasnet“ wurde auf Vorschlag der Narrenvögte in Form einer Podiumsdiskussion durchgeführt, Moderator war hierbei Matthias Drescher von Hit-Radio Ohr aus Offenburg. Der zweite Arbeitskreis befasste sich mit dem Thema „Die Entwicklung der organisierten Fasnet im süddeutschen Raum“, welcher die Entwicklung der Narrenzünfte im süddeutschen Raum seit etwa 1900 aufzeigte und von Ulli Topka (Konstanz) fundiert geführt wurde. Im Geschäftsbericht des Narrenmeisters Teike wurden besonders die Themen GEMA, Entbürokratisierung des Ehrenamtes, Finanzamt und Vereinsbesteuerung, Festkultur an der Fasnacht und die Kosten der Rettungsdienste ins kritische Licht gerückt. Der Konvent wurde zudem über das vor wenigen Wochen vereinbarte Positionspapier der „Kooperation Badische Fasnacht" informiert und mit den Zielsetzungen vertraut gemacht. Auf Beschluss des Konvents wurde die Position des Vizenarrenmeisters aus der Satzung gestrichen und die Narrenzunft „Bachdatscher“ Nordweil als 82. Mitgliedszunft als Gastzunft in den Verband aufgenommen. Zudem erhielt Narrenmeister Paul Teike aus den Händen von Schatzmeister Horst Schleith den Verbandsorden „E halb’s Lebe“ für seine mehr als 44-jährige aktive, närrische Laufbahn und seine 30-jährige Zugehörigkeit zum Präsidium des Verbandes. Ausrichter des 66. Konvents im Jahr 2010 wird die Narrenzunft Neuenburg am Rhein sein, welche vom Konvent einstimmig den Zuschlag auf ihre Bewerbung erhielt.

2010

Drei Tage lang, vom 15. bis zum 17. Januar 2010, haben die Bleichheimer Zyndusse ihren 45. Geburtstag gefeiert. Vor dem Umzug am Sonntag begann das Feierwochenende am Freitag mit einem Festbankett und am Samstag folgte ein gespenstischer Nachtumzug. Am gleichen Wochenende feierte die Todtnauer Narrenzunft 1860 e.V. ihren 150. Geburtstag. Hundertfünfzig Jahre alt und kein bisschen müde. Historisches Narrenspiel, und Berg in Flammen am Samstag sowie am Sonntag der Jubiläumsumzug belebten die Feierlichkeiten. Die Narrenzunft Schonach feierte vom 29. bis zum 31. Januar 2010 das 75-jährige Bestehen. Ein Festbankett und zwei herrliche Umzüge bereicherten närrisch das Jubiläum.

Der 66. Herbstkonvent des Verbandes fand am 16. und 17. Oktober in Neuenburg statt. Zum zweiten mal nach 1965 waren die Neuenburger Rhiischnooge in Neuenburg am Rhein die Ausrichter des Konvents. 417 Anmeldungen mir 336 Übernachtungen wurden gebucht. Es fanden am Samstag die Sitzungen von Verbandspräsidium und Solidaritätsfond statt, danach traf sich ein Arbeitskreis, um sich über das 2012 anstehende Jubiläum zum 75-jährigen Bestehen des Verbands und ein dazu geplantes Buch „Fasnacht am Oberrhein – eine Herzenssache“ auszutauschen. Danach ging es zum Bürgermeister Empfang. Nach dem Abendessen zeigten die Rhiischnooge im Stadthaus ihr Fasnet Programm. Der eigentliche Konvent mit über 400 Gästen fand am Sonntagvormittag statt. Punkt 10 Uhr musste das „Hochbadnerland“ Lied gesungen werden. Dann kam das Prozedere mit Jahres-, Kassen- und Rechenschaftsbericht, standen Wahlen und Ehrungen an. Der Vorstand bekam erneut von der Versammlung das Vertrauen geschenkt.

Der Vorstand besteht aus:

Paul Teike – Narrenmeister

Bernd Götzmann - Kanzellar

Horst Schleith - Schatzmeister

Klaus Peter Klein - Zeremonienmeister

Rainer Schwitzer - Chronist

Peter Zluhan - Insignienmeister

Jürgen Pfeifle - Vorstandsbeirat

Rainer Kimmig - Vorstandsbeirat

Robert Hensle - Vorstandsbeirat

Jürgen Huber - Vorstandsbeirat

Gudrun Reiner Vorstandsbeirat

Auch der Förderverein des Verbandes war auf Erfolgskurs. Er blickte auf ein mehr als erfolgreiches Jahr zurück. Ungebrochene Spendenbereitschaft, eine Vergrößerung der Dauerleihgaben und eine gelungene Museumsnacht trugen dazu bei. Gudrun Reiner wurde in der Jahreshauptversammlung für weitere drei Jahre als Vorsitzende im Amt bestätigt. Als Kassierer wurde Urban Schmidt, Heike Dick als Schriftführerin und als Beisitzer Christine Raub-Heilmann und Thomas Rössler gewählt. Der Verein hat 201 Einzelmitglieder, 42 Körperschaften und 82 Zünfte als Mitglieder.

Traditionell findet einmal im Jahr der Narrenempfang im Regierungspräsidium Freiburg statt. Sieben Narren-Verbände nahmen daran teil. In diesem Jahr wurde dem Regierungspräsidenten Julian Württemberger eine Geldspende für soziale Zwecke überreicht. Die Verbände spendeten € 2000 an das AWO Pflegeheim in Kenzingen.

Die Aussichten für die Fasnet 2010 waren schön, doch das Komasaufen mit Bum-Bum Musik beschäftigte nahezu alle Verbandszünfte.

„Man, war das schön, als es noch Narrendörfer ohne Schutz-Zaun gab, ohne Komasaufen und Bum-Bum Musik. Heute ist man zu 70 Prozent mit der Organisation beschäftigt, um Fasnet machen zu können. Es war herrlich, als man als Kind sehsüchtig darauf wartete, dass Weihnachten vorbei ist und man wieder ins Häs schlüpfen kann. Ohne Räuschle sei auch das nicht abgegangen, aber ohne Koma – und man habe sich trotz Musik noch unterhalten können, so Narrenmeister Paul Teike als Narrenprediger beim Narrenvesper in Endingen.

Ein Ereignis für 2011 warf bereits seinen großen Schatten voraus: Zu Jahresbeginn 2011 wird das neue Fastnachtbuch „Vorsicht Närrisch“ Fastnacht am Oberrhein -eine Herzenssache vom Verband herausgegeben. Es ist mit 400 Seiten zu einem Großprojekt geworden. Das Buch nimmt sich der Vielfalt der Bräuche in den jeweiligen Fastnachtslandschaften entlang des Oberrheins an. Kritische Themen sind nicht ausgenommen, sondern werden beleuchtet und hinterfragt. Die Planungen für das Jubiläumswochenende vom 14. Bis 15. Januar 2012 in Oberkirch sind in vollem Gange. Ausschüsse sind gebildet und haben ihre Arbeit aufgenommen. Oberkirch verwandelt sich über die zwei Tage in ein schmuckes Narrenstädtchen.

2011

Die Fasnet fing 2011 bereits am 13. Januar mit dem Festakt anlässlich der Feierlichkeiten für „50 Jahre Narrenzunft Windschläg“ an, es folgte am 21. Januar die Einweihung des Zunftkellers in Biberach. Am 29./30. Januar richtete die Fasnachtsgesellschaft Buurefasnacht Hauingen anlässlich ihres 50-jährigen Jubiläums das Vogteitreffen der Vogtei Dreiländereck aus. Der Höhepunkt im Monat Januar war jedoch die Präsentation unseres Fasnetbuchs „Vorsicht Närrisch! Fasnet am Oberrhein - eine Herzensangelegenheit“, welches in einer Auflage von 2.200 Stück erschien.

Im Rahmen einer allseits beachteten Ausstellung in der Sparkasse Freiburg, umrahmt vom FZG Zell und Hästrägern aller Vogteien, wurde das Buch der Öffentlichkeit und Presse vorgestellt. Direktor Horst Kary erhielt den Verdienstorden des VON. Der Februar stand unter dem Zeichen der verschiedenen Zunftjubiläen: Am 5./6. Februar 50 Jahre Gutach, am 12./13. Februar 75 Jahre Narrengilde Lörrach, am 19./20. Februar feierte die Eulenzunft Seelbach und am 26./27. Februar die Narrenzunft Windschläg. Gutach und Windschläg richteten gleichzeitig die Vogteitreffen der Vogteien Nördlicher Breisgau/Elztal und Ortenau aus. Traditionsgemäß fand der Empfang beim Regierungspräsidium am Montag, den 28. Februar, im Basler Hof in Freiburg statt.

Siegfried Wurth, Griesheim, wurde zum Beirat des Vorstandes berufen und entwickelte sich in den kommenden Wochen zur „rechten“ Hand des Narrenmeisters bei der Vorbereitung des Jubiläums in Oberkirch. Bei der jährlich stattfindenden Narrenbörse beim Narrenschopf Bad Dürrheim am 7./8. Mai stellte der VON das musikalische Rahmenprogramm. Die Musikgruppen der Narrenzünfte Gottenheim, Hohberg, Neustadt/Schw., Oppenau, Rheinfelden-Nollingen, Ringsheim und Seelbach begeisterten das Publikum.

Der VON war im Rahmen seiner Jubiläumsfeierlichkeiten Gastgeber der Tagung Südwestdeutscher Narrenverbände. Ausgewählt wurde hierfür die Stadt Kenzingen, Sitz unserer Gründerzunft „Welle-Bengel“ und der Oberrheinischen Narrenschau. Für die Gesamtorganisation waren Narrenmeister Paul Teike und Bernd Götzmann zuständig, für die Ausrichtung des gesellschaftlichen Teils Vorstandsbeirätin Gudrun Reiner und Zeremonienmeister Klaus-Peter Klein. Die Tagung war ein voller Erfolg für den VON und erhielt von allen Seiten großes Lob.

Im Monat Juni wurde der VON als Gastmitglied in den Verband Alemannische Heimat aufgenommen. Jürgen Pfeifle, Vorstandsbeirat, gab seinen Posten im Vorstand auf und somit auch die Gestaltung des Narrenspiegels. Am 23. Juli fand die Hauptversammlung, verbunden mit der Museumsputzete in Kenzingen statt. Vorsitzende Gudrun Reiner nahm drei Holztafeln der Zünfte Hauingen, Kollnau und Windschläg in ihren Besitz. Die drei Zünfte haben diese für die Außenfläche der Narrenschau gespendet.

Am 30. September wurde dem VON der Kulturpreis des Ortenauer Narrenbundes (ONB) für die Gestaltung und den außergewöhnlichen Inhalt des Buches „Vorsicht Närrisch! Fasnet am Oberrhein - eine Herzensangelegenheit“ in den Vogtsbauernhöfen in Gutach/Kinzigtal verliehen.

Für die Gestaltung des Narrenspiegels konnte Frau Angelika Haller, Freiburg, gewonnen werden. Der Redaktionsausschuss unter Leitung von Paul Teike stimmte einem vollkommen neuen Konzept zu, welches mit der Ausgabenummer 60 des/ Oberrheinischen Narrenspiegels sowohl optisch als auch inhaltlich seinen Niederschlag fand.

Einen ausgezeichnet durchgeführten Konvent konnten die 550 Delegierten der 82 Verbandszünfte in Weil am Rhein erleben. Der Arbeitskreis stand unter dem Schwerpunkt „Oberkirch 2012“ und der Präsentation sämtlicher Abläufe im Rahmen der Organisation. Beim Konvent wurde die Narrenzunft Nordweil einstimmig als Vollmitglied in den VON aufgenommen und in die Vogtei Nördlicher Breisgau/Elztal eingegliedert. Schatzmeister Horst Schleith, Denzlingen, wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Besonders hervorzuheben ist der kurzweilige Programmabend, bei dem die Bühnenfasnacht, dargeboten durch die Zunftmeister der Narrenzunft Wiler Zipfel, ein ausgezeichnetes Niveau bot.

Die Pin-Sammlerserie des VON mit der Jahreszahl 2011 wurde mit Motiven der Narrenzünfte Gutach, Seelbach und Windschläg und der Fasnachtsgesellschaft Hauingen ergänzt. Des Weiteren führte der VON das Abzeichen „Hand-in-Hand“ ein. Wie schon bei den Abzeichen der vergangenen Jahre war Narrenmeister Paul Teike wieder für deren Entwurf verantwortlich.

2012

Für die Fasnächtler begann die Fasnet 2012 ungewöhnlich früh. Bereits am 07. Januar wurde der erste Termin vollzogen – noch etwas ungewohnt im Narrenkleid. Pünktlich zum anstehenden Verbandsjubiläum öffneten sich die Türen des Stadtmuseums Oberkirch zur Dauerausstellung „75 Jahre VON“. Die drei Brauchtumsausschussmitglieder Hanjo Bolanz, Frank Schwörer und Theo Schindler hatten eine beeindruckende Präsentation zum Thema „Fasnet“ gestaltet, welche auf eine ausgezeichnete Resonanz stoßen sollte. In diesem Zusammenhang erhielt der Förderverein Oberrheinische Narrenschau e.V.

vom Lörracher Larvenkünstler Gerd Paulicke einen Larvenzyklus gespendet. Diese vier Larven stellen den Schmutzigen Donnerstag, die Fasnet, die Fasnetbeerdigung und den Tod dar. Man kann sie nur als einmalige Schmuckstücke bezeichnen, auf welches jedes Museum stolz sein kann.

Nun sollte es aber Schlag auf Schlag gehen: Nach vier Jahren Vorbereitungszeit stand das Jubiläumswochenende des Verbandes vor der Tür. Am 13. Januar wurde in einer festlich geschmückten und den badischen Landesfarben dekorierten Erwin- Braun-Halle in Oberkirch das Geburtstagsfest gefeiert. Es war ein familienfest mit Niveau, Fasnetlaune und menschlicher Wärme aller Beteiligten. Eine handverlesene Gästeliste mit Freunden unseres Verbandes ohne große Reden und Politikern. Oberkirchs Oberbürgermeister Mathias Braun und Narrenfreund Willi Stächele übernahmen die Schirmherrschaft. Präsident Roland Wehrle von der VSAN (Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer-Narrenzünfte e.V.) erhielt als zweite Person in der Geschichte des VON den Goldenen Verbandsorden verliehen. Oberzunftmeister Dr. Franz-Josef Vollherbst überbrachte in einer sehr persönlich und viel beachteten Ansprache die Glückwünsche der Narrenzunft Endingen. Gudrun Reiner, Vorsitzende des Fördervereins Oberrheinische Narrenschau e.V., übergab als Geschenk einen Umzugsbanner mit dem VON-Wappen, welcher zukünftig an der Spitze der VON-Umzüge getragen werden soll. Bühnenfasnacht, Musik an allen Ecken des Saales, Tanz, Gaudi und eine einmalige Stimmung rundeten den Abend ab. Nur wenige Stunden blieben den Gästen, bevor der Einstieg in die Straßenfasnet beginnen sollte. Pünktlich um 14.11 Uhr des Samstags wurde durch die Narrenzunft Lenzkirch der Narrenbaum in die Stadt getragen und durch die Zimmermannsgilde gestellt. Narrenmeister Paul Teike nahm den Stadtschlüssel in Empfang, gefolgt von einem grandiosen Aufmarsch der Verbandszünfte. Rund 3.000 Hästräger aus allen Verbandsvogteien zogen in einem Umzug in die Stadt ein – zu diesem Zeitpunkt stand die Stadt Oberkirch schon auf dem Kopf. Die gesamte Altstadt von Oberkirch hatte sich in ein Narrendorf verwandelt. Zelte, Gasthäuser, Buden, Stände und drei Open-Air-Tribünen bildeten die Grundlage für „Fasnet pur“, wie die Lahrer Zeitung später schrieb. Tausende Lichter und Fackeln boten die Kulisse für den Einzug der 25 Guggenmusiken, welche nach dem Umzug auf zwei Bühnen über sechs Stunden ein musikalisches Feuerwerk erklingen ließen. Zeitversetzt zogen über 1.000 Hexen in Form eines Stermarsches durch die Gassen zu den Bachanlagen im Herzen von Oberkirch, um sich dort auf der über den Bach gebauten Bühne mit ihren Hexentänzen drei Stunden dem interessierten Publikum zu präsentieren. 200 Fackeln und schummrige Festbeleuchtung gaben der Bachanlage den entsprechend notwendigen optischen Rahmen. Höhepunkt und Abschluss war der mehr als einstündige Feuersprung mit Feuerwerk der Donaueschinger Schellenberghexen, im wahrsten Sinne eine Dämonie aus Feuer, Blitz und Donnerhall. Über 20.000 Narren und Besucher tummelten sich in der Stadt, welche sich von zehn Livebands und über 50 Musikgruppen begeistern und unterhalten ließen. Da marschierten die „Ohregribler“ aus Basel, die „Eckepfätzer“ aus Freiburg, die Konstanzer Frichtle und andere und brachten spontan Auftritte zum Besten. Die Örgele der „Pflumeschlucker“ aus Bonndorf, die Band der „Hagenverwürger“ Deißlingen und viele andere brachten in dieser Narrennacht die Besucher der Wirtshäuser und Beizen in Hochstimmung. Erfreulich, es war friedlich und blieb es auch, bis in die Morgenstunden hielt die gute Narrenstimmung. Sonntag, die Sonne ging auf, die Narren und Bürger von Oberkirch wurden durch die Trommeln und Fanfaren der Fanfarenzüge Schönau und Zell im Wiesental geweckt. Die Zunft der Fasnetrufer und die Lalli-Zunft aus Freiburg riefen an verschiedenen Plätzen der Stadt den Narrentag aus. „Im Namen des Herrn Entechrist“ und gaben den Startschuss für einen weiteren Festtag. Auf dem Kirchplatz knallten die Karbatschen der Markdorfer Hänsele, an der Oberen Linde lud der Bändeltanz der Lalli-Zunft Freiburg zum Verweilen ein. Die Zunft- und Oberzunftmeister strömten zum Empfang, in dessen Rahmen die Narrenzunft „Bachdatscher“ Nordweil würdig und ehrenvoll als 82. Mitgliedszunft in den Verband aufgenommen wurde. Pünktlich ab 13.11 Uhr schlängelte sich der wohl einmalige Umzug in der Geschichte des VON durch die Straßen der Narrenhochburg Oberkirch. 25 Zünfte aus ganz Baden-Württemberg und der Narrensamen aus allen VON-Vogteien, angereichert mit über 90 Musikkapellen, demonstrierten den Fasnachtsbrauch in eindrucksvoller Art und Weise. Jedoch hat alles ein Ende, auch dieser Geburtstag - dies wurde einem erst bewusst, als am Abend der Stadtschlüssel zurückgegeben wurde. Was bleibt, ist die Erinnerung an ein „grandioses“ Narrenfest, so wurde es von allen Seiten bewertet. Ende Januar 2012 feierte die Narrenzunft „Galgenvögel“Grafenhausen/Schwarzwald ihren 44. Geburtstag mit einem Jubiläumswochenende,

die „Rhy-Waggis“ aus Weil und die „Schergässler“ aus Reichenbach setzten mit ihren 50. Geburtstagen den Jubiläumsreigen fort. Das Wochenende vom 03. bis 05. Februar 2012 stand im Zeichen des ebenfalls 50-jährigen Jubiläums der „Schindlejokel“ Niederwinden, welche ein beeindruckendes Narrentreffen im Elztal organisierten.

Der 13. Februar empfing Regierungspräsident Julian Würtenberger nochmals die Narren im Rahmen des alljährlichen Empfangs im Basler Hof in Freiburg, welcher allerdings durch den bevorstehenden Abschied des Regierungspräsidenten etwas

getrübt war. Die Irrläufe der Politik warfen ihre Schatten auch auf die Narren. 03. März – es galt den Aktiven der Narrenzunft Oberkirch für die erbrachten Leistungen beim VON-Jubiläum wenige Wochen zuvor Dank zu sagen. In einem würdigen Rahmen wurden unter anderem auch eigens hierfür angefertigte Schnitzereien übergeben. Die Narrenzunft Oberkirch revanchierte sich mit einer Wandschnitzerei und übergab diese dem Förderverein Oberrheinische Narrenschau e.V. Kenzingen.

Narrenmeister Paul Teike erhielt den diesjährigen Narrenpreis der Breisgauer Narrenzunft Freiburg für die Verdienste um die Fasnacht in der Region. Die damit verbundene Geldauslobung spendete der Narrenmeister dem Pflegeheim der Arbeiterwohlfahrt in Kenzingen zur Förderung der Pflege von Demenzkranken. Bei der Tagung der Südwestdeutschen Narrenvereinigung in Empfingen wurde Narrenmeister Paul Teike für weitere drei Jahre in den Vorstand des GEMA-Vereins berufen.

Die Landschaft Schwarzwald der VSAN trat der Kooperation Badische Fasnacht bei.

Somit sind die drei führenden Verbände VON, VSAN und ONB nun gemeinsam tätig. Zur ersten gemeinsamen Sitzung traf man sich auf Einladung des ONB in Berghaupten. Die Pin-Sammlerserie des VON, nun mit der Jahreszahl 2012, wurde mit Motiven der Narrenzünfte Grafenhausen/Schw., Niederwinden, Oberkirch und Schluchsee erweitert.

Der VON brachte anlässlich des Verbandsjubiläums eine vierteilige DVD mit dem Titel „75 Jahre VON in Oberkirch“ heraus, welche mit rund 10 Stunden Filmmaterial einen Querschnitt zum Verbandsjubiläum beinhaltet. Die Narrenzunft Todtnau ergänzte das Narrenmuseum in Kenzingen um deren Narrenfigur des Zapfenmännle. Die Firmen EnBW und Philipps spendeten für das gesamte Museum die LED-Beleuchtung, so dass auch hier ab sofort dem allgegenwärtigen Thema Energieeinsparung Rechnung getragen werden kann.

Im Juni 2012 wurde der VON in der stattfindenden Jahreshauptversammlung als Vollmitglied in den Arbeitskreis „Alemannische Heimat“ aufgenommen. Am 16. Juni fand traditionell in Kenzingen die Jahreshauptversammlung des Fördervereins Oberrheinische Narrenschau e.V. in Verbindung mit der Museumsputzede statt. Die 1. Vorsitzende Gudrun Reiner konnte über ein allseits erfolgreiches Vereinsjahr berichten. Die Narrenzunft Schluchsee spendeten eine Wandtafel und die Gränz-Pfludderi-Waggis aus Weil überreichten durch ihren Vereinsvorstand Peter Hauth ebenfalls eine geschnitzte Wandplatte für die Außenanlage. Die Schirmherrschaft über den 23. Narrentag des VON wurde am Samstag, 29.09.2012, im Säulensaal des Rathauses an Herrn OB Dr. Müller übergeben. Hierfür wurde eigens eine kunstvolle Urkunde gefertigt.

Die Friesenheimer Fasentzunft war am 06. und 07. Oktober 2012 Gastgeber des 68. Herbstkonvents des VON und hat sich als ausgezeichneter Organisator und Gastgeber bewiesen. Der Arbeitskreis am Samstag lieferte vollumfänglich den Organisationsstand über den in wenigen Monaten anstehenden Narrentag in Lahr. Vorstandsbeirat Robert Hensle und Narrenmeister Paul Teike präsentierten in einer Powerpoint-Präsentation die Abläufe der beiden Tage. Des Weiteren wurde den Zunftvertretern das 2. Buch des VON „Vorsicht närrisch! Das war’s: Oberkirch 2012“ vorgestellt. Im Rahmen des Abendprogramms erhielt Paul Teike die Stempelung durch die Friesenheimer Rebhexen.

Der Konvent am Sonntag wurde zügig durchgeführt; im Mittelpunkt standen die Beitragserhöhung und die beantragte Satzungsänderung. Die Narrenzunft „Welle-Bengel“ e.V. 1824 Kenzingen erhielt den Zuschlag zur Ausrichtung des 69. Herbstkonvents im Jahr 2013 in Kenzingen. Mit der Übergabe einer Wandschnitzerei von der den Konvent ausrichtenden Friesenheimer Fasentzunft an die Narrenschau Kenzingen wurde die jährliche Hauptversammlung des Verbandes abgeschlossen. Am 26. Oktober kam es zur Urteilseinlösung des Schemengerichts der Narrenzunft Möhringen durch Narrenmeister Teike. Als äußeres Zeichen des Vollzugs übergab das Schemengericht eine kunstvoll gestaltete Sandsteinplatte, welche fortan den Außenplatz der Narrenschau ziert. Die Titelbilder der beiden Ausgaben 2012 des Oberrheinischen Narrenspiegels waren der Friesenheimer Fasentzunft und den Freiburger Hexen gewidmet. Der 10. November stand im Zeichen des 50-jährigen Jubiläums de Fasnachtsgesellschaft Fahrnau, dem folgte am 24. November das ebenfalls 50- jährige Jubiläum der Narrenzunft Hausen im Wiesental.

Die Stadt Kenzingen war am 08. Dezember Gastgeber der Buchpräsentation „Vorsicht närrisch! Das war’s: Oberkirch 2012“, welches an diesem Tag druckfrisch auf den Markt kam. Auf über 330 Seiten werden mit über 550 Bildern die Erinnerungen an das gelungene Verbandsjubiläum im Januar 2012 wach gehalten.

Die Pin-Sammlerserie des VON mit der Jahreszahl 2013 repräsentiert die VONZünfte

Glottertal, Münstertal, Nordweil, Oppenau und Zunsweier. Zum Jahreswechsel spendete die Dingeli-Spättle-Zunft Ortenberg eine Holzschnitzerei für die Narrenschau Kenzingen.

2013

So wie es der Jahresverlauf in den Kalender schrieb, sollte es eine kurze Fasnet werden, denn bereits am 13. Februar war Aschermittwoch. Eine weitere roßveranstaltung des VON stand an, der 23. Oberrheinische Narrentag, welcher satzungsgemäß nur alle vier Jahre stattfindet, war bereits am Konvent 2011 in Weil am Rhein nach Lahr vergeben worden. Das durch „Oberkirch 2012“ bewährte Organisationsteam um Narrenmeister Paul Teike und Beirat Siegfried Wurth aus Griesheim war zusammen mit der ausrichtenden Lahrer Narrenzunft zwei Jahre in den hierfür notwendigen Vorbereitungen. Paul Teike hatte zudem die Plakette und den Orden für den Narrentag entworfen.

Am 26./27. Januar 2013 fand der 23. Oberrheinische Narrentag in Lahr statt. Es wurde ein Narrentag, der von der Straßenfasnet geprägt war, wenngleich der Besuch durch die Lahrer Bürger am Samstag zu wünschen übrig ließ. Der Narrentagsumzug am Sonntag wurde vier Stunden „live“ im SWR übertragen und erstmalig durch Zeremonienmeister Klaus-Peter Klein aus Weil am Rhein kommentiert. Kurzfristig lag ein großer Schatten auf der Veranstaltung, denn ein 11-jähriger Junge wurde vermisst. Nur durch das beherzte Eingreifen von Frau Franziska Jungmann, welche den Vermissten auf den Bahngleisen laufend außerhalb von Lahr sah und von dort zur Polizei brachte, konnte eine sich anbahnende Katastrophe verhindert werden. Ihr mutiges Verhalten würdigte der VON und die Stadt Lahr bei einer Feierstunde gesondert am 08. März im Lahrer Rathaus. Rundum war der 23. Narrentag aber ein voller Erfolg – für die Lahrer Narrenzunft, den VON und vor allem für die Stadt Lahr. Am 04. Februar fand der Empfang der Fasnetverbände im Regierungspräsidium im „Basler Hof“ statt. Erstmals war eine Frau im Amt der Regierungspräsidentin, Frau Bärbel Schäfer, Gastgeberin.

Der Fasnet-Dienstag stand im Zeichen des Jubiläums der Narrenzunft Griesheim, nahezu der gesamte VON-Vorstand war anwesend. Mit der offiziellen Bekanntgabe von Narrenmeister Teike Anfang Mai, aufgrund gesundheitlicher Probleme im Herbst nicht mehr für das Amt des Narrenmeisters zu kandidieren, und dem Ausscheiden von Kanzellar Bernd Götzmann aus persönlichen Gründen bereits im Februar 2013, begannen die Vorbereitungen zur personellen Neubesetzung des Verbandsvorstands, welche in den folgenden Wochen und Monaten die Arbeit des derzeitigen Verbandsvorstands hauptsächlich bestimmte. Ebenfalls im Mai erschien der 63. Oberrheinische Narrenspiegel, das Titelbild zeigt die Narrenfiguren der Narrenzunft Welle-Bengel Kenzingen 1824 e.V., dem Ausrichter des diesjährigen VON-Konvents. Am 22. Juni fanden die alljährliche Museumsputzede und die Hauptversammlung des Fördervereins Oberrheinische Narrenschau e.V. im Gasthaus Schieble in Kenzingen statt. Neuer Schatzmeister wurde Thomas Rössler aus Hausach, neue Besitzer der noch amtierende Narrenmeister Paul Teike und Urban Schmidt aus Herbolzheim.

Die Lahrer Narrenzunft hatte ein Wandrelief gespendet, Hermann Kaspar aus Kenzingen vollendete die Schnitzerei der Thekenverkleidung im Hockstüble der Narrenschau.

Durch den Förderverein konnte ein Kleinod erworben werden, ein handgemalter Wandfries von Richard Fahr aus Freiburg, welcher den Hemdglunkerumzug im Freiburger Kronenviertel zeigt und über 30 Jahre als unauffindbar galt. Er fand zwischenzeitlich ebenfalls einen ehrwürdigen Platz im Hockstüble der Narrenschau. Zu Ehren des VON-Ehrennarres Bernhard „Berni“ Bilharz aus Kenzingen, welcher langjährig Vorsitzender des Fördervereins der Narrenschau Kenzingen war und 2012 verstarb, wurde auf dem Museumsvorplatz eine Sitzbank mit Widmung erstellt. Die Sammler-Pins für das Jahr 2014 zeigen Motive der Mitgliedszünfte aus Burkheim, Fahrnau, Hausen im Wiesental, Rust und Schutterwald. Thomas Rössler, Hausach, und Paul Teike entwickelten den neuen Museums-Flyer, welcher in einer Auflage von 10.000 Stück gedruckt wurde.

Die Narrenzunft Welle-Bengel Kenzingen 1824 e.V. war am Wochenende 12./13.10.2013 Gastgeber des 69. Herbstkonvents. Kenzingen war ein würdiger Ausrichter, welcher durch eine gelungene Organisation glänzte. Der Brauchtumsausschuss des VON stellte im Arbeitskreis am Samstag das neu erarbeitete Positionspapier vor, was künftig die Leitlinien des VON darstellen soll. Im Mittelpunkt des Konvents am Sonntagvormittag stand der Führungswechsel an der Spitze des Verbandes, da der an ALS erkrankte Narrenmeister Paul Teike nach 19 Jahren sein Amt zur Verfügung stellen musste. Nachfolger wurde der bisherige Zeremonienmeister Klaus-Peter Klein, Weil am Rhein, welchen die Delegierten mit überwältigender Mehrheit zum neuen Narrenmeister wählten. Neu im Amt des Vizenarrenmeisters befindet sich nunmehr Siegfried Wurth aus Griesheim, welcher sich die letzten beiden Jahre als Beirat einarbeiten konnte, und neuer Kanzellar wurde der bisherige Vorstandsbeirat Robert Hensle aus Grafenhausen/Ortenau. Der bisherige Schatzmeister Horst Schleith, Denzlingen, sowie die bisherigen Vorstandsbeiräte Jürgen Huber, Friesenheim, Rainer Kimmig, Oberkirch, Gudrun Reiner, Kenzingen, und Rainer Schwitzer, March, vervollständigen den neuen Verbandsvorstand. Narrenmeister, Vizenarrenmeister und Schatzmeister bilden seither den neuen geschäftsführenden Vorstand. Die ersten Aufgaben des neu gewählten Narrenmeisters Klein waren zahlreiche Ehrungen. Fritz Schleith, Binzen, welcher 17 Jahre dem Brauchtumsausschuss angehörte, und der ausgeschiedene Narrenvogt der Vogtei Mittlerer & Südlicher Breisgau, Armin Reese, Neuenburg, wurden mit dem Verdienstorden ausgezeichnet. Edgar Lippert, Oberkirch, ausgeschiedener Narrenvogt der Vogtei Ortenau, wurde mit dem erstmals vergebenen Titel „Ehrennarrenvogt“ neuer Ehrennarr des Verbandes. Ebenfalls Ehrennarr des VON wurde der bisherige Insignienmeister Peter Zluhan, Zell im Wiesental, dessen wunderbare Urkunden so manche Mitgliedszunftstube zieren. Bernd Götzmann, welcher 18 Jahre das Amt des Kanzellars innehatte, erhielt den Holzorden Nummer 41 und wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Abschließend ernannte Klaus-Peter Klein unter „Standing Ovations“ seinen Vorgänger Paul Teike zum Ehrennarrenmeister, welcher aufgrund der zuvor beschlossenen Satzungsänderung Sitz- und Stimmrecht im Verbandsvorstand hat.

Sichtlich bewegt nahm Teike diese Ehrung entgegen, die das Ende eines Lebenswerkes bedeuteten. Auch die Tagespresse und das Fernsehen nahmen Notiz vom Führungswechsel innerhalb des VON – man schrieb davon, dass mit Paul Teike „ein großer Verbandsfasnächtler die Bühne verlassen“ (Landesschau aktuell), er „dieses Amt gelebt“ (Badische Zeitung) und „über 33 Jahre hinweg maßgeblich die oberrheinische Fasnacht mitgestaltet hat“ (Oberbadische Presse).

Der 70. Herbstkonvent im Jahr 2014 wurde abschließend an die Narrenzunft Schluchseeglunki 1962 e.V. nach Schluchsee vergeben. Ende November erschien die 64. Ausgabe des Oberrheinischen Narrenspiegels. Das Titelbild war der Narrenzunft Burkheimer Schnecke e.V. gewidmet, welche anlässlich ihres 44. Zunftjubiläums im Februar 2014 das Vogteitreffen im Mittleren & Südlichen Breisgau ausrichten wird.

Am 13.12.2013 wurde Ehrennarrenmeister Paul Teike zum ersten Ehrenmitglied des Fördervereins Oberrheinische Narrenschau Kenzingen e.V. ernannt. Mit der Ernennung würdigte der Förderverein die in 30 Jahren erworbenen Verdienste Teike’s um die Narrenschau Kenzingen.

Zum Jahresende 2013 trat die Narrengilde Lörrach auf eigenen Wunsch aus dem

Verband oberrheinischer Narrenzünfte e.V. aus. Die ehemalige Gründerzunft des

Verbandes wird zukünftig als freie Narrengilde die Fasnacht in der Grenzstadt

Lörrach gestalten.

2014

Sommerfasnet, so titulierte Narrenmeister Klaus-Peter Klein und ja, eine wahrhaft sommerliche Witterung verwöhnte die oberrheinischen Narren zur Fasnet 2014. Den Reigen der Veranstaltungen eröffnete die Narrenzunft der Burkheimer Schnecken mit dem Vogteitreffen der Vogtei Südlicher & Mittlerer Breisgau am 01. und 02. Februar des Jahres. Zunftmeister Rainer Trogus und die Burkheimer Narren verstanden es, ihr mittelalterliches Städtchen in den Fokus der Narretei zu rücken und es als das zu präsentieren, was es auch ist, ein liebenswertes Fleckchen Erde. Die 48 Mitglieder der Narrenzunft hatten mit den Vorbereitungen zu diesem für Burkheim einmaligen Ereignis alle Hände voll zu tun, was sich dafür im Nachhinein aber auch auszahlte. Narrenmesse am Freitag, anschließendes Festbankett, Zunftabend am Samstag und am Sonntag dann der große Umzug wurden für alle Beteiligten zu einem grandiosen Erlebnis.

Am folgenden Wochenende 08. und 09. Februar kam es zu einer Doppelveranstaltung. 60 Jahre NZ Hanfrözi Rust und das Dreiertreffen in den Mauern der alten Narrenstadt Kenzingen machten den Schaulustigen die Wahl nicht leicht. Während in Rust rund 15.000 Besucher den närrischen Höhepunkt der Veranstaltung, den Umzug am Sonntag, bewunderten und dort ein rauschendes Narrenfest mit den 4.600 Hästrägern, die den Umzug gestalteten, feierten, gab man sich in Kenzingen betont historisch und närrisch distinguiert. Insgesamt 1.500 Teilnehmer hatte der Umzug der drei historischen Zünfte Waldkirch, Endingen und Kenzingen, der mit auserlesenen Gästen aufgefüllt, zu einem Spitzentreffen der Narren avancierte. Dem Sonntag zuvor gegangen war eine Schnurrnacht, die der Kenzinger Narrenzunft noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Ebenfalls zum 60. Jubiläum hatten die Oberwindener Spitzbuebe am 15. und 16. Februar geladen. Der große Regen am Samstag konnte den schirmbewehrten Spitzbuebe ebenso wenig anhaben wie die Zuschauerströme am Sonntag. „Martin und der Bürgermeister“ – Zunftmeister Martin Krieg und der allseits bekannte Bürgermeister Clemens Bieniger hatten in ihrer närrischen Art und Weise sowohl die

Spitzbuebe als auch das Narrenfest voll im Griff. Am Montag, 24.02., fand der alljährliche Sturm auf das Regierungspräsidium in Freiburg statt, zu dem sich abermals Narren aus sämtlichen Winkeln des Regierungsbezirkes Freiburg eingefunden hatten. Aus der Hand von Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer erhielt der Ehrennarrenmeister des VON, Paul Teike, den vor zehn Jahren von ihm selbst entworfenen „Basler Hof Orden“ für sein närrisches Lebenswerk.

Unangenehme Begleiterscheinungen der eigentlichen Fasnet waren ein schwerer Verkehrsunfall im Anschluss an den Umzug in Rust, bei dem ein betrunkener Autofahrer in eine Gruppe Hästräger fuhr und vier junge Männer schwer verletze. Auf Grund der schnellen Hilfe durch Rettungsdienste, Rettungshubschrauber und Krankenwagen konnte das Schlimmste verhindert werden. Immer wieder hörte man in diesem Jahr im Zusammenhang mit Fasnetsumzügen von so genannten „Flashmobs“, bei denen sich -vornehmlich jugendliche Randalierer- per Internet und Handy verabreden, um gemeinsam eine Veranstaltung zu kippen. Unrühmlicher Höhepunkt war der Nachtumzug in Unzhurst, dem Ort einer ONB-Zunft, bei dem 300 Randalierer die Veranstaltung so massiv störten, dass die Polizei einschreiten musste. Drei Schwerverletzte und acht weitere Verletzte waren das Ergebnis dieses Wahnsinns. Das Alter der teilweise alkoholisierten Randalierer aus dem Raum Rastatt lag zwischen 13 und 18 Jahren.

Einen schweren Tiefschlag verabreichte der Besitzer des Gebäudes Tullastraße 79 in Freiburg dem VON, in dem das Zentralarchiv bis zu diesem Zeitpunkt untergebracht war, in dem er dem VON die Kündigung aus Eigenbedarfsgründen übersandte. Narrenmeister Klein und Vizenarrenmeister Wurth wurden sofort tätig und unterrichteten die Zünfte, manches neue mögliche Domizil wurde besichtigt, jedoch lange war nicht das Richtige dabei. Buchstäblich in letzter Sekunde wurde durch einen Tipp des Obristzunftvogtes der Breisgauer Narrenzunft, Gerd Pfister, die ideale Räumlichkeit gefunden.

Es handelte sich um eine ehemalige Ladenfläche eines Edeka-Marktes in March-Holzhausen, die genügend Fläche für eine zukünftige Archivtätigkeit mit Sitzungsbetrieb zuließ. Bis zum Einzug im November 2014 wurden die Möbel und Exponate in einer Industriehalle in Herbolzheim zwischengelagert. March-Holzhausen befindet sich im geografischen Mittelpunkt des Verbandsgebietes und ist über die Ausfahrt der A5 Freiburg Nord direkt zu erreichen. Am 26. und 27.04.2014 fand die Tagung der Arbeitsgemeinschaft dersüdwestdeutschen Narrenverbände statt, zu der in diesem Jahr die Narrenvereinigung Zollern-Alb einlud. Für den scheidenden Vizepräsidenten Paul Teike wurde Vizenarrenmeister Siegfried Wurth ins Amt gewählt. Paul Teike hatte dieses Amt mehr als ein Jahrzehnt inne. Der Narrenspiegel Nummer 65 zeigt den Glunki aus Schluchsee als Titelbild, derZunft, die auch den Herbstkonvent ausrichtet, die Nummer 66 wird den Silberklopfer und Silberlusi aus Bleibach zeigen.

Personelle Veränderungen gab es im Bereich Internet, dort übernahm Jan Stahl aus Weil am Rhein von der Rhy-Waggis-Clique das Zepter. Beim Narrenspiegel wird fortan ein Team aus gleichgestellten Redakteuren die Zügel in der Hand halten. Kern des Redaktionsteams sind Angelika Haller von der Breisgauer Narrenzunft, Heike Dick aus Kenzingen, sowie Jürgen Huber und Rainer Schwitzer vom VON Vorstand. Alle vier sind bereits langjährige Redakteure des Narrenspiegels und freuen sich auf weitere Ausgaben.

Am 14.08.2014 erreichte den Vorstand die traurige Mitteilung vom Tode des VON Ehrenmitgliedes Erich „Klepperle“ Müller. Ein herber Verlust für den Verband. „Klepperle“ war über Jahrzehnte eng mit dem Verband verbunden und 20 Jahre aktiv im Verbandsvorstand tätig. Narrenmeister Klaus-Peter Klein würdigte den Verstorbenen, in der ihm eigenen Art. Erich hätte, diese Trauerrede gefallen. Der Verband verliert einen liebenswerten Freund und Menschen. In zwei Etappen fand der Rückumzug der Archivexponate vom Zwischenlager in Herbolzheim nach March-Holzhausen statt. Finaler Umzugstermin war der 15.11.2014, bei dem die letzten Utensilien und die Wanderausstellung in zwei Fuhren eines LKWs, gesteuert von Erich Hepp aus Bleichheim, in das neue Archiv verbracht wurden. In dem davor stattgefundenen Termin wurden die Archivschränke und Regale, die Möbel des Sitzungsraumes und Vitrinen vorweg umgesetzt, um eine optimale Aufstellungsposition zu finden, was auch perfekt glückte. So konnten nun beim zweiten Termin bereits die Exponate grob eingeräumt und platziert werden, was die späteren Feinarbeiten wesentlich erleichterte.

Bei allen Umzugsterminen war eine breite Solidarität und Hilfsbereitschaft der Zünfte zu „ihrem Verband“ zu spüren, die Mithilfe der Zünfte war großartig. Bereits am 25. und 26.10.2014 fand in Schluchsee der Herbstkonvent statt. Partnerprogramm, Arbeitskreis und der gesellige Abend wurden in Schwarzwälder Souveränität organisiert und veranstaltet.

Beim eigentlichen Konvent am Sonntag brachte Narrenmeister Klaus-Peter Klein

neben den üblichen Begrüßungsworten in seinem Tätigkeitsbericht den Austritt der

Narrenzunft „Bogdemolli“ Bad Bellingen zur Kenntnis. Der Austritt hatte mit internen Schwierigkeiten der Fasnachtsgestaltung in Bad Bellingen und der Neubesetzung des Zunftrates zu tun. Der neue Zunftrat sah in der Mitgliedschaft zum VON keine Vorteile. Der Konvent 2015 wurde einstimmig an Müllheim vergeben. Die neuen Pin´s für das Jahr 2015 zeigen die Zünfte aus Bernau, Biberach, Bleibach, Bleichheim und Merdingen.

Am 18.12.2014 wurde die oberrheinische Narrenwelt ihres größten Protagonisten beraubt. Tief erschüttert mussten wir vom Tode des allseits geschätzten Ehrennarrenmeisters, unseres Narrenfreundes und aktiven Vorstandskollegen Paul Teike Kenntnis nehmen. Trotz seiner schweren Krankheit ALS, die er mit Mut und Stärke angenommen hat und unter der er die letzten Monate verstärkt litt, kam der Tod doch für uns alle unerwartet und schrecklich schnell. Noch zwei Wochen vor seinem Tod konnte Paul an der letzten Vorstandsitzung des Jahres und gleichzeitig der ersten Sitzung im neuen Archiv teilnehmen, schmiedete Pläne für die bevorstehende Fasnacht und hatte bereits seine Einsatzliste gefertigt.

Diese Fasnacht, die seine 50. gewesen wäre, durfte er nicht mehr erleben. Wir trauern um den Menschen Paul Teike, mit dem wir viele Stunden verbringen durften, und um den exzellenten Herzblutfasnächtler, der uns alle auf unserem Weg der Narretei begleitete. Paul hat über drei Jahrzehnte das Bild des VON maßgeblich mitbestimmt, deren Narrenmeister er 19 Jahre war. 2013 musste er sein Amt aufgeben und wurde in Würdigung seines Lebenswerkes zum Ehrennarrenmeister ernannt. Paul Teike hat Fasnet gelebt, wir alle werden ihn bei uns spüren, wenn die Fasnet ruft, die Fasnet, die sein Leben war.

Das Jahr 2014 endete genauso „frühlingshaft“ wie es begonnen hatte. Temperaturen von 14 Grad Mitte Dezember machten es schwer, an das bevorstehende Weihnachtsfest und danach an die Fasnet zu glauben.

2015

Mit einer weiteren Hiobsbotschaft begann das Jahr 2015. Der langjährige Narrenmeister und Ehrennarrenmeister Wolfgang „Wolf“ Herterich verstarb am 05.01. im Alter von 78 Jahren nach langer, schwerer Krankheit. Wolfgang Herterich war von 1978 bis 1980 Chronist des VON und danach von 1980 bis 1994 Narrenmeister des Verbandes. Für seine Verdienste um das Fasnachtsbrauchtum, aber auch wegen seines vielfältigen sozialen Engagements, wurde er neben der Ernennung zum Ehrennarrenmeister auch Ende der 1990-er Jahre mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Herterich war stets ein aufmerksamer, bisweilen auch kritischer, vor allem aber zielgerichteter Mensch. Seine Art und sein Wille, sich für die Traditionen einzusetzen, sind unvergessen.

Der VON und seine Narren verlieren einen weiteren großen Stern am Fasnetshimmel. Trotz der Verluste zweier Ehrennarrenmeister innerhalb weniger Wochen begann das Narrenjahr 2015 sehr zeitig am 10.01. mit dem 90-jährigen Jubiläum der Narrenzunft Johlia vom Vögelestei in Gutach. Vom Baumstellen am Samstag-Nachmittag über den Fackelumzug am Samstagabend bis zum großen Jubiläumsumzug am Sonntag, den 11.01.2015, reichte das Programm der Johlia. Bereits zu dieser „Fasneteröffnung“ zeigte sich, dass die Stimmung bei den Narren und Zuschauern fröhlich auf die Fasnet ausgerichtet war. Die alte Narrenzunft Gutach war ein großartiger Gastgeber eines würdigen Treffens. Besonders zu erwähnen war die Narrenzeitung im Vorfeld, die einen sehr lesenswerten Artikel über die Fasnet in „Gutachmünden“ vor 1925 enthielt, der mit historischen Belegen eindrucksvoll unterlegt wurde.

Dem Narrentreffen in Gutach folgte vom 16. bis 18.01. das 50-jährige Jubiläum der Zynduss in Bleichheim mit Festbankett bereits am Freitag und einem stimmungsvollen Fackelumzug am Samstagabend, der wegen des regnerischen Wetters leider nur wenige Zuschauer hatte. Erheblich besser war die Witterung am Sonntag und so konnten dicht gedrängte Zuschauerreihen einen wirklich sehenswerten Fasnetumzug in Bleichheim erleben.

Parallel feierte die Narrenzunft Schniidesl in Bernau am gleichen Wochenende ihr 50. Jubiläum. Zum Festauftakt der Zunftgründung stellte die Narrenzunft Lenzkirch einen 30 Meter hohen Narrenbaum. Die Zeremonie umrahmten die Narrenzunft und die Stadtmusik Neustadt im Schwarzwald. Der Baum wurde wie immer traditionell mit Muskelkraft zum neuen Standort getragen und ebenso auch gestellt. Am Sonntag fand dann der Jubiläumsumzug mit 2.500 Teilnehmern statt.

Ein weiteres 50-jähriges Zunftjubiläum nahm die Narrenzunft Bleibach zum Anlass, das Vogteitreffen der Vogtei Nördlicher Breisgau/Elztal auszurichten. Am letzten Januar-Wochenende ging es in Bleibach hoch her. Von einer Ausstellung, die bereits am 16. Januar in der Volksbankfiliale in Bleibach eröffnet wurde und die die Geschichte der Zunft beleuchtete, über das Festbankett mit Ehrungen am 23. Januar, der Narrenmesse am Samstag mit anschließendem Fackelumzug, bis zum Zunftmeisterempfang mit darauffolgendem Umzug am Sonntag zog sich das Programm der Feierlichkeiten. Silberklopfer und Silberlusi waren würdige Gastgeber des 14. Vogteitreffens im Nördlichen Breisgau/Elztal.

Weitere Narrentreffen innerhalb des Verbandsgebietes waren vom 06. bis 08.02. anlässlich 66 Jahre der Narrenzunft Buhneschäfe Zunsweier, am 07.02. der Nachtumzug der Dingeli-Spättli-Zunft zu deren 50. Geburtstag in Ortenberg und vom 07. bis 08.02. anlässlich des 77. Zunftjubiläums der NZ Oberkirch. Am 09.02. nahm der VON, wie schon seit vielen Jahren Tradition, am Empfang im Regierungspräsidium in Freiburg teil.

Der 09. und 10.05. waren dann für die ebenfalls schon zur Tradition gewordene Teilnahme des VON und des Fördervereins Oberrheinische Narrenschau bei derNarrenbörse in Bad Dürrheim reserviert. Hier wird alljährlich im Rahmen einer Börse für Fasnachtsutensilien der Verband und das Museum in Kenzingen präsentiert. Ebenfalls ist es Ziel der Veranstaltung, Kontakte zu anderen Verbänden und Zünften zu knüpfen und zu pflegen.

Der Förderverein Oberrheinische Narrenschau Kenzingen e.V. veranstaltete am 27. Juni 2015 seine alljährliche Jahreshauptversammlung im Gasthaus Schieble in Kenzingen mit vorausgegangener „Häsputzete“ im Museum. Es waren 58 Zünfte anwesend. Narrenmeister Klaus-Peter „Kläusi“ Klein appellierte in seiner Abschlussrede eindringlich, die Werbung für das Museum zu intensivieren und wo immer möglich, zu platzieren. Das Museum ist kein Selbstläufer, sondern erfordert weitblickende Planungen und Aktionen zum Erhalt und Ausbau des erreichten Status. Das letzte Wochenende im Juli brachte einen weiteren Höhepunkt des Verbandsjahres. Alle am Umzug des Zentralarchives von Freiburg nach March beteiligten Helfer wurden zu einem großen Helferfest in Schluchsee-Faulenfürst geladen. Die Aussagen der Teilnehmer lassen sich in wenigen Worten zusammenfassen: „großartig, spaßig und gesellig“ sei es gewesen. Dem ist wohl nichts mehr hinzuzufügen.

Zum 71. Herbstkonvent des Verbandes traf man sich am 10. und 11.10. im gastfreundlichen Müllheim im Markgräflerland. Die veranstaltende Narrenzunft „Müllemer Hudeli“ zog wieder einmal alle Register eines Konventsgastgebers und dies mit großem Erfolg. Bereits das Partnerprogramm warf seine Lichter auf die kommenden Ereignisse wie den Empfang der Stadt, den Oberzunftmeister Thomas Detterbeck voller Stolz im 55. Jahre der Verbandsmitgliedschaft der „Müllemer Hudeli“ kommentierte.

Eine Neuerung in diesem Jahr stellte die Streichung des „Arbeitskreises“ dar, der, durch einen „Konventshock“ ersetzt, einen willkommenen Nachfolger fand. Der bunte Abend im Bürgerhaus war kurzweilig und humoristisch vom Programm der Hudeli umrahmt. Der eigentliche Konventstag am Sonntag brachte neben den vorgeschriebenen Berichten auch die Aufnahme der Narrenzunft Bergteufel Oberprechtal e.V. als Gastzunft in den VON und die Berufung von Werner Kunkler aus Denzlingen als neuen Beirat in den Verbandsvorstand. Die Vergabe des Herbstkonventes 2016 ging an die Narrenzunft Wehr ins Dreiländereck. Historisch zügig ging dieser Herbstkonvent zu Ende, konnte man doch tatsächlich vor 12 Uhr das Schlusswort des Narrenmeisters hören.

Die Pin-Sammlerserie des VON mit der Jahreszahl 2016 wurde mit Motiven der Narrenzünfte Gottenheim, Grenzach, Stegen und Wehr ergänzt. Die Titelblätter des Oberrheinischen Narrenspiegels zierten im Mai die Müllemer Hudeli als Ausrichter des Herbstkonvents und im November die Narrenzunft Bachdatscher Nordweil als Ausrichter des Narrentreffens anlässlich des bevorstehenden 40. Jubiläums am 16. und 17.Januar 2016. Das Narrenjahr 2015 endete ruhig und gelassen ohne weitere Ereignisse und machte Lust auf die kurze Fasnet 2016.

2016

Bereits zeitig nach dem 06.01., dem Dreikönigstag, vor dem traditionsgemäß kein Hästräger sein Häs trägt und an dem in manchen Orten die Häsabstauber in den Narrenhäusern die korrekte Beschaffenheit der Häser närrisch kontrollieren, zeitig also nach diesem „Startschuss der alemannischen Fasnet“, fand am Wochenende des 08. bis 11.01.2016 das erste Vogteitreffen des noch jungen Narrenjahres statt.

Die Narrenzunft „Sendewelle“ Altdorf e.V. hatte zum 60-jährigen Jubiläum die Ausrichtung des Vogteitreffens der Vogtei Ortenau übernommen. Man startete mit einem Jubiläumsabend am Freitag, machte am Samstag mit Narrentreiben und Nachtumzug das Dorf unsicher, bevor es am Sonntag dann zum großen Vogteiumzug der Vogtei Ortenau kam. Ca. 3.500 Hästräger und Musiker aller 24 Zünfte der Vogtei Ortenau brachten das Dorf zum Beben. Narrenmeister Klein konnte sich, nach der Fußwaschung am Freitag, welche in den Reihen der Narrenzunft wie ein Ritterschlag gesehen wird, sehr stolz über ein gelungenes Vogteitreffen zeigen.

Nachdem am 15.01.2016 die Protektoratsübergabe im Freiburger Stadtteil Sankt Georgen reibungslos stattfand und Protektor OB Salomon kurzum zum Oberhippie ernannt wurde, fand man sich zu einem Narrentreffen der Extraklasse am 16. Und 17.01.2016 in Nordweil ein. Nordweil, das kleine, zu Kenzingen gehörende Dörfchen, wurde inmitten von Rebhängen für ein Wochenende zur närrischen Hochburg. Der Brauch der „Rußelns“, seit über 150 Jahren im Dorf schriftlich belegt und am Leben erhalten, führte vor 40 Jahren zur Gründung der Narrenzunft. Man kann schon behaupten, dass die Zunft inzwischen zu einem Mittelpunkt des Dorflebens geworden ist.

Bei rund 800 Einwohnern dürfte es wohl kein Haus in Nordweil geben, in dem nicht wenigstens ein Bachdatscher oder Musiker wohnt. Das Treffen selbst bestand aus Brauchtumsdarbietungen zum Beispiel von den Masopust aus Hamry/Tschechien, die einen alten, an die Brauchausübung der Bachdatscher erinnernden Brauch, in ihrer Heimat legen, sowie einem viel beachteten Nachtumzug im Schneetreiben, das der Veranstaltung einen noch intimeren Charakter verlieh. Am Sonntag dann säumten viele Besucher den Weg des Jubiläumsumzuges anlässlich der 40-Jahr-Feier der Narrenzunft. Rund 2.500 Hästräger nahmen an diesem Umzug teil, der mit 32 Gruppen klein, aber fein und zur Ortsgröße passend, organisiert wurde. Am gleichen Wochenende richtete die Narrenzunft Suggental „S’Schreckli“ e.V. ihr Fasnets-Festwochenende im 40. Gründungsjahr aus, zudem wurden am Sonntag, 17.01.2016, die Umzüge in Stegen und Ettenheim zu Besuchermagneten.

So langsam wurde es ernst, die eigentliche Fasnet stand unmittelbar bevor, doch zuvor fand wie alljährlich der Narrenempfang im Regierungspräsidium Freiburg statt, zu dem Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer traditionsgemäß wie ihre Vorgänger die Abordnungen der im Regierungsbezirk Freiburg beheimateten Narrenverbände lädt. In diesem Jahr besuchte eine Abordnung des VON auf Einladung des Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann zudem den närrischen Staatsempfang für schwäbisch-alemannische Narrenzünfte im neuen Schloss in Stuttgart.

Dann begann die eigentliche Fasnet vom Schmutzigen Dunnschdig bis in die Nacht des Fasnets-Zischdig wurde allenthalben „Fasnet g´macht“, bevor am Aschermittwoch wieder der graue Alltag einkehrte. Was gab es noch in diesem Jahr? Am 04. und 05.06. fand wie alljährlich die Narrenbörse statt, an der sich der VON zusammen mit dem Förderverein Oberrheinische Narrenschau Kenzingen e.V. traditionsgemäß mit einem Stand präsentiert.

Es folgte am 02.07.2016 der „Tag der offenen Tür“ im neuen Zentralarchiv des Verbandes in March-Holzhausen, zu dem der VON seine Mitgliedszünfte, aber auch die Einwohner des Ortes einlud. Narren und Bewohner des Ortes konnten sich an diesem Tag ein Bild davon machen, was seit 2014 in den Räumen des ehemaligen Dorfladens entstanden war. Für die Bewirtung sorgte der örtliche Radfahrverein. Die Presse schrieb über diesen Tag von der „neuen Heimat für Narrenkunde“ oder sogar der „begehbaren Schatztruhe der Narren“.

Der VON-Herbstkonvent wurde vom 08. bis 09.10.2016 von der Narrenzunft Wehr 1874 e.V. organisiert und ausgerichtet. Nach dem obligaten Prozedere der Präsidiumssitzung am Samstag, dem Partnerprogramm im Kavernenkraftwerk Wehr, dem Empfang der Stadt Wehr im Bürgersaal des alten Schlosses, dem Konvent-Hock auf der Burgruine Werrach fand am Abend des Samstages der bunte Abend statt, an dem durch die Ausrichter sämtliche Register des närrischen Könnens präsentiert wurden. Die Narrenzunft Wehr war ein würdiger Gastgeber des Konventes, man hatte regelrecht den Eindruck, dass Oberzunftmeister Oliver Brüderle im Verbund mit dem sehr engagierten Bürgermeister Michael Thater und Narrenmeister Kläusi Klein zu den „drei Musketieren“ des Konvents zusammengewachsen waren. Einzige Neuerung im Wahlablauf des eigentlichen Konvents am Sonntag war die Wahl von Theo Schindler aus Oberwinden als neuen Beirat Brauchtum in den Verbandsvorstand, der in Zukunft mit Sitz und Stimme den Brauchtumsausschuss im obersten Gremium des Verbandes vertritt. Bei den sonstigen Wahlen gab es keine Überraschungen - alle bisherigen Amtsträger wurden mit überwältigenden Mehrheiten in ihren Ämtern bestätigt.

Der Konvent-Sonntag verlief reibungslos und so perfekt wie die voran gegangenen Veranstaltungen. So gut sei es gelaufen, dass sich Narrenmeister Klein genötigt sah, ein ermunterndes „keine Angst“ im Hinblick aufkommende Konvente und potentielle Bewerber um die Ausrichtung in den Saal zu rufen. Schließlich wird die Messlatte in jedem Jahr neu definiert. Bereits im Mai 2016 zierten die Narrenfiguren der den Konvent ausrichtenden Narrenzunft Wehr 1874 e.V. das Titelblatt des Oberrheinischen Narrenspiegels, im November folgte die Narrenzunft Kollnau 1957 e.V. als Ausrichter des Vogteitreffens der Vogtei Nördlicher Breisgau/Elztal anlässlich deren bevorstehenden 60. Zunftjubiläums im Februar 2017.

Die Pin-Sammlerserie des VON mit der Jahreszahl 2017 ergänzten die Narrenzünfte Ettenheim, Oberharmersbach, Rheinfelden/Baden und St. Blasien mit ihren Motiven. Auch eine Randnotiz wert ist die Ehrung der schon zu Recht als „Moderatorenurgestein der schwäbisch-alemannischen Fasent“ bezeichneten Sonja Faber-Schrecklein mit dem Narrenpreis der Breisgauer Narrenzunft am 11.11.2016. Erwähnenswert hier sei, dass Professor Werner Mezger (dargestellt von Markus J. Weber) bereits in seinem Element auf der Bühne stand, als von hinten durch den Vorhang der echte Werner Mezger auf dieselbe trat und zum allgemeinen Vergnügen der versammelten Narren die Situation mit den Worten „Was? - I bi scho do?“ kommentierte. So fand das Narrenjahr 2016 sein Ende und begann ja eigentlich mit dem 11.11.2016 wieder, doch bis zum Dreikönigstag war ja noch ein bisschen Zeit.

2017

Recht bald nach dem Dreikönigstag, am 14.und 15.01.2017, feierte der Neuzugang des Verbandes, die Gastzunft Bergteufel Oberprechtal ihr 40-jähriges Bestehen. Anlass genug zu einem gelungenen Auftaktabend am Samstag und einem sehr gut organisierten und stilvollen Umzug am Sonntag. Hier wurde wieder einmal bewusst, dass Fasnet im Winter stattfindet. Die Straßen waren frei geräumt, aber die Landschaft war tief verschneit. Ein besonderes Erlebnis für alle Teilnehmer. Am 21.01.2017 begann das Narrenfest des Jahres in Zell im Wiesental. „390 Jahre Zeller Fasnacht“ war das Motto, unter dem sich am Wochenende Narren und Besucher trafen. Bereits am Samstagabend war „Schnurre, Strähle, Kläpperle“ die Devise für eine einzigartige Schnurrnacht in den Straßen und Lokalen von Zell, bevor sich dann am Sonntagmorgen die eisige Seite des Winters gegen die Narren stellte. Unbeeindruckt von den Temperaturen trafen sich ca. 10.000 Besucher und 3.000 Teilnehmer zu einem wunderschönen Umzug durch´s Städtle. Nachdem man 1927 das 300-jährige Bestehen der Fasnacht und 2007 111 Jahre Sraßenfasnacht feierte, war dieses Jubiläum erst die dritte Feierlichkeit, die in solch großem Umfang für die Zeller Fasnächtler gefeiert wurde.

28.01.2017 lautete das Datum der Jubiläumsveranstaltung der Clique unseres Narrenmeisters Klaus-Peter „Kläusi“ Klein, den Wiler Rhy Waggis. Kommentiert wurde die Veranstaltung mit dem waggistypischen Satz: „Bei uns waren mehr Besucher als bei der Vereidigung von Trump“. Ebenfalls am 28. sowie am 29.01.2017 feierte die Bärenzunft Oberharmersbach ihr 44-jähriges Bestehen. Nach einem Fackelumzug Samstagnacht mit dem damit verbundenen Narrentreiben startete man am Sonntagmorgen nach dem Hästrägergottesdienst mit dem Festumzug zum närrischen Jubiläum. Ca. 5.000 Hästräger aus 93 Zünften, darunter der Großteil der Verbandszünfte des VON, bescherten dem ehemals freien Reichstal einen herrlichen Narrentag. Kommentar vom Zunftmeister Lothar Killig dazu: „Eigentlich sollte bei 4.444 Hästrägern Schluss sein, aber wem sollten wir absagen?“ Besser kann man närrische Verbundenheit nicht ausdrücken. Vom 03. bis 05.02.2017 gab es das Jubiläum „5 x 11 Jahre NZ Hausen im Wiesental“. Das Hebeldorf war für drei Tage im Zeichen des Narren. Bereits am Freitag wurde in der Husemer Festhalle der Jubiläumsabend mit Ehrungen und Programm absolviert, bevor am Samstag ein Novum für Hausen auf dem Programm stand: zum ersten Mal überhaupt wurde in Hausen ein Narrenbaum gestellt.

Am Sonntag gab es dann den obligaten Narrenfestumzug mit ca. 2500 Teilnehmern, was der Größe der Veranstaltung wie auch des Dorfes angemessen war. Auch bei der Narrenzunft Griesheim war, nach bereits im Januar stattgefundenem Jubiläumsabend, an diesem Wochenende das Festwochenende anlässlich des 44- jährigen Jubiläums angesagt. Auch hier vom Narrentreiben am Samstag bis zum Jubiläumsumzug am Sonntag mit 2.500 Teilnehmern ein prall gefülltes Narrenwochenende „rund um den Stierstall“, das Zunfthaus der Griesheimer Narren, das sich durch viel Engagement und fleißiger Hände Arbeit zum Schmuckstück unter den Narrenhäusern entwickelt hat.

Zum großen Vogteitreffen lud die Narrenzunft Feuerteufel Kollnau vom 10. Bis 12.02.2017 - und alle Vogteizünfte kamen. Nachdem der glanzvolle Jubiläumsabend anlässlich des 60-jährigen Bestehens der Narrenzunft am Freitagabend über die Bühne gegangen war, rüstete man sich für den Samstag zum 1. Kindervogteitreffen in Kollnau. Hier hat die Narrenzunft einen Glanzpunkt der Narretei gesetzt. Nachdem nicht nur die Kinder der Vogtei mit ihren Begleitern, sondern auch die Kinder anderer Verbandszünfte sowie die Kinder der Gesamtstadt Waldkirch am Kinderumzug teilnehmen durften, müssen es wohl 1.000 Kinder gewesen sein, die mit Inbrunst und Stolz „ihr Kindervogteitreffen“ zelebrierten. Manchem „alten Narrenhasen“ auf der Tribüne und unter den Zuschauern lief nicht nur eine Gänsehaut über den Rücken, sondern auch manch Tränchen der Rührung und des Stolzes über die Wangen. Am Samstagabend gab es dann, neben dem Fackelumzug, die Sage des Feuerteufels als Narrenspiel zu bewundern. Am Sonntag dann der Umzug zum 15. Vogteitreffen der Vogtei Nördlicher Breisgau/Elztal. Perfekt organisiert, disziplinierte Zünfte, Narrenherz, was begehrst du mehr? Glückwunsch an die Narrenzunft Feuerteufel Kollnau für die wirklich hervorragende Organisation und Ausrichtung des Vogteitreffens.

50-jähriges Jubiläum feierten auch die „Späudi“ aus Niederschopfheim. Am 11. Und 12.02.2017 gab es die Jubiläumsveranstaltungen. Samstag war Narrenbaumstellen, anschließend Nachtumzug und Narrentreiben im Narrendorf und am Sonntag dann Narrenmesse und um 14 Uhr der große Festumzug. In Zarten feierte man ebenfalls am gleichen Wochenende, hier aber das 66-jährige Bestehen der Schlangenzunft. Nach eigenen Angaben waren am Samstag 60 verschiedene Gruppierungen zur „Nacht der Narren“ im Dorf und am Sonntag dann zum Jubiläum über 100 Gruppen und Zünfte. Das Narrendorf rund um die alte Säge war jedenfalls hervorragend besucht. Nach Informationen aus den Reihen der Narrenzunft mussten über 50 Gruppen auf Grund des großen Interesses an dieser Veranstaltung abgesagt werden, um den Rahmen nicht zu sprengen.

Der Empfang im Regierungspräsidium in Freiburg rundete den Reigen der Vorfasnachtsveranstaltungen ab, bevor es zur eigentlichen Fasnet ging, deren Ablauf auch im Jahr 2017 ohne große politische und gesellschaftliche Beeinträchtigungen über die Bühne ging. Der VON, welcher in diesem Jahr für die Festlegung des Spendenempfängers für die am Empfang im Regierungspräsidium gesammelten Gelder aller dort vertretenen Narrenverbände verantwortlich war, konnte am 09.03.2017 im Beisein von Regierungspräsidentin Schäfer den Klinikclowns des Uniklinikums Freiburg einen Scheck in Höhe von 2.500 € überbringen. Einmal mehr konnte hierdurch zum Ausdruck gebracht werden, dass den Narrenverbänden nicht nur die Brauchtumspflege am Herzen liegt, sondern auch großes Interesse am sozialen Engagement besteht. Nach dem obligaten Besuch der Narrenbörse in Bad Dürrheim durch den Förderverein oberrheinische Narrenschau e.V. im Mai 2017 und der im Juli 2017 abgehaltenen Jahreshauptversammlung des Fördervereins, konnte hier auch eine positive Jahresbilanz gezogen werden. Der Besucherrückgang wurde gestoppt, Bürgermeister Guderjan aus Kenzingen und VON-Narrenmeister Klein dankten der Vorstandschaft für die ehrenwerte Arbeit. Auf der Pin-Sammlerserie des VON mit der Jahreszahl 2018 werden die Narrenzünfte Binzen, Hohberg, Nordrach und Rüßwihl mit ihren Motiven zu sehen sein. Die verbandseigenen Ausgaben der beiden Oberrheinischen Narrenspiegel des Jahres 2017 waren mit Bildern der Mitgliedszünfte Reichenbach und Grafenhausen/Schwarzwald versehen.

Zum 73.Herbstkonvent luden die Narrenfreunde der Schergässler aus Reichenbach am 14./15.10.2017 ein. Nach dem bereits zur Tradition gewordenen Freitagabend des Präsidiums des VON startete der Konvent am Samstag mit der Präsidiumssitzung im Vereinsheim „Nörgler“, danach Partnerprogramm und Empfang der Stadt Lahr. Ein gelungener Konventhock rund um den neu geschaffenen Narrenbrunnen und das gemeinsame Abendessen in der Geroldseckerhalle läuteten den bunten Abend in der Halle ein, welcher die Delegierten mit Programm, Spaß, aber auch guten Gesprächen bis in die frühen Morgenstunden unterhielt. Am Sonntag dann der eigentliche Konvent, der wieder einmal deutlich machte, dass Spaß die eine Seite der Fasnet, harte Arbeit und Einhaltung von Regularien, behördliche Hemmnisse und Auflagen jedoch die andere sind. Die Organisation der Fasnet und der Schutz des Brauchtums werden immer mehr durch staatliche Auflagen reglementiert und behindert, so dass es immer schwieriger wird, geeignete Verantwortliche zu finden, die sich bereit erklären, trotz aller Hemmnisse die Fasnet, die uns so ans Herz gewachsen ist, zu leiten. Trotz allem freute man sich auf die kommende Fasnet 2018 und verabschiedete sich mit einem zuversichtlichen „Narri-Narro“.

2018

Alles begann wie in jedem Jahr mit dem Dreikönigstag, dem Tag, an dem traditionell die Häser und Masken entstaubt und hergerichtet werden, in Vorfreude auf die kommende Fasnet.

Den Auftakt machte am 14.01. die Veranstaltung der Reichenbacher Fasentzunft der Schergässler anlässlich 90 Jahre Dorffasent in Reichenbach. Der Umzug lockte rund 3.000 aktive Narren in den Lahrer Ortsteil. Zunftmeister Fischer sprach von einem „ganz großen Spektakel“ – was es auch tatsächlich wurde, die Zunft hatte neben dem Umzug auch zum Zunftabend am 27.01 und zum traditionellen Schergassenjahrmarkt am Fasnetssamschdig und -sunndig geladen. ZM Fischer behielt Recht, ein großes, spaßiges Spektakel! Am selben Tag feierten auch die Pflumedrucker NZ Schutterwald und zwar 700 Jahre Schutterwald. Der Fasnetsumzug war in die Feierlichkeiten zum Dorfjubiläum als Höhepunkt mit eingebunden.19.01.2018 war das Datum der Protektoratsübergabe an den Schirmherren der Freiburger Fasnet. In diesem Jahr lag das Protektorat bei den Wühlmäusen aus Freiburg-Littenweiler, der ersten Neugründung in Freiburg nach dem 2. Weltkrieg, die somit auf 70 Narrenjahre zurückblicken konnten.

Weiter ging es mit den Jubiläumsveranstaltungen zu 50 Jahren Narrenzunft Grafenhausen im Schwarzwald. Die Galgenvögel hatten am Samstag und Sonntag, 20./21.01., geladen, mit ihnen ihr halbes Jahrhundert zu feiern. Grafenhausen veranstaltete neben dem „großen“ Umzug auch einen „kleinen“-extra für den Narrensamen. Mehr als 200 kleine Hästräger bevölkerten bei schlechtestem Wetter die Straßen, ließen sich aber nicht davon abbringen, ihren „eigenen Umzug“ durchzuführen. Anschließend wurde ein Nachtumzug gestartet, der in der Feuervorführung der Tiengener Schlosshexen seinen fulminanten Höhepunkt fand. Ebenfalls an diesem Wochenende feierte man in Lahr ein Doppeljubiläum: 80 Jahre Grusilochzottli und 35 Jahre Lahrer Narrenzunft. Gestartet wurde am Samstag mit dem Zunftabend in der Kuhbacher Halle, der Jubiläumsumzug folgte am Sonntag mit rund 4.500 Teilnehmern.

Die Narrenzunft Nordrach feierte am 27./28.01. ihr 44-jähriges Jubiläum, mit einem großen Jubiläumsumzug am Sonntag und bereits am darauffolgenden Wochenende feierte Rüßwihl ebenfalls 44 Jahre mit einem bunten Jubiläumsabend. Der Narrenumzug in Müllheim am 04.02.2018 war der Höhepunkt der Feierlichkeiten zum 60-jährigen Jubiläum der Müllemer Hudeli. Größer als üblich fiel der Umzug aus, denn mehr als 3.000 Hästräger und Musiker gratulierten den Hudelis unter dem Motto: „60 Johr sin mir debi, mir stehn zu unserem Suff dr Wii“. Die obligatorischen Empfänge im Regierungspräsidium Freiburg am 05.02. und im Staatsministerium Stuttgart am 07.02. wurden jeweils von Abordnungen des Verbandes besucht, um auch auf diesen „närrischen“ Veranstaltungen die Präsenz des Verbandes zu zeigen.

10.02.2018 war der Tag des Jubiläumsumzuges zu 70 Jahre Narrenzunft Biberach, ein weiterer Meilenstein in der Zunftgeschichte, man darf sehr auf das 75-jährige Jubiläum im Jahr 2023 gespannt sein. Im Nachgang spendeten die Biberacher Narren den stolzen Betrag von 3.333 Euro an den Förderverein für krebskranke Kinder in Freiburg. Möglich geworden war die stolze Summe durch viele Spenden der Teilnehmer am Jubiläum, die dem Aufruf der Zunft, statt Gastgeschenken eine Spende zu tätigen, gerne nachkamen. Ein schönes Beispiel für gelebte Solidarität. Zur eigentlichen Fasnetszeit in einer Chronik zu erzählen, würde bedeuten, die vielen Veranstaltungen der Zünfte des Verbandes aufzuzählen, was hier zu weit führen würde. Nur so viel - trotz vermehrter Gefahrenlage, ausgehend von meist jugendlichen, fasnetsfremden Tätern, hatten die meisten Zünfte eine recht ruhige und traditionelle Fasnet. Dies allerdings unter höherem Sicherheitsaufwand. Eine Tatsache, die es in den nächsten Jahren zu beobachten gilt.

Die Buurefasnacht in Weil und Hauingen stellt traditionell den Abschluss der Fastnacht dar. Beide Umzüge wurden vom Wettergott nicht gerade begünstigt, doch auch hier ließen es sich die Narren nicht nehmen, noch einmal ausgiebig der Leidenschaft Fastnacht zu frönen. Am 05.05.2018 veranstaltete der VON einen Workshop in der Gewerbeakademie in Freiburg zum Thema: „Rechte und Pflichten der Jugendleiter“. Der gut besuchte Workshop war mit kompetenten Referenten versehen und stellte bei den Jugendleitern einiges klar, was zuvor nicht in vollem Umfang realisiert wurde und eine hervorragende Grundlage für deren weitere Arbeit bedeutete.

Die Jahreshauptversammlung des Fördervereins oberrheinische Narrenschau Kenzingen e.V. mit der obligatorischen Häsputzete im Museum in Kenzingen fand am 16.06.2018 statt. Wie alljährlich lud der Förderverein wieder zur Hauptversammlung nach Kenzingen, welche nichts Überraschendes zu Tage förderte, denn es waren keine Wahlen zu absolvieren und das Geschäftsjahr konnte mit ordentlichem Ergebnis beendet werden. Gleichzeitig fand an diesem Tag auch die Häsputzete des Museums statt, an dem sich, bis auf wenige Ausnahmen, die meisten Zünfte des VON beteiligten und ihre Häser auf Vordermann brachten. Dies alles war natürlich wieder mit einer gehörigen Portion Humor und Freude versehen, so dass jeder auf seine Kosten kam. Diejenigen, denen es nicht möglich war, ihre ausgestellten Häser zu reinigen, durften sich auf eine Rechnung des Fördervereins für die geleistete Arbeit des Vereines statt der Zunft „freuen“.

Das am 25.09.2018 vom VON initiierte Seminar an der Gewerbeakademie in Freiburg zur neuen DSGVO (Datenschutzgrundverordnung), welche auch für Körperschaften gilt, diente dazu, der in den Zünften aufgekommenen Unsicherheit im Umgang mit der vorgenannten umfangreichen Gesetzesnorm Rechnung zu tragen. In der Informationsveranstaltung stellte der Referent, Ehrennarrenvogt und seines Zeichens Rechtsanwalt Edgar „Ede“ Lippert die rechtlichen Seiten vor und erläuterte diese mit handfesten Tatsachen im Umgang mit dieser Verordnung. VON-Jugendtag in Kenzingen am 29.09.2018: Wahrlich großartig war der Tag im Kletterpark in Kenzingen, wo zum ersten Mal ein VON-Jugendtag auf dem Programm stand. Die Kids hatten extrem viel Spaß an dem hervorragend von den Jugendleitern des Verbandes vorbereiteten Tag, wo es nicht nur darum ging, den Kletterpark und seine unterschiedlichen Routen zu bezwingen, sondern vor allem darum, andere Jugendliche des VON in lockerer und freundschaftlicher Atmosphäre zu treffen und kennen zu lernen. Auch mancher erwachsene Narr war anwesend und viele hatten ihren Spaß an der disziplinierten und dennoch lockeren Schar der Jungnarren. Nach der sportlichen Betätigung und dem Nervenkitzel kam anschließend auch die Geselligkeit nicht zu kurz.

Der VON-Herbstkonvent fand in diesem Jahr am 13. und 14.10.2018 in der „Schone“, also in Schonach im Schwarzwald, statt. Die Gemeinde mit ihren rührigen Bürgermeister Jörg Frey, aber noch viel mehr die Zunft um OZM Jonny (Mäc) Kienzler, gestalteten einen denkwürdigen Konvent, den Kienzler bei seiner Konventsbewerbung im Vorjahr vollmundig als 24 Stunden-Konvent angepriesen hatte. Er behielt Recht. Im Einzelnen stellte sich der Ablauf wie gewohnt dar. Am Freitagabend Eintreffen des Präsidiums und der Ausschüsse Brauchtum, Narrenspiegel und Förderverein Narrenschau zu einem Kennenlernabend mit den Zunftverantwortlichen im Zunfthaus, Samstagmittag dann Präsidiumssitzung, Partnerprogramm und Konventshock. Danach der Empfang der Gemeinde, dessen Verlauf einige Überraschungen bot. Der Narrenvogt der Vogtei Freiburg, Gerd Pfister, erhielt den goldenen Verbandsorden für seine 33-jährige aktive Mitgliedschaft in der BNZ. Wenig überraschend waren die Ehrungen von Gudrun Reiner als Beirätin im Vorstand für die Narrenschau Kenzingen, Jürgen Huber als Insignienmeister des VON, Rainer Schwitzer als Chronist des VON und Robert Hensle als Kanzellar des VON mit dem Verdienstorden des Verbandes für ihre jeweils langjährige Arbeit in ihren Fachgebieten im Verbandsvorstand. Sichtlich überrascht sah man jedoch den sonst so wortgewandten Jonny Kienzler bei der Überreichung der Landesehrennadel durch Bürgermeister Jörg Frey. Samstagabend, bunter Abend der veranstaltenden Zunft mit einigen Überraschungen und natürlich Sonntag die eigentliche Konventsitzung. Vieles gäbe es über diesen Konvent zu erzählen, vom eingehaltenen Versprechen des 24-Stunden-Konvents bis zur überraschenden Aktion des „Käskuchenlaufes“ vor dem Bürgerhaus im Zuge eines gelungenen Konventshocks bei bestem Wetter.

Die sonntägliche Konventversammlung sorgte allgemein für fröhlich zufriedene Gesichter. Einziger Wermutstropfen war der Abgang von Horst Schleith als Ehrenschatzmeister, der 24 Jahre den Posten des Schatzmeisters im Verbandsvorstand innehatte. Vor vielen Jahren, so Schleith, sei er in Schonach in den VON-Vorstand gewählt worden, was hier auch der Grund sei, in Schonach auch wieder zu gehen. Ebenfalls wurden die beiden langjährigen Kassenprüfer Peter Braun aus Breisach und Rudolf Philipp aus Zell im Wiesental verabschiedet. An Schleith’s Stelle wurde der bisherige Vorstandsbeirat Werner Kunkler zum neuen Schatzmeister des VON gewählt. Die der aktuellen Gesetzeslage angepassten Satzungsänderungen wurden im Vorfeld durch Kanzellar Hensle so gut vorbereitet und in den Vogteisitzungen erläutert, dass es für die gesamten Änderungen ein einstimmiges Votum gab. Höhepunkt aus Sicht der Narrenzunft Bergteufel Oberprechtal e.V. war mit Sicherheit deren Aufnahme als Mitgliedszunft des VON, die mit einer beeindruckenden Vorstellung der Zunft abgehalten wurde. Patenzünfte sind die Bachdatscher aus Nordweil und die Schindlejokel aus Niederwinden, die sich aber über ihre Rolle der „Gotti“ noch nicht ganz im Klaren waren.

Die Konventsbewerbung für 2019 vollzog die Breisgauer Narrenzunft Freiburg mit einer gelungenen Präsentation, wofür sie das einstimmig zustimmende Votum des Auditoriums zur Ausrichtung erhielt. Zwei hervorragend gestaltete und inhaltlich interessante Oberrheinische Narrenspiegel wurden wie in jedem Jahr von der Redaktion des Narrenspiegels gestaltet und vom VON herausgegeben. Im Mai 2018 zierte die Nummer 73 die Narrenzunft Schonach als Konventausrichter, im November dann bei der Nummer 74 die Hexenzunft Grafenhausen anlässlich deren anstehenden Zunftjubiläums 2019, das jeweilige Titelblatt.

Im November wird Guido Eckenwalder als Beirat in den Vorstand berufen. Das war das Jahr 2018 im Verband Oberrheinischer Narrenzünfte, ereignisreich, geprägt von Veränderungen, gespickt mit vielen Informationen für die Zünfte und doch im eigentlichen Sinne ein Jahr, das Hoffnung für die Zukunft macht, die Fasnet in die nächste Generation tragen zu können, ohne die Veränderungen der Gesellschaft zu ignorieren, aber auch nicht ohne den Traditionen der althergebrachten Fasnet oder Fastnacht Rechnung zu tragen.

2019

Auch im Narrenjahr 2019 begann die Fasnet am Dreikönigstag. Man entstaubte die Häser, schüttelte den Staub des Vergangenen aus den Glocken und hoffte zuversichtlich auf ein gutes und freudenreiches Fasnetsgeschehen. Den Auftakt machte die Geißentäler Narrenzunft Menzenschwand am 19.01.2019 mit einem wahrhaft närrischen Fasnachtsjubiläum, 55+1 Jahr. Bei Kaiserwetter stellten die Zimmerer aus Lenzkirch in ihrer bekannt großartigen Manier schon am frühen Nachmittag am alten Rathaus den Narrenbaum. Es folgten danach die Eröffnung des Narrendorfes, der Zunftmeisterempfang und eine Narrenmesse, die abschließend ein schöner, bunter Nachtumzug ablöste. Ein wahrlich freudiges Narrentreffen, bei dem bis in den frühen Morgen im Kurhaus und im Festzelt die Fasnet und deren neuerlicher Beginn gefeiert wurde.

Am 19. und 20.01.2019 richtete die Narrengilde Oberried das Vogteitreffen des Verbandes in der Vogtei Südlicher & Mittlerer Breisgau aus. Begonnen wurden die Feierlichkeiten bereits am Samstag mit einem Fackelumzug, der auch gleichzeitig das Jubiläumsgeschehen anlässlich des 70–jährigen Bestehens der Narrengilde eröffnete. Großer Bahnhof dann am Fest-Sonntag beim Zunftmeisterempfang in der herrlichen Oberrieder Klosterschiire, umrahmt von der fulminanten Oberrieder Guggenmusik Krüzsteinguggis, die bereits seit 35 Jahren fester Bestandteil der Oberrieder Fasnet ist. Um 11.30 Uhr war die sonntägliche Eröffnung des Narrendorfes, das am Samstagabend bereits geöffnet war. Das Narrendorf war, wie bereits in Oberried bewährt, zur Sicherheit der Narren von der Außenwelt abgesperrt und nur durch Zugangskontrollen an den Eingängen zu betreten. Man mag dieser Praxis skeptisch gegenüberstehen, im Dreisamtal hat sich das Vorgehen eingespielt und etabliert. Pünktlich begann an diesem Sonntag dann um 13.33 Uhr der Jubiläumsumzug mit 2.800 Teilnehmern, der reibungslos und hervorragend organisiert durchgeführt wurde.

Schon eine Woche später, vom 25. bis 27.01.2019 gab sich Schuttern die Ehre, Grund der Veranstaltung zum Vogteitreffen des Verbandes in der Vogtei Ortenau war das 66-jährige Bestehen der Narrenzunft. Begonnen wurde mit einem familiären Ehrungsabend aller Mitglieder in der fastnächtlich dekorieren Offohalle. Nach den Ehrungen des VON, bei denen die verdienten Narren der Narrenzunft Krüttstumpe geehrt wurden, überraschte der Narrenvogt der Vogtei Ortenau Gunther Seckinger die kleinen Narren, denen er 66 Portionen Eis spendierte. Am Samstagabend dann führte der Nachtumzug die Narren durch das nächtliche Schuttern, am Sonntag folgte der Jubiläumsumzug mit rund 2.700 Teilnehmern.

Eine wahrhaft historische Zahl, nämlich die „150“ prangte auf den Einladungen zum Jubiläum der Dengeli aus Lenzkirch. Wie alt die Fasnet in Lenzkirch tatsächlich ist, weiß dort niemand mehr zu sagen, jedoch 1868 steht als Jahr der ersten Erwähnung der organisierten Fasnet in Lenzkirch fest. Festgehalten in einer Ankündigung im „Hochwächter“, dem damaligen Verkündigungsblatt für den großherzoglich badischen Amtsbezirk Neustadt. Am Samstag, den 02.02.2019 begann also dieses, vom Alter der Zunft gesehen, wirklich historische Treffen „auf der Gass“, wie in Lenzkirch noch heute die Fasnet begangen wird. Für manche Gäste jedoch an manchen Ecken doch verwirrend modern in, der neuen Fasnetszeit und der Gaststättensituation angepassten, Festzelten im Narrendorf mit der bekannten Partymusik. Zuvor jedoch war alles wie gewohnt und der Zunft sowie ihrem Alter angemessen historisch mit dem wahrhaft großartigen Narrenbaumstellen der Lenzkircher Zimmerer der Narrenzunft, dass eine große Menge an Besuchern anlockte. Frühmorgens fiel Schnee, was den Lenzkircher Narren noch mehr Ansporn verschaffte, so dass der große Jubiläumsumzug ein Kabinettstück der Schwarzwälder Fasnet wurde. 08. bis 10. Februar hieß das Datum der Narrenzunft Oberhausen. Am Freitagabend trafen sich die Südringzünfte im Festzelt in „Hüse“ und feierten einen närrischen Abend zusammen. Der Samstag begann mit einem Kinder- und Jugendumzug des „Narresume“ der Vogtei Ortenau im VON, ergänzt durch örtliche Fasentsgruppen und befreundete Narrenzünfte, wie sie in Oberhausen seit Jahren den Fasnetsmendigsumzug bereichern. Am Sonntag dann der Festgottesdienst um 10 Uhr, den manche Narren, der vorangegangenen langen Narrennacht auf dem Festplatz geschuldet, mit sehr kleinen Augen besuchten. Nach dem Zunftmeisterempfang dann der Jubiläumsumzug zum 66. Geburtstag der Narrenzunft Oberhausen mit gemütlichem Ausklang auf dem Festplatz.

Die Fasentzunft Friesenheim beging am zwei Wochen später ihr 50-jähriges Jubiläum mit einem großen Fasentsumzug im Ortskern, bei dem riesige Menschenmengen an Zuschauern die Straßenränder säumten. Ein Umzug, maßgeschneidert für den Ort, bei herrlichstem Wetter, einem runden Jubiläum würdig, hervorragend organisiert und ausgeführt von der Friesenheimer Fasentzunft, die von ihren Dominos und Hexen repräsentiert wird.

44 Jahre Zwulcher Narrenzunft Merdingen war ebenfalls am 24.02.2019 der Anlass zum inzwischen berühmten Merdinger Fasnetsumzug. Rund 80 Zünfte, Gruppen und Wagen aus dem weiten Umkreis waren abermals nach Merdingen gekommen, um an diesem doch außergewöhnlichen Narrenumzug teilzunehmen. Der Reiz der Veranstaltung liegt vor allem in dem Mix aus freien Gruppen, Zünften und riesigen Fasnachtswagen, die mit meist infernalischen Lautstärken beschallt werden. Im Umfeld des Umzuges gab es in den letzten Jahren vermehrt Probleme der unschöneren Art, denen die Zunftleitung im Zusammenwirken mit Gemeinde und Polizei aber durch ein neues Sicherheitskonzept mit gemeindeeigenem Erlass eines Glasverbots innerhalb der Gemeindegrenzen auf den Grund ging und beenden wollte. Die Bemühungen der Zunftleitung und das Sicherheitskonzept zeigten bereits erste Früchte, was Grund zur Hoffnung auf einen weiteren Stressfreien Verlauf künftiger Veranstaltungen gibt.

Am 25.02.2019 fand der Narrenempfang bei Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer im Basler Hof zu Freiburg statt. Hier haben die Vertreter aller im Regierungsbezirk Freiburg ansässigen Narrenverbände die Gelegenheit zu einem Treffen auf hoher Ebene und dem gegenseitigen Austausch. Am Fasnetzischdig, zum Abschluss der Fasent, wie sie in der Ortenau bezeichnet wird, feierten die Hexen in Grafenhausen ihr 55-jähriges Jubiläum mit ihrem allseits bekannten Dorfumzug. Dorfgruppen, eingeladene Zünfte, Zuschauer und Veranstalter noch einmal im kollektiven Fasentshimmel. Gute Laune, wohin man sah, volle Tüten mit Süßigkeiten für die Kinder und ein wahrhaft stimmiger Umzug bei bestem Wetter beschlossen die Fasnet 2019.

Und was gab es noch? Bereits am 23.02. standen Kinder aller VON-Vogteien im Stadion des SC Freiburg Spalier beim Einlaufen von SC Freiburg und FC Augsburg, eine Aktion, die für Kinder und Betreuer gleichermaßen ein Gänsehauterlebnis war. In der Folge spielte der SC wie „närrisch“ und gewann mit 5:1 gegen Augsburg, was den Wunsch einer Wiederholung des Termins seitens des SC deutlich förderte. Traditionell alle drei Jahre vor den Wahlen des Verbandsvorstands im Herbst stehen die Wahlen der Narrenvögte und ihrer Stellvertreter in den sechs Vogteien des Verbandes bereits in den Vogteisitzungen im Frühjahr an. Trotz einer bekannten personellen Kontinuität standen in diesem Jahr Veränderungen an. Peter Beck, Glottertal, stellvertretender Narrenvogt aus der Vogtei Nördlicher Breisgau/Elztal, stellte sich nach 24-jähriger Tätigkeit aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Wiederwahl, zu seinem Nachfolger wurde in der Vogteisitzung im Herbst Berthold Nopper, Waldkirch-Kollnau, gewählt. Mit dem Ausscheiden von Narrenvogt Markus Messmer, Maulburg, und seinem Stellvertreter Marcus Schär, Grenzach, endete auch in der Vogtei Dreiländereck eine Ära. Neuer Narrenvogt wurde hier Oliver Brüderle, Wehr, und zu seinem Stellvertreter Dirk Bender, Lörrach-Hauingen.

Die Narrenbörse am 11.05.2019 in Bad Dürrheim wurde wieder von einer Abordnung des VON und des Fördervereins der Narrenschau mit einem Stand vor Ort besucht. Diese Messe dient vor allem für den VON als ständige Präsenz der oberrheinischen Narrenschau beim Fachpublikum, der Kontaktpflege des VON zu Inserenten im Narrenspiegel und den Gesprächen mit vielen Zunftleitungen und Präsidiumsmitgliedern anderer Verbände.

Am 28.09. gab es den 2. VON-Kinder und Jugendtag, dieses Mal in Denzlingen. Ein Team von Jugendleitern aller Vogteien, welcher künftig als VON-Jugendleiterausschuss formiert, hatte sich in diesem Jahr das Thema Seifenkisten ausgesucht und die Veranstaltung, betreut von den Welschkorngeistern aus Denzlingen, war sagenhaft. Die Kinder hatten ihren Spaß, es wurde im Vorfeld gebaut, gemalert und gebastelt und als dann die Rennen in den verschiedenen Altersgruppen stattfanden, gab es kein Halten mehr. Zufriedene Gesichter bei Kindern und Betreuern. Ein Treffen der Kinder, das Lust auf mehr macht.

Ja, der Herbstkonvent am 12./13.10.2019 in der Gründerstadt Freiburg. Die Breisgauer Narrenzunft als Veranstalter zog alle Register veranstalterischen Könnens. Beim Kampf gegen Behördenwindmühlen manches Mal der Verzweiflung nahe schaffte man es, den Kraftakt Konvent pünktlich zur Veranstaltung zu stemmen. Vieles ist in Freiburg anders als anderswo, angefangen bei Cateringverträgen, Konzerthausmieten, Hoteliers, die nicht ins Konzept passen, bis hin zur puren Notwendigkeit, bei den ganzen Ausgaben auch Geld für eine solche Großveranstaltung generieren zu müssen. All das wurde mit Bravour erledigt, angefangen beim Kameradschaftsabend mit dem VON-Präsidium im kleinen Kreis am Freitagabend, der in einer historischen Straßenbahn abgehalten wurde, über den perfekten Samstag mit Konventhock auf dem Rathausplatz, Empfang im Kaisersaal des historischen Kaufhauses, bis hin zur Abendveranstaltung im Konzerthaus, alles sehr niveauvoll und stimmig.

Der Konvent-Sonntag im Konzerthaus, das des nächtens noch gereinigt und für die Konventversammlung wiederhergerichtet wurde, brachte die üblichen Berichte, in denen unter anderem auch Narrenmeister Klaus-Peter Klein die Notwendigkeit ansprach, auf das Brauchtum achten zu müssen. Brauchtum steht im VON an erster Stelle, mit so viel Regelwerk wie nötig und so wenig Bürokratismus wie möglich. Die Wahlen brachten überwiegend einstimmige Zustimmung der Delegierten für die einzelnen Vorstandsposten, auf der Position des Vizenarrenmeisters steht nun der bisherige Vorstandsbeirat Brauchtum Theo Schindler aus Oberwinden, der den nicht mehr kandidierenden Siegfried Wurth, Griesheim, im Amt ablöste. Zudem schied Rainer Kimmig, Oberkirch, nach 20-jähriger Tätigkeit im Verbandsvorstand aus. Der Verbandsvorstand wurde jedoch durch die Neuberufung des früheren Narrenvogts Dreiländereck Markus Messmer, Maulburg, und der beriets seit einem Jahr berufenen Beirat Guido Eckenwalder, Oberkirch, verstärkt. Eine insgesamt würdige Veranstaltung in der alten Narrenstadt Freiburg anlässlich des 75. Herbstkonventes des Verbandes oberrheinischer Narrenzünfte. Die Jahrespins 2019 zierten die Zünfte Friesenheim, Grafenhausen/Ortenau, Menzenschwand, Schonach und Schuttern. Zwei hervorragend gestaltete und inhaltlich äußerst interessante Narrenspiegel wurden auch 2019 aufgelegt.

Im Mai 2019 zeigte das Titelblatt den blauen Narren aus Freiburg, stellvertretend für die den Konvent veranstaltende Breisgauer Narrenzunft, und im November sah man auf der Titelseite die drei Narrenfiguren der Schelmenzunft Staufen als Ausrichter des Vogteitreffens der Vogtei Südlicher & Mittlerer Breisgau am ersten Wochenende des Februars 2020. Mit einem außergewöhnlich milden und schneearmen Winter verabschiedete sich das Jahr 2019 und machte Lust auf die Fasnet 2020.

2020

Das Narrenjahr 2020 begann, wie die Jahre vorher, gewohnt mit dem Dreikönigstag und sollte doch so ganz anders werden als alle bisherigen Jahre davor. Ein Gespenst namens „Covid 19“ nistete sich weltweit ein und machte alle Jahresplanungen zu Nichte. Doch zunächst kam die Fasnet, noch unbehelligt aller Einschränkungen. Der Auftakt zur VON-Verbandsfastnacht wurde von der Narrenzunft „Rämässer“ Ringsheim bestritten. Das Team um Oberzunftmeisterin Eva Obergföll hatte alles akribisch vorbereitet und freute sich mit den Ringsheimer Vereinen auf ein närrisch 66-jähriges Jubiläum.

Die Festtage wurden von einem Jubiläums-Zunftabend am Freitag (10.01.2020) eröffnet, bei dem mit Aufführungen vor allem der Narresoome der Zunft so manches Paradestück ablieferte. „Rämässer reloaded“ brachte Höhepunkte vergangener Fasnachten auf die Bühne. Es wurde ein rauschender Abend, der erst in den Morgenstunden ausklang. Der Samstag brachte dann das Südringtreffen der befreundeten Narrenzünfte aus dem Umland der südlichen Ortenau und die örtlichen Vereine zusammen, die am darauffolgenden Sonntag dann alle Hände voll zu tun hatten, um die erwarteten 3.000 Hästräger und die Zuschauermengen zu bewirten. Der Sonntag brachte einen sehenswerten Umzug bei bestem Wetter, an dem 66 Zünfte und Gruppen teilnahmen. Trotz akribischer Vorplanung dauerte es auf Grund der Menge der Teilnehmer dann doch 2 Stunden, bis sich die letzte Gruppe im Ringsheimer Industriegebiet in Bewegung setzen konnte. Ein toller Umzug ohne die leider allzu oft zu beobachteten Begleiterscheinungen. Polizei und Sicherheitskräfte waren voll des Lobes ob der gelungenen Organisation.

Ein Höhepunkt der Fasnet 2020 kündigte sich am ersten Februar-Wochenende in Staufen an: Die Schelmenzunft Staufen startete unter dem Motto:“Z´Staufe uf em Märt, machsch Fasnet, wie sich´s ghert“ ihr überragendes 15. Vogteitreffen der Vogtei Mittlerer & Südlicher Breisgau im VON.

Alles, was Fasnet ausmacht, hatten die Schelmen mit der traditionellen Ausrichtung ihres Jubiläums auf die Beine gestellt. Angefangen von der Narrenmesse am Freitagabend (31.01.2020) mit nachfolgend ungezwungener Feier in der Zunftscheuer, hin zum Samstag, der völlig närrisch um 10:11 Uhr mit dem „Mendigsmärt am Samschdig“, dem Narrenspiel der Schelmenzunft, eröffnet wurde. Im Laufe des Tages folgten die Altweibermühle der Freien Narrenzunft Wolfach, der Hißgier-Umzug der Narrenzunft Neuenburg, das Narrenspiel der Kisslegger Hudelmale sowie weitere diverse Brauchtumstänze, die Fasnächterherzen höher schlagen liessen. Ein wahres Feuerwerk der Fasnachtskunst und ein Meisterstück der Organisation.

Wahrlich meisterlich ging es am Sonntag („Zwote Zwote Zwanzigzwanzig“) im historischen Stubenhaus zu Staufen weiter und ein großer Jubiläumstag kündigte sich an. Die Stadt Staufen, welche in diesem Jahr 1.250 Jahre alt wurde, und die Schelmenzunft Staufen, die 2020 ihr 85-jähriges Jubiläum feierte, luden ein. Nach einem hochniveauvollen Empfang, bei dem die Gäste durch ein beeindruckendes Spalier von Schelmen im Hof des Stubenhauses mit Rätschenklang und „Schelmo- Narro“-Rufen begrüßt wurden, ging es zum Jubiläums- und Vogteitreffenumzug. Pünktlich um 14.11 Uhr gestartet, wartete der Umzug mit den Vogteizünften und befreundeten Stadtzünften auf, der 2.700 Teilnehmer zählte. Fulminant, großartig und überragend waren nur einige Attribute, mit denen das Treffen beschrieben wurde. Bemerkenswert auch, dass die örtliche Gastronomie voll in die Bewirtung der Gäste eingebunden wurde und dies sowohl von Gästen als auch von Gastronomen als hervorragendes Konzept gewürdigt worden war. Hier zeigt es sich wieder einmal überdeutlich, wie befruchtend sich eine gewachsene Fasnetsstruktur in einer kleinen Stadt auf das gesamte „Miteinander“ auswirkt. Schelmo-Narro!

Auch die Narrenzunft „Hanfrözi“ Rust feierte ihr Jubiläum „66-Jahre-Narrenzunft“. Bereits am 07.02. feierten die Hanfrözi den Hanfball, der als Auftakt der Jubiläumsfeierlichkeiten diente. Der Sonntag brachte bedenkliche Mienen: Sturmwarnung! Doch vom Sturm war am Sonntagmittag noch nichts zu sehen, so dass sich der Umzug mit 43 Zünften pünktlich in Bewegung setzen konnte. Südringzünfte durchsetzt mit Zünften des Verbandes bildeten den Teilnehmerkreis, auch die Narrenzunft Rheinfelden war als VON-Pate angereist. Bei prächtiger Stimmung von Narren und Zuschauern verlief der Umzug reibungslos.

Bemerkenswert und bezeichnend ein Kommentarfetzen aus dem „Kurier“ vom 15.02.2020 im Originalwortlaut: “Auch von weiteren Mitgliedern des streng traditionsbehafteten Verbandes der Oberrheinischer Narrenzünfte (VON) mit Schwerpunkt auf Baden und streng historischer Häs-Regularien waren Zünfte gekommen.“

Am 15.02. veranstaltete die Narrenzunft Dingeli-Spättli aus Ortenberg in ihrer Schloßberghalle das Narresuumetreffen der Vogtei Ortenau anlässlich des 55- jährigen Bestehens der Zunft. „Von Kindern für Kinder“ wurde das Programm gestaltet, das abwechslungsreich gestaltet war und dem Narresuume die Möglichkeit bot, sich anderen Kindern der Vogtei auf der Bühne zu präsentieren. Hierbei wurde an Beifall nicht gespart. Eine schöne Tradition, die es unbedingt weiter zu pflegen gilt. 44 Jahre – so alt ist die Zunft in Ohlsbach im Jahre 2020. Anlass genug, das Jubiläum mit einem Narrentreffen zu feiern.

Am 15.02.2020 ging es los mit der Eröffnung des Narrendorfes, gefolgt vom Narrenbaumstellen. Ein echtes Narrendorf im alten und gewachsenen Ortskern unter Einbeziehung der Gastronomie, echte Straußenwirtschaften, so, wie es sich gehört. Prachtvoll normal, entspannt, eher Dorffest als Hochsicherheitszone. Gelungen! Bis weit nach Mitternacht ging das muntere Treiben und manch einer hatte am Sonntag dann noch etwas kleinere Augen als sonst. Narrenmesse, Zunftmeisterempfang, Umzug. Alles tadellos organisiert und wieder ein Stück weit „Straßenfasnacht“.

Die Fastnacht schlossen traditionell die beiden Buurefasnachtsumzüge in Hauingen und Weil am Rhein ab. Schon am Buurefasnachtssonntag hörte man es munkeln: „Basel ist abgesagt“ - für die meisten Fasnächtler vor allem im Dreiländereck undenkbar und mancher verdrückte am Abend noch ein Tränchen des Mitgefühls für die Basler Fasnachtsfreunde. Doch das war erst der Anfang. „Corona“, so hieß das Schreckgespenst, das sich am Montag plötzlich über uns alle legte. Eine unsichtbare Gefahr, die uns allen völlig fremd und unvorstellbar war. Nächtliche Ausgangssperren für Menschen, denen die Freiheit als selbstverständlich galt. Masken tragen außerhalb der Fasnacht: undenkbar bis vor kurzem, dann plötzlich gelebte Realität. OP-Maske, FFP2-Maske, AHA-Regeln, bis dato völlig unbekannt, beschnitt die Pandemie unser aller Leben. Sitzungen unmöglich, private Treffen nur bei niedriger Infektionslage erlaubt, Inzidenzzahlen beherrschen die täglichen Nachrichten, beschränken Öffnungen von Geschäften und Lokalen, mancher Wirt, mancher kleine Handwerker muss sein Geschäft für immer schließen. Kleine Hoffnungen wird es erst im kommenden Jahr geben, wenn Impfstoffe gegen diesen Virus auf den Markt kommen. Für viele leider zu spät, Tausende sterben. (Anmerkung des Chronisten: eigentlich gehören solche Schilderungen nicht in einen Narrenchronik, aber aus geschichtlicher Verantwortung müssen Ereignisse, die das Leben der Protagonisten der Fastnacht so sehr bestimmen, auch in vielen Jahren noch nachvollziehbar sein)

Was gab es noch? Spalierstehen des Narresuume aus allen Vogteien beim Spiel des SC Freiburg gegen Fortuna Düsseldorf am 25.02.2020, sozusagen „Fastnacht trifft Karneval“, organisiert und betreut durch die Jugendleiter des VON. Einziger Wermutstropfen: der SCF verlor 0:2. Die großen Umzüge in Lahr und Ettenheim, auch ohne Verbandsjubiläum gut besucht, hervorragend organisiert und fasnächtlich wieder ein Hingucker. Die vielen ungenannten Zunftabende und Umzüge während der eigentlichen Fastnacht, kleine und große Ereignisse in und um die Fasnet und dann plötzlich- nichts mehr.

Eine ganzjährig geschlossene Narrenschau in Kenzingen, kein privates Treffen der Altvorderen des VON, keine Narrenbörse, keine Frühjahres- und Herbstvogteisitzungen, keine Vorstands- oder Präsidiumssitzungen, keine Klausuren oder ähnliches, stattdessen Verbands- und Vereinsarbeit aus dem Homeoffice oder via Skype am PC-Bildschirm. Auch der Ausfall der Mitgliederversammlung des Fördervereins Oberrheinische Narrenschau war folgerichtig nicht zu vermeiden. Kritisch in diesem Jahr zu bemerken das Phänomen der Umzugscrasher. Meist stark alkoholisierte Jugendliche, in Gruppen mit dem Ziel zu den Umzügen angereist, die Umzüge zu stören. Dieser Auswuchs an jugendlicher Gewalt- und Zerstörungswut ist nur schwer beherrschbar und wird durch immer mehr Sicherheitsdienste und Polizeieinsätze kompensiert werden müssen. Gesetze und Verordnungen, immer enger ausgelegt und kontrolliert, tun ein Übriges dazu, der Fasnet auch ohne äußere Einwirkungen von Randalierern das Leben schwer zu machen. Dann noch Diskussionen um Gesichtsschwärzungen, so genanntes „Blackfacing“, die die Rolle von Verkleidung als farbiger Mensch in der Fasnacht verurteilen, die Einwände der Tierschützer gegen die Mitwirkung von Zugtieren an der Fasnacht, all das ist nicht dazu geeignet, die Narrenstimmung zu heben.

Dann ein Lichtblick, der Herbstkonvent in Grafenhausen/Schwarzwald: In abgespeckter, eintägiger Form und noch rechtzeitig vor Beginn einer zweiten Coronavirus-Welle konnte die Veranstaltung in einer Zeit geringerer Ansteckungszahlen unter strengsten gesetzlichen Vorgaben einschließlich eines Hygienekonzepts abgehalten werden: kein Empfang der Gemeinde, kein Partnerprogramm, namentliche Vorabanmeldung und Einlassregistrierung, Schutzmaskenpflicht, Händedesinfektion und 1,50 Meter-Abstand zwischen den Sitzplätzen der Delegierten waren nur einige der nötigen Vorkehrungen.

Der Ablauf des Konventes war dann – unter den gegebenen Umständen - „normal“. Narrenmeister Klaus-Peter Klein überreichte dem Insignienmeister des VON Jürgen Huber den Orden „E‘ halb´s Lebe“ für 44 Jahre aktiver Tätigkeit in Zünften und VON. In Presseverlautbarungen nach dem Konvent wurde der Narrenmeister mit den Worten zitiert: „Fasnacht kann man nicht einfach wegdenken“, sie stünde im Kalender wie Weihnachten und wird da sein. „Wir werden wohl eine sehr kreative Fasnacht erleben“ und „Wer in dieser Phase noch an große Umzüge glaubt, ist blauäugig“. Dies alles spiegelt die Stimmung des Narrenjahres nach der Fastnacht wider. Der große Dank gilt den Galgenvögeln aus Grafenhausen für die Ausrichtung dieses „Rumpfkonventes“ und der Bereitschaft, es im nächsten Jahr wieder zu tun mit der Hoffnung auf bessere Zeiten. Ein besonderer Dank aber auch der Breisacher Narrenzunft, die großzügig den Weg für die neuerliche Ausrichtung des Konvents 2022 in Grafenhausen frei machte und ihre Konvent-Bewerbung ein Jahr nach hinten verschob. Zwei Konvente hintereinander am gleichen Ausrichtungsort sind ebenfalls ein Novum in der Verbandsgeschichte.

Weiter gab es auch im Jahr zwei hervorragend gestaltete „Oberrheinische Narrenspiegel“. Die Frühjahrs-Ausgabe zierten die Häsfiguren der Narrenzunft Neustadt im Schwarzwald 1874 e.V., die Herbst-Ausgabe im November als Novum die Figur des „kleinen Heini“ als Tribut an die Corona bedingt nicht stattfindenden Jubiläen im Jahr 2021. Ein hoffentlich nie mehr wiederkehrendes Ereignis. Die Jahrespins 2020 waren mit den Motiven der Zünfte aus Breitnau, Istein, Freiburg-Kappel, Schopfheim und Steinen-Höllstein versehen.

Liebe Narren, erlaubt mir ein Wort in eigener Sache: In dieser Jahreschronikzusammenstellung ist einiges an Stimmung des Jahres 2020 eingeflossen, welche künftigen interessierten Lesern die Möglichkeit bieten soll, sich in das Gedankengut und die Ängste der Narren des Jahres 2020 einfühlen zu können.

Die Schriftchronik, die in Papierform geführt ist, wird, anders als man das denken könnte, umfangreicher sein als in den Jahren davor, allein um das Bild der gesamten Fasnet 2020 „vor Corona“ noch einmal abzubilden. Damit soll erreicht werden, sich später einmal, wenn hoffentlich wieder etwas Normalität zurückgekehrt ist, mit der Thematik „Fasnet 2020“ zu befassen. Man wird wohl festzustellen, dass es nicht mehr so sein wird, wie es war, kann aber gleichwohl Dinge, die dann vielleicht nicht mehr vorhanden sind, noch einmal in Erinnerung rufen. So geht aus Sicht des Chronisten ein Jahrzehnt zu Ende, wie es weder real ist noch vorstellbar war.

2021

Wie so üblich wollten die Narren auch 2021 die Häser abstauben, Schellen rühren und zuversichtlich in das neue Fasnetsjahr starten, doch plötzlich war alles anders. Bereits 2019 hatte sich ein Virus bemerkbar gemacht, der die Fasnet 2020 noch unbeeindruckt lies, sich aber am Buurefasnet-Sunndig so sehr manifestierte, dass bereits einen Tag später die Basler Fasnacht abgesagt wurde. Ausgangsbeschränkungen und Lockdown folgten. Jeder hoffte, es könnte schnell zu Ende gehen, doch das Gegenteil war der Fall.

Auch 2021 fand keine Fasnet im üblichen Sinn statt, es musste improvisiert werden und das taten die Narren. An dieser Stelle folgt üblicherweise der gesamte Ablauf des Jahres, die Aufzählung der stattgefundenen Narrentreffen, Vogteitreffen und sonstigen Jubiläen. Nichts von alledem konnte stattfinden, es gab weder Vorstands- noch Präsidiumssitzungen des VON in Präsenzmodus, keine Frühjahrssitzungen der Vogteien, der Oberrheinische Narrenspiegel wurde erstmals komplett digital entwickelt, es war wie eine Zeitenwende.

Die Fasnet 2021 im Allgemeinen, nun sie fand weitestgehend digital statt, was den Ideenreichtum der Narren angeht, ein unumstößlicher Beweis für närrische Kreativität. Unmöglich alle Veranstaltungen namentlich zu benennen, zu groß die Anzahl der Ideen, zu vielfältig deren Ausführung. So gab es digitale Zunftabende, Narrensuppe für „at Home“, Taganrufen von einsamen Rufern auf leeren Straßen, Karbatschenschnellen einzig vor dem eigenen Haus, Fasnetskischdli für Kinder, Zunftballpakete für zu Hause, Fasnetstubes, Narrenbaumsetzten bei Nacht und Nebel, Rathausstürmung zu zweit und nur vom Marktplatz aus, närrische Spazierwege, Schaufensteraktionen und vieles mehr.

Eine einzige Idee möchte ich hier doch besonders herausstellen, die später auch als Titelbild des Oberrheinischen Narrenspiegels, Ausgabe Mai 2021, seinen Niederschlag fand: Die Gemeinschaftsaktion der Schuttertäler Narrrenzünfte, angeregt und auf die Beine gestellt durch die Eulenzunft Seelbach e.V.. „Ohne Mask bisch du de Narr“ prangte es auf Plakaten von Schweighausen bis Lahr. 11 Zünfte der Raumschaft hatten sich auf die Fahnen geschrieben, als Narren Verantwortung für die Allgemeinheit zu zeigen und einzufordern. Hauptinitiator und Gestalter dieser Aktion war die Seelbacher Ehreneule Frank Schwörer, das Fotoshooting fand in der Schergässsler-Zunftstube „Nörgler“ in Reichenbach statt. Hut ab vor der großen Idee und Leistung. Kritisch gesehen wurden die trotzigen Veranstaltungen verbandsfremder Zünfte, die trotz des Verbotes dennoch an der Ausübung der Fasnet festhielten, wenn auch im kleinen und anarchischen Rahmen. Reaktionen der umliegenden Zünfte und der Polizei blieben nicht aus.

Stattfinden musste auch die Jahreshauptversammlung der Oberrheinischen Narrenschau in Kenzingen am 11.09.2021 in coronakonformer Art und Weise, die als Novum gleich zwei Jahre abdeckte und so konnten beide Geschäftsjahre 2019 und 2020 in einer Veranstaltung abgeschlossen werden. Die coronabedingt wenigen Besucher der Jahreshauptversammlung saßen nach der Eintrittskontrolle in die Alte Turnhalle und (Corona-)Maske tragen bis zum Platz bei 1,50 Metern Abstand in Kenzingen und lauschten den Ausführungen der ersten Vorsitzenden des Fördervereins Oberrheinische Narrenschau, Gudrun Reiner.

Wiederum fand der 77. Herbstkonvent in Grafenhausen – ein Novum zum zweiten Mal an selber Stelle – abermals „coronabeschnitten“ statt. Am 09.10., wiederum wie 2020 ein Samstag, traf man sich zur Arbeitssitzung. Auch hier Einlasskontrolle, Maske bis zum Platz und Abstand. Den armen Grafenhausener Narren war die sicherlich vorhandene Enttäuschung nicht anzusehen, dass erneut der Konvent nur abgespeckt und nur an dem Sitzungstag stattfinden konnte, hatte man doch im Sommer noch gehofft, dass die Pandemiezahlen bis im Herbst besser sein würden - leider waren sie es nicht, so dass die Verantwortlichen abermals die Reißleine ziehen mussten. Highlights des Konventes waren die Vorstellung der Buchholzer Narrengemeinschaft e.V., die fortan als Gastzunft im VON gilt, sowie die Verleihung des Ordens „E halb´s Lebe“ an den hochverdienten Kanzellar des Verbandes Robert Hensle. Vom Förderverein Oberrheinische Narrenschau erhielt Beirat Urban Schmidt als langjähriger Mitstreiter im Förderverein für seine fortwährende Arbeit ebenfalls den Orden Ordens „E halb´s Lebe“ verliehen.

Abschließend bewarb sich die Narrenzunft Breisach, die 2021 zu Gunsten von Grafenhausen/Schw. ihre Bewerbung zurück nahm, nun um die Ausrichtung des 78. Herbstkonventes, der dort dann am Rande des Kaiserstuhls stattfinden wird. Es erschienen zwei Ausgaben des Oberrheinischen Narrenspiegels, den im Mai die Aktion der Schuttertäler Narren „ohne Mask bisch du de Narr“ zierte, im November die Seeräuberzunft aus Titisee.

Die Jahrespins 2021 zeigten Motive aus Ebnet, Oberprechtal und Suggental. So verlief das Jahr 2021 anders als gewohnt und endete in der Hoffnung auf ein besseres, normaleres 2022, doch alles sollte anders kommen.

2022

Die Fasnet 2022, noch immer ein Sorgenfall? Ja! Das kann man mit Recht behaupten. Das Coronavirus, wie er jetzt überall genannt wird, hatte alles im Griff und machte eine Fasnet, wie wir sie alle gewohnt waren, ja herbeigesehnt hatten, zunichte. Bürokratische Hürden, aber auch gestiegene Kosten, machten es fast unmöglich, die Fasnet zu planen, Verträge abzuschließen und Genehmigungen zu bekommen. So war es nicht verwunderlich, dass bei vielen Zünften die großangelegte Fasnet im eigentlichen Sinn schon in der Planungsphase abgesagt werden musste. Niemand wusste Anfangs des laufenden Jahres 2021, wie das Pandemiegeschehen im Februar 2022 aussehen würde.

Gleichwohl wurden neue, kreative Konzepte entwickelt, die es mancherorts ermöglichten, wenigstens für Kinder ein bisschen Fasnetsflair zu zaubern. Oft wurden aber auch Zunftabende digital aufgezeichnet und zu den Narren via verschiedener Streamingdienste übertragen. Vielen Traditionalisten waren die Gedanken an eine digitale Fasnet suspekt, die jungen, im Netz bewanderten Narren hingegen machten aber so wenigstens ein Stück Fasnet erlebbar. Es war herrlich zu sehen, wie die Ideen flossen und mit wieviel Idealismus ans Werk gegangen wurde. So hatte man zum Beispiel in Kenzingen die Idee einen Fasneträtselbummel durch die Stadt anzubieten oder stellte vor den Narrenhäusern Süßigkeiten ab, die sich die kleinen Narren beim Gizigumzügle in kleinen Gruppen abholen konnten.

In Oberwinden wurde der Narrenbaum unter 2-G-Regeln gestellt, das „Fürst-Erich- Feuerwerk“ schloss wie in den Jahren zuvor die Fasnet ab. Rathausstürme wie zum Beispiel in Freiburg fanden nur digital statt, zu groß die Angst vor einem Fasnetshotspot mit vielen Ansteckungen. Noch am Freitag vor dem Schmutzigen Dunnschdig fiel es der Landesregierung auf, dass das Pandemiegeschehen es doch zulassen könnte, etwas Lockerungen zu genehmigen - für die Narren kam das allerdings zu spät, denn in 6 Tagen kann man keine Präsenzveranstaltung mehr organisieren.

Immerhin ermöglichten die Lockerungen, das stellenweise wieder, wie etwa in Gottenheim, am Abend des Schmutzige Dunnschdig wenigstens die Narren wieder durch die Straßen ziehen konnten. Die Lenzkircher Dengele organisierten ein Narrenbaumstellen, bei dem auch, völlig unüblich für Lenzkirch, ein Traktor zum Einsatz kam. Manch zufällig vorbeikommenden Lenzkircher kullerte ein Tränchen über die Wange ob der lange nicht gehörten Klänge des Lenzkircher Narrenmarsches. Immerhin konnte man wieder raus auf die Straße und ein bisschen abgespeckte Normalität spüren.

Auch die Buurefasnacht köchelte auf Sparflamme, Zunftabende wie die in Hauingen mussten abermals abgesagt werden, man hoffte auf das Jahr 2023. Lediglich die Kinder in den Kindergärten und Schulen durften sich über den Besuch der Narren aus Hauingen freuen, allerdings leider hinter anderen Masken als erhofft und gewohnt. „Was hän mer für e bösi Zit“ kommentierte der Hauinger Oberzunftmeister das Leben als Fasnächtler 2022 bei der beliebten „Aadrüllete“. Um den 11.11.2022 sah es dann hoffnungsvoller aus, viele Zünfte feierten traditionelle Zunftabende wie Zell im Wiesental - so wie es vor Corona war.

Exkurs:

Obschon der 11.11. in der alemannischen Fasnet kein Traditionstermin ist, wird er dort, wo alte Zünfte inzwischen die Fasnet nach alemannischem Stil feiern, deren Wurzeln aber aus der Zeit vor der Jahrhundertwende 1900 stammen, auch noch groß gefeiert. Zu dieser Zeit prägte Prinz Karneval die Fasnet dieser Zünfte und etwas davon hat sich bis in unsere Tage gehalten, zum Trotz allen „Alemannisierungen“. Um dies nicht zu vergessen: Die schwäbisch – alemannische Fasnet, wie wir sie kennen, hatte ihren Anfang im „ersten oberdeutschen Narrentreffen“ am 28.01.1928, veranstaltet vom „Landesverein badische Heimat“, die Organisatoren waren Anhänger eines völkischen Gedankengutes. Viele unserer Zünfte, so auch der Verband oberrheinischer Narrenzünfte, wurden danach in den

1930er Jahren gegründet. Exkurs Ende.

Es war ein ruhiges Verbandsjahr, geprägt von den Vorbereitungen zum großartigen 78. Herbstkonvent in Breisach am Rhein am 15.und 16.10.2022. Großartig nicht allein durch die beiden von der Narrenzunft Breisach e.V. mustergültig veranstalteten Tage, sondern auch durch die schon fast historischen Ereignisse des Konventes. Doch der Reihe nach: Am Freitagabend fand das traditionelle Zusammentreffen von Vorstand und Präsidium des VON mit der ausrichtenden Zunft statt. Dieses Mal im „Adler“ in Hochstetten, dem Restauranthotel der Familie Ehrhardt, der Wirt einer der drei Zunftmeister Breisachs.

Dann der Samstag angefüllt mit zwei Partnerprogrammen, einer Infoveranstaltung zur künftigen Agenda des VON, Empfang der Stadt. Der bisherige Beirat und neu gewählte Kanzellar stellt die neue VON-Homepage vor, die fortan einen Mitgliederbereich zur Verfügung stellt. Das Handbuch des Verbandes steht den Mitgliedszünften nun ständig aktualisiert zur Verfügung. Die Pflege der Homepage obliegt dem Kanzellariat. Der Samstag endete mit einem grandiosen Program der Narrenzunft Breisach.

Beim Empfang im badischen Winzerkeller wurde die übliche Konventurkunde verliehen und verdiente Fasnächtler, dieses Mal in Persona der drei Breisacher Zunftmeister Andreas Dewaldt, Peter „Molli“ Ehrhardt und Thomas Grajewski mit dem Verbands- Schleifenorden in Gold geehrt.

Danach erhielt Thomas Rössler aus Hausach für seine langjährige Unterstützung und Mitarbeit im Förderverein Oberrheinische Narrenschau e.V. Kenzingen und für das großartige Entgegenkommen der Firma Rössler in Hausach, egal in welchen Angelegenheiten der VON anklopft, den Verdienstorden des Verbandes verliehen. Ein glanzvoller Programmabend schloss sich an, bei dem Breisach seine herausragende Bühnenerfahrung präsentierte. Alle Punkte des Programms waren ein Highlight für sich, Gesangsvorträge, Tänze, Schauspiel, Moderation, wirklich alles stimmte. Höhepunkt war der traditionelle Gauklerpranger, dieses Mal ausgerichtet zu Ehren des Angeklagten Klaus-Peter „Kläusi“ Klein, seines Zeichens Narrenmeister des VON. Wie zu erwarten wurde der Narrenmeister auch nach einer reichlich einseitigen Verhandlung vor dem Kaiserpaar von Habsburg verurteilt. Die Einlösung der Buße steht zum Zeitpunkt des Schreibens dieser Chronik noch aus. Sonntag, der eigentliche Konvent:

Nach den üblichen Berichten des Narrenmeisters, Schatzmeisters, Solidaritätsfonds- Vorsitzenden, der Kassenprüfer und dem Bericht zur Jugendarbeit ging es zur Entlastung und dann zu den Neuwahlen. Wenngleich Narrenmeister, Kanzellar und Chronist nach sehr langjähriger Tätigkeit für den VON nicht mehr zur Wahl antraten, zeichnete sich ein reibungsloser und gut vorbereiteter Übergang ab, da die Amtsnachfolger bereits die letzten Jahre mit den Dreien im Vorstand zusammengearbeitet hatten und hierdurch fließende Übergänge der Verbandsarbeit ermöglicht wurden.

Neue Mandatsträger des Verbandes Oberrheinischer Narrenzünfte wurden:

- Narrenmeister Theo Schindler (Oberwinden)

- Vizenarrenmeisterin Gudrun Reiner (Kenzingen)

- Schatzmeister Werner Kunkler (Denzlingen)

- Kanzellar Guido Eckenwalder (Oberkirch)

- Chronist Jochen Bockstahler (Gutach)

- Insignienmeister Jürgen Huber (Friesenheim)

- Vorstandsbeirat Markus Messmer (Maulburg)

Kassenprüfer:

- Daniela Reichmann (Freiburg)

- Petra Meier (Wehr)

Solidaritätsfond:

- Martin Reichenbach (Kollnau)

- Anette Shkodra (Kenzingen)

Danach folgten Verbandsehrungen für die ausscheidenden Narrenvögte

- Axel Pitschuch (Lenzkirch) zum Ehrennarr und

- Martin „DT“ Schmidt (Schonach) zum Ehrennarrenvogt

Zudem erhielten Jan Stahl (Weil am Rhein) für seine langjährige Tätigkeit im IT-Bereich den Verdienstorden und Vorstandsbeirat Markus Messmer (Maulburg), der bereits Ehrennarrenvogt ist, den Ehrenorden „E‘ halb‘s Läbe“. Danach erfolgte ein Vorgang, den man als einmalig in der Verbandsgeschichte bezeichnen kann, die gleichzeitige Ernennung von drei ausscheidenden Verbandsoberen in den erlauchten Kreis der Ehrenmitglieder des Verbandes, verbunden mit der Auszeichnung eines lebenslangen Ehrentitels:

Klaus-Peter „Kläusi“ Klein (Weil am Rhein) zum Ehrennarrenmeister (VON-Ämter 2007 – 2022),

Robert Hensle (Grafenhausen/Ortenau) zum Ehrenkanzellar (VON-Ämter 2005 – 2022) und

Rainer Schwitzer (March) zum Ehrenchronist (VON-Ämter 1999 – 2022).

Die drei Geehrten mit über 40 oder sogar 50 Jahren Fasnetstätigkeit erhielten ihre neuen Amtsketten mit der jeweiligen Ehrenbezeichnung und wurden obendrein alle mit der höchsten Auszeichnung des VON, dem Holzorden, für ihre unermüdliche Arbeit im Ehrenamt des Kulturguts Fasnet ausgezeichnet. Nachdem den Dreien dazu noch eine Grafik, die sie in ihrem vollen Amtsornat zeigte, überreicht wurden, bekamen sie gemeinsam als Zeichen ihrer Wertschätzung lang andauernde „Standing Ovations“ der anwesenden Vertreter der 81 Verbandszünfte. Mit dem Ausscheiden der drei neuen Ehrenmitglieder ist ein weiteres Kapitel der Verbandsgeschichte abgeschlossen worden.

Der Rest des Jahres war angefüllt mit erwartungsvoller Planungsarbeit für die Fasnet 2023, die danach auch so wie gewohnt stattfinden sollte, allerdings respektvoller und etwas kleiner, meist heimeliger und wertschätzender als in den Jahren vor Corona. Der Jahrespin 2022, wie immer initiiert durch den Förderverein Oberrheinische Narrenschau e.V., zeigte - der Coronalage ohne Jubiläen geschuldet – die Oberrheinische Narrenschau in Kenzingen. Doch die Zeichen der Zukunft zeigen wieder Normalität, denn für 2023 sind Jahrespins der Zünfte von Buchholz, Oberharmersbach und Steinach geplant. Die beiden Ausgaben des Oberrheinischen Narrenspiegels warteten mit Titelblättern der Zünfte Breisach im Mai und Steinach im November auf.

2023

Ist die Fasnet 2023 immer noch ein gesundheitlicher Sorgenfall?

Nein! Das kann man mit Recht behaupten: Das Coronavirus, wie es jetzt überall genannt wird, hatte alles im Griff und machte eine Fasnet, wie wir sie alle gewohnt waren, zunichte. Doch dann folgte auf die Pandemie die Genesung und somit die Erholung. Das Coronavirus wird mittlerweile durch Impfen beherrscht, so, dass es keine weltweite Pandemie mehr zur Folge haben kann.

Die gesundheitliche Bedrohung aller Menschen war überstanden und dann folgte das nächste, ein von Menschen gemachtes Desaster, da es dem Menschen nie zu gut gehen darf! Es gibt nun wieder Krieg in Europa. Den Russisch-Ukrainische Krieg:

Am 24. Februar 2022 erfolgte ein groß angelegter völkerrechtswidriger Angriff durch die russische Armee gegen die Ukraine, welcher aus mehreren Richtungen geführt wurde, mit dem Ziel, die ukrainische Regierung zu stürzen und durch ein prorussisches Regime zu ersetzen. Bisher sind diese Ziele den Russen nicht in Erfüllung gegangen.

Trotz dieser kriegerischen russischen Aktivitäten hatte die heimische Fasnet 2023 wieder alle gewohnten närrischen Züge, wie wir sie lieben und genießen. Von Dreikönig bis Aschermittwoch konnte wieder eine freizügige Fasnet abgehalten werden und die Narren strömten zu den Zunftabenden, Kappenabenden und Umzügen. Gerade die Umzüge, ob das Zähringer Städtetreffen in Freiburg oder die beiden Umzüge in Lahr und Ettenheim sowie das Treffen des Elztäler Freundeskreises in Buchholz, konnten einen großartigen Zuspruch verzeichnen. Auch die Buurefasnacht wurde wieder in gewohnter Manier abgehalten, wo diese im Jahr zuvor noch mit allem gesundheitlichem Respekt zelebriert wurde.

Bei strahlendem Sonnenschein trafen sich die Mitglieder am Samstagnachmittag des 17.Juni 2023 in der Aula des Gymnasiums Kenzingen zur Hauptversammlung des Fördervereins. Zahlreiche Mitglieder hatten sich eingefunden und folgten interessiert den Berichten. Narrenmeister Theo Schindler sowie Bürgermeister Matthias Guderjan lobten die Arbeit und den Einsatz der Vorstandschaft.

Es war ein lebendiges Verbandsjahr, beeinflusst von den Vorbereitungen zumeinmaligen 79. Herbstkonvent in Schopfheim am 7. und 8.Oktober 2023. Bei sommerlichen Temperaturen herrschte beim Empfang in der alten Stadtkirche St. Michael und am Konventhock beste Stimmung, die auch noch am Bunten Abend in der Stadthalle Schopfheim bis in den Morgen anhielt. Der Konvent am nächsten Morgen verlief reibungslos. Narrenmeister Theo Schindler begrüßte alle anwesenden Verbandszünfte und berichtete der Versammlung von 106 Präsenzterminen, welche aus Vorstands-, Präsidiums- und Vogteisitzungen, Fasnet- und zahlreichen Repräsentationsterminen bestanden.

Die Narrengemeinschaft Buchholz e.V. wurde als 81. Mitgliedszunft des Verbandes Oberrheinischer Narrenzünfte aufgenommen. Der Antrag wurde einstimmig und in offener Abstimmung, angenommen. Die Vize Narrenmeisterin Gudrun Reiner und Narrenmeister Theo Schindler ehrten an diesem Vormittag drei verdiente Narren. Christine Raub-Heilmann und Werner Kunkler sowie Bernhard „Benne“ Schwarz wurden mit dem Verbandsorden „E halbs Lebe“ ausgezeichnet. Der Narrenzunft Schopfheim e.V. und der Stadt mit ihrem Bürgermeister gilt der Dank aller Mitgliedszünfte und des gesamten Präsidiums für die hervorragende Organisation und reibungslose Durchführung des Konvents. Die Narrenzunft Schopfheim und die Stadt Schopfheim haben gezeigt, was sie können. Dieses Wochenende wird bei allen Konvent Teilnehmern noch sehr lange für intensive und schöne Erinnerungen sorgen.

Auch den Herausforderungen zum Thema „Behinderungen im Ehrenamt“ stellte sich der Verbandsvorstand. Erste Ergebnisse aus dem Arbeitskreis „Runder Tisch Fastnacht“ zeigen auf, dass zumindest das Verkehrsministerium die Hand reichen möchte, um den Umgang mit kleineren und örtlichen Brauchtumsveranstaltungen zu vereinfachen. Diese ersten zögerlichen Ergebnisse beinhalten eine kleine Hoffnung, doch der Verbandsvorstand wird weiterhin versuchen mit der Politik in die Diskussion zu gehen, um Erleichterungen für die Verbandszünfte zu erreichen. Es ist ein schwieriger und mühsamer Weg, aber einer der sein muss.

Wir Narren sind ein Opfer der Intoleranz geworden. Wie kann das sein, wo wir doch die Reflexion der Gesellschaft sein möchten? Der Bruddler hatte im Narrenspiegel Nummer 84 seine eigene Meinung dazu:

„Wir Narren verstehen uns als Spiegel der Gesellschaft – und das verstehen wir im direkten Sinne des Wortes. Im närrischen Zurückspiegeln gesellschaftlicher Ereignisse und Entwicklungen sehen wir es als unseren Auftrag an, auch Fehlentwicklungen aufzuzeigen und närrisch zu hinterfragen. Geschlechter, Rasse und Religion spielen für uns dabei keine Rollen, denn ein jeder wird bei uns gleichbehandelt und bekommt den närrischen Spiegel vorgehalten. Umso mehr machen uns Vorkommnisse um die Fasnet betroffen, in der Narren wegen ihres Häs durch vermeintliche Verfechter der Toleranz und durch selbsternannte Hüter der Moral angefeindet werden. Wie kann es denn sein, dass Narren im Indianer-Kostüm wegen Verachtung indigener Völker beschimpft werden, obwohl sie genau aus Bewunderung gegenüber diesen Völkern den Verein schon vor Jahrzehnten gegründet haben? Wie kann es denn sein, dass Narren mit einem schwarz gefärbten Gesicht wegen Verachtung afrikanischer Völker sanktioniert und an Verpflegungsständen nicht bedient werden? Meiner Meinung nach machen es sich hier die selbsternannten Hüter unserer gesellschaftlichen Werte tatsächlich zu einfach. Haben sie sich schon einmal mit den Traditionen und der Geschichte der kritisierten Vereine beschäftigt? Sind sie tatsächlich mit den regionalen Traditionen wie zum Beispiel der Darstellung von mit Ruß bedeckten Gesichtern vertraut? Und haben sich die Hüter der Moral schon einmal mit der Sichtweise der vermeintlich Geschützten auseinandergesetzt? Vermutlich nicht. Und so bleibt mir nur einmal mehr festzustellen, dass wir es uns heute mit Kritik viel zu einfach machen. Wer einen Sachverhalt kritisieren will, muss ihn zunächst einmal verstanden haben. Und dazu braucht es Energie und Intellekt, um ihn aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Tatsächlich leuchten aber bei vielen unseren selbsternannten Rettern der Gesellschaft die Augen, wenn man ihnen eine Taschenlampe an die Ohren hält.“

Die Jahrespins für das Jahr 2023, wie immer protegiert durch den Förderverein Oberrheinische Narrenschau e.V., zeigten die Narren aus Buchholz, Oberharmersbach und Steinach. Für das Jahr 2024 sind die Jahrespins für die Zünfte aus Kenzingen, Neustadt und Schutterwald geplant. Die Titelblätter der beiden Ausgaben des Oberrheinischen Narrenspiegels, die Ausgaben 83 und 84 waren verziert mit den Zünften aus Schopfheim und Kenzingen.

Die Vorausschau auf die Fasnet 2024 ist aussichtsreich. Zahlreiche Narrentreffen und Jubiläumsveranstaltungen stehen auf dem Programm. So sind nach vielen Jahren wieder einmal drei Vogteitreffen in den Vogteien Dreiländereck, Hochschwarzwald und Nördlicher Breisgau/Elztal geplant, da dort Mitgliedszünfte außergewöhnliche Geburtstagzahlen aufweisen können. Sowohl in Wehr/Baden als auch in Neustadt/Schwarzwald werden die Narrenzünfte jeweils 150 Jahre alt, die Welle-Bengel Kenzingen feiern 200 Jahre Fasnet in ihrer Üsenbergstadt. Außerdem zelebrieren die Pflumedruckerzunft Schutterwald und die Spitzbue aus Oberwinden jeweils ihren 70. Geburtstag. Dazu wird das Jahr angefüllt mit erwartungsvoller Planungsarbeit für eine schöne und urige heimische Fasnet 2024.

2024

Die Fasnetszeit 2024 startete wie gewohnt an Dreikönig und endete am Aschermittwoch, dem 14.02.2024. Es war ein wundervolles Jahr mit vielen närrischen Ereignissen und herrlichen Situationen.

Sie beinhaltete viele Narrentreffen unter anderem ein Vogteitreffen in Neustadt im Schwarzwald, wo die Narrenzunft 150 Jahre alt wurde. Eine Woche später zelebrierten die Welle-Bengel 200 Jahre Fasnet in Kenzingen und auch dies mit einem Vogteitreffen. Die Gündlinger Welschkorneber feierten das 44+1-jährige Bestehen, die Friesenheimer Fasnetzunft wurde 55 Jahre und die Narrenzunft Wehr/Baden 150 Jahre alt. Dazu kamen Feierlichkeiten zum 70. Geburtstag des Oberwindemer Spitzbuebs und des ersten Batzenwecke, das örtliche Schonacher Fasnetszeichen, welches vor 150 Jahren zum ersten Mal in Schonach gebacken wurde.

Der Konvent fand am 19. und 20.Oktober 2024 in Ringsheim statt. Die Narrenzunft Rämässer Ringsheim e.V. mit ihren 300 Mitglieder und der Ort Ringsheim mit ca. 3.000 Einwohnern waren ausgezeichnete Gastgeber für den Konvent. Die Präsidiumssitzung, der Bürgermeisterempfang, das Partnerprogramm mit anschließendem Konventhock sowie der Unterhaltungsabend mit abschließendem Barbetrieb im Narrenkeller der Narrenzunft waren hervorragend organisiert und durchgeführt. Der Konvent selbst startete pünktlich am Sonntagmorgen um 10:00 Uhr in der Ringsheimer Kahlenberghalle. Er hatte eine gut gefüllte Tagesordnung, welche souverän von Narrenmeister Theo Schindler abgehandelt wurde.

Der Narrenspiegel, das Zentralorgan des Verbandes, erschien im Jahr 2024 wie auch in den Jahren zuvor zweimal. Die Narrenzünfte aus Ringsheim und Gutach zierten jeweils die Titelseite.

Die Jahrespins für das Jahr 2024, wie immer protegiert durch den Förderverein Oberrheinische Narrenschau e.V., zeigten die Narren aus Neustadt im Schwarzwald, Kenzingen und Schutterwald. Für das Jahr 2025 sind die Jahrespins für die Zünfte aus Burkheim, Ohlsbach und Ringsheim geplant.

Das 3. Seifenkistenrennen des VON Narrensamen fand am 14. und 15.09.2024 in Grafenhausen im Schwarzwald statt. 13 Zünfte mit 75 Pilotinnen und Piloten hatten bei bester Organisation und herrlichstem Wetter viel Spaß auf der 300 Meter langen Rennstrecke. Die Vorfreude auf das 4. Seifenkistenrennen im kommenden Jahr ist groß und Ringsheim hat sich auch schon dafür beworben. Fasnet am Oberrhein...eine Herzensangelegenheit – Vom 1. April bis zum 31. Oktober zeigte der Verband Oberrheinischer Narrenzünfte in einer Ausstellung in der Turmspitze des althistorischen Narrenmuseums Niggelturm in Gengenbach seine fast 90-jährige Geschichte.

In der Breisacher Stadthalle wurde am 23. November der 19. Gauglerpranger der Narrenzunft Breisach durchgeführt. Andreas Jung, stellvertretender Bundesvorsitzender der CDU, schenkte den Breisacher Narren dabei verbal ein, so, dass kein Auge trocken blieb.

Mit dem Immateriellen Kulturerbe verpflichtet sich der deutsche Staat dazu, die Fasnet in allen Belangen zu unterstützen. Der Verband hofiert diese Vorgehensweise und forcierte sie durch eine vorbildliche Unterstützung der Verbands-Zünfte beim Antrag, das Siegel zu erwerben.

Das Innenministerium des Landes Baden-Württemberg informierte die Städte und Gemeinden, dass eine mehrjährige Genehmigung von Fasnachtsumzügen grundsätzlich möglich ist. Leider liegt diese Empfehlung noch nicht bei allen Bediensteten der Kommunen vor, sodass es aufgrund des deutschen Bürokratismus noch immer mühselig ist, einen traditionellen Fasnetsumzug zu planen und durchzuführen.

Die Fasnet 2025 wird eine lange Fasnetszeit haben und am 23.02.2025 mit der Bundestagswahl kollidieren, was dazu führen wird, dass der Zunftabend der Kenzingen Narren eine Woche früher als üblich stattfindet und die Umzüge in Seelbach und Merdingen abgesagt werden mussten.

Die Fasnetszeit 2025 wird vom 6. Januar bis zum 4. März dauern. In dieser sehr langen Zeit wird es, vergleichsweise zu den Vorjahren, wenige Umzüge geben. Die Höhepunkte werden sicherlich die Umzüge in Gutach sein, wo vom 31. Januar bis zum 2. Februar der 100. Geburtstag der Narrenzunft Johlia vom Vögelestei gefeiert wird und in Burkheim, wo am 15. Februar mit einem kräftigen Schnick-Schnack und Schneck – Schneck der 55. Geburtstag gefeiert wird.

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